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Heute ist der 23. Mai 2024.
Renten-Stimmung etwas weniger düster
18 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass sich das Versorgungsniveau der gesetzlichen Rente in den nächsten 10 bis 20 Jahren verbessern wird. Im Herbst 2023 waren es erst 15 Prozent. Immer noch rechnet aber eine absolute Mehrheit mit einer Verschlechterung.
Das geht aus einer Befragung von rund 2.000 Bürgerinnern und Bürgern hervor, die das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (Diva) halbjährlich durchführt.
Für die leichte Stimmungsaufhellung könnte die aktuelle Rentenpolitik der Regierung ausschlaggebend sein, mutmaßt Michael Heuser, Wissenschaftlicher Direktor des Diva. „Möglicherweise leiten die Menschen aus der starken medialen Präsenz des Themas Rente ab, dass die Politik diese mit Blick auf den Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge ,sturmfest‘ machen will. Gesehen wird anscheinend vor allem der Stabilisierungseffekt bei der Höhe der Renten, weniger der Preis, der dafür zu zahlen ist“, so Heuser.
Bei der Finanzierung der Rente hat bei 44 Prozent der Befragten die Erhöhung des Steuerzuschusses Priorität. 25 Prozent befürworten die Erhöhung der Rentenbeiträge. Nur 18 Prozent wären damit einverstanden, dass das Rentenniveau sinkt. Und ein höheres Renteneintrittsalter käme gerade einmal für 13 Prozent infrage.
Fast alle Frauen gehen von einer Rentenlücke aus
75 Prozent der Frauen zwischen 20 und 60 Jahren ist nicht bekannt, dass es eine geschlechterspezifische Rentenlücke zwischen Frauen und Männern gibt, den sogenannten Gender Pension Gap. Immerhin hat sich der Wert seit 2020 um 5 Prozentpunkte verringert.
Das geht aus einer Umfrage der Allianz Leben unter 1.000 Frauen aus ganz Deutschland zum Gender Pension Gap hervor. Zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren hat der Versicherer diese durchgeführt.
Wie hoch schätzen die Befragten die Lücke im Alterseinkommen ein? Auf 27 Prozent beziffern die Frauen im Schnitt die Lücke. Tatsächlich liegt sie bei mehr als 40 Prozent. 95 Prozent der Frauen gehen davon aus, dass sie vom Gender Pension Gap betroffen sein werden. Die Hälfte der Frauen glaubt nicht, dass ihre Altersvorsorge ausreichen wird. Und ein Drittel der Befragten hat keine Ahnung, wie hoch ihr Einkommen im Alter einmal sein wird.
Daher sieht über die Hälfte der Frauen Handlungsbedarf für die eigene Altersvorsorge. Gerade bei den jüngeren zwischen 20 und 30 Jahren ist das der Fall.
Wie Versicherer junge Kunden gewinnen können
Wer auch morgen noch Kunden haben will, muss sich mit dem Kauf- und Informationsverhalten von Gen Z und Millennials auseinandersetzen. Eine Studie der Unternehmensberatung Simon-Kucher hat sich das für den Versicherungsbereich genauer angeschaut und sieben Empfehlungen für Versicherer daraus entwickelt.
Nummer 1: Empfehlungsmarketing spielt eine Schlüsselrolle bei der Gewinnung jüngerer Kunden. Für 77 Prozent kommt der Impuls, sich mit dem Thema Versicherungen zu beschäftigen und eine Versicherung abzuschließen, aus dem persönlichen Umfeld.
Nummer 2: Eine enge Kopplung an einen Vermittler ist wichtig. Denn 90 Prozent der Kunden, die ihre Erstinformation über einen Vermittler erhalten, schließen dort auch ab.
Nummer 3: Noch häufiger als das persönliche Umfeld nutzen junge Leute Online-Kanäle für Erstinformationen. Suchmaschinenoptimierung ist daher wichtig, ebenso die zielgruppengerechte Aufbereitung in allen Medien, die der Versicherer steuern kann.
Nummer 4: Einfachheit in Produkt und Prozess, verbunden mit Schnelligkeit, sind die wesentlichen Treiber der Kaufentscheidung. Die Simon-Kucher sieht in künstlicher Intelligenz hier einen möglichen Gamechanger.
Nummer 5: Marketing für jüngere Kunden nach dem Erstabschluss bedeutet vor allen Dingen Social-Media- und Performance-Marketing. 57 Prozent der jüngeren Kunden wünschen sich eine Ansprache auf Social Media, davon ist für rund 34 Prozent der Befragten aktuell Tik Tok die wichtigste Plattform.
Nummer 6: Jüngere Kunden wechseln die Kanäle im Laufe ihrer Kundenreise oft und vielfältig. Daher ist eine funktionierende Omnikanalstrategie mit nahtlosen Kanalübergängen wichtiger denn je.
Und schließlich Nummer 7: Cross-Selling-Studien von Simon-Kucher belegen: Alle Erstkäufe werden in einem relativ kurzen Zeitraum von zehn Jahren getätigt. Wenn es einem Versicherer nicht gelingt, in diesem Zeitfenster zum Zug zu kommen, muss er sich später dem deutlich härteren Wettbewerb stellen.
