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Frauen haben Superkräfte. Wir staunen viel zu wenig über die weibliche Urkraft, am Ver-rückten nicht verrückt zu werden. Doch wie verändern wir etwas? Hilft der Blick zurück? Zu Goethe und seiner Phänomenologie, seiner Liebe zum Ewig-Weiblichen, von der sich eine Brücke schlagen lässt zu den Psychonauten der Gegenwart, die uns Erstaunliches aus dem männlichen Bewusstsein verkünden, während das weibliche einmal mehr unsichtbar bleibt? Warum dürfen menstruierende Frauen nicht an Ayahuasca Zeremonien teilnehmen? Haben wir es etwa mit dem Entstehen einer neuen, patriarchalen "Religio" - einer "Überlieferung" statt einer "Erfahrung" des Göttlichen zu tun?
Von früh an wird uns "Female Empowerment" als feministische Antwort auf patriarchale Diskriminierung vorgestellt, doch ist das möglicherweise nur eine neue Methode des Gaslightings - denn, auch Frauen können Narzissten sein. Doch wie gelingt uns dann Verbundenheit, wie überwinden wir dann die ver-rückten patriarchalen Strukturen und kehren zurück zu einer Art des Seins, die uns allen weniger schadet, Mutter Erde eingeschlossen?
In uns ist ein anderes Denken angelegt, das Denken, das Goethe beflügelte und von dem Terence McKenna angezogen wurde, das assoziative, künstlerische, reimende, orakelnde Bewusstsein, das manische, wahnhafte, das "gefährliche" andere Denken. Jene Art von Denken, die keine KI je imitieren kann und das die großen künstlerischen Errungenschaften der Menschheit hervorgebracht hat, ein uraltes, menschliches Erbe, das noch in Antike und Mittelalter sehr lebendig war, heute aber als "unwissenschaftlich" abgetan wird, dabei enthält es Heilungspotenzial und die Möglichkeit zu echtem Wachstum - und das wiederum wussten bereits die Alchemisten als Brücke zwischen Spiritualität und Wissenschaft. Wir gehen in Kreisen und erkennen die Spirale erst im Rückblick.
Der ursprüngliche, weibliche Archeplot, die Heimkehr der Göttin, ist gekennzeichnet durch den Rückzug der Göttin von der Welt. Sie zieht sich zurück in die Dunkelheit, in die Unterwelt, in Hels Höhle, um dort ihr Bewusstsein zu wandeln und transformiert zurückzukehren. Sie geht den Weg der Schöpferin, nicht des Kampfes. Sie gebiert ein neues Bewusstsein, mit dem sie die Probleme ihrer Welt löst und heilt, statt sie nur zu bekämpfen, was immer wieder neue Probleme hervorbringt. Wir alle benutzen unser Bewusstsein vor allem nach männlichen Vorzeichen - doch es gibt eine andere Art zu denken und sich auf Probleme beziehen. Auch in dieser Folge: Wieso der Teufel für Frauen sowohl Gefährte als auch gefährlicher Verführer ist.
Göttinnen sind die pragmatischen Ausdrucksformen von Archetypen. Es ist bezeichnend, dass wir aufgrund des patriarchalen Storytellings vom Helden, der Heldenreise, der Eroberung sogar unserer Archetypen beraubt wurden, der Mythen, die von ihnen erzählen und die so viel Heilungs- und Erkenntnispotenzial für uns bergen.
Mythen und Archetypen existieren jenseits der Zeit, in unserem kollektiven Unterbewusstsein. Die Beschäftigung mit ihnen - mit den Göttinnen, ihren Aspekten und ihren Mythen, hilft uns, zurück zum Göttlich-Weiblichen in uns zu finden.
Die Heimkehr der Göttin folgt dem Lauf des Jahres. Aus der Oberwelt des Sommers und der reichen Ernte des Herbsts kehren wir in die Stille und Dunkelheit des Winters, in dem alles zum Stillstand kommt. Wir können Rückschau halten und verstehen, wie unsere Existenz in das Netz des Lebens eingewoben ist. Zugleich können wir von diesem Nullpunkt aus eine neue Wirklichkeit herbeirufen, einen neuen Sommer und eine neue Zeit des Wachsens, Blühens und der Fülle.
Die Göttin Hekate ist eine der ältesten Göttinnen, die wir kennen. Sie findet sich schon im vordynastischen Griechenland, wo die Frauen, die ihr folgten, der__ hekaia_, der "mütterlichen Worte der Macht" kundig waren. Hekate steht bis heute für den Wechsel von Bewusstseinszuständen und zugleich für den Ursprung aller Religiosität im Weiblichen. Uns sind heute nur noch wenige weibliche Archetypen vertraut und viele von ihnen negativ konnotiert: die Hexe, die füllige Frau, die alte Frau. Positiv ist allein der Archetypus der Prinzessin besetzt, der uns überall begegnet, definiert durch seine Jugendlichkeit, Schönheit und Unschuld und die vollkommene Handlungsunfähigkeit. Wie kann es uns gelingen, wieder eine andere Perspektive auf weibliche Archetypen zu gelangen und diese in unser Leben zu integrieren?
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