
Sign up to save your podcasts
Or


about:web – der brandneue Podcast von Mozilla und ze.tt
Episode 1 – Wie viel Online ist zu viel Online?
Protagonisten:
Skript:
Mae Becker:
Ja, es ist mir passiert. Ich habe mir selbst digitalen Detox verschafft. Eine Woche in einem Bungalow an der See. Eine Woche ohne Empfang und Internet: „Macht mir doch nix aus! Ich kann das!“ – Oh doch, das tut es. Und: Oh nein, ich kann es nicht. Seit letzter Woche weiß ich, ich bin einer von ihnen. Einer von den Menschen, die nicht mehr ohne das Internet klarkommen. Ein richtig doofes Gefühl.
Erst kommt die Beklemmung, dann die Panik. Ohne Internet zu sein, macht mir erst einmal bewusst, wie zwanghaft ich sonst wohl mein Smartphone nutze. Ich fühle mich abgeschnitten von der Welt. Schmerzhaft ist das irgendwie.
Ich muss mir eingestehen: Mein Online-Leben und mein Offline-Leben sind eins. Es gibt keine Trennung mehr. Das wird mir jetzt erst so richtig bewusst. Meine Erkenntnisse an der See bringen mich dazu, zu fragen: Kann man heute überhaupt noch ohne das Internet leben? Und wie vernetzt ist zu vernetzt? Von wem mache ich mich da eigentlich abhängig? Und ist das alles gut?
Hi, mein Name ist Mae Becker und ich führe euch in den nächsten Wochen durch diesen Podcast mit der Hilfe von Mozilla, der non-profit Organization, hinter dem Browser Firefox. Wir beantworten diese und andere brennende Fragen, schauen uns unsere Beziehung zur Technik ganz genau an und finden heraus, wie wir sie besser für uns nutzen können. Im Gegensatz zu einigen anderen Tech-Unternehmen will Mozilla Menschen über Profit stellen, das Richtige tun und die Welt mit ihren Angeboten ein bisschen besser für alle machen.
Wer sich zwanghaft am Strand herumwälzt, statt die Freizeit zu genießen, hat vielleicht ein ernsthaftes Problem. Nach einer Weile komme ich ganz gut mit dem Detox klar, natürlich. Aber die Frage bleibt in meinem Kopf: War es nicht einmal so, dass ich meinen Internetkonsum bestimmt habe? Bestimmt er inzwischen mich? Und wann ist das denn bitte passiert? Und wenn die Grenzen zwischen meinem realen Leben und meinem Online–Leben verschwimmen, bin ich dann noch analog?
Genau wie ich verbringen viele Millennials sehr viel Zeit am Rechner, am Handy, am Tablet. Wir sind digital vollständig eingebunden: schreiben E-Mails, sind auf Social Media Plattformen unterwegs, nutzen Messenger Apps auf dem Handy. Wir nutzen das Internet, um auf dem Laufenden zu bleiben, um Filme zu schauen, Zeitungen zu lesen, um einzukaufen und vieles mehr. Mittlerweile sind wir immer und überall vernetzt. Und das müssen wir vielmals auch, allein schon, weil wir Kontakt zu unseren Freunden halten wollen. Und weil es in vielen Berufen Voraussetzung ist – zumindest in meinem Umfeld aus Menschen, die beruflich irgendwas mit Medien machen. Könnten wir überhaupt noch ohne leben?
Zurück in Berlin mache ich mit meiner Freundin Anne den Test. Ich weiß, dass sie schlecht von ihrem Handy lassen kann und habe sie für ein kleines Experiment ins ze.tt-Büro eingeladen. Die Challenge: Sie muss ihr Handy vor sich auf den Tisch legen und darf es 30 Minuten nicht berühren, ganz egal, was auf dem Handy passiert. Natürlich vibriert es schon nach kurzer Zeit.
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Anne:
Es erschreckt mich etwas, wie abhängig Anne von ihrem Handy ist. Sie will permanent erreichbar sein und hat ein schlechtes Gewissen, den Menschen auf der anderen Seite gegenüber. So sehr, dass sie sogar körperliche Stress-Symptome hat.
Können manche Menschen wirklich nicht mehr ohne? Nicht einmal für eine halbe Stunde? Und ist das schlimm? Oder wirklich, wie Anne sagt, halb so wild?
Aber bevor wir anfangen zu verurteilen: Wer von uns kann schon noch ohne? Ich krieg einen Koller nach ein paar Tagen im Funkloch. Und das würdet ihr da draußen sicherlich auch. Denn mal ehrlich: Eigentlich wollen wir doch gar nicht mehr rein analog leben, oder?
