Niedersachsen zerstört, was Sachsen-Anhalt schützt
Während Sachsen-Anhalt den Gipsabbau im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz gestoppt hat, treibt Niedersachsen die Vernichtung derselben einzigartigen Landschaft gnadenlos voran. Die Gipskarstlandschaft um Osterode bei Ührde ist weltweit einmalig – und einer der 30 Biodiversität-Hotspots Deutschlands. Unternehmen wie Knauf, Saint-Gobain und Remondis (über Casea) zerstören sie systematisch. Der BUND unter Friedhart Knolle hat den Abbau in Teilen für rund 90 Jahre abgesegnet. Das ist kein pragmatischer Kompromiss. Das ist Kapitulation.
Die Fakten sind brutal eindeutig. Der Südharzer Gipskarst erstreckt sich über etwa 100 Kilometer durch Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Er gilt als bedeutendstes Gipskarstgebiet Europas, mit den einzigen großflächigen, oberflächennahen Sulfat-Ablagerungen (Anhydrit und Gips) dieser Form und Mächtigkeit in Deutschland. Es ist der weltweit einzige reich bewaldete Gipskarst. Nur etwa zwei Prozent der eisfreien Erdoberfläche bestehen aus weichem Karstgestein wie Gips. Die Landschaft ist geprägt von Erdfällen, Dolinen, Karsttälern, Steilhängen, Felsen und unterirdischen Gewässern.
In Niedersachsen ist bereits die Hälfte dieser Landschaft zerstört. Mit rund 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr wird etwa die Hälfte des gesamten deutschen Naturgipsaufkommens im Südharz gewonnen. Allein in Niedersachsen bestehen 25 genehmigte Abbauflächen auf insgesamt 574 Hektar. Zusammen mit Kalkstein- und Dolomitbrüchen sind über 570 Hektar betroffen. Im Altkreis Osterode sind deutlich mehr als die Hälfte des insgesamt 770 Hektar umfassenden Gipskarstgebiets zum Abbau freigegeben