Mein Weg

"Das Leben ist wie ein Spiel mit mehreren Leveln."


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"Das Leben ist wie ein Spiel mit mehreren Leveln."


Im ersten Teil unseres Gesprächs erzählte uns Bernice von ihrer Jugend auf dem Pferdehof, der seit ca. 650 Jahren in Familienbesitz ist, ihrer Abiturzeit in England, ihrem Gap Year und Studium, und wie sie aufgrund der Krebserkrankung ihrer Mutter entschied, nach Deutschland zurückzukehren. Genau da setzen wir unser Gespräch nun fort und Bernice gibt uns Einblicke in das Jahr, das sie mit ihrer kranken Mutter verbringen durfte und auch, wie sie sich dabei gefühlt hat und damit umgegangen ist.


Nach dem Tod ihrer Mutter war für sie klar, dass sie ihren Vater mehr auf dem Pferdehof unterstützen musste. Dennoch verlor sie ihre „Flügel“ nicht und entschied, mit ihrem Mann noch einmal für eine gewisse Zeit nach China zu gehen – denn dass sie den Hof bald ganz würde übernehmen müssen, war absehbar. Dann kam, wie so oft in Bernice‘ Leben, das Schicksal ins Spiel: Im Januar 2020 reiste sie zurück nach Deutschland, eigentlich war nur ein längerer Heimaturlaub geplant, doch dann kam Corona.


In dieser Zeit baute auch ihr Vater gesundheitlich ab, bis er schließlich verstarb, und so stellte sich für Bernice die Frage, wie sie mit dem Hof umgehen möchte. Klar war: Er wird nicht verkauft. 

So suchte sie sich einen Pächter, der sie allerdings gehörig hinterging, sodass sie die Geschäftsbeziehung schlagartig beenden musste...und das, als sie gerade hochschwanger war im heißesten Sommer des Jahres. Was Bernice in dieser Zeit gelernt hat? Hilfe annehmen. Denn nur durch viele Nachbarn und Freunde war es möglich, den Hof in dieser Zeit weiter zu bewirtschaften, die Ställe auszumisten, Wasser für die Tiere zu besorgen.


Und das gilt nicht nur für Krisensituationen. Gerade als Mutter betont sie, wie wichtig es ist, ein Netzwerk an Hilfe zu haben, um ihre Tochter in guten Händen zu wissen, wenn entweder mal wieder spontan etwas mit dem Hof ist, oder sie auch einfach mal joggen gehen möchte.


Heute ist der Hof wieder verpachtet, in guten Händen, was es Bernice ermöglicht, mit ihrem Mann den Winter in Spanien bei seiner Familie zu verbringen – auch wenn sie ab und an nach Deutschland reist, um nach dem Rechten zu sehen, was sie aber sehr gerne tut. Außerdem genießt sie es gerade sehr, Zeit mit ihrer Tochter verbringen zu können und für sich herauszufinden, wo der nächste Schritt hingehen soll. Das tut sie, indem sie Menschen kennenlernt, sich austauscht, neugierig bleibt. Ihr Rat: Umgib dich mit Menschen, die schon da sind, wo du gerne hinmöchtest.


Das Gespräch mit Bernice zeigt uns, wie die Verbindung von Tradition und Entdeckergeist, von Wurzeln und Flügeln, von einer gewissen Leichtigkeit und Urvertrauen gepaart mit Routinen zum Nachdenken und Entscheiden, nicht nur zu einem spannenden und vielfältigen Leben führt, sondern auch zu vielen Erfahrungen und Begegnungen, die immer wieder neue Perspektiven eröffnen – die man dann aber auch ergreifen muss. Es macht Mut zum Ausprobieren, denn man bereut nur die Dinge, die man nicht getan hat.


Danke Bernice, für deine Offenheit und dein Vertrauen!



Über diesen Podcast:

Mit unserem Podcast wollen wir vermeintlich „ganz normalen“ Menschen eine Stimme geben. Denn wir sind der Meinung: Viele Menschen können Vorbild sein und Denkanstöße geben, gerade diejenigen, die an ähnlichen Punkten im Leben stehen wie man oder frau selbst.

 

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Mein WegBy Anna Trunk und Ilona Wichmann