Wie abhängig ich im Vergleich zu Anne bin, kann mir mein Handy selbst sagen. Für eine Woche habe ich mir eine App installiert, die aufzeichnet, wie oft ich mein Handy in die Hand nehme und wie viel Zeit ich mit ihm verbringe. Das Ergebnis nach einer Woche: 19 Stunden und 29 Minuten!! Das heißt, ich war täglich im Durchschnitt 167 Minuten am Handy, das sind fast drei Stunden. Würde man diesen Wert aufs Jahr hochrechnen, käme ich auf knapp 1.000 Stunden, die ich auf den kleinen Bildschirm meines Telefons gestarrt habe. Das sind beinah anderdhalb Monate. Eine ganz schön krasse Zahl! Und auch echt viel Lebenszeit!
An einem normalen Tag entsperre ich mein Handy 30 mal! Trotzdem bin ich mit meinen 167 Minuten pro Tag noch im Rahmen: Statistisch gesehen schauen wir Deutschen an einem normalen Wochentag durchschnittlich 150 Minuten auf unsere Handys, und am Wochenende sogar noch gut 200 Minuten.
Eigentlich sollten diese Zahlen mich vielleicht auch nicht so verwundern. Schließlich ist das Smartphone längst nicht mehr nur ein Telefon, es kann uns den Computer ersetzen, den Fernseher, die Tageszeitung, das Bücherregal. Es ist Walkman, Straßenkarte, Bankkarte und Taschenlampe in einem. Und viele Bereiche und Services in unserer Gesellschaft haben sich bereits digitalisiert. Und wir sind daran gewöhnt, alles auf Knopfdruck herausfinden und buchen zu können.
Glaubt ihr nicht? Dann könnt ihr ja mal versuchen, euch ein Flugticket analog zu besorgen, den richtigen Arzt in eurer Stadt zu finden oder euch an einem unbekannten Ort mit jemandem zu verabreden. Na? Jetzt bräuchtet ihr wohl erst einmal die Gelben Seiten, um Sitz und Nummer des Arztes oder eines Reisebüros recherchieren zu können. Aber wo gibt es die denn noch in Buchform? Und selbst, wenn euch das glückt, steht ihr so ganz ohne GPS, ohne Nahverkehrs-App und ohne Handy-Karte schnell vor dem nächsten Rätsel: nämlich wie ihr überhaupt zu den jeweiligen Adressen kommt.
Ich kann nur von mir selbst ausgehen, aber in den ganzen Jahren, die ich in Berlin lebe, habe ich mir nie die Mühe gemacht, mir eine Straßenkarte zu kaufen. Ganz zu schweigen von einem Festnetztelefon.
Mal ehrlich, ohne mein Smartphone wäre ich aufgeschmissen in meinem täglichen Leben. Ich würde sicher einen ganzen Tag brauchen, um die Wege zu erledigen, die nötig sind, um irgendetwas ohne mein Handy in Gang zu bringen. Und wer hat schon die Zeit?
So wie ich, sind viele nicht bereit, auf digitale Services zu verzichten. Sie machen Informationen jederzeit und überall für uns abrufbar. Und sparen uns so Zeit und Geld, helfen uns bei der Kommunikation mit anderen und machen generell unser Leben einfach leichter.
Wir können nicht mehr ohne. Die Frage, ob das nun schlimm oder halb so wild ist, sollte man sich allerdings stellen. Denn gerade weil wir mittlerweile so abhängig von den Diensten sind, nutzen wir sie oft ganz blauäugig und verschließen die Augen davor, dass es im Internet nicht nur die Akteure gibt, die uns etwas Gutes wollen, sondern eben auch die, die es ausnutzen, dass wir ihre Dienste nutzen wollen und manchmal sogar nutzen müssen.
Viele der Dienste – viele Apps und Programme – sind kostenlos. Oder vermeintlich kostenlos. Um sie nutzen zu können, muss man nur schnell mal eben bei den Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf „akzeptieren“ klicken und schon steht dem nächsten Katzenvideo oder dem Chat mit Freunden nichts mehr im Wege. Was genau wir da aber „akzeptieren“ ist allerdings vielen nicht klar.
Katharina Nocun:
Beim genauen Hinsehen nutzen wir Dienste wie Facebook oder Google keineswegs ohne Gegenleistung. Wir zahlen mit unseren Daten und dem Zugang zu unserer Aufmerksamkeit. Wir zahlen damit, dass Plattformen uns auswerten und manipulieren dürfen.“
Mae Becker:
Katharina Nocun:
Mae Becker:
Nicht wenige Nutzer halten das Modell trotzdem für fair. Schließlich bekommen sie so Zugriff auf Dienste, die ihnen ihr Leben erleichtern. Und was macht es schon, wenn ein paar Konzerne die Daten haben? Schließlich hat man als unbescholtener Bürger ja nichts zu verbergen, oder?