By Karen Schmidt, Andreas Harms, Matthias Heß und unser SchmidtbotHeute ist der 23. Mai 2024.
Renten-Stimmung etwas weniger düster
18 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass sich das Versorgungsniveau der gesetzlichen Rente in den nächsten 10 bis 20 Jahren verbessern wird. Im Herbst 2023 waren es erst 15 Prozent. Immer noch rechnet aber eine absolute Mehrheit mit einer Verschlechterung.
Das geht aus einer Befragung von rund 2.000 Bürgerinnern und Bürgern hervor, die das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (Diva) halbjährlich durchführt.
Für die leichte Stimmungsaufhellung könnte die aktuelle Rentenpolitik der Regierung ausschlaggebend sein, mutmaßt Michael Heuser, Wissenschaftlicher Direktor des Diva. „Möglicherweise leiten die Menschen aus der starken medialen Präsenz des Themas Rente ab, dass die Politik diese mit Blick auf den Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge ,sturmfest‘ machen will. Gesehen wird anscheinend vor allem der Stabilisierungseffekt bei der Höhe der Renten, weniger der Preis, der dafür zu zahlen ist“, so Heuser.
Bei der Finanzierung der Rente hat bei 44 Prozent der Befragten die Erhöhung des Steuerzuschusses Priorität. 25 Prozent befürworten die Erhöhung der Rentenbeiträge. Nur 18 Prozent wären damit einverstanden, dass das Rentenniveau sinkt. Und ein höheres Renteneintrittsalter käme gerade einmal für 13 Prozent infrage.
Fast alle Frauen gehen von einer Rentenlücke aus
75 Prozent der Frauen zwischen 20 und 60 Jahren ist nicht bekannt, dass es eine geschlechterspezifische Rentenlücke zwischen Frauen und Männern gibt, den sogenannten Gender Pension Gap. Immerhin hat sich der Wert seit 2020 um 5 Prozentpunkte verringert.
Das geht aus einer Umfrage der Allianz Leben unter 1.000 Frauen aus ganz Deutschland zum Gender Pension Gap hervor. Zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren hat der Versicherer diese durchgeführt.
Wie hoch schätzen die Befragten die Lücke im Alterseinkommen ein? Auf 27 Prozent beziffern die Frauen im Schnitt die Lücke. Tatsächlich liegt sie bei mehr als 40 Prozent. 95 Prozent der Frauen gehen davon aus, dass sie vom Gender Pension Gap betroffen sein werden. Die Hälfte der Frauen glaubt nicht, dass ihre Altersvorsorge ausreichen wird. Und ein Drittel der Befragten hat keine Ahnung, wie hoch ihr Einkommen im Alter einmal sein wird.
Daher sieht über die Hälfte der Frauen Handlungsbedarf für die eigene Altersvorsorge. Gerade bei den jüngeren zwischen 20 und 30 Jahren ist das der Fall.
Wie Versicherer junge Kunden gewinnen können
Wer auch morgen noch Kunden haben will, muss sich mit dem Kauf- und Informationsverhalten von Gen Z und Millennials auseinandersetzen. Eine Studie der Unternehmensberatung Simon-Kucher hat sich das für den Versicherungsbereich genauer angeschaut und sieben Empfehlungen für Versicherer daraus entwickelt.
Nummer 1: Empfehlungsmarketing spielt eine Schlüsselrolle bei der Gewinnung jüngerer Kunden. Für 77 Prozent kommt der Impuls, sich mit dem Thema Versicherungen zu beschäftigen und eine Versicherung abzuschließen, aus dem persönlichen Umfeld.
Nummer 2: Eine enge Kopplung an einen Vermittler ist wichtig. Denn 90 Prozent der Kunden, die ihre Erstinformation über einen Vermittler erhalten, schließen dort auch ab.
Nummer 3: Noch häufiger als das persönliche Umfeld nutzen junge Leute Online-Kanäle für Erstinformationen. Suchmaschinenoptimierung ist daher wichtig, ebenso die zielgruppengerechte Aufbereitung in allen Medien, die der Versicherer steuern kann.
Nummer 4: Einfachheit in Produkt und Prozess, verbunden mit Schnelligkeit, sind die wesentlichen Treiber der Kaufentscheidung. Die Simon-Kucher sieht in künstlicher Intelligenz hier einen möglichen Gamechanger.
Nummer 5: Marketing für jüngere Kunden nach dem Erstabschluss bedeutet vor allen Dingen Social-Media- und Performance-Marketing. 57 Prozent der jüngeren Kunden wünschen sich eine Ansprache auf Social Media, davon ist für rund 34 Prozent der Befragten aktuell Tik Tok die wichtigste Plattform.
Nummer 6: Jüngere Kunden wechseln die Kanäle im Laufe ihrer Kundenreise oft und vielfältig. Daher ist eine funktionierende Omnikanalstrategie mit nahtlosen Kanalübergängen wichtiger denn je.
Und schließlich Nummer 7: Cross-Selling-Studien von Simon-Kucher belegen: Alle Erstkäufe werden in einem relativ kurzen Zeitraum von zehn Jahren getätigt. Wenn es einem Versicherer nicht gelingt, in diesem Zeitfenster zum Zug zu kommen, muss er sich später dem deutlich härteren Wettbewerb stellen.