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Entgegen dem Bild einer »harten Bankerin« beschreibt sich Bettina Orlopp selbst als gelassen und eher zurückhaltend; besonders bei schwierigen Entscheidungen, die Arbeitsplätze betreffen, sei Härte nicht das passende Leitmotiv. Schwierige Entscheidungen gibt es seit ihrem Start im Konzernvorstand im Jahr 2016 viele. Und doch betont die Bankenmanagerin, dass ebendiese Gelassenheit und das Prinzip einer Sozialpartnerschaft der Schlüssel sind, warum die Bank auf Erfolgskurs ist.
Gemeinsam mit Rainer Esser reflektiert Bettina Orlopp, welche weiteren Lektionen aus ihrer Zeit als Partnerin bei McKinsey sie zur Commerzbank mitgebracht hat und wie diese ihr dabei helfen, auch unter dem Druck einer Übernahme durch den Großaktionär UniCredit die bestmögliche Lösung für Beschäftigte, Kundschaft und Aktionäre zu finden.
Als eine von drei Frauen an der Spitze deutscher DAX-Vorstände merkt Bettina Orlopp an, dass mehr Frauen in Führungspositionen nur möglich seien, wenn sich die gesamte Führungspyramide darunter entsprechend verändere. Unabhängig davon gibt sie Männern und Frauen gleichermaßen den Rat, Chancen proaktiv zu ergreifen und Risikobereitschaft und Resilienz mitzubringen.
Bettina Orlopp wurde 1970 in Solingen geboren; ihr Vater baute die Beratung McKinsey in Deutschland mit auf. Nach ihrem Studium der Betriebswirtschaftslehre begann auch Bettina Orlopp ihre Karriere bei der Unternehmensberatung, promovierte und wurde 2002 Partnerin. Nach fast 20 Jahren wechselte sie 2014 zur Commerzbank und rückte 2016 als erste Frau in der Geschichte der Bank in den Konzernvorstand auf. Nach Verantwortung für den Compliance-Bereich und das Finanzressort folgt sie 2024 als Vorstandsvorsitzende auf Manfred Knof.
In »Haben Sie kurz Zeit?« spricht Rainer Esser alle zwei Wochen mit CEOs, Vorstandsvorsitzenden und anderen Entscheidungsträgerinnen. Sie haben Fragen oder Anmerkungen? Schreiben Sie uns gerne an [email protected]
Als der Unternehmensberater Oliver Bäte 2008 ohne Umwege über stellvertretende Geschäftsführungspositionen direkt in den Vorstand der Allianz berufen wird, brauchte es dafür noch einer Sondererlaubnis des Finanzministeriums. Keine zehn Jahre später steht er als Vorstandsvorsitzender an der Spitze des Unternehmens.
In »Haben Sie kurz Zeit?« teilt Oliver Bäte, welche Lektionen er in Krisenzeiten der Branche und der Allianz gelernt hat: Im Kern gehe es für ihn weniger darum, Schuldige zu suchen, als möglichst schnell eine Lösung zu finden und nach vorn zu schauen. Dabei sieht er sich selbst in der Rolle des Verantwortlichen, um das Vertrauen von Partnern und Kunden als wichtigstes Gut zu schützen.
Rainer Esser und Oliver Bäte diskutieren gemeinsam über die Zukunft des deutschen Versicherungssystems; vor allem im Hinblick auf den Wandel durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Der Allianz-CEO betont, dass seine eigene Generation in der Pflicht sei, ihren Kindern eine gerechte und nachhaltige Gesellschaft zu hinterlassen: sowohl unternehmerisch als auch sozial-politisch.
Oliver Bäte wurde 1965 in Bensberg geboren. Nach einer Banklehre bei der WestLB leistete er Wehrdienst auf Sardinien und studierte Betriebswirtschaft in Köln; später erwarb er seinen MBA in New York. Er arbeitete rund 15 Jahre bei der Unternehmensberatung McKinsey, bevor er 2008 in den Vorstand der Allianz wechselte und dort 2015 das Amt des Vorstandsvorsitzenden übernahm. Seither hat sich der Aktienkurs der Allianz mehr als verdreifacht.
Diese Folge wurde am 3. August 2026 in München aufgenommen.
In »Haben Sie kurz Zeit?« spricht Rainer Esser alle zwei Wochen mit CEOs, Vorstandsvorsitzenden und anderen Entscheidungsträgerinnen. Sie haben Fragen oder Anmerkungen? Schreiben Sie uns gerne an [email protected].
