Der Vortrag stellt die Frage nach der jüdischen Moderne. Was heißt es überhaupt, als Jude modern zu sein? Die Frage der Moderne wird mit den Hauptlinien der Tradition assoziiert, mit den Umbrüchen, Krisen, Begriffen, Gedankengängen und Inversionen von Lebensformen des Judentums, vor allem aber mit sie mit den Figurationen der Aufklärung und dem Messianismus zusammengefasst.
Als Ansatzpunkt werden wir den Fall Jehuda Halevi besprechen, einen jüdischen-arabischen Denker und Dichter (1074-1141), der in seinem Hauptwerk die Vorzüge der Philosophie und der Tradition diskutierte, und ihre Bedeutung als Lebensformen erwog. In seinen Gedichten wandte er sich einer Messianischen Reise nach Palästina. Damit stellt Halevi ein Vorbild dar, welches aber ein doppeltes Gesicht hat. Es spiegelt sich später im Fall Baruch Spinoza, einem jüdischen Denker der Neuzeit, und Shabbtai Zvi, einer jüdischen messianischen Figur, wider.