"Wie Lob motiviert – und wann es Druck erzeugt"
🎯 Über diese FolgeWalter und Lisa diskutieren ein Thema, das alle Eltern beschäftigt: Wann ist Lob hilfreich und wann erzeugt es ungewollt Druck? Sie zeigen den Unterschied zwischen motivierendem und problematischem Lob und geben praktische Tipps für den Familienalltag.
🗣️ Unsere Hosts- Walter: Coach & Inhaber B&U Online
- Lisa: Dreifache Mutter mit Alltagserfahrung
🧠 Kernthemen der Folge
Das Problem mit unreflektiertem Lob- Lob kann ungewollt Druck erzeugen statt zu motivieren
- Kinder entwickeln Angst zu versagen oder das Gefühl, nur bei Leistung wertvoll zu sein
- Automatisches Lob ohne echte Aufmerksamkeit wirkt nicht authentisch
- Jedes Kind reagiert anders auf Lob
Personenbezogenes vs. Prozessbezogenes Lob- Problematisch: "Du bist so schlau!" → Kind muss permanent Intelligenz beweisen
- Hilfreich: "Du hast dich wirklich angestrengt für die Klassenarbeit" → Würdigung des Prozesses
- Problematisch: "Du bist eine tolle Künstlerin!" → Identitätsdruck
- Hilfreich: "Mir gefällt, wie geduldig du bei diesem Bild warst" → Spezifische Wahrnehmung
Wann Lob problematisch wird- Bei versteckten Vorwürfen: "Siehst du, wenn du willst, kannst du das ja auch!"
- Bei öffentlichem, allgemeinem Lob vor anderen
- Bei selbstverständlichen Dingen (nicht hauen, Danke sagen)
- Bei manipulativem Verhalten ("War das gut? Bin ich toll?")
Alternatives zu klassischem Lob- Interesse zeigen: "Erzähl mir von deinem Bild" statt "Das ist schön"
- Spezifische Wahrnehmung: "Ich habe gesehen, wie du deinem Freund geholfen hast"
- Gefühle spiegeln: "Ich sehe, du bist stolz auf dein Ergebnis"
- Fragen stellen: "Wie findest du es denn?" → Eigenes Urteil entwickeln
Authentizität und Präsenz- Bewusst loben statt nebenbei
- Echte Aufmerksamkeit ist wertvoller als automatische Komplimente
- Kinder spüren, ob Lob echt oder routine ist
- Weniger loben, dafür bewusster
❓ Zuhörerfragen
Frage 1 - SandraProblem: 10-jährige perfektionistische Tochter gibt schnell auf, jede Ermutigung verstärkt den Druck
Lösungsansätze:
- Weniger reden, mehr da sein: "Ich sehe, du bist enttäuscht"
- Gefühle bestätigen statt wegmachen wollen
- Selbst über eigene "Fehler" sprechen: "Mein Kuchen ist nicht perfekt, schmeckt aber trotzdem"
- Gemeinsame Aktivitäten ohne Leistungsdruck
- Geduld haben - Perfektionismus verändert sich langsam
Frage 2 - Thomas Problem: Erfolgsorientierter Vater lobt nur bei guten Noten/Sporterfolg, weniger enthusiastisch bei Misserfolg
Lösungsansätze:
- Blick erweitern: Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit, gute Laune würdigen
- Bei schlechten Noten Anstrengung finden: "Du hast alle Aufgaben versucht"
- Ehrlich sein: "Ich freue mich mit dir!" ist okay, aber nicht "Nur bei Erfolg bin ich stolz"
- Von eigenen Misserfolgen erzählen
- Beobachten, wann Kinder wirklich strahlen
💡 Wichtige Erkenntnisse- Qualität vor Quantität: Bewusstes Lob wirkt besser als häufiges automatisches Lob
- Kinder als Lehrer: Ihre Reaktionen zeigen, ob Lob hilfreich ist oder Druck erzeugt
- Balance finden: Zwischen Ermutigung und Druck, zwischen Anerkennung und bedingungsloser Liebe
- Interesse > Bewertung: "Wie hast du das gemacht?" kann motivierender sein als "Das ist toll"
- Authentizität wichtig: Perfekte Eltern gibt es nicht, reflektierte Eltern sind wertvoll
🎯 Impulsfragen für Eltern- Beobachtet eine Woche: Wann und wie lobt ihr eure Kinder?
- Wie reagieren eure Kinder auf euer Lob? Gestresst oder erfreut?
- Probiert aus: Mehr Interesse zeigen, weniger bewerten
- Wann strahlen eure Kinder wirklich? Nur bei Erfolg oder auch in anderen Momenten?
📅 Ausblick nächste FolgeFolge 20: "Schlafprobleme im Schulalter – Ursachen und Tipps" Warum haben Kinder zwischen 7 und 12 oft Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen? Praktische Tipps für entspanntere Abende.
🎧 Kontakt & Mehr- Podcast: Familien Radar
- Erscheint: Jeden Mittwoch
- Zielgruppe: Eltern von Kindern 7-12 Jahre (DACH-Raum)