Aus über 100 Bewerbungen von lokalen Initiativen, Vereinen und Einzelpersonen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wählte eine Jury von MDR KULTUR und MDR KLASSIK 14 Orte aus. Am 15. August ist der MDR Sommergesang im gemeinnützigen Verein „Cinema Barby e.V.“ zu Gast. Das historische Kino wird seit 2021 als Kultur- und Begegnungsstätte betrieben. Zum Veran-staltungsprogramm gehören Filme, Konzerte, Kabarett und Diskussionsrunden. 2024 erhielt der Verein „Cinema Barby e.V.“ den Programmpreis der DEFA-Stiftung und den Anerkennungspreis bei der Demografiepreisverleihung des Landes Sachsen-Anhalt. Die Bildende Künstlerin Sigrun Weise und der Geograf, Geologe und Immobiliengutachter im Vor-ruhestand Helmut Kolb aus Berlin hatten das 1912 erbaute und an die 30 Jahre leerstehende marode Kino Cinema in Barby im Salzlandkreis bei einem Spaziergang im März 2018 entdeckt. Unbesehen ersteigerten sie es bei einer Auktion, sanierten und renovierten es drei Jahre lang mit Freunden, En-thusiasten und großer Unterstützung vieler Menschen in Barby. Sigrun Weise und Helmut Kolb gründeten 2020 den gemeinnützigen Verein Cinema Barby e.V., der das Kino seither als Kultur- und Begegnungsstätte betreibt. Im September 2021 öffnete das Haus mit einem Tag der offenen Tür und 140 Besuchern. Heute zählt der „Cinema Barby e.V.“ an die 30 Mitstreiter. Kinotag ist seit 2022 aller zwei Wochen am Wochenende, manchmal auch mehr. In Berlin-West wurde Sigrid Weise 1964 geboren. Nach einer Ausbildung zur Bürogehilfin nahm sie von 1986 bis 1993 ein Kunststudium an der Hochschule der Künste Berlin (jetzt UdK) auf, wurde 1993 Meisterschülerin. Im Rahmen des Erasmus-Studienprogramms führte sie der Weg ans Royals College of Art, London. Anschließend arbeitete Sigrid Weise in Berlin und bis heute als freischaf-fende Bildendende Künstlerin. Seit 1994 ist sie mit Helmut Kolb verheiratet. Beide haben 3 Söhne. Sigrid Weise nahm im Laufe der Jahre zahlreiche Förderungen und Studienaufenthalte wahr. 2025 absolvierte sie ein Aufenthaltsstipendium „A`Crapa Mangia“ in Castellabate/ Italien. Im vergange-nen Jahr war die Benefizausstellung „Zoologischer Garten“ für den Kunstverein Neukölln e.V. zu sehen, Videoinstallationen mit Helmut Kolb, 2018 erschien die Publikation „Ruhestätte – Erinne-rungskultur im Wandel“, seit 2017 gestaltet Sigrid Weise u.a. Kunst im Öffentlichen Raum mit der Plakatwand Mittenmang im U-Bahnhof Tempelhof „Unbekannte-Serie“. In Scheidegg im Allgäu wurde Helmut Kolb 1964 geboren. Nach dem Zivildienst in Nürnberg stu-dierte er von 1985 bis 1987 Geografie, Soziologie und Ethnologie an der Albrecht-Ludwigs-Universität Freiburg/ Breisgau, von 1987 bis 1994 Geografie, Geologie, Internationale Agrarent-wicklung an der TU Berlin und schloß mit dem Magister Artium ab. Forschungsreisen führten ihn während des Studiums nach Pakistan, Somalia und Kolumbien. Helmut Kolb arbeitete parallel zum Studium in einem Büro für Umweltfragen und war von 1994 bis 2022 als Immobiliengutachter in einem privaten Sachverständigenbüro, im öffentlichen Dienst und bei einem gewerblichen Immobi-lienfinanzierer tätig und arbeitete seit 2012 als Dozent bei verschiedenen finanzwirtschaftlichen Akademien in Deutschland. Seit 2022 ist er im Vorruhestand und Ausbilder für angehende Immobi-liengutachter.
Moderation: Ellen Schweda
Redaktion: Angelika Zapf