Haltung statt Harmonie
Download on the App Store

Haltung statt Harmonie episodes

  • Vereinbarkeit ist kein Organisationsproblem: Wer trägt die Last?
    Warum Vereinbarkeit kein Organisationsproblem ist, sondern eine Frage, wer sich bewegen muss.

    Wenn der Kalender nicht aufgeht, liegt es nicht immer am Kalender. Manchmal liegt es daran, dass zu viel auf einer Seite steht.

    In dieser Folge geht es um:

    • Was mit Vereinbarkeit gemeint ist und wer dabei gar nicht vorkommt, von pflegenden Angehörigen bis zu Frauen ohne Kinder
    • Die Flexibilitätsfalle: warum Homeoffice Mütter oft zusätzlich belastet und Väter nicht
    • Kinderkrankentage: wer zu Hause bleibt, wenn das Kind krank ist, und was die Zahlen der Krankenkassen zeigen
    • Väter: was sich bewegt und was erstaunlich gleich bleibt
    • Der private Ausweg: Teilzeit, Jobwechsel, Selbstständigkeit und die Lücke beim Mutterschutz
    • Was du am Montag konkret tun kannst, ohne dir noch eine Aufgabe auf die Liste zu schreiben

    Fragen zum Weiterdenken: Was trägst du im Kopf, das eigentlich nicht nur deins ist? Und welche eine Sache gibst du diese Woche ab, ganz, mit allem Mitdenken?

    Quellen zur Folge:

    • Yvonne Lott (2019): Weniger Arbeit, mehr Freizeit? Hans Böckler Stiftung. Link
    • AOK: Kinderkrankenfälle 2025 und Anteil der Väter. Link
    • Barmer: Kinderkrankengeld 2024 nach Geschlecht. Link
    • Techniker Krankenkasse: Kinderkrankengeld 2026. Link
    • Bundesfamilienministerium: Elterngeld und Väterbeteiligung. Link
    • Elterngeldstatistik 2025 (Destatis). Link
    • Existenzgründungsportal des BMWE: Mutterschutz für Selbstständige. Link
    • Deutscher Bundestag: Anträge zum Mutterschutz für Selbstständige, Oktober 2026. Link
    • Verein Mutterschutz für Alle. Link

    Wer wird bei euch angerufen, wenn das Kind krank ist? Schreib mir auf Instagram, ich lese alles: instagram.com/haltungstattharmonie

    20 min
  • Frauennetzwerke: Warum Rat allein keine Türen öffnet
    Was Mentoring von Sponsoring unterscheidet und wie aus Kontakten konkrete Empfehlungen werden können.

    Gute Arbeit spricht nicht immer für sich. Anne Scharmach erzählt, wie ihre Erfahrungen in einem Unternehmens-Frauennetzwerk und beim Aufbau ihrer Selbstständigkeit ihren Blick auf Netzwerke verändert haben.

    In dieser Folge geht es um:
    - Mentoring und Sponsoring: Wer gibt dir Rat – und wer bringt deinen Namen ins Gespräch, wenn du nicht im Raum bist?
    - Das Tiara-Syndrom: die Hoffnung, dass gute Leistung irgendwann von selbst erkannt wird.
    - Frauennetzwerke als Schutzraum: Warum Vertrauen und ehrlicher Austausch wertvoll sind, aber nicht automatisch berufliche Türen öffnen.
    - Gezieltes Netzwerken: Warum eigene Interessen schnell nach Ausnutzen oder Anbiedern klingen können.
    - Lose Bekanntschaften: Welche Rolle Kontakte außerhalb des engen, vertrauten Kreises für neue Chancen spielen.
    - Echte Empfehlungen statt Angebotsposts: Warum andere verstehen müssen, für wen du welches Problem löst.

    Für den Business-Teil eines Frauennetzwerks möchte ich ausprobieren, Gesuche konkreter zu formulieren, beim nächsten Treffen nachzufragen und Frauen aktiv weiterzuempfehlen. Eine fertige Antwort darauf, wie daraus Kooperationen oder Aufträge entstehen, habe ich noch nicht.

    Fragen zum Weiterdenken: Wann hast du zuletzt jemanden konkret weiterempfohlen? Wann hast du selbst um eine Empfehlung gebeten? Und wenn du Führungskraft bist: Für wen sprichst du in Räumen, in denen sie nicht anwesend ist?

