ERF Gottesdienst

Die achte Behandlung


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© Timothy Kolczak / unsplash.com
Plötzlich Krebspatient
Ein Jahr vor der Rente macht sich Heinz-Jürgen Dau keine Sorgen um seine Gesundheit. Der mehrfache Opa fühlt sich fit und freut sich auf die zusätzliche Zeit für seine Kinder und Enkel im Ruhestand. Auf Anraten seiner Frau lässt er nach längerer Zeit mal wieder eine Blutuntersuchung vornehmen. Völlig unerwartet zeigt ein Tumormarker einen erhöhten Wert an. Für Heinz-Jürgen erscheint der Befund völlig abwegig und er lässt ihn zwei Mal nachprüfen. Keine Veränderung. Nach der Biopsie bestätigt sich: Prostatakrebs im Anfangsstadium. Auf einmal ist er Krebspatient. Für das Ehepaar steht die Welt still.
Es ist seine Frau Karin, die am Telefon die Nachricht vom Arzt entgegennimmt. Besonders für sie ist die Diagnose ein Schock. Als sie langsam die Bedeutung des Befundes realisiert, trifft es sie bis ins Mark: „Dieses Wort ‚Krebs‘ bedeutete für mich gleich ‚Tod‘“, erinnert sich Karin. Plötzlich scheint der geplante Ruhestand in die Ferne zu rücken oder gar unerreichbar zu werden. Das Gedankenkarussell gerät in Fahrt. In ihr überschlagen sich die Gedanken: Wenn er wirklich stirbt, wie soll sie alleine leben können? Sie sieht sich schon in Trauerkleidung vor dem Sarg ihres Mannes sitzen. Ihre aufgewühlten Gedanken sind nur noch auf Tod ausgerichtet. In ihrer Verzweiflung kann sie nichts anderes sagen als immer wieder „Jesus, du bist jetzt aber da, Jesus, Jesus!“
 
Kann Gott auch heute noch heilen?
Die Ärzte stellen zwei Optionen zur Wahl: Bestrahlung oder OP. Heinz-Jürgen sitzt in den Beratungsgesprächen und fühlt sich völlig fehl am Platz: „Hier gehöre ich doch gar nicht hin. Ich fühle mich gesund.“ Auf einmal ist alles anders.
Heinz-Jürgen und Karin Dau sind Christen. Sie glauben, dass Gott übernatürlich wirkt. Karin hatte einmal schlimme Schmerzen in der Hüfte und sollte ein neues Gelenk bekommen. Nach Gebeten um Heilung waren die Symptome verschwunden. Für sie ein Wunder. Auch bei anderen Leuten haben sie solche Heilungen miterlebt. Deshalb ist für Karin und Heinz-Jürgen klar: „Gott kann auch diesen Krebs heilen!“ Trotzdem empfinden sie in den ersten Tagen vor allem Angst, Zweifel und Sorgen.
Eine Geschichte aus der Bibel berührt Karin in dieser Zeit besonders. Darin wird berichtet, wie Jesus mit seinen Jüngern auf dem See Genezareth ist. Jesus ruht sich gerade aus, als ein schwerer Sturm aufkommt, der das Boot zu versenken droht. Die Jünger geraten in Panik und glauben, ertrinken zu müssen. Karin erkennt sich in den Jüngern wieder, die voller Todesangst zu Jesus schreien: „Lehrer, kümmert es dich nicht, dass wir untergehen?“ (Markus 4,38). Genauso schreit auch sie: „Jesus, kümmert es dich nicht, dass Heinz-Jürgen Krebs hat und vielleicht daran sterben muss?
In der Geschichte fragt Jesus die Jünger, warum sie solche Angst haben und wo ihr Vertrauen ist. Als Karin das liest, hat sie den Eindruck, dass Gott sie dasselbe fragt: „Wo ist dein Vertrauen und wo ist jetzt dein Glaube?“ Für Karin Dau steht fest: „Jesus hat mit seinem Tod am Kreuz alles für uns gemacht. Auch für diese Krankheit hat er gelitten und sie überwunden. Er wird uns auch durch diese Situation tragen und uns nicht verlassen.“
Jesus hat mit seinem Tod am Kreuz alles für uns gemacht. Auch für diese Krankheit hat er gelitten und sie überwunden. Er wird uns auch durch diese Situation tragen und uns nicht verlassen. – Karin Dau
 
Jesus meint es gut mit ihnen – auch wenn sie nicht verstehen, warum sie durch diesen Sturm gehen müssen und ob sie da heil …
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