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Mit vollem Einsatz
Im Jahr 1961 wollen in den Westen geflüchtete DDR-Bürger ihre Familienangehörigen nachholen. Doch wie? Die Grenze scheint absolut undurchlässig. Aber einer der Geflüchteten hat eine geniale Idee.
Der Film „Der Tunnel“ zeigt ein kleines Team, das sich mit einfachstem Werkzeug Zentimeter für Zentimeter durch die Erde kämpft und einen Tunnel vom Westen in den Osten Deutschlands gräbt. Immer die Angst im Nacken, entdeckt und verraten zu werden.
Was hat sie durchhalten lassen? Vermutlich jeder erkennbare Fortschritt. Jeder Meter, der sie ihrem Ziel näherbrachte: Lebenspartnern, Freunden und Verwandten die Flucht in den Westen zu ermöglichen.
Mut zu ungewöhnlichem Handeln
Ähnlich wie die DDR-Grenze war die Stadt Jericho abgeriegelt. Aus Angst vor den Israeliten hatten die Bewohner die Stadttore fest verschlossen. Die hohe Stadtmauer tat ihr Übriges zum Schutz der Bewohner. Menschlich betrachtet war es unmöglich, die Stadt einzunehmen.
Vor diesem Hintergrund erhält Josua von Gott das Versprechen „Ich habe Jericho in deine Hand gegeben“ (Josua 6,2). Diese Zusage ist an konkrete Anweisungen gebunden. Josua ist gehorsam und kommuniziert allen Beteiligten klar ihre jeweiligen Aufgaben.
Seitdem umkreisen die Israeliten einmal täglich die Stadt, schon den sechsten Tag in Folge. An der Spitze des Zuges laufen die kampferprobten Soldaten. Zum Schutz des Volkes. Für alle Fälle. Außer Schritten und immer wiederkehrenden Posaunenklängen ist für die Bewohner der Stadt wenig zu hören. Machen die Soldaten sich nicht geradezu lächerlich, wie sie bewaffnet um die Stadt ziehen, aber nicht angreifen? Noch steht die Mauer pickelfest. Es wird doch höchste Zeit, dem eigenen Volk und den Bewohnern von Jericho zu zeigen, was sie kämpferisch drauf haben.
Auf die Deutung kommt es an
Jeder Einzelne zieht vermutlich unterschiedliche Schlüsse aus der Situation. „Wozu das ganze zeitaufwändige Beiwerk?“, „Lasst uns die Sache selbst in die Hand nehmen und die Stadt endlich angreifen“, „Wir schreien, wann wir es für richtig halten und lassen uns von Josua den Mund nicht verbieten“, „Gott könnte uns doch einfach in die Stadt einmarschieren lassen.“
Davon berichtet die Bibel jedoch nichts. Auch nichts von bröckelnden Mauerabschnitten oder abgebrochenen Steinen. Nichts von gelockerten Scharnieren der Stadttore oder sonstigen erkennbaren Veränderungen. Dennoch tun alle, was Josua sagt.
Der Wert eines Versprechens
Wie es wohl Josua geht? Außer ihm weiß niemand, dass die nächste Runde die alles entscheidende ist. Was, wenn es nicht reichte, in die Hörner zu stoßen und in Kriegsgeschrei auszubrechen, wie Gott es versprochen hatte? Vielleicht sollte er die Strategie doch ändern und die Soldaten zum Angriff auffordern, und zwar jetzt.
Wenn die Mauer nicht fiel – wie würde er dann in den Augen des Volkes dastehen? Würde seine Autorität reichen, die Gott ihm kürzlich vor den Augen des gesamten Volkes gegeben hatte, als er das Wasser des Jordan teilte? (Josua 3,7ff)
Konkret erfahren wir, dass Josua dem Volk den alles entscheidenden Befehl zum Kriegsgeschrei erteilt. So, wie Gott es geboten hatte. Und das Volk schreit gehorsam los! Mit Erfolg. „Da stürzte die Mauer in sich zusammen, und das Volk stieg in die Stadt“ (Josua 6,20).
Die „Glaubenspuste“ nicht ausgehen lassen
Sehen Sie sich gerade mit einer ähnlichen Mauer wie der von Jericho konfrontiert? Vielleicht stecken Sie in einer scheinbar ausweglosen Situation. Vielleicht sind Sie schon lange arbeitslos, haben …