    Quellen zur Folge:

    • Robert K. Merton (1968): The Matthew Effect in Science. Science. Link
    • Herminia Ibarra, Nancy Carter und Christine Silva (2010): Why Men Still Get More Promotions Than Women. Harvard Business Review. Link
    • Carol Frohlinger und Deborah Kolb zum Tiara Syndrom. Link
    • Mark Granovetter (1973): The Strength of Weak Ties. American Journal of Sociology. Link
    • Yang Yang, Nitesh Chawla und Brian Uzzi (2019): A network's gender composition and communication pattern predict women's leadership success. PNAS. Link

    Du kennst ein Netzwerk, in dem Frauen sich wirklich weiterempfehlen? Schreib mir auf Instagram, ich will es wissen: instagram.com/haltungstattharmonie

    13 min
  • Anfangen kann ich. Aber dann?
    Warum Dranbleiben nicht immer richtig und Aufhören nicht immer Scheitern ist

    Ich bin wahnsinnig gut im Anfangen.

    Neue Idee? Großartig.

    In meinem Kopf gibt es kurze Zeit später einen Namen, ein Konzept und wahrscheinlich schon die Idee für einen Instagram-Account.

    Schwieriger wird es an dem Punkt, an dem aus einer Idee ein Projekt wird.

    Wenn die Neuheit verschwindet.

    Wenn Wiederholung dazukommt.

    Wenn es einfach Arbeit wird.

    Und genau dann taucht gerne irgendwo die nächste fantastische Idee auf.

    Also habe ich mich gefragt:

    Warum ist Anfangen manchmal so viel leichter als Dranbleiben?

    Und noch wichtiger:

    Muss ich überhaupt alles zu Ende bringen, was ich einmal angefangen habe?

    Denn „durchziehen“ hat einen ziemlich guten Ruf.

    Es klingt nach Disziplin, Stärke und Verlässlichkeit.

    Aufhören klingt dagegen schnell nach Scheitern, mangelndem Durchhaltevermögen oder Sprunghaftigkeit.

    Dabei ist die Sache psychologisch komplizierter.

    In dieser Folge geht es unter anderem darum,

    • warum Interesse und Motivation sich im Verlauf eines Projekts verändern können,

    • warum etwas wichtig sein kann, obwohl es gerade keinen Spaß macht,
    • warum wir manchmal das Ergebnis wollen, aber nicht den Weg dorthin,
    • wie bereits investierte Zeit, Geld und Energie unsere Entscheidungen beeinflussen können,
    • warum Kontinuität im Berufsleben häufig weniger Erklärung braucht als Veränderung,
    • und weshalb „Das passt nicht mehr zu mir“ manchmal eine kluge Erkenntnis und manchmal eine ziemlich elegante Ausrede sein kann.

    Ein psychologischer Mechanismus, den wir uns genauer anschauen, ist der Sunk-Cost-Effekt.

    Bereits investierte Ressourcen können dazu führen, dass wir an etwas festhalten, obwohl für die heutige Entscheidung eigentlich entscheidender wäre, was ab jetzt sinnvoll ist.

    Oder anders:

    Vergangene Investitionen sind kein Vertrag mit deiner Zukunft.

    Gleichzeitig ist Aufhören nicht automatisch die bessere Entscheidung.

    Fast alles, was uns langfristig wichtig ist, hat Phasen, die langweilig, anstrengend oder frustrierend sind.

    Fehlende Begeisterung bedeutet nicht automatisch fehlende Bedeutung.

    Und vielleicht liegt die schwierigste Frage genau dazwischen:

    Will ich aufhören, weil es nicht mehr zu mir passt?

    Oder:

    Will ich aufhören, weil ich an dem Punkt angekommen bin, an dem Motivation allein nicht mehr reicht?

    Eine Frage möchte ich dir aus dieser Folge mitgeben:

    Wenn du heute noch einmal ganz von vorne entscheiden könntest: Würdest du dich wieder dafür entscheiden?

    Nicht, damit du sofort etwas hinschmeißt.

    Sondern um einmal genauer hinzuschauen, warum du eigentlich noch weitermachst.