Seit mehr als zwölf Jahren steht Timotheus Höttges als Vorstandsvorsitzender an der Spitze der Deutschen Telekom. Eine bemerkenswerte biografische Ironie: In seiner Jugend schrieb er für seine Band selbst Texte über gestresste Manager; heute führt er einen der größten Konzerne Deutschlands. In »Haben Sie kurz Zeit?« erzählt er, warum er als Manager auf radikale Transparenz setzt und in Diskussionen bewusst die Rolle des Antagonisten einnimmt.
Mit Rainer Esser spricht der Telekom-Chef von seiner Leidenschaft für Kunst und künstliche Intelligenz: darüber, wie er auf die globale Entwicklung von KI blickt und welche Bedeutung die Deutsche Telekom für die europäische digitale Souveränität einnehmen kann. Auch für die Zukunft des Unternehmens nach seiner Amtszeit hat der Telekom-Manager eine klare Vorstellung. Sein Führungsverständnis ist darauf ausgerichtet, ein eigenständiges Unternehmen aufzubauen, auf das er stolz von außen blickt, während er sich persönlichen Zukunftswünschen widmet – von weiterem gesellschaftlichem Engagement bis hin zum Traum einer Weltumsegelung.
Timotheus (Tim) Höttges wurde 1962 in Solingen geboren und folgte 2000 dem Ruf der Telekom-Mobilfunktochter T-Mobile nach Bonn. 2002 übernahm er den Vorsitz der Geschäftsführung von T-Mobile Deutschland als Nachfolger von René Obermann; dieser war es auch, der Timotheus Höttges dem Aufsichtsrat zum Jahresende 2013 als neuen Vorstandsvorsitzenden vorschlug.
In »Haben Sie kurz Zeit?« spricht Rainer Esser alle zwei Wochen mit CEOs, Vorstandsvorsitzenden und anderen Entscheidungsträgerinnen. Sie haben Fragen oder Anmerkungen? Schreiben Sie uns gerne an [email protected].
Als Christian Sewing 2018 das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank übernimmt, steht diese vor einer tiefgreifenden Restrukturierung mit Konsequenzen für tausende Mitarbeiter weltweit. Wie trifft man Personalentscheidungen dieser Tragweite und holt sich externen Rat ein, ohne die Entscheidung selbst zu delegieren? Im Austausch zwischen zwei CEOs spricht der Deutsche-Bank-Chef über die Bedeutung von Fairness und Verantwortungsbewusstsein – Werte, die er von seinem Vater gelernt hat, der ihn damals zur Banklehre statt der Karriere als Sportjournalist bewegte.
Welchen Standortvorteil ein demokratisches Deutschland bietet und wie sein eigener kultureller Hintergrund als Ostwestfale seinen heutigen Führungsstil prägt, teilt Christian Sewing im Gespräch mit Rainer Esser. Dabei blickt er nicht nur auf seine Rolle innerhalb der Deutschen Bank, sondern auch darüber hinaus: darauf, wie er als CEO Abstand zur Arbeit gewinnt und was er auf dem Tennisplatz über strategisches Management gelernt hat.
Christian Sewing wurde 1970 in Bünde (Ostwestfalen) geboren; sein Vater betrieb eine mittelständische Druckerei. Der Bankmanager ist seit 2018 Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bank AG und Präsident des Bundesverbands deutscher Banken (BdB). Als junger Mann spielte Sewing Tennis in der Oberliga und wollte Sportjournalist werden – auf Wunsch seines Vaters begann er 1989 jedoch seine Ausbildung zum Bankkaufmann in Bielefeld.
In »Haben Sie kurz Zeit?« spricht Rainer Esser alle zwei Wochen mit CEOs, Vorstandsvorsitzenden und anderen Entscheidungsträgerinnen. Sie haben Fragen oder Anmerkungen? Schreiben Sie uns gerne an [email protected]
Was treibt die Menschen an, die Unternehmen prägen und weitreichende Entscheidungen treffen? Wie gehen sie mit Verantwortung, Zweifeln und Herausforderungen um? Was können wir von ihnen lernen? In »Haben Sie kurz Zeit?« trifft Rainer Esser führende Personen aus der Wirtschaft – darunter Christian Sewing, Timotheus Hoettges, Bettina Orlopp und Oliver Bäte. Als Aufsichtsrat der ZEIT (nach 27 Jahren als CEO) begegnet Rainer Esser seinen Gästen auf Augenhöhe. Aus gemeinsamer Erfahrung entsteht ein persönlicher Austausch, für den sich selbst Menschen Zeit nehmen, die sonst kaum welche haben. Dieser Podcast wird produziert von Pool Artists.
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