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**Heute ist der 26. März 2024.
Kurz zum Hintergrund: Das Generationenkapital ist zentraler Teil des Rentenpakets II, für das seit Anfang März ein Referentenentwurf vorliegt. Bis 2035 sollen schuldenfinanzierte Mittel des Bundes am Kapitalmarkt investiert und so ein Vermögen von rund 200 Milliarden Euro aufgebaut werden. Aus diesem Kapitalstock soll dann die gesetzliche Rentenversicherung mitfinanziert werden.
Woran hapert es nun in den Augen der Aktuare? „Die zugrunde liegenden Berechnungen, insbesondere die Annahmen zu den erwarteten Renditen und Darlehenszinsen, sind intransparent und lassen sich nicht nachvollziehen“, sagt Maximilian Happacher, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Aktuarvereinigung. Und weiter: „Wir gehen auf Basis unserer eigenen Einschätzungen davon aus, dass die realistisch erzielbaren Renditen dauerhaft nicht ausreichen, die geplanten Ausschüttungen und die Zinskosten zu finanzieren.“
Wenn die Renditeerwartungen sich nicht erfüllten und weniger Kapital aufgebaut werden könne, müssten die Beitragssätze weiter steigen. Die Mathematiker plädieren daher dafür, dass nicht die Beitragszahler das Kapitalanlagerisiko aus dem Generationenkapital tragen, sondern der Bund das Risiko übernimmt und gegebenenfalls fehlende Mittel bereitstellt, um den Beitragssatz zu stabilisieren.
**Kunststoffe könnten für hohe Belastungen der Versicherer sorgen
Seit den 1950er-Jahren sind die Fluor-Polymere im Einsatz, etwa in Kosmetika, Kochgeschirr, Papierbeschichtungen, Textilien oder Auto- und Ski-Wachsen. Einige stehen im Verdacht, schwere Krankheiten zu verursachen, außerdem ist ihre Entsorgung schwierig.
LBBW-Versicherungsanalyst Werner Schirmer sieht vor allem mögliche Regressforderungen an US-Unternehmen als Problem. Für Industrie- und Rückversicherer mit US-Geschäft könnte es teuer werden. Der Analyst verweist besonders auf Haftpflichtversicherungen für Firmen und die Sparten Arbeitsunfall, Produktrückruf- und Managementhaftpflicht.
„Das Risiko, dass die Fluor-Polymere höhere Versicherungsschäden verursachen als Asbest, scheint nicht unerheblich zu sein“, sagt Schirmer. Inwiefern europäische Versicherer dadurch betroffen sein könnten, lasse sich derzeit schwer vorhersagen. Schirmer vermutet, dass künftig auch kontinentaleuropäische Versicherer in ihren Firmenhaftpflichtverträgen die Polymere ausschließen dürften, wie das in den USA inzwischen verbreitet sei.
**Situation bei stillen Lasten entspannt sich
Stille Lasten entstehen, wenn von Lebensversicherern gekaufte Anlagen (meistens Wertpapiere) am Markt weniger wert sind als der in der Bilanz weiterhin angesetzte Kaufpreis. Die Zinswende 2022 hatte die Kurse von Anleihen stark sinken lassen und so aus stillen Reserven stille Lasten gemacht. Das wird dann ein Problem, wenn der Versicherer die Papiere in größeren Mengen verkaufen muss, zum Beispiel weil Kunden besonders viele Verträge stornieren und sich auszahlen lassen.
Entgegen einiger Unkenrufe haben sich diese Lasten jedoch 2023 offenbar nicht weiter erhöht. Stattdessen hat sich die Lage am Anleihemarkt stabilisiert, und die Kurse sind wieder ein Stück weit gestiegen. „Der Zinsgipfel – wir hatten ihn im Herbst 2023 – scheint überschritten zu sein“, so Rohm. Damit ist sein Haus kein Einzelfall, sondern der Rückgang der stillen Lasten dürfte branchenweit geschehen.
