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Ernährungs-Serie: Nahrungsergänzungsmittel meist sinnlos, manchmal gefährlich


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Vitamin C landet im Urin, Vitamin D-Mangel ist ein Rechenfehler —
Für allgemein gesunde Erwachsene nicht empfohlen.
Moyer VA; US Preventive Services Task Force. Vitamin, mineral, and multivitamin supplements for the primary prevention of cardiovascular disease and cancer: US Preventive Services Task Force recommendation statement. Ann Intern Med. 2014;160(8):558-564.
Schädlich
Hohe Dosen Beta-Carotin, Folsäure, Vitamin E oder Selen schädlich:
erhöhter Sterblichkeit,
Krebs
Schlaganfall
Rautiainen S, Manson JE, Lichtenstein AH, Sesso HD. Dietary supplements and disease prevention: a global overview. Nat Rev Endocrinol. 2016;12(7):407-420.
Besser aus gesunder, ausgewogener Ernährung
NEM kein Ersatz für gesunde ausgewogene Ernährung.
Mikronährstoffe in Lebensmitteln in der Regel besser aufgenommen plus weniger potenzielle Nebenwirkungen
Rautiainen S, Manson JE, Lichtenstein AH, Sesso HD. Dietary supplements and disease prevention: a global overview. Nat Rev Endocrinol. 2016;12(7):407-420
Marra MV, Boyar AP. Position of the American Dietetic Association: nutrient supplementation. J Am Diet Assoc. 2009;109(12):2073-2085.
Vitamin B12
Indiziert
Perniziösen Anämie (Blutarmut), intramuskulär
Verminderte Aufnahme (IF),
Gastritis (Magenschleimhautentzündung),
vermindertes Angebot (Alkoholismus)
Langzeitanwendung von AM wie Protonenpumpenhemmer und Metformin
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2010/daz-24-2010/vitamin-b12-spiegel-sinkt-unter-metformin
Vitamin D
Kein Vitamin
Pro-Hormon, Cholecalciferol,
über UVB-Licht und Wärme in der Haut aus einer Vorstufe gebildet
in Leber und Niere in aktive Form Calcitriol = Steroidhormon (wie Cortison).
Supplementation keine Vitamin-, sondern Hormontherapie.
Mangel-Irrtum oder Desinformation?
Gemessen anhand Serum 25-hydroxyvitamin D [25(OH)D] in ng/ml:
>30 ng/ml OK
29-20 ng/ml, Unterversorgung
<20 ng/ml Mangel
In 2011 waren 20 ng/ml noch ausreichend
Institute of Medicine. Dietary reference intakes: calcium and vitamin D. Washington, DC: National Academies Press, 2011.
https://books.google.com/books?hl=en&lr=&id=ZsMPp6I59VwC&oi=fnd&pg=PR1&dq=Institute+of+Medicine.+Dietary+reference+intakes:+calcium+and+vitamin+D.+Washington,+DC:+National+Academies+Press,+2011.&ots=Bhbhq68ji2&sig=aQqReXlTj6MqOyps6YF3gqZeUlw
Dietary Reference Intakes (DRIs)
Diätetische Referenzmengen für eine Reihe von Nährstoffen.
Im Mittelpunkt biologische Realität, dass Bedarf an Nährstoffen von Person zu Person unterschiedlich.
Zwei Kerngrößen:
EAR (Estimated Average Requirement = Geschätzter Durchschnittsbedarf)
Verteilung des menschlichen Bedarfs, Median = Wahrscheinlichster Bedarf
RDA (Recommended Daily Allowance = Empfohlene Tägliche Aufnahme)
Bedarf bei Personen am höchsten Ende der Verteilung; ≥97,5% benötigen weniger
EAR wahrscheinlich:
1-70 J: 11 ng/ml
>70 J: 16 ng/ml
RDA Höchstbedarf:
1-70 J: 16 ng/ml
>70 J: 20 ng/ml
Beide Werte gehen von minimal bis keiner Sonnenexposition aus
Weit verbreitetes Missverständnis:
Höhere RDA/Empfohlene Tägliche Aufnahme = „Grenzwert“
Gesamte Bevölkerung >20 ng/ml für gute Knochengesundheit
Realität
Mehrheit (etwa 97,5%) braucht <20 ng/ml oder weniger.
Darüber nach niedrigerem EAR/Geschätzter Durchschnittsbedarf
Hälfte der Bevölkerung braucht ≤16 ng/ml, Ziel also über 16.
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Fragen Sie Ihren Arzt und ApothekerBy Prof. Dr. med. Harald H.H.W. Schmidt