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Der Tag in 240 Sekunden vom 11.06.2024


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Heute ist der 11. Juni 2024

Versicherer schimpfen über zu viel EU-Regulierung

Die deutschen Versicherer sprechen sich für eine die Fortentwicklung der Kapitalmarktunion aus. Ansonsten wünschen sie sich von der EU aber Zurückhaltung, was die weitere Regulierung angeht.

In Sachen Kapitalmarktunion spricht sich Jörg Asmussen für einen besseren Investorenschutz aus. „Wir sollten möglichst schnell ein neues Instrumentarium zur Beilegung grenzüberschreitender Investitionsstreitigkeiten finden. Unser Vorschlag ist hier die Einrichtung eines EU-Investitionsgerichts oder eines EU-Ombudsmannverfahrens“, so der Hauptgeschäftsführer des Versichererverbands GDV.

Abgesehen davon soll es aber mal gut sein mit immer neuen Regeln, findet der GDV. Eine eigene Erhebung zeige, wie stark die Regulierungsdichte für Versicherer insbesondere auf EU-Ebene angestiegen sei. „EU-Parlament, Rat und EU-Kommission haben in der vergangenen Legislaturperiode 77 Rechtsakte im Bereich der Finanz- und Vertriebsregulierung auf den Weg gebracht, die uns als Branche betreffen“, sagt Christoph Jurecka, Mitglied des GDV-Präsidiums und Vorsitzender des Präsidialausschusses für Unternehmenssteuerung und Regulierung.

„Der Umfang dieser Dokumente umfasst etwa 10.000 Seiten Text. Dazu kommen noch 55 untergesetzliche Regelungen der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa mit nochmal rund 900 Seiten.“ Neben der europäischen Ebene habe sich auch auf nationaler Ebene die Regulierungsdichte erhöht, beispielsweise im Steuerrecht.

Die beliebtesten Versicherungen im Mittelstand

Die Betriebshaftpflichtversicherung ist und bleibt die beliebteste Versicherung im deutschen Mittelstand. Rund sechs von zehn aller abgeschlossenen Gewerbeversicherungen entfallen auf diesen Produkttyp. Das meldet der digitale Versicherungsmakler Finanzchef24. Dafür wertete er den eigenen Kundenbestand aus.

Rund 22 Prozent aller Abschlüsse für eine Betriebshaftpflicht entfielen im ersten Quartal 2024 auf Handwerk und produzierendes Gewerbe, gefolgt von Lifestyle- und Heilberufen mit 19 Prozent. Rund 17 Prozent der Abschlüsse gehen aufs Baugewerbe zurück.

Auf dem zweiten Platz der Auswertung rangiert die Vermögensschadenshaftpflicht. Rund zwei von zehn abgeschlossenen Versicherungen entfallen im ersten Quartal 2024 auf diese Kategorie. Mehr als jeder zweite Abschluss kommt aus der Berater-, Medien- und IT-Branche. 28 Prozent der Abschlüsse entfallen auf freie Berufe wie Rechtsanwälte, Journalisten oder Steuerberater.

Die Geschäftsinhaltsversicherung befindet sich ebenfalls im Top-3-Ranking – wenn auch mit deutlichem Abstand. Rund 1,5 von zehn abgeschlossenen Versicherungen entfallen im ersten Quartal 2024 auf diese Versicherungsart. Die höchste Nachfrage kommt aus den Branchen Handel, Gastronomie und Hotellerie.

Belegschaft in Versicherungen wächst und wird älter

Die Zahl der Beschäftigten in der Versicherungsbranche legte bemerkenswert stark zu. So waren Ende 2023 rund 206.800 Menschen dort tätig. Das sind 2.600 mehr als im Jahr zuvor. So stark legte die Zahl seit 2002 nicht mehr zu. Im Gegenteil: Seit dem Jahr sank sie 16 Jahre lang fast durchgehend. Das geht aus dem aktuellen Bericht „Sozialstatistische Daten 2023“ des Arbeitgeberverbands der Versicherungsunternehmen in Deutschland hervor.

Darin lässt sich auch erkennen, dass der Altersdurchschnitt der Angestellten in der Branche steigt. In Innen- und Außendienst und Ausbildung betrug er Ende vergangenen Jahres 44,2 Jahre. Als Vergleich nennt der Verband den Wert von vor zehn Jahren. Damals lag der Durchschnitt noch bei 42,3 Jahren.

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Der Tag in 240 SekundenBy Karen Schmidt, Andreas Harms, Matthias Heß und unser Schmidtbot