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Die Hochzeit ist geplant, der Termin steht fest und du freust dich. Freust dich auf deine Frau, deren Wesen so schön ist, dass es selbst ihre äußere Schönheit überstrahlt. Du freust dich auf das gemeinsame Leben mit ihr, auf die Kinder, die großziehen werdet, auf euer Leben als Familie. Auf Freude, Feste, Lachen und Glücklichsein. Bald ist es so weit. Du kannst es kaum erwarten.
Der Betrug
Doch dann das. Plötzlich bemerkst du diese zarte Rundung unter ihrem Kleid. Kann es sein …?, fragst du dich. Nein, so etwas hätte sie nie getan! Sie nicht. Aber bei jeder eurer weiteren Begegnungen ist diese Rundung ein klein wenig gewachsen. Schließlich ist es unübersehbar: Sie erwartet ein Kind. Sie hat dich mit einem anderen Mann betrogen. Du bist wie vor den Kopf gestoßen. So kurz vor der Hochzeit! Die Frau, von der du nur das Beste erwartet hast, hintergeht dich, lässt sich mit einem anderen ein und tritt deine Liebe zu ihr mit Füßen!
Dein Traum von einer gemeinsamen Zukunft platzt und der Knall zerreißt dir fast das Herz. Keine Hochzeit. Keine gemeinsamen Kinder, die deine geschickten Hände und ihre Liebenswürdigkeit vereinen. Keine Familie. Alles in dir drängt dich, ihr deine Enttäuschung und deinen Zorn ins Gesicht zu schreien, damit sie erkennt, wie sehr sie dich beschämt hat. Die Wut in dir brodelt, du willst Rache üben. Sie hat deine Träume zerstört und deine Ehre verletzt. Dafür dürftest du doch im Gegenzug ihr Leben zerstören, oder? Hat sie denn etwas anderes verdient?
Der Auftrag
Du bist kein Mensch, der die Dinge übereilt. Bevor du handelst, bittest du Gott um Rat. Was würde er sagen? Sehr wahrscheinlich: „Es liegt nicht an dir, dich an ihr zu rächen. Am Ende werde ich alles richten.“ Am Ende, ja. Du bist aber jetzt mit ihr verlobt, also trägst du auch jetzt die Mitverantwortung für ihr Leben. Es wäre falsch, sie aus verletzter Eitelkeit heraus ins Unglück zu stürzen. Der Gedanke besänftigt deinen Zorn. Sie hat dir Unrecht getan, aber nichts wird besser, wenn auch du Unrecht tust. Deshalb beschließt du, eure Verlobung stillschweigend aufzulösen. Du willst keine Schuld tragen an ihrem Elend. Auf lange Sicht hast du nichts davon, wenn du ihr Leben zerstörst.
Mit diesem Gedanken legst du dich schlafen. Erst träumst du wirr und unzusammenhängend. Doch dann durchschneidet ein greller Lichtschein deine Träume. Messerscharf und glasklar. Eine überirdische Gestalt tritt aus dem gleißenden Licht auf dich zu und du begreifst sofort: Das muss ein Engel sein! Du bist starr vor Schreck, überwältigt und gebannt, alles auf einmal! Es ist so absolut echt, es kann keinen Zweifel geben. Der Engel sieht dich an, sein Blick geht direkt in dein Herz, und er sagt: „Zögere nicht, sie zu heiraten! Es stimmt: Das Kind, das sie erwartet, ist nicht von dir. Aber sie hat keine Schande über sich oder dich gebracht, ganz im Gegenteil. Gott hat sie aus allen Frauen auserwählt. Sie soll die Mutter seines Sohnes werden. Der Vater ihres Kindes ist niemand Geringerer als der Heilige Geist selbst. Und wenn dieser Junge auf die Welt kommt, sollst du ihn als deinen eigenen Sohn annehmen und ihn Jesus nennen. Ihn hat Gott zum Retter bestimmt.“
Die Last der Verantwortung
Da erinnerst du dich an die uralte Prophezeiung: Eine Jungfrau wird schwanger und bringt ein Kind zur Welt, das „Immanuel“ heißen wird – Gott ist mit uns. Dein Innerstes beginnt zu beben. Sie, die Frau, die du liebst und mit der du dein Leben verbringen willst, wurde von Gott ausgewählt, um die wichtigste Prophezeiung der Menschheit zu erfüllen! …