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Nun an Silvester geht das Jahr zu Ende. Und damit nochmal alles auf Anfang: Leben ist Ansichtssache, habe ich zu Beginn des Jahres gesagt. Welche Bilder gehen Ihnen durch Kopf und Herz, wenn Sie die vergangenen Monate Revue passieren lassen? Und wie würden Sie Ihre aktuelle Stimmungslage beschreiben? Was steht an, was darf es sein?
Abbruch oder Aufbruch,
Manchmal bin ich traurigfroh – manchmal frag ich mich wieso
Manchmal sind wir schwereleicht, haben uns ein Herz gefasst,
Schwebten schon auf Wolke sieben – flogen über weites Land,
Leben irgendwie dazwischen, ein Schritt vor und zwei zurück,
Wohin führt die Lebensreise? Kannst du noch begeistert sein?
Hab mich noch nicht abgefunden, such das Weite, schau nach vorn.
Himmelwärts und erdverbunden will ich mit euch weitergeh‘n.
Autor: Martin Buchholz
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Vielleicht wärmten die Männer gerade ihre Hände am Feuer. Die Nacht war kalt, hier vor den Toren von Bethlehem; eine Nacht wie jede andere für die Hirten; rauer Alltag, schlecht bezahlt. Ein Job, den keiner gern machte; aber die meisten von ihnen waren Tagelöhner, mussten sich irgendwie durchschlagen.
Schafe hüten war da zumindest besser, als gar nichts zu verdienen. Vielleicht hatte es mal wieder Streit gegeben um die Wasserstellen für die Tiere. Und das übliche Gerangel um die besten Weideplätze. Jedenfalls wollte niemand mehr als unbedingt nötig mit ihnen zu tun haben. Die Hirten waren da, wo so hingehörten: Draußen vor der Stadt, wo sich kein anständiger Bürger Bethlehems in der Nacht noch freiwillig aufhielt.
Wer jetzt hier auf den Feldern auftauchte, konnte nur ein unliebsamer Besucher sein – oder ein Raubtier, das es auf die Schafe abgesehen hatte. Kein Wunder also, dass die Hirten sofort zu ihren Knüppeln griffen, als die Schafe plötzlich unruhig wurden.
Kein Wunder, dass ihnen nur Augenblicke später die Knüppel vor Entsetzen aus der Hand fielen. Sie hatten sicher mit manchem gerechnet. Aber nicht mit einem Wunder.
Autor: Martin Buchholz
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Weihnachten ist das „Fest der Liebe“. Und wird es auch bleiben, so lange noch Geschichten wie diese geschehen:
Anfang Oktober 2015 in dem kleinen Ort St. George in Kanada. Nicole ist verzweifelt. Ihr siebenjähriger Sohn Evan leidet seit Jahren unheilbar an Krebs. Soeben hat Nicole von den Ärzten erfahren: Das Endstadium ist erreicht. Evan wird das kommende Weihnachtsfest wohl nicht mehr erleben.
Doch der kleine Evan liebt Weihnachten über alles. Noch einmal spricht Nicole mit dem Arzt. Und der sagt zu ihr: „Warum ziehen Sie das Fest für Evan nicht einfach vor? Dann ist Weihnachten in diesem Jahr eben schon im Oktober.“
Die Mutter zögert keine Sekunde. Sie beginnt, das Haus mit Lichterketten zu schmücken und stellt einen Weihnachtsmann vor die Tür. Die Nachbarn sehen das. Und folgen ihrem Beispiel.
Was dann geschieht, wird niemand in St. George jemals vergessen. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht. Am 24. Oktober erstrahlt der ganze Ort in weihnachtlichem Glanz. Geschmückte Tannenbäume säumen funkelnd und leuchtend die Straßen, die von künstlichem Schnee bedeckt sind. Eine Santa-Claus-Parade zieht mit 25 Festwagen feierlich durch das Dorf. Mehr als 7000 Menschen feiern mit.
Auf einer der Kutschen sitzt der kleine Evan auf dem Schoß vom Weihnachtsmann. Und strahlt.
Autor: Martin Buchholz
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Advent, das bedeutet auch:
So wie damals der Himmel die Erde berührte,
So wie damals die verängstigten Hirten
So wie damals die junge Frau Maria ihr bewegendes Lied sang,
„Gott hebt seinen starken Arm
Advent bedeutet auch:
Ich erinnere mich an die Zukunft,
Autor: Martin Buchholz
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Wenn es in der Adventszeit kalt und dunkel wird und es draußen hagelt, stürmt und schneit, dann weiß ich die Gemütlichkeit eines beheizten Wohnzimmers ganz neu zu schätzen. Und ich merke: Bei heißem Punsch und Kerzenschein auf dem Sofa liegend ist es gar nicht so leicht, sich lebhaft vorzustellen, wie die Welt aussah, in die Jesus damals hineingeboren wurde. Es war jedenfalls alles andere als eine behagliche und friedliche Welt.
