ERF Gottesdienst

Ein Leben für das Evangelium in den Medien


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© Carsten Meier / ERF Medien
Als Jugendlicher ist er den Nationalsozialisten auf den Leim gegangen, später auch der kommunistischen Idee in der DDR. Viele kennen ihn als Pionier der christlichen Medienarbeit in Deutschland. Die Rede ist von Pastor Horst Marquardt, der am 14. Juli seinen 90. Geburtstag feiert. Auch im hohen Alter schreibt er noch regelmäßig Andachten für ERF.de.
1929 in Berlin geboren, zog seine Familie nach Breslau, als er zehn Jahre alt war. Der Umgang mit der Sprache wurde ihm in die Wiege gelegt, denn der Vater war Verlagsleiter. 1945 meldete er sich in der Endphase des Zweiten Weltkrieges mit 15 Jahren zum sogenannten „Volkssturm“, zu dem die NSDAP alle waffenfähigen Männer aufrief, um den „Heimatboden“ des Deutschen Reiches zu verteidigen.
Marquardt flüchtete vor der heranrückenden Roten Armee nach Neuruppin, wo er sich der kommunistischen Partei anschloss und Mitglied im Antifaschistischen Jugendausschuss wurde. In den Jahren 1949 bis 1950 arbeitete er als Rundfunkredakteur in Potsdam, wo er seine ersten journalistischen Erfahrungen sammelte.
Weil er fakten- und nicht linientreu sein wollte, konnte er keine Beiträge mehr für das sozialistische Radio veröffentlichen. „Ich bin damals von einem Fehler in den anderen verfallen und habe mich mit fliegenden Fahnen der kommunistischen Partei angeschlossen“, so Marquardt im Rückblick auf seine Jugendjahre.
Aufgewachsen in einer christlichen Familie entdeckte Marquardt mit 22 Jahren auch für sich den Glauben und flüchtete in den Westen. In West-Berlin schloss er sich einer freikirchlichen Gemeinde an, wo er sich als Gemeindehelfer engagierte. Nach einem theologischen Studium am Seminar der Methodisten in Frankfurt am Main arbeitete er bis 1956 als Pastor evangelisch-methodistischer Gemeinden in Berlin.
Danach zog Marquardt für drei Jahre nach Wien, wo die methodistischen Gemeinden einen volksmissionarisch gesonnenen Pastor im 15. Bezirk der Stadt suchten. In Wien kümmerten sich seine Frau Irene und er um ungarische Flüchtlinge. Bis zu 250 Personen waren zeitweilig in der Methodistenkirche untergebracht.
Mitten in der Arbeit in Österreich erhielt er über einen befreundeten Pastor Kontakt zu dem 1959 neu gegründeten Radiosender „Evangeliums-Rundfunk“ in Wetzlar, heute ERF-Medien. Dort stellte man den jungen Mann mit Medien- und Rundfunkerfahrung am 1. April 1960 als Programmdirektor ein. Marquardt war maßgeblich am Aufbau des Radiosenders beteiligt. Bis 1993 leitete er ERF Medien als Direktor. Es gelang ihm, hohe Spenden einzuwerben, um Sendeanlagen etwa in Monte Carlo, Bonaire (Antillen) oder Swasiland (im Süden Afrikas) zu bauen.
Von 1993 bis 1998 war er als Internationaler Direktor des Radiomissionssenders TWR für die Gebiete der ehemaligen Sowjetunion, des Mittleren Ostens und Afrikas verantwortlich.
Marquardt gilt als Initiator für die Gründung der in Wetzlar beheimateten Evangelischen Nachrichtenagentur idea, deren Vorstandsvorsitzender er bis 2017 war. In der Zeit der großen Evangelisationskongresse Anfang der 1970er Jahre konnte Marquardt Artikel und Berichte der Veranstaltungen nicht beim Evangelischen Pressedienst (epd) platzieren.
Daher entschied er sich, eine eigene Berichterstattung zu starten. Im Sommer 1970 bildeten auf seine Initiative hin Vertreter der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), von ERF-Medien und der Konferenz Evangelikaler Missionen (KEM) einen Herausgeberausschuss und veröffentlichten am 1. August 1971 die erste Ausgabe von idea. Von 1974 bis 1987 war er Mitglied im Hauptausschuss Rundfunk und Fernsehen des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP), zudem Sprecher der ARD-Sendereihe „Wort zum …
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