Katharina Nocun:
Wer weiß denn schon, welche Daten konkret über einen gespeichert werden, wenn man einen Dienst nutzt? Oder ob die Daten gelöscht werden, wann sie gelöscht werden und wie sie verwendet werden. Niemand kann abschätzen, ob die Informationen, die jetzt über einen gesammelt werden, nicht irgendwann aus dem Kontext gerissen werden, gegen einen verwendet werden, oder wo sie am Ende landen. Forscher der Universitäten Cambridge und Stanford haben in einer Studie gezeigt, dass ein Algorithmus anhand von nur 10 Facebook-Likes bessere Vorhersagen über mein Verhalten zu machen kann, als mein Arbeitskollege. Ab 300 Likes bestimmt der Algorithmus meine Charaktereigenschaften sogar besser, als mein Lebensgefährte. Und das ist doch krass! Wer hätte das vor zehn Jahren gedacht, als man angefangen hat, Facebook zu nutzen. Das bedeutet: Niemand kann abschätzen, was Unternehmen aus einem Klickprofil in 10 Jahren ablesen können. Trotzdem werden die Daten bis zum St. Nimmerleinstag gespeichert. Das finde ich nicht richtig.
Mae Becker:
Und das nicht nur im Internet, wo Daten im großen Stil abgefasst werden, sondern auch in der “ganz realen Welt”. In vielen Einkaufszentren werden etwa eure Wege durch das Geschäft nachverfolgt, wenn ihr auf dem Handy WLAN oder Bluetooth angeschalten habt. So wissen Supermarktketten schnell, wie lang ihr vor welchen Regalen gestanden habt und für welche Produkte ihr euch ganz besonders interessiert. Im Rahmen von Einkaufs-Bonusprogrammen werden noch weitaus sensibelere Daten erfasst.
Anbieter wie Payback können anhand eurer Einkäufe sehr schnell sehr viel über euch wissen: Ob man sich gesund oder eher ungesund ernährt, ob man nur für sich oder für eine Familie einkauft, ob man Vitaminpräparate oder Inkontinenzbinden braucht. Ja, dein Einkaufsverhalten lässt jede Menge Rückschlüsse auf dich zu.
Und woher nehmen wir überhaupt die Gewissheit, dass Daten sicher sind? Der Gegenwert, den man in Form von Rabatt-Gutscheinen oder Sammelprämien erhält, ist vor diesem Hintergrund vergleichsweise gering. Stellt euch vor, ihr kauft ein Anti-Stress-Produkt für 3 Euro, dann bekommt ihr Sammelpunkte im Gegenwert von Centbeträgen. Ihr habt also die Information, dass ihr unter Stress leidet, für 3 Cent verkauft. Na, ob es das Wert war?
Egal ob euer Einkaufsverhalten im Netz oder auch mit Payback-Karten, eure Likes auf Facebook oder eure Suchverläufe auf Google – überall hinterlasst ihr eine Datenspur und die kann ganz schön viel über euch preisgeben. So kommen eine Menge sensibler Daten zusammen, die wir wissentlich wahrscheinlich Fremden so nicht überlassen würden.
Katharina Nocun:
Mae Becker:
Oft bezahlen wir die vermeintlich kostenlosen Dienste also mit einer kompletten Durchleuchtung unserer Privatsphäre. Und wer garantiert uns, dass diese Daten nicht irgendwann einem potenziellen Arbeitgeber zugänglich gemacht werden, der dann schon vor meinem Bewerbungsgespräch alles Mögliche über mich weiß – schon heute gibt es eine Software, die anhand von Daten aus dem Internet und von Datenhändlern ermitteln kann, ob man vermutlich ein fähiger Mitarbeiter ist oder nicht. Oder einer Versicherung, die dann meine Beiträge anhand meiner Suchhistorie nach Krankheitssymptomen festlegen kann. Ganz zu schweigen von den Sicherheitslücken: Auf dem Schwarzmarkt sind persönliche Datensätze sicher schon heute eine Menge wert. Und keiner kann sagen, was mit meinem Datenschatten in der Zukunft passieren wird. Denn eins ist klar: Diese Daten über mein Verhalten leben länger, als ich mich dran erinnern kann. Google weiß, was mich vor 5 Jahren beschäftigt hat und wo ich unterwegs war, auch wenn ich es heut schon längst vergessen habe.
Unsere Datenspur kann uns im schlimmsten Fall sogar erpressbar machen. Oder wie viel wärt ihr bereit zu zahlen, damit eure Suchhistorie der letzten Jahre nicht veröffentlicht wird? Wissen ist Macht, Daten sind Macht, erklärt mir die Aktivistin Katharina Nocun:
Katharina Nocun:
Mae Becker:
Wer jetzt nach all dem Gehörten meint: „Tja, selber Schuld! Du musst ja nicht online sein!“, der sei an den Anfang dieser Folge erinnert. Denn heutzutage können wir kaum noch nicht online leben. Und die Technik ist ja auch nicht per se schlecht. Online-Leben ist eben reales Leben. Reales Leben ist Online-Leben. Wir müssen uns im Netz bewegen, da kommen wir nicht mehr drum rum. Aber wir sollten eben auch einen Anteil an der Gestaltung haben.