    Zum Weiterlesen

    Zur Motivation orientiere ich mich unter anderem an der Self-Determination Theory von [Richard M. Ryan und Edward L. Deci]. Sie unterscheidet verschiedene Formen von Motivation und zeigt unter anderem, dass wir Dinge aus Interesse und Freude tun können, aber auch, weil wir ihren Wert für uns persönlich anerkennen. Etwas muss also nicht immer Spaß machen, um selbstbestimmt und bedeutsam zu sein.

    In der Entscheidungspsychologie gibt es den sogenannten Sunk-Cost-Effekt. Vereinfacht gesagt können bereits investierte Ressourcen wie Zeit, Geld oder Energie dazu führen, dass wir an etwas festhalten, obwohl diese vergangenen Kosten für die Frage, was ab heute sinnvoll ist, eigentlich keine entscheidende Rolle spielen sollten.

    Arkes, H. R. & Blumer, C. (1985). The Psychology of Sunk Cost. Organizational Behavior and Human Decision Processes, 35(1), 124–140. DOI: 10.1016/0749-5978(85)90049-4.

    Vielleicht ist die Frage nicht, ob du durchhältst, sondern ob du noch weißt, warum du weitermachst.

    15 min
  • Was mache ich daraus? Wenn Erkenntnis allein noch nichts verändert
    Warum du nicht alles verändern musst, nur weil nicht mehr alles zu dir passt

    100 Downloads. ❤️

    Bevor es in dieser Folge um Veränderung geht, gibt es etwas zu feiern: „Haltung statt Harmonie“ hat die ersten 100 Downloads erreicht.

    Danke fürs Zuhören, Weiterempfehlen, für eure Nachrichten und dafür, dass dieser noch junge Podcast langsam seinen Platz findet.

    Und irgendwie passt dieser kleine Meilenstein ziemlich gut zum Thema dieser Folge.

    Denn ich wusste beim Start des Podcasts auch nicht genau, was daraus wird. Ich wusste nur, dass ich anfangen möchte.

    Nach „Wer bin ich heute?“ und „Wofür stehe ich?“ kommt heute die dritte Frage:

    Was mache ich daraus?

    Denn Erkenntnis allein verändert noch kein Leben.

    Ich kann verstehen, dass bestimmte Rollen nicht mehr zu mir passen. Ich kann meine Werte kennen, Erwartungen hinterfragen und ziemlich genau wissen, was ich nicht mehr möchte.

    Und trotzdem kann ich weitermachen wie bisher.

    In dieser Folge geht es um die Strecke zwischen Erkenntnis und tatsächlicher Veränderung.

    Ich erzähle davon, warum ich mir nach mehr als zwei Jahrzehnten im Konzern nicht einfach möglichst schnell ein neues Leben bauen möchte, das am Ende genauso funktioniert wie mein altes, nur mit einem anderen Jobtitel.

    Und von einer Frage, die mich deshalb gerade sehr beschäftigt:

    Wie möchte ich eigentlich leben, während ich das mache, was ich als Nächstes mache?

    Psychologisch schauen wir auf das Konzept der Possible Selves von Hazel Markus und Paula Nurius. Dabei geht es um Vorstellungen davon, wer wir einmal sein könnten, gerne wären oder auch nicht werden möchten.

    Der Blick richtet sich damit nicht nur darauf, wer wir bisher waren, sondern auch darauf, wer wir noch sein könnten.

    Aber Möglichkeit allein ist noch kein Grund für Veränderung.

    Nur weil ich etwas sein könnte, heißt das nicht, dass ich es sein möchte.

    Und Veränderung bedeutet auch nicht, dass vorher alles falsch war.

    Vielleicht ist dein Leben eigentlich ziemlich gut und passt trotzdem nicht mehr überall.

    Vielleicht möchtest du etwas verändern, ohne dein ganzes Leben auf links zu drehen.

    Vielleicht ist Bleiben richtig.

    Vielleicht darf sich etwas verändern.

    Und vielleicht weißt du es gerade einfach noch nicht.

