Aus der schönen Oberlausitz, dort wo man zu Ostern in Trachten reitet und dem Rotwild per “Ratziglasl” nachstellt, ist Elisa mit Mitte Zwanzig nach Hamburg gezogen. Weil eh schon viele fortgegangen waren und sie auf der Reeperbahn so ein geiles Wochenende hatte. EIN Wochenende, wohl gemerkt. Denn nur zwei Tage und zwei Nächte reichten damals für sie aus, um das Zittauer Gebirge kurzerhand gegen den Hamburger Berg einzutauschen. Eine Stadt, in der sie niemanden kannte und die sie, von den zwei Kiez-Nächten abgesehen, nur von einer Trabi-Reise mit den Eltern kurz nach dem Mauerfall kannte. Ziemlich mutig, könnte man meinen. Oder verrückt?
Wie siehts aus mit Mut generell? Müssen wir alle mal wieder mutiger sein? Mehr Risiko wagen, Komfortzone verlassen, weniger Angst vor Fehlern haben? Verlässt einem im Alter die Traute? Oder sind wir längst viel mutiger als wir denken - und sehen es nur nicht mehr? In eine fremde Stadt ziehen, den Job wechseln, ferne Länder bereisen, in der Corona-Pandemie die letzte Rückflugmöglichkeit nach Deutschland sausen lassen - wir alle haben schon Mut bewiesen im Leben. Doch was ist mutig, was schon fahrlässig? Wo ist die Grenze?
Antje, Ingo und Elisa in der sechzehnten Folge von 20359 über borstige Kamerunschafe, sauren Kochwein und dreißig Sekunden azoreanisches Wellness.
Die Playlist zum Podcast: t1p.de/20359playlist
Das fluter-Magazin mit Schwerpunktthema Risiko: fluter.de/heft79