Beende deine offenen Baustellen

Episode 8 Ab und an wird eine bewusst, dass das Leben wie ein Spiegel ist


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Wer mein Buch  "Dreh den Schubkarren um!" gelesen hat, weis dass ich ein Siedlungskind bin und dass ich in meiner Kindheit und Jugend kaum Möglichkeiten der Weiterbildung hatte. 
Ich beendete mit dreizehn Jahren die Hauptschule, mein Vater besorgte mir eine Lehrstelle und ich ging da hin und arbeitete. So war das damals -  und für mich war es ok, da ich nichts anderes kannte. So einfach ist das. Nichts schlimmes – ganz pragmatisch gesehen, war es das, was in meinem Umfeld alle taten. Es gab damals in der Siedlung keine große Alternative. 
Wenn ich heute darüber nachdenke, war ich, wie viele meiner Freunde auch-  in der Kolbenschmidt Siedlung in St. Leon Rot – ein Einser. Schlicht und einfach deshalb, weil uns niemand beibrachte, dass es da noch etwas anderes gibt. 
Für mich war es bis zu diesem Zeitpunkt normal und in Ordnung, in einer Siedlung zu wohnen, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren und meine Wünsche auf das zu auszurichten, was ich in der Siedlung sah. Irgendwann kam der Moment, an dem ich in Kontakt mit der Welt außerhalb der Siedlung kam. In mir begann das Gefühl zu wachsen, dass ich mehr erreichen und als Erwachsener Mann nicht in der Siedlung wohnen wollte, sondern dass ich imstande war, etwas Großartiges zu tun. 
Vielleicht lag es daran, dass meine Mutter immer wieder zu mir sagte: "Dieter, du bist etwas Besonderes, mach was daraus!" 
Heute weiß ich, dass sie das aus einem anderen Grund zu mir sagte, als den, den ich mir gewünscht hätte. Ich glaube, ich tat ihr leid, da ich in der Schule große Probleme hatte, den Lehrstoff zu verstehen und mein Bruder, später auch meine Schwester, eine gute Note nach der anderen nach Hause brachte. 
Mit dem Satz, ich wäre etwas Besonderes, hat sie sich wahrscheinlich selbst beruhigt, denn sie hatte keine Möglichkeit, mich in dem Bereich so zu unterstützen, wie sie es sich vielleicht gewünscht hätte. 
Heute lehre ich in meinen Seminaren den einfache Satz: „Worte wirken weiter“! Exakt das ist damals geschehen. Gleichgültig, wie meine Mutter ihre Worte gemeint hat, mein Unbewusstes hat sie wahrgenommen und die Botschaft tief in mir verankert. Und diese Botschaft "Dieter, du bist etwas besonders!" hat mich immer wieder beflügelt und ließ mich oft über mich selbst hinauswachsen.
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Beende deine offenen BaustellenBy Dieter M. Hörner