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Auch die Kirchen und Gemeinden in Deutschland ergreifen Maßnahmen wegen des Corona-Virus und sagen nahezu überall Gottesdienste ab. In einer Pressemitteilung betonte Kanzlerin Angela Merkel, dass zukünftig: „abgesprochene, vereinbarte Termine, an denen mehrere Menschen zusammenkommen, also zum Beispiel Gottesdienste“ verboten werden sollen.
Das ist wenig erfreulich, ergibt angesichts der hohen Übertragbarkeit des Virus allerdings Sinn. Ich persönlich sehe in dieser Situation sogar eine Chance. Die Chance, wieder selbst aktiv zu werden und die Vorzüge eines persönlicheren Gottesdienstes in den eigenen vier Wänden zu genießen. Wie ein solcher Gottesdienst aussehen kann, erfahren Sie hier:
Unsere Erwartungen vs. Jesu Versprechen
Die Corona-Krise macht deutlich, was im Ernstfall wirklich wichtig ist und was eher Luxus. In vielen Punkten müssen wir uns eingestehen: Wir sind ganz schön verwöhnt. Das gilt bei Christen auch für das geistliche Leben. Wir sollten uns kritisch hinterfragen: „Was brauchen wir WIRKLICH, um als Familie oder Gemeinschaft mit Gott in Beziehung zu treten?“
Wenn man diese Frage ehrlich beantwortet, wird vieles von dem, was man sonst als unabdingbar für einen „richtigen“ Gottesdienst einstuft, plötzlich ziemlich unwichtig. „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ sagt Jesus selbst in Matthäus 18,20. Da steht nichts von einer professionell abgemischten Band, einem opulenten Gebäude oder einer stimmungsvoll ausgeleuchteten Bühne. Da steht auch nichts von rhetorisch begabten Pastoren oder einer guten Kaffeetheke für danach.
Zwei oder drei Personen, versammelt in Jesu Namen. Das reicht. Und das ist auch in Corona-Zeiten super zuhause umsetzbar. Der Vorteil: Durch die bedeutend kleinere Gruppe wird der Gottesdienst um einiges persönlicher! Das kann vor allem in ungewissen Zeiten ein echter Segen sein. Denn Gemeinschaft tut gut.
Ein Gottesdienst im kleinen Rahmen
Ich feiere schon seit mehreren Jahren einmal in der Woche gemeinsam mit meinen Freunden Gottesdienst im Rahmen unserer Hausgemeinde. Alles was wir dafür brauchen, sind wir selbst und eine Bibel. Unsere Treffen teilen wir zeitlich und thematisch in drei Phasen auf. Wie lange der Gottesdienst tatsächlich dauert, richtet sich nach den Anwesenden. Wenn wir beispielsweise zwei Stunden haben, teilen wir die einzelnen Programmpunkte so ein, dass es passt. Wir lassen jedoch keinen Teil aus Zeitgründen entfallen, denn das Gesamtpaket ist wichtig.
In Zeiten der Corona-Krise muss man natürlich anmerken, dass auch in kleinen Gruppen die Gefahr einer Ansteckung besteht. Hier sollte man abwägen und zwar schon, bevor man Hausgottesdienste plant und veranstaltet. Wir müssen uns fragen: Welche Gefahren könnte das Zusammenkommen für einzelne Gemeindemitglieder bergen? Am ratsamsten ist es da in der aktuellen Lage, nur mit Personen zusammenzukommen, zu denen man im Alltag sowieso einen engen Kontakt hat. Man sollte also einen solchen Gottesdienst auf die eigene Familie, die Mitbewohner oder Nachbarn beschränken. Zudem verringert sich die Ansteckungsgefahr, wenn man sich im Freien trifft und ausreichend Abstand zueinander hält. Auch ein Treffen per Skype oder Videochat über WhatsApp oder Facebook ist eine Möglichkeit. Alle Punkte dieses Hausgottesdienstes sind grundsätzlich auch über diese Kanäle möglich.
1. Austausch und Gebet füreinander
Bei unseren Hausgottesdiensten starten wir immer mit einem gemeinsamen Gebet. Wir nutzen etwa ein Drittel der Zeit, um uns auszutauschen und füreinander zu beten. Jeder erzählt von …