Was uns als letzter Ausweg erscheint, nämlich das Abschalten, der digitale Detox, ist etwas, was man sich erst einmal leisten können muss. Abschalten ist ein Luxus geworden! Nicht nur kann es zum gesellschaftlichen Ausschluss führen, offline zu sein – beispielsweise im Beruf. Viele können es sich auch finanziell einfach nicht leisten. Sie sind dem Datensammel- und Kategorisierungswahn der Konzerne ausgeliefert, weiß Katharina:
Katharina Nocun:
Gerade die vermeintlich kostenlosen Dienste sind sehr übergriffig, was die Daten ihrer Nutzer angeht. Und Betroffenen wird oft lapidar entgegnet: Naja, selber schuld. Dann zahl doch mehr, dann nutz doch etwas Anderes. Das ist für viele Menschen eben nicht so einfach! Der Konzern Facebook hat durch den Aufkauf von Instagram und WhatsApp ein Quasi-Monopol im Bereich soziale Kommunikation. Es ist gar nicht so einfach, auf Alternativen umzusteigen, wenn man dann seine ganzen Kontakte einfach nicht mehr erreicht. Privatsphäre ist nach dem derzeitigem Modell leider oft mit Kosten, mit Verzicht, mit Mühe verbunden. Es ist nicht die Standardeinstellung. Und wenn ich jeden Cent zweimal umdrehen muss, dann greife ich vielleicht zum Bonusprogramm. Dann gebe ich meiner Versicherung eben Zugriff auf die Daten meines Fitness-Trackers oder lasse mein Fahrverhalten überwachen, um weniger zu zahlen. Nicht jeder hat so eine Wahl.
Mae Becker:
Wenn ich beispielsweise ein öffentliches Gebäude betrete, dann kann ich davon ausgehen, dass es nicht über mir zusammenbricht. Denn fürs Bauen gibt es nun einmal Regeln. Und wenn ich in einem Restaurant zum Essen einkehre, dann kann ich auch davon ausgehen, dass ich das bestellte Gericht getrost essen kann, ohne Angst zu haben, mir eine Lebensmittelvergiftung zuzuziehen. Denn auch dafür gibt es Regeln. Nur im Internet scheinen Regeln zum Verbraucherschutz nicht zu greifen, stattdessen wird uns die Verantwortung zugeschoben, wenn privatwirtschaftliche Akteure uns ausnutzen wollen.
Katharina Nocun:
Jeder sollte jederzeit die Wahl haben, auch Nein zu bestimmten Formen von Verhaltenstracking sagen zu können. Und zwar ohne dadurch gleich Nachteile in Kauf nehmen zu müssen und ohne dass es heißt, na dann kannst du den Dienst gar nicht nutzen. Und ich als Nutzer will doch davon ausgehen können, wenn ich einen Dienst nutze, gibt es einen gesetzlichen Mindeststandard, auf den ich vertrauen kann, auf den ich mich verlassen kann und den ich im Zweifel auch einfordern kann. Es muss überwachungsfreie Räume geben, in denen mein Verhalten nicht zu kommerziellen Zwecken ausgewertet wird. Denn wer überwacht wird, ist ja nicht wirklich frei. Und deshalb braucht eine Demokratie auch Datenschutz.
Mae Becker:
Wir sollten nicht nur wissen, wie wir das Internet nutzen, sondern auch, wie wir von den großen Konzernen im Internet benutzt werden. Und wir müssen verstehen, warum unsere Daten so wichtig sind, wer davon profitiert, dass wir immer online sind, und dass wir nicht mehr von unseren Handys lassen können – wie Anne aus dem Experiment .
Wer informierte Entscheidungen treffen will, sollte das ganze Bild kennen! Wir müssen auch auf die „andere Seite“ des Internets schauen und herausfinden, was die Akteure, die Global Player, umtreibt und wie genau sie mit uns und unserer Aufmerksamkeit Profit machen. Wir müssen wissen, was das Internet über uns denkt.
Darum soll es in der nächsten Folge gehen.
Es geht nicht mehr ohne Online und die digitale Welt ist komplex. Wir bewegen uns täglich darin, aber durchschauen wir sie auch? Mit Organisationen wie Mozilla könnt ihr mehr darüber lernen, welche Mechanismen im Netz greifen. Darum ist dieser Podcast für euch da.
Mozilla ist ein non profit-Unternehmen und setzt sich im Gegensatz zu einigen anderen Tech-Unternehmen für euch als User ein. Mit seinen Produkten macht Mozilla die Internet Experience für alle besser: Beispielsweise mit dem Firefox Facebook Container, einer Erweiterung, die Facebook davon abhält, euch abseits ihrer Seite zu tracken, wenn ihr euch im Netz bewegt.
Wenn euch dieser Podcast gefallen hat und ihr mehr darüber erfahren wollt, wie sich unsere Welt durch Technik wandelt, dann hört mal rein in den amerikanischen Podcast IRL - in real life. Unter www.irlpodcast.org. Und hört natürlich beim nächsten Mal wieder rein, Wenn es darum geht, warum die Währung im Internet eure Aufmerksamkeit ist.
