Geld als Algorithmus: Warum Informatik und Ökonomie dasselbe Problem lösen
Informatik und Ökonomie lösen im Kern dasselbe Problem: Ein Ziel soll unter gegebenen Randbedingungen optimiert werden. Geld ist in diesem Sinne kein neutrales Tauschmittel, sondern ein Algorithmus – entstanden unter der Bedingung, dass Information schwer zu speichern, zu übertragen und zu verarbeiten war. Wie in der Informatik gilt: Ändern sich die Constraints, ändert sich die optimale Lösung grundlegend.
Die heutige Informationstechnologie hebt viele dieser historischen Einschränkungen auf. Was früher einen Preis brauchte, um Komplexität zu reduzieren, könnte künftig durch granulare, digitale Kommunikationskanäle ersetzt werden – etwa durch das Konzept von Mikroaktien, die einen dauerhaften Bezug zwischen Hersteller und Produkt herstellen. Gleichzeitig warnen die beiden Gesprächspartner vor einer anderen Entwicklung: Digitale, zentralisierte Systeme könnten alle analogen Alternativen schlicht übertreffen – mit Konsequenzen für Freiheit und gesellschaftliche Ordnung, die noch offen sind.
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