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„Denn Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ (2. Timotheus 1,7) lese ich zum wiederholten Male auf Instagram, verbunden mit der leidenschaftlichen Aufforderung, als Christen genau jetzt „einen Unterschied zu machen“. Das heißt konkret, uns nicht von der weltweiten Angst anstecken zu lassen, sondern der Angst unsere Hoffnung auf Jesus entgegenzusetzen. Amen, bete ich innerlich und bin wild entschlossen, genau das beim nächsten Gespräch über das gefürchtete C-Wort zu tun.
Zwischen Sicherheit und Angst
Danach mache ich das Lied „This is a Move“ von Tasha Cobbs Leonard an, singe und glaube: „Wonders are still what you do. […] Healing is coming, when you move.“ Ich fühle mich sicher. Voller Hoffnung und voller Kampfgeist gegen die weltweite Dunkelheit, die mir in Jesus Christus nichts anhaben kann.
Ein paar Sekunden später ploppt die nächste Eilmeldung auf, dass die Zahl der Infizierten weiter rasant gestiegen ist und dass das Robert-Koch-Institut das Risiko, an Corona zu erkranken, inzwischen als hoch einstuft.
Und in diesem Moment krabbelt etwas in mir hoch, das ich als überzeugte Christin, die „einen Unterschied machen will“, doch eigentlich gar nicht haben dürfte und gar nicht haben will: Angst.
Später lese ich in einem anderen Beitrag, wie hilfreich es in diesen Zeiten sei, Psalm 91 zu beten und laut über sein Leben auszusprechen: „Du musst dich nicht fürchten vor […] der Seuche, die durchs Dunkel schleicht, vor dem Fieber, das am Mittag glüht. Auch wenn tausend neben dir fallen, zehntausend rings um dich her, zu dir wird es nicht kommen“ (Psalm 91, 5-7).
Danach schaue ich mir die neue Instagram-Story der christlichen Influencerin Jana Highholder an, in der gerade ganz offensichtlich der Geist der Kraft, Liebe und Besonnenheit lebt – und das Corona-Virus. Trotz ihrer Gebete um Bewahrung ist sie nicht davon verschont geblieben.
Wenn Glaube und Gefühl nicht zusammen passen
Ich glaube zu 100 Prozent an die Macht von Gottes Wort und durfte selbst schon mehrfach erleben, wie lebensverändernd es sein kann. Und doch stellen Situationen wie diese meinen Glauben auf die Probe – und von gut gemeinten Posts, wie dem oben genannten, fühle ich mich zusätzlich unter Druck gesetzt. Schließlich will ich der Welt doch so gerne zeigen, welche Kraft und Besonnenheit der Glaube geben kann und will gerade jetzt für diesen Jesus werben, den ich so sehr liebe und der mir schon so oft auf eindrückliche Art bewiesen hat, dass er absolut vertrauenswürdig und selbst in den dunkelsten und stürmischsten Zeiten meines Lebens mein festes Fundament war und ist.
Doch mein ehrlicher Realitätscheck ergibt: Ich habe Angst. Obwohl ich glaube. Obwohl Gottes Geist der Furchtlosigkeit in mir lebt.
Und deshalb meldet sich wieder einmal die hartnäckige Stimme des anklagenden Zweifels in mir und fragt: Wie kann das sein? Eigentlich dürftest du so doch gar nicht fühlen!
Es gibt immer einen Grund für die Angst – und für die Hoffnung
Ich habe keine Angst vor dem Tod. Zumindest nicht in der Theorie, denn ich weiß ja, dass ich danach zu Jesus komme. Gerade gestern Abend hatte ich so einen intensiven Moment beim Hören von Lobpreisliedern , dass ich mir dachte: „Ja, ich wäre wirklich bereit, in den ewigen Lobpreis einzustimmen und „schlimmstenfalls“ schon früher zu Jesus zu gehen. Ich habe keine Angst!“ Aber diese Gefühle sind eben nur Momentaufnahmen. Und auch wenn ich zu diesen Gedanken stehe, die Wahrheit ist ebenfalls: Ich …