By Karen Schmidt, Andreas Harms, Matthias Heß und unser Schmidtbot**Heute ist der 26. März 2024.
Kurz zum Hintergrund: Das Generationenkapital ist zentraler Teil des Rentenpakets II, für das seit Anfang März ein Referentenentwurf vorliegt. Bis 2035 sollen schuldenfinanzierte Mittel des Bundes am Kapitalmarkt investiert und so ein Vermögen von rund 200 Milliarden Euro aufgebaut werden. Aus diesem Kapitalstock soll dann die gesetzliche Rentenversicherung mitfinanziert werden.
Woran hapert es nun in den Augen der Aktuare? „Die zugrunde liegenden Berechnungen, insbesondere die Annahmen zu den erwarteten Renditen und Darlehenszinsen, sind intransparent und lassen sich nicht nachvollziehen“, sagt Maximilian Happacher, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Aktuarvereinigung. Und weiter: „Wir gehen auf Basis unserer eigenen Einschätzungen davon aus, dass die realistisch erzielbaren Renditen dauerhaft nicht ausreichen, die geplanten Ausschüttungen und die Zinskosten zu finanzieren.“
Wenn die Renditeerwartungen sich nicht erfüllten und weniger Kapital aufgebaut werden könne, müssten die Beitragssätze weiter steigen. Die Mathematiker plädieren daher dafür, dass nicht die Beitragszahler das Kapitalanlagerisiko aus dem Generationenkapital tragen, sondern der Bund das Risiko übernimmt und gegebenenfalls fehlende Mittel bereitstellt, um den Beitragssatz zu stabilisieren.
**Kunststoffe könnten für hohe Belastungen der Versicherer sorgen
Seit den 1950er-Jahren sind die Fluor-Polymere im Einsatz, etwa in Kosmetika, Kochgeschirr, Papierbeschichtungen, Textilien oder Auto- und Ski-Wachsen. Einige stehen im Verdacht, schwere Krankheiten zu verursachen, außerdem ist ihre Entsorgung schwierig.
LBBW-Versicherungsanalyst Werner Schirmer sieht vor allem mögliche Regressforderungen an US-Unternehmen als Problem. Für Industrie- und Rückversicherer mit US-Geschäft könnte es teuer werden. Der Analyst verweist besonders auf Haftpflichtversicherungen für Firmen und die Sparten Arbeitsunfall, Produktrückruf- und Managementhaftpflicht.
„Das Risiko, dass die Fluor-Polymere höhere Versicherungsschäden verursachen als Asbest, scheint nicht unerheblich zu sein“, sagt Schirmer. Inwiefern europäische Versicherer dadurch betroffen sein könnten, lasse sich derzeit schwer vorhersagen. Schirmer vermutet, dass künftig auch kontinentaleuropäische Versicherer in ihren Firmenhaftpflichtverträgen die Polymere ausschließen dürften, wie das in den USA inzwischen verbreitet sei.
**Situation bei stillen Lasten entspannt sich
Stille Lasten entstehen, wenn von Lebensversicherern gekaufte Anlagen (meistens Wertpapiere) am Markt weniger wert sind als der in der Bilanz weiterhin angesetzte Kaufpreis. Die Zinswende 2022 hatte die Kurse von Anleihen stark sinken lassen und so aus stillen Reserven stille Lasten gemacht. Das wird dann ein Problem, wenn der Versicherer die Papiere in größeren Mengen verkaufen muss, zum Beispiel weil Kunden besonders viele Verträge stornieren und sich auszahlen lassen.
Entgegen einiger Unkenrufe haben sich diese Lasten jedoch 2023 offenbar nicht weiter erhöht. Stattdessen hat sich die Lage am Anleihemarkt stabilisiert, und die Kurse sind wieder ein Stück weit gestiegen. „Der Zinsgipfel – wir hatten ihn im Herbst 2023 – scheint überschritten zu sein“, so Rohm. Damit ist sein Haus kein Einzelfall, sondern der Rückgang der stillen Lasten dürfte branchenweit geschehen.