WOLLcast Pauerland

Die Ranger und ihr Kyrillpfad


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Ranger auf dem Rothaarsteig – diese Meldung war vor 23 Jahren eine Überraschung in der Region beiderseits des Rothaargebirges. Plötzlich waren täglich Mitarbeiter des Landesbetriebes Wald und Holz auf dem damals gerade einmal 2 Jahren alten Fernwanderweg unterwegs. Solche Ranger mit markanten Hüten kannte man bis dahin vornehmlich aus dem Fernsehen und dort vor allem aus den großen Schutzgebieten Nordamerikas. Ist das eine neue Waldpolizei? Überwachen Sie vielleicht Wanderer und Waldbesitzer? Schnell wurde klar, dass es den Rothaarsteigrangern vor allem darum geht, den Besuchern des Steigs den Wald und seine Besonderheiten nahe zu bringen. Führungen – insbesondere auch für Kinder, ganze Schulklassen und Jugendfreizeiten – bildeten nur den Anfang. Angebote für Erwachsene gehörten von Anfang an auch zum Repertoire.  Die Ranger weiteten ihren Aktionsradius schrittweise über ganz Südwestfalen aus. Aus den Rothaarsteigrangern wurden deshalb die Südwestfalenranger. 
Sie schufen schließlich auch eigene Attraktionen, wie den Walderlebnispfad an der Siegquelle und vor allem den Kyrillpfad bei Schmallenberg-Schanze. Was zunächst nur ein kurzlebiger Abenteuerpfad durch eine vom Orkan Kyrill im Januar 2007 geschaffene Windwurffläche werden sollte, entwickelte sich zu einem eindrücklichen Denkmal für die Erneuerungskraft der Natur. Wo umgeworfene Fichten als Mikadostabhaufen überklettert werden konnten, zeigt sich heute jedes Jahr ein neues Bild des Lebens. Aus dem Humus der inzwischen weitgehend verfallenen Baumstämme erwächst eine sich ständig wandelnde Artenvielfalt.
Die urwüchsige Kraft der Natur wird heute viel weniger in den letzten Spuren der zerstörerischen Gewalt des Orkans sichtbar. Es ist die pure Erneuerungskraft des Lebens, die das Zerstörerische weit überstrahlt. Für sie ist der Kyrillpfad weniger ein Denkmal als ein geschützter Raum für ihre zügellose Entfaltung.
Farbenvielfalt und Einfallsreichtum der Natur bieten auch 19 Jahre nach dem Orkan jedes Jahr neue Überraschungen. Kein Wunder also, dass viele Gäste den Kyrillpfad am Ortsausgang von Schanze, am Wanderweg Richtung Kühhude, Jahr für Jahr wieder aufs Neue besuchen. Und es ist ebenfalls keine Wunder, dass der Kyrillpfad zu einem der kraftvollsten Orte des Sauerlandes gekürt worden ist: zu einem der gut 40 Sauerland Seelenorte.
Wir sprechen mit Ralf Schmidt, einem Ranger der ersten Stunde, über die Geschichte der Ranger in Südwestfalen. Ralf Schmidt ist aber vor allem auch einer der Väter des Kyrillpfades, der Einblicke in den Entstehung gibt und erklärt, warum ihn der Pfad selbst jedes Jahr aufs Neue überrascht.
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WOLLcast PauerlandBy Hermann Hoffe