Schon bald nach Jesu Geburt, erzählt das Matthäus-Evangelium, mussten Maria und Josef mit ihrem Baby die Flucht ergreifen. Weil ein skrupelloser Gewaltherrscher dem Kind nach dem Leben trachtete.
Mehr als 1600 Jahre später sind in ganz Europa Tausende Menschen auf der Flucht. Männer, Frauen, Kinder und Greise. Sie versuchen den brutalen Soldaten zu entkommen, die ihre Dörfer verwüsten und jeden töten, der nicht rechtzeitig geflohen ist.
Mitten in den chaotischen Wirren des Dreißigjährigen Krieges schreibt der Jesuit Friedrich Spee ein Weihnachtslied, das so gar nicht passen will zum himmlischen Lobgesang der Engel vom Frieden auf Erden:
„Oh Heiland, reiß die Himmel auf!
Sein Lied ist ein schmerzhafter Schrei nach Gerechtigkeit. Ein Lied der ungestillten, brennenden Sehnsucht:
„Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
Ja, auch das ist Weihnachten und ist es bis heute:
Das Fest der bohrenden Fragen
Autor: Martin Buchholz
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Das Kirchenjahr geht mit dem Ewigkeitssonntag zu Ende. Da denken wir an unsere Toten und sprechen vom ewigen Leben. Obwohl niemand so genau weiß, wie das eigentlich aussehen wird, nicht einmal die Theologen. Reformator Martin Luther meinte sogar, Zitat: „So wenig die Kinder wissen im Mutterleib von ihrem Anfang, so wenig wissen wir vom ewigen Leben.“
Statt sich das Ganze also fantasievoll auszumalen, finde ich es hilfreicher, noch mal kurz zu überlegen, worum es beim „ewigen Leben“ eigentlich geht:
„Das dauert ja eine Ewigkeit!“, sagen wir, wenn wir an der Supermarktkasse mal etwas länger anstehen müssen. In unserem Sprachgebrauch meint „ewig“ jedenfalls eine endlos lange Zeitspanne. Es geht also um Quantität. Nicht um Qualität.
Doch genau die meint der christliche Glaube: Ewiges Leben beschreibt eine andere Lebens-Qualität. Denn es ist von Gott geschenktes und erfülltes Leben, das hier und heute schon beginnt, wo Menschen ihr Vertrauen auf Gott setzen. Geschenktes Leben, das Gott selber einmal vollenden wird. Jenseits der letzten Grenze des Todes. Auf seine unbeschreibliche Art und Weise. In der „Ewigkeit“.
Ein Wort, mit dem wir versuchen, das Unbeschreibliche zu beschreiben. Ein Wort, das unser Vorstellungsvermögen von Raum und Zeit übersteigt.
Darum finde ich es so unfassbar, dass der ewige Gott uns schon hier und heute immer wieder neu begegnet und berührt, genau da, wo wir gerade sind. Mitten im Leben. In Raum und Zeit. Mit kostbaren Momenten, die unverhofft vom Himmel fallen. Und mit seinem Frieden, der alle menschliche Vernunft übersteigt.
Der Song zum ImpulsDu bist daAutor: Martin Buchholz
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„Barmherziger Gott, wir kommen zu dir
Kehr bei uns ein mit der Kraft deiner Liebe,
Wir bitten dich um Vergebung für das,
Lehre uns, nicht nur auf das zu schauen, was sich im Leben rechnet.
Kehr bei uns ein mit der Kraft deiner Liebe,
Unsere Welt ist deine Welt.
Wir danken dir für alles, was du uns jeden Tag zum Leben schenkst.
Autor: Martin Buchholz
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Der Tod hat nicht das letzte Wort.
Der Tod ist nicht der letzte Schritt.
Der Tod spielt nicht den Schlussakkord.
Autor: Martin Buchholz
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Ich vermute, Sie kennen diese Momente im Leben, wenn irgendwie alles zu viel wird. Das Gefühl, todmüde zu sein. In den Texten der Bibel wird immer wieder erzählt, wie Gott sich Menschen zuwendet, die zutiefst erschöpft sind und nicht weiterwissen.
Eine dieser Geschichten ist mehr als 2500 Jahre alt und wird im ersten Buch der Könige, Kapitel 19, erzählt: Gottes treuer Prophet Elia hat soeben den größten Erfolg seiner prophetischen Laufbahn erlebt. Die meisten im Volk Israel waren Gott untreu geworden und verehrten stattdessen den Gott Baal. In einem nicht gerade zimperlichen Wettstreit mit 450 Propheten des Baal hatte Elia Gott angerufen, seine Macht als die des einzig wahren Gottes vor dem Volk zu demonstrieren. Was Gott dann auch tat.
