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Erdöl führt zur Welt weiten Kriege - Die Geschichte der Öl Konflikte


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Die Abhängigkeit von Ölimporten ist ein amerikanisches Problem, kein europäisches «
Weit gefehlt. Die Europäische Union fördert nur noch 2,1 Millionen Barrel pro Tag auf eigenem Territorium. Die Produktion in der Nordsee geht seit Jahren steil zurück, sodass der Importanteil von derzeit über 80 Prozent in wenigen Jahren auf über 90 Prozent wachsen wird.
Die Produktion in den USA, dem immer noch drittwichtigsten Ölförderland der Welt (nach Russland und Saudi-Arabien), erholte sich in den vergangenen Jahren auf 7,2 (2009) bzw. 7,6 Millionen Barrel pro Tag (2010). Diese unerwartete Renaissance wird noch einige Jahre anhalten. In den USA wird die Importabhängigkeit von Öl deshalb rasch fallen, auch weil es noch große ungenutzte Einsparpotenziale und reichlich billiges Erdgas gibt. Die Versorgungssicherheit verbessert sich deutlich, zumal ein erheblicher Teil der Importe aus dem nahen Kanada stammen wird.
China ist bis heute der fünftgrößte Ölproduzent der Welt, der noch einige Jahre lang um die vier Millionen Barrel pro Tag produzieren kann. Doch dann wird voraussichtlich ein langsamer, aber stetiger Rückgang einsetzen. Schon heute muss das Land über 50 Prozent seines Bedarfs importieren. Peking will den Verbrauch daher schon bald deckeln und die Importabhängigkeit dadurch begrenzen.
In der Post-Peak-Ölwelt sind also alle drei großen Wirtschaftsblöcke energiepolitisch verwundbar, wobei die Situation der USA noch am besten ist. Die Vereinigten Staaten sind bei Gas und Kohle autark. Die Ölimporte können gedrosselt werden. China ist bei Kohle autark, verbraucht bislang nur wenig Erdgas, hängt aber immer stärker am Tropf des Weltölmarkts. Die Lage der Europäischen Union ist prekärer, denn sie verfügt nur über sehr geringe eigene Öl- und Gasmengen, selbst Steinkohle wird in großen Mengen importiert.
Diese Vergleiche sollten aber nicht überbewertet werden: Während der Libyen-Krise berichteten die Medien akribisch über die Länder, aus denen Deutschland Rohöl bezieht. Wieder einmal wurde empfohlen, Öl vor allem aus stabilen Staaten zu kaufen. Das ist bei Erdgas sinnvoll, weil die Lieferinfrastruktur relativ unflexibel ist; aber der Ölmarkt ist ein Weltmarkt und ganz überwiegend ein Tankermarkt. Öl fließt dorthin, wo der höchste Preis geboten wird. #öl #konflikt #Kriege
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Hör Mich WegBy Antus