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Warum ist Behördensprache so kompliziert? Wer schon einmal einen Bescheid dreimal gelesen hat und danach immer noch nicht wusste, was zu tun ist, kennt das Problem. Ist das der Preis dafür, dass Verwaltungstexte rechtlich wasserdicht sein müssen? Oder geht es auch verständlich, ohne an Genauigkeit zu verlieren?
Darüber spreche ich mit Prof. Dr. Chris Maaß von der Universität Hildesheim. Sie leitet dort die Forschungsstelle Leichte Sprache und gehört zu den prägenden Stimmen, wenn es in Deutschland um verständliche und barrierefreie Kommunikation geht.
Darüber sprechen wir
Weiterführende Infos zu Prof. Dr. Maaß:
https://www.uni-hildesheim.de/fb3/institute/institut-fuer-uebersetzungswiss-fachkommunikation/mitglieder-des-instituts/maass/
Zum Ende angesprochene Studie: Maaß, C., Maaß, L. M. & Schulz, R. (2026). Inklusion von Dozierenden mit Behinderungen an Hochschulen: Erste Ergebnisse des Forschungsprojekts #IncluTeach. Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik, 32(05), 39–44. https://doi.org/10.57161/z2026-05-07
Wie radikalisieren sich Menschen? Nach jedem Anschlag stellen wir dieselbe Frage und suchen die Antwort fast immer an derselben Stelle: in der Ideologie.
Welche Schriften hat er gelesen, welchem Kanal ist sie gefolgt, wer hat da wen angeworben. Nur erklärt das erstaunlich wenig. Millionen Menschen lesen dieselben Texte und tun nichts. Die interessantere Frage beginnt früher.
Prof. Dr. Michaela Pfundmair ist Psychologin und Professorin für Nachrichtendienstpsychologie an der Hochschule des Bundes in Berlin. Sie lehrt dort, wo Verfassungsschutz und BND ihren Nachwuchs ausbilden. Seit über zehn Jahren erforscht sie zwei Dinge, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben: was soziale Ausgrenzung mit Menschen macht und wie Menschen sich radikalisieren. Ihre Arbeit verbindet beides. Wer ausgeschlossen wird, verliert Zugehörigkeit, Selbstwert, Kontrolle und das Gefühl, dass die eigene Existenz zählt und wird dadurch empfänglich für Gruppen, die genau das zurückgeben.
In dieser Folge sortieren wir, was Radikalisierung eigentlich ist und was sie nicht ist. Ob sie ein auslösendes Ereignis braucht oder schleichend passiert. Wer besonders anfällig ist und die Frage, die das ganze Gespräch trägt: Entscheidet am Ende der Inhalt oder läuft unter rechts, links und religiös derselbe Mechanismus?
Zu den Arbeiten von Prof. Dr. Michaela Pfundmair:
https://www.researchgate.net/profile/Michaela-Pfundmair
Wie viel Bildschirmzeit ist zu viel? Die ehrliche Antwort: Die Frage ist falsch gestellt.
Das Smartphone liegt morgens in der Hand, bevor der erste klare Gedanke da ist und trotzdem führen viele von uns jeden Tag einen kleinen Krieg gegen das eigene Gerät. Bildschirmzeit rauf, Wohlbefinden runter, so lautet die Rechnung, die alle im Kopf haben. Nur geht sie so nicht auf.
Prof. Dr. Lara Wolfers ist Medienpsychologin und Kommunikationswissenschaftlerin. Seit April 2025 ist sie Assistenzprofessorin für Digital Lives an der Universität Basel und leitet dort das Center of Digital Lives. Zuvor forschte sie vier Jahre an der Universität Amsterdam. Sie untersucht, was digitale Medien im Alltag wirklich tun: in Familien, unter Stress, im Kopf. Für ihre Doktorarbeit hat sie Mütter kleiner Kinder eine Woche lang durch ihren Alltag begleitet und dabei etwas gefunden, das kaum jemand erwartet. Wer beim Griff zum Handy ein schlechtes Gewissen hat, erholt sich schlechter dabei. Nicht das Gerät steht der Pause im Weg, sondern die Schuld.
In dieser Folge sortieren wir, wie groß die Effekte von Smartphones und Social Media tatsächlich sind, warum sich das eigene Gefühl so hartnäckig von der Datenlage entfernt und was Schuldgefühle beim Scrollen mit uns anstellen. Es geht um Handysucht, Bildschirmzeit und Digital Detox, aber ohne die üblichen Warnungen und ohne die üblichen Beschwichtigungen.
Link zu Prof. Wolfers: https://psychologie.unibas.ch/de/personen/lara-nikola-wolfers/
Fermentierte Lebensmittel, Darmflora-Tests, Wundermittel gegen alles von Depression bis Krebs. Das Mikrobiom ist eines der meistgehypten Themen der Gesundheitswelt. Aber was davon hält der wissenschaftlichen Überprüfung stand?
