Anmod: Die Zahlen der sächsischen Kriminalitätsstatistik zu häuslicher Gewalt aus dem Jahr 2024 sind ernüchternd. Die Fälle, die zur Anzeige gebracht wurden, stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent. Zwar machen Körperverletzungen zwei Drittel der Straftaten aus, doch es gibt auch andere, digitale Formen der Gewalt.
AI-Grafikprogramme, AirTags, Tracking-Apps oder Geo-Daten in Fotos können heutzutage im Alltag sehr nützlich sein. Für Menschen, die sich und ihre Kinder partnerschaftlicher und innerfamiliärer Gewalt entziehen müssen, können sie zum Problem werden.
Findet etwa eine Frau Zufflucht in einem Frauenschutzhaus, gefährdet es das gesamte Projekt, wenn ein Täter durch digitales Stalking mit Spy-Apps die Adresse herausfindet und öffentlich teilt.
Über die Formen und Auswirkungen digitaler häuslicher Gewalt sprach Jenz Steiner von coloRadio mit Lisa Rechenberg und Teresa Golschewski von der Fachstelle Häusliche Gewalt der LAG gewaltfreies Zuhause Sachsen e.V.. Das ist der Dachverband der Frauenschutzhäuser und Beratungsstellen für Frauen und Kinder in Krisensituationen. Beide organisieren einen Fachtag zum Thema "digitale häusliche Gewalt: Neue Technologien als Mittel von Kontrolle – und Schutz".