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*EDIT: Editiert wegen schlimmen Dingen.
Um die Dinge voranzubringen, stolperte ich vor einigen Jahren über ein kurzes Rezept, dass sich wie alle guten Rezepte auf essentielle Punkte konzentrierte, präzise aber nicht wissenschaftlich ist. Es handelt sich schließlich ums Kochen und nicht um Atomphysik. Wie stolpert man über Rezepte? Offenbar ist mein Hang zur Unordnung noch nicht überall angekommen, wenn sich solche rhetorischen Fragen zur Textflussunterstützung immer noch in meine eigenen Texte einschleichen, naja, sei es drum. In meinem Kosmos stolpert man über ein Rezept, wenn es dort gepostet wird, wo man keine Rezepte erwartet.
Da ich seit nunmehr zwei Jahren meinen Geburtstag damit beginne, dieses Rezept nachzukochen und sich für den deutschen Supermarktkunden durchaus Probleme bei diesem britischen Rezept ergeben können, ergreife ich die Gelegenheit beim Schopf und übersetze und adaptiere damit den Autoren des Rezepts. Rechtlich bin ich damit mutmaßlich auf dünnem Eis aber mittels eines essayartigem Stils, der auch Suchmaschinen feuchte Träume bereitet, erfüllen wir hier hoffentlich eine Schöpfunghöhe (nicht zu verwechseln mit Qualität), die das alles rechtfertig und ja, ich weiß, dass ich übertreibe und nicht zum Punkt komme aber genau das ist ja der Punkt dieses Abschnittes.
Ein wichtiger Hinweis noch: Die Fotos sind nicht idealtypisch zu verstehen, weder bilden sie präzise ab, wie das Gericht aussehen soll, noch sind sie eine persönliche Empfehlung. Abseits von „flüssig“ und „verbrannt“ entscheidet am Ende Euer Gaumen, was die richtige Konsistenz ist. Ich habe nur ein paar Fotos machen wollen um völlig normale Zwischenschritte zu zeigen, im Endfoto sieht man den Porridge ja nicht mal mehr wegen der Extrazutaten. Ich denke, dass wir am Ende des Tages alle wissen, wie ein Brei aussieht. Wenn er Euch am Ende zu dick ist, Wasser dazu und gründlich umrühren.
Kommen wir zunächst zu den wichtigsten Dingen, den Zutaten. Neben Wasser, Meersalz und Butter werden zwei Sorten von Hafer genannt : „Normal rolled oats (not instant oats), and also steel-cut oats“. Hier eine sehr hilfreiche Unterscheidung verschiedener Hafersorten, die es uns ermöglicht herauszufinden, was unseren beiden typischen Haferarten nahekommt: Rolled Oats sind mutmaßlich „kernige“ Haferflocken, während unsere „zarten“ Haferflocken eher Quick Oats nahe kommen. Die verschiedenen Sorten unterscheiden sich in der Hauptsache darin, wie klein und fein sie geschnitten wurden, die „Instant Oats“ sind teilweise sogar vorgekocht, was in unseren Regalen mutmaßlich nur in vorgepackten Gerichten, die man mit heißem Wasser aufgießt, vorkommt. „Instant Oats“ spielen hier ohnehin keine Rolle, „Steel Cut Oats“ hingegen sind essentiell. Diese kriegt man in Deutschland eher…gar nicht oder muss sie importieren. Das ist allerdings Quatsch und rausgeschmissenes Geld. Die offensichtlichste Lösung findet sich in ganzem Hafer, den man entweder mit einem Mixer, einem Küchen- oder Wiegemesser kleiner aber nicht zu fein schneidet. Das Ergebnis sollten mehrheitlich ungefähr gedrittelte Haferkörner sein, das eine oder andere ganze Korn ist nicht schlimm, es geht ja genau darum, diesem Porridge eine etwas körnigere Textur zu verleihen. Ich habe alle drei Methoden ausprobiert und bin mit dem Wiegemesser am zufriedensten: Man kann sehr kontrolliert arbeiten, macht recht wenig Dreck und läuft, nicht wie mit dem Mixer, Gefahr zu fein zu hacken. Wer gut mit dem Messer umgehen kann, wird aber generell keine Probleme haben. Bei größeren Mengen lohnt sich der kurze Einsatz des Mixers allerdings wieder.
Unser effektivster Freund bei der Herstellung von „Steel Cut Oats“: das Wiegemesser.