By mozilla und ze.ttabout:web – der brandneue Podcast von Mozilla und ze.tt
Episode 1 – Wie viel Online ist zu viel Online?
Protagonisten:
Skript:
Mae Becker:
Ja, es ist mir passiert. Ich habe mir selbst digitalen Detox verschafft. Eine Woche in einem Bungalow an der See. Eine Woche ohne Empfang und Internet: „Macht mir doch nix aus! Ich kann das!“ – Oh doch, das tut es. Und: Oh nein, ich kann es nicht. Seit letzter Woche weiß ich, ich bin einer von ihnen. Einer von den Menschen, die nicht mehr ohne das Internet klarkommen. Ein richtig doofes Gefühl.
Erst kommt die Beklemmung, dann die Panik. Ohne Internet zu sein, macht mir erst einmal bewusst, wie zwanghaft ich sonst wohl mein Smartphone nutze. Ich fühle mich abgeschnitten von der Welt. Schmerzhaft ist das irgendwie.
Ich muss mir eingestehen: Mein Online-Leben und mein Offline-Leben sind eins. Es gibt keine Trennung mehr. Das wird mir jetzt erst so richtig bewusst. Meine Erkenntnisse an der See bringen mich dazu, zu fragen: Kann man heute überhaupt noch ohne das Internet leben? Und wie vernetzt ist zu vernetzt? Von wem mache ich mich da eigentlich abhängig? Und ist das alles gut?
Hi, mein Name ist Mae Becker und ich führe euch in den nächsten Wochen durch diesen Podcast mit der Hilfe von Mozilla, der non-profit Organization, hinter dem Browser Firefox. Wir beantworten diese und andere brennende Fragen, schauen uns unsere Beziehung zur Technik ganz genau an und finden heraus, wie wir sie besser für uns nutzen können. Im Gegensatz zu einigen anderen Tech-Unternehmen will Mozilla Menschen über Profit stellen, das Richtige tun und die Welt mit ihren Angeboten ein bisschen besser für alle machen.
Wer sich zwanghaft am Strand herumwälzt, statt die Freizeit zu genießen, hat vielleicht ein ernsthaftes Problem. Nach einer Weile komme ich ganz gut mit dem Detox klar, natürlich. Aber die Frage bleibt in meinem Kopf: War es nicht einmal so, dass ich meinen Internetkonsum bestimmt habe? Bestimmt er inzwischen mich? Und wann ist das denn bitte passiert? Und wenn die Grenzen zwischen meinem realen Leben und meinem Online–Leben verschwimmen, bin ich dann noch analog?
Genau wie ich verbringen viele Millennials sehr viel Zeit am Rechner, am Handy, am Tablet. Wir sind digital vollständig eingebunden: schreiben E-Mails, sind auf Social Media Plattformen unterwegs, nutzen Messenger Apps auf dem Handy. Wir nutzen das Internet, um auf dem Laufenden zu bleiben, um Filme zu schauen, Zeitungen zu lesen, um einzukaufen und vieles mehr. Mittlerweile sind wir immer und überall vernetzt. Und das müssen wir vielmals auch, allein schon, weil wir Kontakt zu unseren Freunden halten wollen. Und weil es in vielen Berufen Voraussetzung ist – zumindest in meinem Umfeld aus Menschen, die beruflich irgendwas mit Medien machen. Könnten wir überhaupt noch ohne leben?
Zurück in Berlin mache ich mit meiner Freundin Anne den Test. Ich weiß, dass sie schlecht von ihrem Handy lassen kann und habe sie für ein kleines Experiment ins ze.tt-Büro eingeladen. Die Challenge: Sie muss ihr Handy vor sich auf den Tisch legen und darf es 30 Minuten nicht berühren, ganz egal, was auf dem Handy passiert. Natürlich vibriert es schon nach kurzer Zeit.
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Anne:
Mae Becker:
Anne:
Es erschreckt mich etwas, wie abhängig Anne von ihrem Handy ist. Sie will permanent erreichbar sein und hat ein schlechtes Gewissen, den Menschen auf der anderen Seite gegenüber. So sehr, dass sie sogar körperliche Stress-Symptome hat.
Können manche Menschen wirklich nicht mehr ohne? Nicht einmal für eine halbe Stunde? Und ist das schlimm? Oder wirklich, wie Anne sagt, halb so wild?
Aber bevor wir anfangen zu verurteilen: Wer von uns kann schon noch ohne? Ich krieg einen Koller nach ein paar Tagen im Funkloch. Und das würdet ihr da draußen sicherlich auch. Denn mal ehrlich: Eigentlich wollen wir doch gar nicht mehr rein analog leben, oder?