In dieser Folge spreche ich mit Luigi Lukas Nardella, Doktorand am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, in der Arbeitsgruppe von Dr. Jens Puschhof ("Epithel-Mikrobiom-Interaktionen"). Die Gruppe erforscht, wie Bakterien in unserem Darm zur Krebsentstehung beitragen können, unter anderem mit Mini-Darm-Modellen (Organoiden), die direkt im Labor nachgebaut werden.
Wir sprechen über:
Eine Folge für alle, die genug haben von Halbwahrheiten übers Bauchgefühl.
🔗 Mehr zur Arbeitsgruppe: https://www.dkfz.de/
In dieser Folge spreche ich mit Prof. Dr. German Neubaum von der Universität Duisburg-Essen darüber, was soziale Medien eigentlich mit unserem Denken, Lernen und unserer Meinungsbildung machen.
German Neubaum ist Juniorprofessor für „Psychologische Prozesse der Bildung in sozialen Medien" an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der UDE. Er hat selbst in Duisburg-Essen studiert und 2016 zur politischen Meinungsbildung in sozialen Medien promoviert. Forschungsaufenthalte führten ihn unter anderem nach Singapur und an die University of Michigan. Mit seiner Forschungsgruppe untersucht er, wie Online-Plattformen unsere Meinungsbildung, unser Lernen und unsere politische Teilhabe prägen und welche psychologischen Mechanismen dahinterstecken. Kurz gesagt ist er genau der richtige Gesprächspartner für die Frage, was zwischen Feed, Algorithmus und Filterblase mit unseren Köpfen passiert.
Was dich erwartet?
Viel Spaß beim Reinhören!
Zu Prof. Dr. German Neubaum: https://www.uni-due.de/media-psych-edu/neubaum_cv
In dieser Folge spricht Paul Przewloka mit Prof. Dr. Benjamin Paaßen, Professor für Wissensrepräsentation und Maschinelles Lernen an der Universität Bielefeld und assoziierter Forscher am Educational Technology Lab des DFKI. Paaßen forscht dort, wo Mathematik auf Moral trifft, an der Schnittstelle, an der maschinelles Lernen auf echte Menschenleben trifft. Gemeinsam sprechen sie über die COMPAS-Studie, die zeigt, wie ein Algorithmus bei der Einschätzung von Rückfallrisiken schwarze und weiße Angeklagte systematisch ungleich bewertet und was das über Fairness im Allgemeinen verrät. Was bedeutet Fairness eigentlich, wenn man sie mathematisch definieren muss? Und warum ist es so schwer, mehrere Fairness-Definitionen gleichzeitig zu erfüllen?Außerdem: Was steckt wirklich hinter maschinellem Lernen, was KI von menschlichem Lernen unterscheidet, an welchen Stellschrauben wir drehen können und wo auch die Grenzen liegen. Und: Was der EU AI Act in der Praxis tatsächlich verändern wird.Eine Folge für alle, die verstehen wollen, wie sehr KI unser Leben bereits prägt und warum die Frage nach fairer KI auch immer eine Frage an uns selbst ist.
Zu Prof. Dr. Benjamin Paaßen: https://ekvv.uni-bielefeld.de/pers_publ/publ/PersonDetail.jsp?personId=49941564
#KI #Fairness #MaschinellesLernen #COMPAS #EUAIAct #Algorithmen #Wissenschaft #Forschungsbrücken #KIEthik #Bildung
Suchmaschinen, die Bäume pflanzen. Brillen, die für einen Dollar das Leben verändern. Blinde Menschen, die mit ihrem feinen Tastsinn Brustkrebs früher erkennen als so manches Screening. Klingt nach Idealismus? Ist es nicht!
Es sind Beispiele für Social Entrepreneurship, einen Wirtschaftszweig, der längst aus der Nische heraus ist und ernsthaft wächst. Unternehmen, die nicht trotz ihres sozialen Gewissens erfolgreich sind, sondern gerade deswegen.
In dieser Folge zu Gast: Prof. Dr. Eva Jakob, Juniorprofessorin für Social Entrepreneurship an der Universität Bayreuth. Wir sprechen darüber, was Social Entrepreneure eigentlich von klassischen Unternehmen unterscheidet, wo das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Realität und sozialem Anspruch verläuft und warum dieser Spagat oft genau der Punkt ist, an dem echter Impact entsteht. Außerdem geht's ums Hiring: Was zeichnet Menschen aus, die in Social Enterprises einsteigen?
Eine Folge über Wirtschaft mit Haltung und darüber, warum „gut sein" und „erfolgreich sein" sich nicht ausschließen müssen.