Wenn wir diese selbst gemachten „Steel Cut Oats“ sowie kernige oder zarte Haferflocken (ich nehme immer beides aber hier kann man je nach Texturvorliebe variieren) hergestellt haben, kann es mit dem eigentlichen Rezept losgehen. Wie ich eingangs erwähnte, ist das Rezept präzise. Damit sind aber kaum die Mengenangaben gemeint, ich gebe sie hier wieder, wie sie im Original erwähnt werden aber wenn ich ehrlich bin, koche ich sehr häufig und besonders hier, nach Gefühl. Los gehts mit dem eigentlichen Rezept:
Butter, mutmaßlich die fehlende Zutat für den Stein der Weisen.
Das Basisrezept, bevor gesüßt wird, ist mir bei diesem Rezept das Wichtigste. Der so entstehende Porridge hat Biss, ein wundervoll buttriges Aroma und schmeckt ganz leicht herzhaft. Ahornsirup, brauner Zucker und Honig eignen sich sehr zum Süßen, mögliche weitere Zutaten sind gehackte Nüsse (gerne auch leicht salzig), getrocknete Früchte (bei mir: Rosinen und Cranberries), frische Beeren (bei mir: Heidelbeeren, gerne klein knackig und sauer, daher auch gerne Johannisbeeren) und ein klein geschnittener, saurer Apfel.
Die Sahne rundet den Gesamtgeschmack tatsächlich wunderbar ab aber hier wird es wieder kritisch. Es wird im Originalrezept von „Thick Cream“ gesprochen und das ist tatsächlich wieder so ein kurioses Ding, denn es handelt sich nicht einmal um die stereotype „Clotted Cream“ sondern wieder eine andere Sahnenabart, die mir nicht so vertraut ist. Ich selbst kaufe einen Becher Bio-Sahne, die ohne Carrageen auskommt und bei der sich oben am Deckel (NICHT schütteln!) eine dickere, feste Masse sammelt, die sehr an „Clotted Cream“ erinnert und benutze die. Man kann hier sicher auch mit Rahm experimentieren.
Ich kann diesen Porridge kulinarisch uneingeschränkt empfehlen und hoffe, das Rezept findet jetzt bei noch mehr Menschen Anklang. Als Tee rate ich zu einem kräftigen Breakfast Tea oder einem Assam Eurer Wahl. Für Haferkekse bietet sich übrigens Lap Sang ganz hervorragend an.
Guten Appetit!
By ne Tasse Tee
*EDIT: Editiert wegen schlimmen Dingen.
Um die Dinge voranzubringen, stolperte ich vor einigen Jahren über ein kurzes Rezept, dass sich wie alle guten Rezepte auf essentielle Punkte konzentrierte, präzise aber nicht wissenschaftlich ist. Es handelt sich schließlich ums Kochen und nicht um Atomphysik. Wie stolpert man über Rezepte? Offenbar ist mein Hang zur Unordnung noch nicht überall angekommen, wenn sich solche rhetorischen Fragen zur Textflussunterstützung immer noch in meine eigenen Texte einschleichen, naja, sei es drum. In meinem Kosmos stolpert man über ein Rezept, wenn es dort gepostet wird, wo man keine Rezepte erwartet.
Da ich seit nunmehr zwei Jahren meinen Geburtstag damit beginne, dieses Rezept nachzukochen und sich für den deutschen Supermarktkunden durchaus Probleme bei diesem britischen Rezept ergeben können, ergreife ich die Gelegenheit beim Schopf und übersetze und adaptiere damit den Autoren des Rezepts. Rechtlich bin ich damit mutmaßlich auf dünnem Eis aber mittels eines essayartigem Stils, der auch Suchmaschinen feuchte Träume bereitet, erfüllen wir hier hoffentlich eine Schöpfunghöhe (nicht zu verwechseln mit Qualität), die das alles rechtfertig und ja, ich weiß, dass ich übertreibe und nicht zum Punkt komme aber genau das ist ja der Punkt dieses Abschnittes.
Ein wichtiger Hinweis noch: Die Fotos sind nicht idealtypisch zu verstehen, weder bilden sie präzise ab, wie das Gericht aussehen soll, noch sind sie eine persönliche Empfehlung. Abseits von „flüssig“ und „verbrannt“ entscheidet am Ende Euer Gaumen, was die richtige Konsistenz ist. Ich habe nur ein paar Fotos machen wollen um völlig normale Zwischenschritte zu zeigen, im Endfoto sieht man den Porridge ja nicht mal mehr wegen der Extrazutaten. Ich denke, dass wir am Ende des Tages alle wissen, wie ein Brei aussieht. Wenn er Euch am Ende zu dick ist, Wasser dazu und gründlich umrühren.