Wie abhängig ich im Vergleich zu Anne bin, kann mir mein Handy selbst sagen. Für eine Woche habe ich mir eine App installiert, die aufzeichnet, wie oft ich mein Handy in die Hand nehme und wie viel Zeit ich mit ihm verbringe. Das Ergebnis nach einer Woche: 19 Stunden und 29 Minuten!! Das heißt, ich war täglich im Durchschnitt 167 Minuten am Handy, das sind fast drei Stunden. Würde man diesen Wert aufs Jahr hochrechnen, käme ich auf knapp 1.000 Stunden, die ich auf den kleinen Bildschirm meines Telefons gestarrt habe. Das sind beinah anderdhalb Monate. Eine ganz schön krasse Zahl! Und auch echt viel Lebenszeit!
An einem normalen Tag entsperre ich mein Handy 30 mal! Trotzdem bin ich mit meinen 167 Minuten pro Tag noch im Rahmen: Statistisch gesehen schauen wir Deutschen an einem normalen Wochentag durchschnittlich 150 Minuten auf unsere Handys, und am Wochenende sogar noch gut 200 Minuten.
Eigentlich sollten diese Zahlen mich vielleicht auch nicht so verwundern. Schließlich ist das Smartphone längst nicht mehr nur ein Telefon, es kann uns den Computer ersetzen, den Fernseher, die Tageszeitung, das Bücherregal. Es ist Walkman, Straßenkarte, Bankkarte und Taschenlampe in einem. Und viele Bereiche und Services in unserer Gesellschaft haben sich bereits digitalisiert. Und wir sind daran gewöhnt, alles auf Knopfdruck herausfinden und buchen zu können.
Glaubt ihr nicht? Dann könnt ihr ja mal versuchen, euch ein Flugticket analog zu besorgen, den richtigen Arzt in eurer Stadt zu finden oder euch an einem unbekannten Ort mit jemandem zu verabreden. Na? Jetzt bräuchtet ihr wohl erst einmal die Gelben Seiten, um Sitz und Nummer des Arztes oder eines Reisebüros recherchieren zu können. Aber wo gibt es die denn noch in Buchform? Und selbst, wenn euch das glückt, steht ihr so ganz ohne GPS, ohne Nahverkehrs-App und ohne Handy-Karte schnell vor dem nächsten Rätsel: nämlich wie ihr überhaupt zu den jeweiligen Adressen kommt.
Ich kann nur von mir selbst ausgehen, aber in den ganzen Jahren, die ich in Berlin lebe, habe ich mir nie die Mühe gemacht, mir eine Straßenkarte zu kaufen. Ganz zu schweigen von einem Festnetztelefon.
Mal ehrlich, ohne mein Smartphone wäre ich aufgeschmissen in meinem täglichen Leben. Ich würde sicher einen ganzen Tag brauchen, um die Wege zu erledigen, die nötig sind, um irgendetwas ohne mein Handy in Gang zu bringen. Und wer hat schon die Zeit?
So wie ich, sind viele nicht bereit, auf digitale Services zu verzichten. Sie machen Informationen jederzeit und überall für uns abrufbar. Und sparen uns so Zeit und Geld, helfen uns bei der Kommunikation mit anderen und machen generell unser Leben einfach leichter.
Wir können nicht mehr ohne. Die Frage, ob das nun schlimm oder halb so wild ist, sollte man sich allerdings stellen. Denn gerade weil wir mittlerweile so abhängig von den Diensten sind, nutzen wir sie oft ganz blauäugig und verschließen die Augen davor, dass es im Internet nicht nur die Akteure gibt, die uns etwas Gutes wollen, sondern eben auch die, die es ausnutzen, dass wir ihre Dienste nutzen wollen und manchmal sogar nutzen müssen.
Viele der Dienste – viele Apps und Programme – sind kostenlos. Oder vermeintlich kostenlos. Um sie nutzen zu können, muss man nur schnell mal eben bei den Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf „akzeptieren“ klicken und schon steht dem nächsten Katzenvideo oder dem Chat mit Freunden nichts mehr im Wege. Was genau wir da aber „akzeptieren“ ist allerdings vielen nicht klar.
Katharina Nocun:
Beim genauen Hinsehen nutzen wir Dienste wie Facebook oder Google keineswegs ohne Gegenleistung. Wir zahlen mit unseren Daten und dem Zugang zu unserer Aufmerksamkeit. Wir zahlen damit, dass Plattformen uns auswerten und manipulieren dürfen.“
Mae Becker:
Katharina Nocun:
Mae Becker:
Nicht wenige Nutzer halten das Modell trotzdem für fair. Schließlich bekommen sie so Zugriff auf Dienste, die ihnen ihr Leben erleichtern. Und was macht es schon, wenn ein paar Konzerne die Daten haben? Schließlich hat man als unbescholtener Bürger ja nichts zu verbergen, oder?