    Drei Fragen kannst du aus dieser Folge für dich mitnehmen:

    1. Wo passt mein heutiges Leben bereits richtig gut zu der Person, die ich heute bin?

    2. Wo merke ich eine Lücke zwischen der Person, die ich heute bin, und dem Leben, das ich gerade führe?

    3. Welcher Bereich meines Lebens fühlt sich gerade so an, als dürfte ich ihn genauer anschauen?

    Mit dieser Folge endet die kleine Serie:

    Teil 1: Wer bin ich heute? Zwischen alten Rollen und neuem Selbstbild

    Teil 2: Wofür stehe ich? Zwischen eigenen Werten und fremden Erwartungen

    Teil 3: Was mache ich daraus? Wenn Erkenntnis allein noch nichts verändert

    Identität. Haltung. Veränderung.

    Und weil ich die Gedanken aus diesen drei Folgen nicht einfach mit der letzten Episode beenden wollte, entsteht daraus gerade auch etwas zum Weiterdenken:

    „Passt das noch zu mir?“

    Ein Reflexionsjournal mit neun Fragen für Frauen, deren Leben eigentlich gut ist, aber nicht mehr überall passt.

    Zum Journal

    Schreib mir gern auf Instagram

    Zum Weiterlesen

    Hazel Markus & Paula Nurius (1986): Possible Selves, American Psychologist, 41(9), 954–969.

    19 min
  • Wofür stehe ich? Zwischen eigenen Werten und fremden Erwartungen
    Warum Selbstbestimmung nicht bedeutet, dass dir egal sein muss, was andere denken

    In der ersten Folge dieser kleinen Serie ging es um die Frage:

    Wer bin ich heute?

    Doch wenn wir anfangen, unser Selbstbild zu aktualisieren, kommt irgendwann der unbequemere Teil.

    Wir müssen anfangen, danach zu handeln.

    Vielleicht sagen wir plötzlich Nein, obwohl wir früher Ja gesagt hätten. Wir treffen Entscheidungen, die andere nicht verstehen. Wir verändern unsere berufliche Richtung oder übernehmen Rollen nicht mehr automatisch.

    Und manchmal hören wir dann:

    „Was ist denn mit dir los?“

    Vielleicht bedeutet dieser Satz manchmal einfach:

    Du verhältst dich gerade nicht mehr so, wie ich dich kenne.

    Genau dort treffen Identität und Haltung aufeinander.

    In dieser Folge geht es deshalb um die Frage:

    Wofür stehe ich, wenn jemand anderes meine Entscheidung nicht gut findet?

    Ich erzähle auch von meinem eigenen neuen Kapitel nach mehr als zwei Jahrzehnten im Konzern und davon, wie schnell ich anfange, meine Entscheidungen zu erklären und zu begründen.

    Bis ich mich gefragt habe:

    Suche ich gerade wirklich Rat oder suche ich Erlaubnis?

    Denn zwischen „Deine Meinung ist mir wichtig“ und „Ich brauche deine Zustimmung“ liegt ein ziemlich großer Unterschied.

    Psychologisch schauen wir auf die Selbstbestimmungstheorie von Edward Deci und Richard Ryan. Sie beschreibt unter anderem drei psychologische Grundbedürfnisse: Autonomie, Kompetenz und soziale Eingebundenheit.

    Und gerade das Spannungsfeld zwischen Autonomie und Zugehörigkeit finde ich interessant.

    Wir möchten selbst entscheiden.

    Und wir möchten verbunden bleiben.

    Wir wollen unseren eigenen Weg gehen und gleichzeitig die Menschen, die wir lieben, nicht verlieren.

    Vielleicht ist deshalb weder permanente Anpassung noch ein „Mir doch egal, was andere denken“ die Antwort.

    Haltung kann viel leiser sein.

    Ich höre dich.

    Ich nehme deine Sorge ernst.

    Ich denke darüber nach.

    Und trotzdem darf die Entscheidung am Ende meine sein.

    Drei Fragen kannst du aus dieser Folge für dich mitnehmen:

    1. Wo wünsche ich mir gerade eigentlich keine Meinung, sondern Erlaubnis?

    2. Welche Entscheidung würde ich anders treffen, wenn ich sicher wüsste, dass niemand von mir enttäuscht wäre?

    3. Welche Reaktion müsste ich aushalten, wenn ich wirklich nach meinen eigenen Werten handeln würde?

    Vielleicht bedeutet Selbstbestimmung nicht, die Verbindung zu anderen abzubrechen.