Kommen wir zunächst zu den wichtigsten Dingen, den Zutaten. Neben Wasser, Meersalz und Butter werden zwei Sorten von Hafer genannt : „Normal rolled oats (not instant oats), and also steel-cut oats“. Hier eine sehr hilfreiche Unterscheidung verschiedener Hafersorten, die es uns ermöglicht herauszufinden, was unseren beiden typischen Haferarten nahekommt: Rolled Oats sind mutmaßlich „kernige“ Haferflocken, während unsere „zarten“ Haferflocken eher Quick Oats nahe kommen. Die verschiedenen Sorten unterscheiden sich in der Hauptsache darin, wie klein und fein sie geschnitten wurden, die „Instant Oats“ sind teilweise sogar vorgekocht, was in unseren Regalen mutmaßlich nur in vorgepackten Gerichten, die man mit heißem Wasser aufgießt, vorkommt. „Instant Oats“ spielen hier ohnehin keine Rolle, „Steel Cut Oats“ hingegen sind essentiell. Diese kriegt man in Deutschland eher…gar nicht oder muss sie importieren. Das ist allerdings Quatsch und rausgeschmissenes Geld. Die offensichtlichste Lösung findet sich in ganzem Hafer, den man entweder mit einem Mixer, einem Küchen- oder Wiegemesser kleiner aber nicht zu fein schneidet. Das Ergebnis sollten mehrheitlich ungefähr gedrittelte Haferkörner sein, das eine oder andere ganze Korn ist nicht schlimm, es geht ja genau darum, diesem Porridge eine etwas körnigere Textur zu verleihen. Ich habe alle drei Methoden ausprobiert und bin mit dem Wiegemesser am zufriedensten: Man kann sehr kontrolliert arbeiten, macht recht wenig Dreck und läuft, nicht wie mit dem Mixer, Gefahr zu fein zu hacken. Wer gut mit dem Messer umgehen kann, wird aber generell keine Probleme haben. Bei größeren Mengen lohnt sich der kurze Einsatz des Mixers allerdings wieder.
Unser effektivster Freund bei der Herstellung von „Steel Cut Oats“: das Wiegemesser.
Wenn wir diese selbst gemachten „Steel Cut Oats“ sowie kernige oder zarte Haferflocken (ich nehme immer beides aber hier kann man je nach Texturvorliebe variieren) hergestellt haben, kann es mit dem eigentlichen Rezept losgehen. Wie ich eingangs erwähnte, ist das Rezept präzise. Damit sind aber kaum die Mengenangaben gemeint, ich gebe sie hier wieder, wie sie im Original erwähnt werden aber wenn ich ehrlich bin, koche ich sehr häufig und besonders hier, nach Gefühl. Los gehts mit dem eigentlichen Rezept:
Butter, mutmaßlich die fehlende Zutat für den Stein der Weisen.
Das Basisrezept, bevor gesüßt wird, ist mir bei diesem Rezept das Wichtigste. Der so entstehende Porridge hat Biss, ein wundervoll buttriges Aroma und schmeckt ganz leicht herzhaft. Ahornsirup, brauner Zucker und Honig eignen sich sehr zum Süßen, mögliche weitere Zutaten sind gehackte Nüsse (gerne auch leicht salzig), getrocknete Früchte (bei mir: Rosinen und Cranberries), frische Beeren (bei mir: Heidelbeeren, gerne klein knackig und sauer, daher auch gerne Johannisbeeren) und ein klein geschnittener, saurer Apfel.
Die Sahne rundet den Gesamtgeschmack tatsächlich wunderbar ab aber hier wird es wieder kritisch. Es wird im Originalrezept von „Thick Cream“ gesprochen und das ist tatsächlich wieder so ein kurioses Ding, denn es handelt sich nicht einmal um die stereotype „Clotted Cream“ sondern wieder eine andere Sahnenabart, die mir nicht so vertraut ist. Ich selbst kaufe einen Becher Bio-Sahne, die ohne Carrageen auskommt und bei der sich oben am Deckel (NICHT schütteln!) eine dickere, feste Masse sammelt, die sehr an „Clotted Cream“ erinnert und benutze die. Man kann hier sicher auch mit Rahm experimentieren.
Ich kann diesen Porridge kulinarisch uneingeschränkt empfehlen und hoffe, das Rezept findet jetzt bei noch mehr Menschen Anklang. Als Tee rate ich zu einem kräftigen Breakfast Tea oder einem Assam Eurer Wahl. Für Haferkekse bietet sich übrigens Lap Sang ganz hervorragend an.
Guten Appetit!