Katharina Nocun:
Wer weiß denn schon, welche Daten konkret über einen gespeichert werden, wenn man einen Dienst nutzt? Oder ob die Daten gelöscht werden, wann sie gelöscht werden und wie sie verwendet werden. Niemand kann abschätzen, ob die Informationen, die jetzt über einen gesammelt werden, nicht irgendwann aus dem Kontext gerissen werden, gegen einen verwendet werden, oder wo sie am Ende landen. Forscher der Universitäten Cambridge und Stanford haben in einer Studie gezeigt, dass ein Algorithmus anhand von nur 10 Facebook-Likes bessere Vorhersagen über mein Verhalten zu machen kann, als mein Arbeitskollege. Ab 300 Likes bestimmt der Algorithmus meine Charaktereigenschaften sogar besser, als mein Lebensgefährte. Und das ist doch krass! Wer hätte das vor zehn Jahren gedacht, als man angefangen hat, Facebook zu nutzen. Das bedeutet: Niemand kann abschätzen, was Unternehmen aus einem Klickprofil in 10 Jahren ablesen können. Trotzdem werden die Daten bis zum St. Nimmerleinstag gespeichert. Das finde ich nicht richtig.
Mae Becker:
Und das nicht nur im Internet, wo Daten im großen Stil abgefasst werden, sondern auch in der “ganz realen Welt”. In vielen Einkaufszentren werden etwa eure Wege durch das Geschäft nachverfolgt, wenn ihr auf dem Handy WLAN oder Bluetooth angeschalten habt. So wissen Supermarktketten schnell, wie lang ihr vor welchen Regalen gestanden habt und für welche Produkte ihr euch ganz besonders interessiert. Im Rahmen von Einkaufs-Bonusprogrammen werden noch weitaus sensibelere Daten erfasst.
Anbieter wie Payback können anhand eurer Einkäufe sehr schnell sehr viel über euch wissen: Ob man sich gesund oder eher ungesund ernährt, ob man nur für sich oder für eine Familie einkauft, ob man Vitaminpräparate oder Inkontinenzbinden braucht. Ja, dein Einkaufsverhalten lässt jede Menge Rückschlüsse auf dich zu.
Und woher nehmen wir überhaupt die Gewissheit, dass Daten sicher sind? Der Gegenwert, den man in Form von Rabatt-Gutscheinen oder Sammelprämien erhält, ist vor diesem Hintergrund vergleichsweise gering. Stellt euch vor, ihr kauft ein Anti-Stress-Produkt für 3 Euro, dann bekommt ihr Sammelpunkte im Gegenwert von Centbeträgen. Ihr habt also die Information, dass ihr unter Stress leidet, für 3 Cent verkauft. Na, ob es das Wert war?
Egal ob euer Einkaufsverhalten im Netz oder auch mit Payback-Karten, eure Likes auf Facebook oder eure Suchverläufe auf Google – überall hinterlasst ihr eine Datenspur und die kann ganz schön viel über euch preisgeben. So kommen eine Menge sensibler Daten zusammen, die wir wissentlich wahrscheinlich Fremden so nicht überlassen würden.
Katharina Nocun:
Mae Becker:
Oft bezahlen wir die vermeintlich kostenlosen Dienste also mit einer kompletten Durchleuchtung unserer Privatsphäre. Und wer garantiert uns, dass diese Daten nicht irgendwann einem potenziellen Arbeitgeber zugänglich gemacht werden, der dann schon vor meinem Bewerbungsgespräch alles Mögliche über mich weiß – schon heute gibt es eine Software, die anhand von Daten aus dem Internet und von Datenhändlern ermitteln kann, ob man vermutlich ein fähiger Mitarbeiter ist oder nicht. Oder einer Versicherung, die dann meine Beiträge anhand meiner Suchhistorie nach Krankheitssymptomen festlegen kann. Ganz zu schweigen von den Sicherheitslücken: Auf dem Schwarzmarkt sind persönliche Datensätze sicher schon heute eine Menge wert. Und keiner kann sagen, was mit meinem Datenschatten in der Zukunft passieren wird. Denn eins ist klar: Diese Daten über mein Verhalten leben länger, als ich mich dran erinnern kann. Google weiß, was mich vor 5 Jahren beschäftigt hat und wo ich unterwegs war, auch wenn ich es heut schon längst vergessen habe.
Unsere Datenspur kann uns im schlimmsten Fall sogar erpressbar machen. Oder wie viel wärt ihr bereit zu zahlen, damit eure Suchhistorie der letzten Jahre nicht veröffentlicht wird? Wissen ist Macht, Daten sind Macht, erklärt mir die Aktivistin Katharina Nocun:
Katharina Nocun:
Mae Becker:
Wer jetzt nach all dem Gehörten meint: „Tja, selber Schuld! Du musst ja nicht online sein!“, der sei an den Anfang dieser Folge erinnert. Denn heutzutage können wir kaum noch nicht online leben. Und die Technik ist ja auch nicht per se schlecht. Online-Leben ist eben reales Leben. Reales Leben ist Online-Leben. Wir müssen uns im Netz bewegen, da kommen wir nicht mehr drum rum. Aber wir sollten eben auch einen Anteil an der Gestaltung haben.