Elia war also im Namen Gottes so richtig erfolgreich. Aber Königin Isebel kochte vor Wut und drohte Elia mit dem Tod. Nun die unerwartete Wendung: Der heldenhafte Gottesmann Elias kriegt es nämlich plötzlich mit der Angst zu tun. Er sucht sein Heil in der Flucht. Elia kann nicht mehr.
„Er ging in die Wüste, eine Tagereise weit. Und kam und ließ sich unter einem einzelnen Ginsterstrauch nieder. Da wünschte er sich, sterben zu können und sagte: ‚Es ist genug. Nun Herr, nimm mein Leben hin, denn ich bin nicht besser als meine Väter!‘.“
Der gewaltige Glaubensmut des erfolgreichen Gottesmannes ist zerplatzt wie eine Seifenblase. Elia liegt am Boden und kann nicht mehr.
„Dann legte er sich nieder und schlief unter dem Ginsterstrauch ein. Und siehe da, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: ‚Mein lieber Elia, ich erklär dir jetzt mal, warum Gott nicht verhindert hat, dass du nun zu Tode erschöpft hier liegst. Das hat natürlich alles einen ganz tiefen Sinn, dass Gott dir das alles zumutet. Weil er etwas Bestimmtes vorhat mit dir …‘.“
Äh, nein, Sie ahnen es bereits. All das sagt der Engel keineswegs.
„Der Engel berührte ihn und sprach: ‚Steh auf und iss!‘ Und als er aufblickte, siehe da lagen neben seinem Kopf ein Brotfladen, auf heißen Steinen gebacken, und ein Krug Wasser, und er aß und trank und legte sich wieder hin. Und der Engel des Herrn kehrte zurück, kam zum zweiten Mal und rührte ihn an und sprach: ‚Steh auf, und iss! Denn der Weg ist zu weit für dich.‘ Da stand er auf und aß und trank, und er ging in der Kraft dieser Speise 40 Tage und 40 Nächte bis an den Berg Gottes, den Horeb.“
Die Geschichte geht spannend weiter, aber lassen wir den Propheten trotzdem seines Weges ziehen und schauen noch einmal kurz zurück auf diesen Gottesmoment, der für den erschöpften Elia vom Himmel fiel:
Elia bekommt von Gott keine Antwort auf die Frage nach dem Sinn. Und Gott beschütze Sie und mich vor den Menschen, die manchmal meinen, es viel besser zu wissen als Gottes Engel, und uns wortreich zu erklären versuchen, warum dieses Leid uns natürlich treffen musste und was der liebe Gott damit im Sinn hat.
Elia bekommt keine Antwort, er bekommt frisch gebackenes Brot und Wasser. Er bekommt die Kraft, die er braucht für den nächsten Schritt hinein ins Ungewisse.
Der Song zum ImpulsNur Mut (feat. Benjamin Steinhoff und YOU/C)Autor: Martin Buchholz
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Am Schluss des Matthäusevangeliums wird erzählt, wie der auferstandene Jesus Christus seine Freunde mit einem großen Auftrag auf die Reise schickte. Jesus sagte zu ihnen:
„Gott hat mir alle Macht gegeben, im Himmel und auf der Erde. Geht nun hin zu allen Völkern und ladet die Menschen ein, meine Jünger und Jüngerinnen zu werden. Tauft sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Und lehrt sie, alles zu tun, was ich euch geboten habe. Und seid gewiss: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt.“
Ich weiß nicht, ob es Ihnen aufgefallen ist: Jesus gibt seinen Leuten nicht einfach nur eine große Aufgabe, er macht ihnen vor allem und letztendlich zwei großartige Zusagen: Gott hat Jesus die Macht gegeben, Herzen zu bewegen. Will sagen: Wenn wir – wie damals die Freunde Jesu – in seinem Auftrag unterwegs sind, müssen wir uns nicht mächtig anstrengen, um möglichst überzeugend zu sein. Es ist die Vollmacht Jesu, die Menschen berührt. Und wir brauchen auch nicht zu denken, wir seien unterwegs auf uns allein gestellt. Weil Jesus sagt, dass er immer bei uns sein wird.
Das ist typisch Jesus: Der Auftrag, den er gibt, wird umschlossen von der Zusage, dass Jesus selber in uns und durch uns wirken wird. Der Zuspruch Jesu umschließt die Aufgabe wie die Finger einer Hand. Ich finde, das ist ein tröstliches Bild, weil es uns daran erinnert, dass wir in Gottes Hand geborgen sind und bleiben.
Denn wohin du auch gehst, Jesus Christus wird dich begleiten. Jeden Tag. Bis zum Ende der Welt.
Der Song zum ImpulsSo wie duAutor: Martin Buchholz
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