    Vielleicht bedeutet sie, in Verbindung zu bleiben, ohne sich selbst dabei zu verlassen.

    Diese Folge ist Teil 2 meiner dreiteiligen Serie:

    Teil 1: Wer bin ich heute? Zwischen alten Rollen und neuem Selbstbild

    Teil 2: Wofür stehe ich? Zwischen eigenen Werten und fremden Erwartungen

    Teil 3: Was mache ich daraus?

    Zum Weiterlesen

    Edward L. Deci & Richard M. Ryan: The “What” and “Why” of Goal Pursuits: Human Needs and the Self-Determination of Behavior (2000)

    Eine gute Übersicht zur Selbstbestimmungstheorie findest du außerdem beim Center for Self-Determination Theory.

    19 min
  • Wer bin ich heute? Zwischen alten Rollen und neuem Selbstbild
    Warum Identitätsarbeit wichtiger ist als die beste Version von dir zu werden. Finde heraus, was wirklich noch zu dir passt.

    „Werde die beste Version deiner selbst.“

    Ein Satz, den wir ständig hören. Aber was, wenn wir gar keine bessere Version brauchen?

    Was, wenn die viel spannendere Frage lautet:

    Welche Version von mir ist eigentlich noch meine?

    Wir verändern uns. Durch Beziehungen, Kinder, Beruf, Erfahrungen, Krisen, Erfolge und einfach dadurch, dass Zeit vergeht. Unser Selbstbild verändert sich aber nicht unbedingt im gleichen Tempo mit.

    Und irgendwann laufen wir vielleicht noch mit Sätzen über uns herum, die längst nicht mehr stimmen:

    „Ich bin die Vernünftige.“

    „Ich brauche Sicherheit.“

    „Ich bin die, die alles zusammenhält.“

    „Ich bin eben so.“

    In dieser Folge von „Haltung statt Harmonie“ geht es darum, genau diese Sätze einmal zu hinterfragen.

    Ich nehme dich mit in meine eigene Veränderung nach mehr als zwei Jahrzehnten im Konzern und in die Frage, die mich gerade selbst beschäftigt:

    Will ich wirklich schon wissen, was ich als Nächstes mache, oder versuche ich möglichst schnell wieder eine neue Identität aufzubauen, die vernünftig und erfolgreich aussieht?

    Psychologisch schauen wir auf das Selbstkonzept und auf die Selbst-Diskrepanz-Theorie von E. Tory Higgins. Denn zwischen der Frau, die wir heute sind, der Frau, die wir gerne wären, und der Frau, von der wir glauben, dass wir sie sein sollten, kann ganz schön viel Spannung entstehen.

    Drei Fragen kannst du aus dieser Folge für dich mitnehmen:

    1. Wer bin ich geworden, weil diese Person gebraucht oder von mir erwartet wurde?

    2. Was davon fühlt sich heute tatsächlich noch nach mir an?

    3. Wenn ich niemandem erklären müsste, warum ich mich verändere, was würde ich anders machen?

    Vielleicht brauchst du gerade keinen neuen Fünfjahresplan.

    Vielleicht beginnt Veränderung viel früher.

    Mit der Frage:

    Wer bin ich heute?

    Diese Folge ist der Auftakt einer dreiteiligen Serie über Identität, Haltung und Veränderung.

    Teil 1: Wer bin ich heute?

    Teil 2: Wofür stehe ich?
    Teil 3: Was mache ich daraus?

    Wenn dir die Folge gefallen hat, abonnier „Haltung statt Harmonie“ und schick sie gerne an eine Frau weiter, die gerade selbst mitten in einem neuen Kapitel steckt.

    20 min
  • Nein sagen ohne Schuldgefühle: Grenzen setzen im Job
    Warum ein berechtigtes Nein sich oft falsch anfühlt. Entdecke, wie du Grenzen setzt, ohne dich zu verlieren.