Weiterführende Links:
Profil von Prof. Dr. Jakob: https://www.sent.uni-bayreuth.de/de/team/Eva_Jakob1/
Links zu Podcast von Frau Jakob: https://open.spotify.com/show/7HkbrFA1L1RYPvNj7gecIq?si=fc72863fd9b54ed0
Beispiele für Social Entrepreneurships:
Eindollarbrille: https://www.eindollarbrille.de/
Discovering hands: https://www.discovering-hands.de/
Mein Gast Prof. Dr. Florian Zimmermann ist Professor an der Universität Bonn und Forschungsdirektor beim IZA . Er forscht an der Schnittstelle von Wirtschaftswissenschaften und Psychologie, insbesondere zu Glaubensbildung und experimenteller Verhaltensökonomie. In dieser Folge besprechen wir Fragen wie: Warum halten wir an bestimmten Überzeugungen fest? Sind es eher emotionale Geschichten oder nüchterne Fakten, die unsere Meinung prägen? Und wie wirken Fake News – gerade auch dann, wenn wir wissen, dass sie falsch sind?
Wir sprechen darüber,
warum Geschichten oft überzeugender wirken als Fakten
wie Narrative unsere Wahrnehmung der Realität formen
warum Fake News wirken können – selbst wenn Menschen wissen, dass sie falsch sind
und was die Forschung über Meinungsbildung und Überzeugungen verrät.
Dabei geht es nicht nur um Desinformation im Internet, sondern um eine grundlegendere Frage:
Wie funktioniert menschliches Glauben eigentlich?
Die Forschung zeigt: Unsere Überzeugungen entstehen selten nur durch Fakten. Sie werden geprägt durch Narrative, soziale Dynamiken und psychologische Mechanismen – mit großen Folgen für Politik, Wirtschaft und gesellschaftliche Debatten.
Eine spannende Folge für alle, die verstehen wollen, warum Menschen glauben, was sie glauben.
Weiterführende Links zu Prof. Dr. Zimmermann:
Uni Bonn: https://www.econ.uni-bonn.de/de/fachbereich/professorinnen/florian-zimmermann
Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA): https://www.iza.org/de/people/staff/4682/florian-zimmermann/publications
In dieser Episode von Forschungsbrücken spreche ich mit
Markus Lehmkuhl, Professor für Wissenschaftskommunikation in digitalen Medien am
Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Markus Lehmkuhl forscht dazu, wie Wissenschaft in der digitalen Öffentlichkeit wahrgenommen, verstanden und bewertet wird. Er beschäftigt sich mit Fragen der Glaubwürdigkeit, der medialen Inszenierung von Forschung sowie mit der Rolle von Journalismus, sozialen Medien und zunehmend auch Künstlicher Intelligenz in öffentlichen Wissensdiskursen.
🧠 Darum geht es in der Folge
Was macht Wissenschaft verständlich, glaubwürdig und wirksam?
Wer wird im digitalen Diskurs gehört und wer nicht?
Welche strukturellen Ungleichheiten der Sichtbarkeit gibt es?
Verstärken Algorithmen bestehende Machtverhältnisse?
Ist KI ein potenzieller Gleichmacher oder eher ein Verstärker von Ungleichheit?
Eine Folge über Macht, Aufmerksamkeit, Vertrauen und die Frage, wie sich Wissenschaft in einer algorithmisch geprägten Öffentlichkeit behaupten kann.
Weiterführende Informationen zu Prof. Dr. Markus Lehmkuhl:
https://www.wmk.itz.kit.edu/1320_2270.php
In dieser Episode geht’s um eine Frage, die fast jede*r kennt: Warum handeln wir so oft anders, als wir es selbst für richtig halten?
Mein Gast ist Prof. Dr. Dominik H. Enste – Verhaltensökonom und Wirtschaftsethiker. Er ist Professor für Wirtschaftsethik und Institutionenökonomik an der TH Köln und arbeitet außerdem am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, wo er das Kooperationscluster „Verhaltensökonomik und Wirtschaftsethik“ leitet. Zusätzlich ist er Geschäftsführer der IW Akademie GmbH.
Wir sprechen über Themen im Spannungsfeld zwischen Ökonomie, Psychologie und Moralphilosophie und darüber, wie wir gesellschaftliche Großthemen anschauen können, ohne sie schönzureden, aber auch ohne so düster zu malen, dass am Ende nur Ohnmacht bleibt.
Das erwartet dich u. a.:- Warum Menschen Wissen und Handeln so oft nicht zusammenbekommen
- Wahrgenommene Ungleichheit: Was wir fühlen und wie man sinnvoll darüber sprechen kann
- Ob Deutschland „immer ungleicher“ wird (und warum die Debatte oft aneinander vorbeigeht)
- Wie man auf Themen wie Klimawandel oder Arm–Reich Schere realistisch schaut - klar, aber handlungsfähig
- Welche Rolle Normen, Regeln, Vertrauen und Verantwortung spielen, wenn Verhalten sich ändern soll
Weitere Quellen zu Prof. Dr. Dominik H. Enste:
TH Köln: https://www.th-koeln.de/studium/prof-dr-dominik-h-enste_130867.php
Institut der deutschen Wirtschaft: https://www.iwkoeln.de/institut/personen/dominik-h-enste.htmlIW Akademie: https://www.iw-akademie.de/blog/autoren/dominik-h-enste
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