Der Tag in 240 Sekunden

Der Tag in 240 Sekunden vom 27.03.2024


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Die neusten Versicherungnews des Tages

**Heute ist der 27. März 2024.

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**Krankenkassen schimpfen über Referentenentwurf
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Der neue Referentenentwurf zum Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz, kurz GVSG, sorgt für Unmut bei den Krankenkassen. Am stärksten stört sie, dass die Regierung der gesetzlichen Krankenversicherung damit noch mehr Ausgaben aufdrücken will.

Zum Beispiel sollen neue Medizinstudienplätze den Nachwuchs sichern. Einen entsprechenden Förderfonds wolle man aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds speisen. Am Ende soll die GKV so zwei Drittel der Kosten übernehmen. In einer zweiten Maßnahme will Gesundheitsminister Karl Lauterbach flächendeckende Gesundheitskioske errichten. Die Kosten soll zu drei Vierteln ebenfalls die GKV tragen.

„Es geht munter weiter: Mit dem nun bekannt gewordenen Gesetz kommen erneut erhebliche Ausgabenrisiken auf die Versicherten und Arbeitgeber der gesetzlichen Krankenversicherung zu“, kommentiert Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen. Sie stempelt das neue Gesetz als „Beitragszahlerbelastungsgesetz“ ab.

Und Jürgen Hohnl, Geschäftsführer des Interessenverbands der Innungskrankenkassen, merkt an: „Über die Finanzwirkungen für die bereits finanziell angeschlagene GKV schweigt sich der Entwurf aus.“

Urteil: Unfallversicherung greift auch im Homeoffice

Muss die gesetzliche Unfallversicherung einspringen, wenn im Homeoffice etwas passiert? Das Bundessozialgericht hat hierzu jetzt ein Urteil gefällt. In dem vorliegenden Fall nutzte ein selbstständiger Busunternehmer sein Wohnzimmer als Arbeitsplatz für Büroarbeiten. Während seiner Arbeitszeit fiel die Heizung aus. Er überprüfte die Anlage im Keller, wobei es zu einer Verpuffung kam und er sich Verletzungen zuzog.

Die Berufsgenossenschaft Verkehr, bei der der Unternehmer pflichtversichert ist, wollte dies nicht als Arbeitsunfall anerkennen. Es fehle am Ursachenzusammenhang, weil die defekte Heizungsanlage ein Risiko der privaten Wohnung sei, das nicht der Arbeitgeber, sondern der Versicherte zu verantworten habe.

Das hat das Bundessozialgericht anders bewertet. Das unfallbringende Drehen am Temperaturregler seiner Heizung stand nach Auffassung des Gerichts in einem sachlichen Zusammenhang mit der Tätigkeit des Klägers im Homeoffice, da er auch seinen häuslichen Arbeitsplatz mit höheren Temperaturen versorgen wollte.

Jüngere Leute bauen häufiger Unfälle mit Pedelecs

Pedelecs werden immer beliebter, und auch Jüngere lassen sich gern beim Radfahren elektronisch unterstützen. Dieser Trend spiegelt sich aber leider auch in den Unfallzahlen wider.

Wie das Statistische Bundesamt meldet verunglückten im vergangenen Jahr 23.658 Menschen, die mit dem Pedelec unterwegs waren – 188 Menschen starben dabei. 2014 waren die Zahlen jeweils noch deutlich geringer (2.223 Unfälle, 39 Todesfälle).

Auffällig ist dabei die Verschiebung der altersmäßigen Verteilung. 2014 waren noch mehr als die Hälfte der verunglückten Nutzerinnen und Nutzer eines Pedelecs mindestens 65 Jahre alt. Im vergangenen Jahr lag ihr Anteil nur noch bei knapp einem Drittel. Der Anteil der jüngeren Verunglückten stieg entsprechend an: Die Altersgruppe unter 45 Jahren hatte 2023 einen Anteil von 31,2 Prozent, 2014 lag dieser bei 10,7 Prozent.

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Der Tag in 240 SekundenBy Karen Schmidt, Andreas Harms, Matthias Heß und unser Schmidtbot