    Kennst du das unangenehme Gefühl, wenn ein eigentlich berechtigtes Nein trotzdem falsch erscheint? In dieser Folge spreche ich darüber, warum es vielen Frauen so schwerfällt, klare Grenzen zu setzen – und warum Schuldgefühle dabei oft eine größere Rolle spielen als das eigentliche Nein. Ich teile Forschungsergebnisse, persönliche Erfahrungen und praktische Ansätze, die helfen, Automatismen zu durchbrechen und bewusstere Entscheidungen zu treffen. Gemeinsam hinterfragen wir alte Muster und entdecken, wie sich Verantwortung und Reaktion voneinander trennen lassen. Nimm dir die Zeit für eine ehrliche Pause zwischen Anfrage und Antwort – und finde heraus, welches Ja wirklich deins ist.

    • Babcock, L., Recalde, M. P., Vesterlund, L. & Weingart, L. (2017). Gender Differences in Accepting and Receiving Requests for Tasks with Low Promotability. American Economic Review, 107(3), 714–747.
    • Flynn, F. J. & Bohns, V. K. (2008). If You Need Help, Just Ask: Underestimating Compliance With Direct Requests for Help. Journal of Personality and Social Psychology, 95(1), 128–143.
    • Tangney, J. P., Stuewig, J. & Mashek, D. J. (2007). Moral Emotions and Moral Behavior. Annual Review of Psychology, 58, 345–372.
    • 23 min
    • Warum sich kompetente Frauen im Job oft zurücknehmen
      Was passiert, wenn Klartext zum Risiko wird? Entdecke die unsichtbaren Regeln, die Frauen im Job oft bremsen.

      Du hast eine berechtigte Kritik, klare Fakten und eine professionelle Einschätzung. Trotzdem schreibst Du nicht:

      „Das müssen wir ändern.“

      Du schreibst:

      „Vielleicht könnten wir noch einmal gemeinsam schauen, ob wir hier etwas verändern sollten.“

      Kommt Dir das bekannt vor?

      Viele kompetente Frauen investieren erstaunlich viel Energie darin, ihre Aussagen vorsichtiger, freundlicher oder weniger bestimmt klingen zu lassen. Schnell wird dieses Verhalten als mangelndes Selbstbewusstsein interpretiert.

      Doch diese Erklärung greift zu kurz.

      In dieser Folge schauen wir auf die psychologischen und gesellschaftlichen Mechanismen hinter dieser Anpassung. Denn Frauen bewegen sich im Berufsleben häufig zwischen zwei widersprüchlichen Erwartungen:

      Zeigen sie sich vorsichtig und zurückhaltend, gelten sie als nicht durchsetzungsfähig genug.

      Sprechen sie klar und bestimmt, werden sie schneller als schwierig, kalt oder unsympathisch wahrgenommen.

      Dieser sogenannte Double Bind lässt sich nicht allein mit einem weiteren Selbstbewusstseinsseminar lösen.

      In dieser Folge erfährst Du:

      warum Anpassung eine erlernte und teilweise sehr kluge Strategie sein kann
      was die Rollenkongruenztheorie über Frauen in Führungspositionen erklärt
      wie der Backlash-Effekt Kompetenz und Sympathie gegeneinander ausspielt
      warum Frauen für Klarheit oft einen anderen sozialen Preis zahlen als Männer
      weshalb Du Dich für frühere Anpassung nicht verurteilen musst
      wie Du sprachliche Weichmacher bewusster wahrnehmen kannst
      warum nicht nur Frauen anders sprechen, sondern wir alle anders zuhören müssen
      Die Ein-Sekunden-Regel

      Bevor Du Deine nächste klare Aussage abschwächst, halte eine Sekunde inne und frage Dich:

      Ist diese Einschränkung fachlich notwendig oder möchte ich gerade nur nicht anecken?

      Du musst das „Vielleicht“ nicht automatisch streichen. Es geht nicht darum, immer härter oder lauter zu werden.

      Es geht darum, aus einem unbewussten Reflex eine bewusste Entscheidung zu machen.

      Deine Reflexionsfragen

      Welchen Satz hast Du in den vergangenen Tagen leiser gesagt oder vorsichtiger geschrieben, als Du ihn eigentlich gemeint hast?

      Und:

      Hättest Du eine Frau für dieselbe klare Aussage genauso bewertet, wenn sie von einem Mann gekommen wäre?

