Der Tag in 240 Sekunden

Der Tag in 240 Sekunden vom 15.05.2024


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Die neusten Versicherungsnews des Tages

Heute ist der 15. Mai 2024.

Bafin-Chef Branson will Regulierung entschlacken

In einer bemerkenswerten Rede betonte der Chef der Bafin, Mark Branson, dass er sehr gern im europäischen Regelwerk aufräumen würde. Allerdings, ohne die Regeln selbst aufzuweichen. Auf der Jahrespressekonferenz sagte Branson wörtlich: „Wir sollten Regelwerke systematisch vereinfachen, entschlacken und von Überlappungen befreien.“

Einen kleinen Seitenhieb auf deutsche Bürokratie kann er sich dabei nicht verkneifen. So gibt er direkt zu, dass die Deutschen Dinge gern unnötig kompliziert machen. Seine Behörde habe „ein paar Dutzend Gesetzesstellen“ gefunden, die man entschlacken könnte, ohne dabei die Regulierung zu schwächen.

Denn die Solvenz-Anforderungen aus Basel III für Banken und Solvency II für Versicherer will Branson definitiv nicht aufweichen. Stattdessen könnte man aber den Grad der Regulierung zum Beispiel an die Größen der Unternehmen anpassen. „Proportionalität in der Regulierung“ nennt er das. Denn dass alle Unternehmen dieselben Regeln umsetzen müssen, empfindet er als diskriminierend.

Versicherer sehen Streit ums Rentenpaket II kritisch

Aktuell streitet die Ampel-Koalition wieder über ein eigentlich schon abgehaktes Projekt: das Rentenpaket II. Die deutschen Versicherer sehen das mit Sorge. Denn sie glauben, dass die Bundesregierung den Streit über die gesetzliche Rente missbrauchen wird, um andere Reformvorhaben zu blockieren.

„Das Rentenpaket II darf nicht zum Faustpfand für die Reform der betrieblichen und privaten Vorsorge werden“, warnt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Versichererverbands GDV. Man erwarte, dass die Koalition die Betriebsrentenreform und die lange angekündigte Überarbeitung der privaten Altersvorsorge vorantreibe – und zwar ungeachtet der konkreten Ausgestaltung des Rentenpakets II.

Maßnahmen, um die Verbreitung der bAV zu erhöhen, seien losgelöst von der Frage, wann die Menschen künftig in Rente gehen könnten, sagt Asmussen. Und auch die geförderte private Altersvorsorge brauche nach mehr als 20 Jahren ohne Änderungen dringend neue Impulse. „Die Vorarbeit der Fokusgruppe darf nicht versanden, sondern sollte noch in dieser Legislaturperiode in eine Reform münden“, fordert der GDV-Hauptgeschäftsführer.

Kunden erwarten schnelle Schadenbearbeitung

Wenn Kunden ihrer Versicherung einen Schaden melden, soll dieser dann auch schnell bearbeitet werden. Für 60 Prozent der Versicherten in Deutschland ist Schnelligkeit das wichtigste Kriterium bei der Schadenbearbeitung. Es folgen die Höhe der Entschädigung (45 Prozent) und Assistance-Leistungen (33 Prozent).

Das geht aus Umfragen hervor, die Sollers Consulting in Zusammenarbeit mit Ipsos in vier Ländern durchgeführt hat – darunter Deutschland.

Erfahrungen zeigen aber, dass es hier gravierende Mängel gibt. Vor allem nach großen Naturkatastrophen erhalten Versicherungen sowohl von Kunden als auch von Verbraucherschützern und Aufsichtsbehörden mitunter negative Rückmeldungen über ihre Fähigkeiten in der Schadenbearbeitung.

Für Versicherungsunternehmen sei es daher von großem Nutzen, in Technologie zu investieren, um die Schadenbearbeitung zu beschleunigen. In vielen Ländern hätte dieser Prozess auch schon begonnen.

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Der Tag in 240 SekundenBy Karen Schmidt, Andreas Harms, Matthias Heß und unser Schmidtbot