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In dieser Folge geht es um einen Widerspruch, der den europĂ€ischen KI-Markt aktuell prĂ€gt: WĂ€hrend die groĂen Infrastrukturbetreiber in immer kĂŒrzeren AbstĂ€nden massive Updates ausspielen, verharrt ein GroĂteil der hiesigen Wirtschaft in einer ausgeprĂ€gten Abwartehaltung. Unsicherheit, Angst vor Fehlentscheidungen und das parallele Einprasseln geopolitischer, technologischer und regulatorischer Themen fĂŒhren dazu, dass viele Organisationen die fĂ€llige Transformation vor sich herschieben.
Ein zentraler Strang dreht sich um die Ăkonomie der KI selbst. Die Amortisierungslogik der Hyperscale-Rechenzentren wirft Fragen auf, zumal sich Technologie und Preisstrukturen schneller wandeln als jede klassische Investitionsrechnung. Hinzu kommt eine neue Doppelrechnung: Wer frĂŒher 200 Personen brauchte, kommt heute mit 20 aus, zahlt diesen Vorteil aber zunehmend in Tokenkosten zurĂŒck. Token-Effizienz wird damit zur eigentlichen SchlĂŒsselgröĂe, nicht der reine Tokenpreis. Modelle, die zuverlĂ€ssig zum Ziel fĂŒhren, sind ökonomisch oft sinnvoller als gĂŒnstige Modelle, die sich verirren.
Parallel dazu hat sich die Governance-Diskussion in der Tiefe verĂ€ndert. Compliance-Themen, DatensouverĂ€nitĂ€t und die Frage, auf welche Anbieter man sich ĂŒberhaupt verlassen will, prĂ€gen heute fast jedes ernsthafte Projekt. Dabei wird zunehmend deutlich, dass die europĂ€ische Perspektive zwischen US-amerikanischen und chinesischen Angeboten differenziert betrachtet werden muss, einschlieĂlich der oft ĂŒbersehenen Tatsache, dass auch Microsoft kein europĂ€ischer Anbieter ist.
Inhaltlich verschiebt sich das KI-Narrativ in zwei Richtungen. Zum einen verschwindet das Superintelligenz-Motiv aus der öffentlichen Debatte, KI wird stĂ€rker als Werkzeug zur Erweiterung eigener FĂ€higkeiten verstanden. Zum anderen folgt auf die B2C-Welle der ChatGPT-Jahre nun eine B2B-Phase, in der es um robuste, vertrauenswĂŒrdige Systeme, kritische Infrastruktur und die Integration in gewachsene Legacy-Landschaften geht. Genau hier liegen europĂ€ische StĂ€rken: Patente, industrielle DatenbestĂ€nde und Kompetenz in Bereichen jenseits klassischer Sprachmodelle, etwa in Embodied AI, Sensorik, Robotik und neurosymbolischen AnsĂ€tzen.
Das wichtigste Learning fĂŒr Entscheider: Abwarten ist keine Strategie. Wer sich heute nicht ernsthaft mit agentischer KI, mit Make-or-Buy-Fragen, mit SouverĂ€nitĂ€tsentscheidungen und mit der Ablösung eigener Legacy-Systeme beschĂ€ftigt, verspielt seine Position im nĂ€chsten Zyklus. Die Folge plĂ€diert fĂŒr eine selbstbewusste Haltung, fĂŒr Investitionsmut gegen den Trend und fĂŒr eine RĂŒckbesinnung auf das, was in Europa traditionell gut funktioniert: ingenieurgetriebene Neugier statt bewahrender Angst.
Ein Ausblick auf die nÀchste Folge rundet die Episode ab: Im GesprÀch mit einem erfahrenen Gast geht es dort darum, wie Innovationsmanagement in Organisationen aussehen muss, die aus der Abwartehaltung herauskommen wollen.
By Oliver RöĂling und Alois KrtilIn dieser Folge geht es um einen Widerspruch, der den europĂ€ischen KI-Markt aktuell prĂ€gt: WĂ€hrend die groĂen Infrastrukturbetreiber in immer kĂŒrzeren AbstĂ€nden massive Updates ausspielen, verharrt ein GroĂteil der hiesigen Wirtschaft in einer ausgeprĂ€gten Abwartehaltung. Unsicherheit, Angst vor Fehlentscheidungen und das parallele Einprasseln geopolitischer, technologischer und regulatorischer Themen fĂŒhren dazu, dass viele Organisationen die fĂ€llige Transformation vor sich herschieben.
Ein zentraler Strang dreht sich um die Ăkonomie der KI selbst. Die Amortisierungslogik der Hyperscale-Rechenzentren wirft Fragen auf, zumal sich Technologie und Preisstrukturen schneller wandeln als jede klassische Investitionsrechnung. Hinzu kommt eine neue Doppelrechnung: Wer frĂŒher 200 Personen brauchte, kommt heute mit 20 aus, zahlt diesen Vorteil aber zunehmend in Tokenkosten zurĂŒck. Token-Effizienz wird damit zur eigentlichen SchlĂŒsselgröĂe, nicht der reine Tokenpreis. Modelle, die zuverlĂ€ssig zum Ziel fĂŒhren, sind ökonomisch oft sinnvoller als gĂŒnstige Modelle, die sich verirren.
Parallel dazu hat sich die Governance-Diskussion in der Tiefe verĂ€ndert. Compliance-Themen, DatensouverĂ€nitĂ€t und die Frage, auf welche Anbieter man sich ĂŒberhaupt verlassen will, prĂ€gen heute fast jedes ernsthafte Projekt. Dabei wird zunehmend deutlich, dass die europĂ€ische Perspektive zwischen US-amerikanischen und chinesischen Angeboten differenziert betrachtet werden muss, einschlieĂlich der oft ĂŒbersehenen Tatsache, dass auch Microsoft kein europĂ€ischer Anbieter ist.
Inhaltlich verschiebt sich das KI-Narrativ in zwei Richtungen. Zum einen verschwindet das Superintelligenz-Motiv aus der öffentlichen Debatte, KI wird stĂ€rker als Werkzeug zur Erweiterung eigener FĂ€higkeiten verstanden. Zum anderen folgt auf die B2C-Welle der ChatGPT-Jahre nun eine B2B-Phase, in der es um robuste, vertrauenswĂŒrdige Systeme, kritische Infrastruktur und die Integration in gewachsene Legacy-Landschaften geht. Genau hier liegen europĂ€ische StĂ€rken: Patente, industrielle DatenbestĂ€nde und Kompetenz in Bereichen jenseits klassischer Sprachmodelle, etwa in Embodied AI, Sensorik, Robotik und neurosymbolischen AnsĂ€tzen.
Das wichtigste Learning fĂŒr Entscheider: Abwarten ist keine Strategie. Wer sich heute nicht ernsthaft mit agentischer KI, mit Make-or-Buy-Fragen, mit SouverĂ€nitĂ€tsentscheidungen und mit der Ablösung eigener Legacy-Systeme beschĂ€ftigt, verspielt seine Position im nĂ€chsten Zyklus. Die Folge plĂ€diert fĂŒr eine selbstbewusste Haltung, fĂŒr Investitionsmut gegen den Trend und fĂŒr eine RĂŒckbesinnung auf das, was in Europa traditionell gut funktioniert: ingenieurgetriebene Neugier statt bewahrender Angst.
Ein Ausblick auf die nÀchste Folge rundet die Episode ab: Im GesprÀch mit einem erfahrenen Gast geht es dort darum, wie Innovationsmanagement in Organisationen aussehen muss, die aus der Abwartehaltung herauskommen wollen.