      Wissenschaftliche Quellen

      Alice H. Eagly und Steven J. Karau:

      Role Congruity Theory of Prejudice Toward Female Leaders
      https://doi.org/10.1037/0033-295X.109.3.573

      Laurie A. Rudman und Peter Glick:

      Prescriptive Gender Stereotypes and Backlash Toward Agentic Women
      https://doi.org/10.1111/0022-4537.00239

      21 min
    • Ich glaube, sie merken gleich, dass ich keine Ahnung habe
      Warum das Hochstapler-Gefühl kein Beweis ist, sondern ein Zeichen von Wachstum

      Ich glaube, sie merken gleich, dass ich keine Ahnung habe.

      In der ersten Folge von Mind Balance Campus rede ich über das Gefühl, eine Hochstaplerin zu sein. Über den Gedanken, der ausgerechnet dann am lautesten flüstert, wenn man etwas Mutiges wagt. Ich erzähle, was das Impostor-Phänomen wirklich ist, woher es kommt, und welche kleinen Werkzeuge helfen, um aus der Spirale rauszukommen.

      Die wichtigste Botschaft vorweg: Dieses Gefühl ist kein Beweis dafür, dass du nicht gut genug bist. Es ist oft ein Nebeneffekt davon, dass du wächst.

      In dieser Folge:

      • Was das Impostor-Phänomen ist und warum es gerade die Kompetenten trifft
      • Woher das Gefühl kommt
      • Vier Werkzeuge gegen die Hochstapler-Spirale
      • Eine kleine Aufgabe für dich bis zur nächsten Folge
      • Deine Signaturfrage zum Mitnehmen: Was würdest du tun, wenn du dir glauben würdest, dass du gut genug bist?

        Schreib mir gern deine Antwort auf Instagram: @haltungstattharmonie

        Quellen und zum Weiterlesen

        • Clance, P. R., & Imes, S. A. (1978). The Imposter Phenomenon in High Achieving Women: Dynamics and Therapeutic Intervention. Psychotherapy: Theory, Research & Practice, 15(3), 241 bis 247. https://www.researchgate.net/publication/232455649_The_imposter_phenomenon_in_high_achieving_women_Dynamics_and_therapeutic_intervention
        • Bravata, D. M. et al. (2020). Prevalence, Predictors, and Treatment of Impostor Syndrome: A Systematic Review. Journal of General Internal Medicine. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7174434/
        • Global prevalence of imposter syndrome in health service providers: a systematic review and meta-analysis (2025). BMC Psychology. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12117965/
        • Hinweis zur Häufigkeit: Die oft genannten 70 Prozent stammen aus klinischen Beobachtungen. Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten kommen je nach Methode auf Werte zwischen 9 und 82 Prozent, eine Meta-Analyse auf gepoolte rund 62 Prozent.

          13 min
        • Trailer: Haltung statt Harmonie - Warum sich für Frauen in Führung so wenig verändert

          Dieser Podcast stellt eine Frage, die sich viele Frauen in Führung irgendwann stellen. Nicht laut. Aber sie stellt sich.

          Warum ist das alles so anstrengend? Warum zweifle ich, obwohl ich liefere? Warum passe ich mich an, obwohl ich es eigentlich nicht will?

          Die Antwort liegt nicht in dir. Sie liegt in Mustern, die tief in Systemen verwurzelt sind. Und die sich durchschauen lassen.

          Ich bin Anne Scharmach. Mit psychologischem Hintergrund und 24 Jahren Erfahrung in Unternehmen und Organisationen beschäftige ich mich mit den Mechanismen, die Frauen in Systemen prägen. Und ich habe angefangen, sie zu benennen.

          Haltung statt Harmonie gibt keine Ratschläge und keine Motivationsrhetorik. Sondern einen ehrlichen, psychologisch fundierten Blick darauf, was wirklich passiert.

          Für Frauen, die liefern, führen, funktionieren. Und sich manchmal fragen, ob das wirklich alles ist.

          Abonniere jetzt, damit du keine Folge verpasst.

          2 min

        About Haltung statt Harmonie

        From the publisher's feed

        Haltung statt Harmonie ist der Podcast für Frauen in Verantwortung, die verstehen wollen, warum Kompetenz im Job nicht einfach reicht. Kein Impostor-Syndrom als persönliches Problem. Kein…