Leute vom Land wählen rechts, hören Helene Fischer und stehen auf JGA auf der Reeperbahn. Sie p****n an Haustüren, lieben Wodka-Red-Bull in 99-Cent-Bars und fahren tiefergelegte Autos, die mindestens so stark zum Klimawandel beitragen, wie die Bergbauindustrie im Westen Chinas. Die Großstadtmenschen hingegen, die sind längst viel weiter. Nur noch per nachhaltigem E-Cargobike (huch, hat ja Batterie) gehts gleich ums Eck zum Biocafé (huch, ist ja ‘ne Kette), wo nur der linksdrehende Iced Flat White mit Pea Milk aus fairem Handel noch den nächsten Allergieschock verhindert. Land & Leute? Findet man voll super, man ist ja tolerant. Bis am frühen Abend der erste ICE zurück ins Herz der Metropole geht. First Class gern, mit Crémant und veganen Rauchmandeln aus der Region. Tschüß, ihr Übriggebliebenen, wir sind dann mal wieder fort. In Hamburg und Berlin, in New York, Rio, Tokyo.
Stadt gegen Land, Land gegen Stadt - das ist längst mehr als nur eine potenziell spaßige Asterix-Anekdote, in der Römer gegen Gallier kämpften. Es ist Sinnbild einer sich immer stärker spaltenden Gesellschaft, in der Polarisierung mehr zählt als der Blick über die Dorfkircher. Oder den Stadtrand. Stadt und Land - müssen wir das nicht viel stärker gemeinsam denken? Die Jules, die versucht genau das. Und lebt schon seit Langem an gleich zwei Orten. Mal in Hamburg, mal in Hessen. Zwei Wochen hier, zwei Wochen da. Kein Entweder oder, sondern der Versuch, das Beste aus beiden Welten zu verbinden. Kann das gelingen? Warum überhaupt so ein Split? Und warum in drei Teufels Namen tauscht man eigentlich HAMBURG gegen HESSEN?
Jules, Antje und Ingo in der zwanzigsten Folge von 20359 über opulente Cocktaildeko, Abzocke im Landcafé und einen wirklich viel, viel, viel zu starken Portwein.
Die Playlist zum Podcast: https://t1p.de/20359playlist