Was uns als letzter Ausweg erscheint, nämlich das Abschalten, der digitale Detox, ist etwas, was man sich erst einmal leisten können muss. Abschalten ist ein Luxus geworden! Nicht nur kann es zum gesellschaftlichen Ausschluss führen, offline zu sein – beispielsweise im Beruf. Viele können es sich auch finanziell einfach nicht leisten. Sie sind dem Datensammel- und Kategorisierungswahn der Konzerne ausgeliefert, weiß Katharina:
Katharina Nocun:
Gerade die vermeintlich kostenlosen Dienste sind sehr übergriffig, was die Daten ihrer Nutzer angeht. Und Betroffenen wird oft lapidar entgegnet: Naja, selber schuld. Dann zahl doch mehr, dann nutz doch etwas Anderes. Das ist für viele Menschen eben nicht so einfach! Der Konzern Facebook hat durch den Aufkauf von Instagram und WhatsApp ein Quasi-Monopol im Bereich soziale Kommunikation. Es ist gar nicht so einfach, auf Alternativen umzusteigen, wenn man dann seine ganzen Kontakte einfach nicht mehr erreicht. Privatsphäre ist nach dem derzeitigem Modell leider oft mit Kosten, mit Verzicht, mit Mühe verbunden. Es ist nicht die Standardeinstellung. Und wenn ich jeden Cent zweimal umdrehen muss, dann greife ich vielleicht zum Bonusprogramm. Dann gebe ich meiner Versicherung eben Zugriff auf die Daten meines Fitness-Trackers oder lasse mein Fahrverhalten überwachen, um weniger zu zahlen. Nicht jeder hat so eine Wahl.
Mae Becker:
Wenn ich beispielsweise ein öffentliches Gebäude betrete, dann kann ich davon ausgehen, dass es nicht über mir zusammenbricht. Denn fürs Bauen gibt es nun einmal Regeln. Und wenn ich in einem Restaurant zum Essen einkehre, dann kann ich auch davon ausgehen, dass ich das bestellte Gericht getrost essen kann, ohne Angst zu haben, mir eine Lebensmittelvergiftung zuzuziehen. Denn auch dafür gibt es Regeln. Nur im Internet scheinen Regeln zum Verbraucherschutz nicht zu greifen, stattdessen wird uns die Verantwortung zugeschoben, wenn privatwirtschaftliche Akteure uns ausnutzen wollen.
Katharina Nocun:
Jeder sollte jederzeit die Wahl haben, auch Nein zu bestimmten Formen von Verhaltenstracking sagen zu können. Und zwar ohne dadurch gleich Nachteile in Kauf nehmen zu müssen und ohne dass es heißt, na dann kannst du den Dienst gar nicht nutzen. Und ich als Nutzer will doch davon ausgehen können, wenn ich einen Dienst nutze, gibt es einen gesetzlichen Mindeststandard, auf den ich vertrauen kann, auf den ich mich verlassen kann und den ich im Zweifel auch einfordern kann. Es muss überwachungsfreie Räume geben, in denen mein Verhalten nicht zu kommerziellen Zwecken ausgewertet wird. Denn wer überwacht wird, ist ja nicht wirklich frei. Und deshalb braucht eine Demokratie auch Datenschutz.
Mae Becker:
Wir sollten nicht nur wissen, wie wir das Internet nutzen, sondern auch, wie wir von den großen Konzernen im Internet benutzt werden. Und wir müssen verstehen, warum unsere Daten so wichtig sind, wer davon profitiert, dass wir immer online sind, und dass wir nicht mehr von unseren Handys lassen können – wie Anne aus dem Experiment .
Wer informierte Entscheidungen treffen will, sollte das ganze Bild kennen! Wir müssen auch auf die „andere Seite“ des Internets schauen und herausfinden, was die Akteure, die Global Player, umtreibt und wie genau sie mit uns und unserer Aufmerksamkeit Profit machen. Wir müssen wissen, was das Internet über uns denkt.
Darum soll es in der nächsten Folge gehen.
Es geht nicht mehr ohne Online und die digitale Welt ist komplex. Wir bewegen uns täglich darin, aber durchschauen wir sie auch? Mit Organisationen wie Mozilla könnt ihr mehr darüber lernen, welche Mechanismen im Netz greifen. Darum ist dieser Podcast für euch da.
Mozilla ist ein non profit-Unternehmen und setzt sich im Gegensatz zu einigen anderen Tech-Unternehmen für euch als User ein. Mit seinen Produkten macht Mozilla die Internet Experience für alle besser: Beispielsweise mit dem Firefox Facebook Container, einer Erweiterung, die Facebook davon abhält, euch abseits ihrer Seite zu tracken, wenn ihr euch im Netz bewegt.
Wenn euch dieser Podcast gefallen hat und ihr mehr darüber erfahren wollt, wie sich unsere Welt durch Technik wandelt, dann hört mal rein in den amerikanischen Podcast IRL - in real life. Unter www.irlpodcast.org. Und hört natürlich beim nächsten Mal wieder rein, Wenn es darum geht, warum die Währung im Internet eure Aufmerksamkeit ist.