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„Ich suche nicht mehr die Lösung für meine Herzensthemen in anderen Personen“, überlegt Antschana, als die beiden mal wieder darum ringen, dass die Herzen sich miteinander einschwingen, dass ihr Austausch an Tiefe gewinnt. Was hat Gott heute vorbereitet? Die beiden suchen den Eingang – und Antschana startet einfach mal mit einer Standortbestimmung: Hier komme ich her, jetzt steht mein Herz hier – wo geht‘s weiter?
Gott hat Tiefe und Erkennen. Er möchte Nähe und Beziehung unter uns bauen und schenkt uns dafür Gnade. Gnade, dass wir durchhalten, Gnade, die uns überrascht. Gnade, die uns Neugierde zurückgibt. Die Gnade, frei von uns selbst zu sein.
Manche Dinge sind einfach auch ein langer Weg. Schicht um Schicht um Schicht … Und manchmal schickt uns der Vater einfach den Engel Gabriel, der uns daran erinnert, dass Verheißungen gesprochen wurden, um erfüllt zu werden – so wie bei Zacharias.
Annalena fühlt sich heute wie „Der Himmel ist in ein kleines Fenster gebannt“. Da ist eine Schwere, eine Müdigkeit. Wenn Antschana nicht grade zum Austausch da wäre, könnte sich Annalena auch in einer Lethargie verlieren und einfach reglos vor sich hinstarren. Doch zum Glück ist Antschana ja gerade da!
Gemeinsam loten sie also den Unterschied zwischen geistlicher, seelischer oder körperlicher Müdigkeit aus. Sie erinnern sich daran, dass die Bibel uns in Richtung Endzeit vor allem zum Wachsein auffordert. Und sie finden relevante geistliche Schlüssel, um durch die Lethargie wieder in die Klarheit von Gottes Realität durchzubrechen:
Lobpreis zum Beispiel (#PraiseOpensPrisons) oder sich bewusst zusammenzuschließen. Auch gemeinsam dem Hirten zu folgen und sich darauf zu verlassen: „Wenn ich gerade gar nichts sehen kann, die Wahrheit für mich wie vernebelt ist – Jesus ist da und er ist nie lost!“
Praise opens Prisons: https://www.youtube.com/watch?v=Ufzn0-nNhps
Dieses Jahr hat Antschana im Sommerurlaub an der Nordsee vor allem ihren eigenen Gedanken zugehört – und nicht, wie sonst immer, zehn Bücher verschlungen. Dabei hat sie gemerkt, dass sich ihr Herz gerade auf der Suche nach dem Unterschied zwischen „Ich muss“ und „Ich will“ befindet.
Wie hängen Müssen und Wollen eigentlich miteinander zusammen? Spielt das, was ich will, für Gott überhaupt eine Rolle oder löse ich mich in seinem Willen eh komplett auf? Könnte das Hingabe sein, dass ich freiwillig ein „Ich muss“ wähle, weil ich etwas von ganzem Herzen erreichen will?
Die beiden gehen der Ahnung nach, dass es etwas Neues über den Christus in uns zu lernen gibt. Sie staunen über die große Zufriedenheit, aus vollem Herzen „Ich will“ zu sagen. Sie überlegen, was sie eigentlich am meisten begehren, landen voller Leidenschaft bei Jahwe Schalom – und Annalena singt ein neues Herzenslied.
„Welche Emotion hast du in der letzten Zeit am häufigsten empfunden?“ Prompt kommt die Antwort aus Antschanas Herz: Widerstand. Und ja, damit kann sich Annalena auch identifizieren.
Die beiden tauschen sich über Wachstumsphasen aus, Leiterschaftswunden, Lieblosigkeit und die Erkenntnis, an welcher Stelle sie in der letzten Zeit wie ein trotziges Schaf in der Herde von Jesus sind. Überall, wo Unreife überwunden werden soll, da reagiert das Herz manchmal unwillig. Denn Überwinden befördert oft alten Schmerz und tief sitzende Angst nach oben. Oh ja, diese quengelnden, genervten, überforderten, unwilligen Herzenstöne – unangenehm!
Am Ende sind die beiden mal wieder baff, wie der Heilige Geist ihre Herzen in Schwingung versetzt, genießen die Zeugniskraft und landen bei der erstaunlichen Realität von Buße.
Bei einem verspäteten Frühjahrsputztag hat Annalena die Apostelgeschichte als Hörbuch gehört – und war dabei andauernd zu Tränen gerührt. Warum eigentlich? „Der Glaube kommt ja auch vom Hören“, weiß Antschana und die beiden tauchen ein: Zeugnisse von Märtyrern, die für das Leben mit dem Unsichtbaren für immer neue Maßstäbe setzen. Die ersten Evangeliumspredigten überhaupt mit ihrer erschütternden Durchschlagskraft. Und diese klare Art des Heiligen Geistes, die Nachfolger in eine nie gekannte Hingabe und auf vorbestimmten Routen zu leiten.
Und heute? Die beiden überlegen, warum so viele von uns nicht mehr zum Vor-Corona-Gemeindealltag zurückkehren. Sie schwelgen in Super-Buch-90er-Erinnerungen. Sie versuchen sich an einer Einschätzung, was der nächste große Move Gottes auf der Erde ist. Und sie wittern an ihrem inneren Horizont einen Lebenshauch, Auferstehung, Herzschlag im Gleichklang.
Annalena und Antschana reden über Wahrheit und Konfrontation.
Darüber, dass Wahrheit korrigiert. Das ist wichtig, aber heikel. „Läufst du gern als Abrissbirne durch die Gegend?“, fragt Annalena, die Gerichtworte der alttestamentlichen Propheten im Ohr und so manche Verschwörungstheorie von heute vor Augen. Wie bringen wir Wahrheit in Liebe, die ausrichtet und gleichzeitig ermutigt?
Und dann ist da einfach der Krieg. Mitten hinein in unser ganz normales Leben, Zukunft planen und Herz aufräumen werden wir konfrontiert: mit echter, wahrer Not von Menschen, mit Zorn über die Sinnlosigkeit, mit der Ohnmacht den Mächtigen gegenüber, mit der Last von alten Fehden zwischen Völkern, mit Ungerechtigkeit, Trauma, Tod.
Das erste Mal, seit die beiden in diesem Podcast unterwegs sind, schauen sie auf die Weltbühne. Es ist einfach jetzt eine ganz andere Nummer, über Herzensthemen auszutauschen. Leid bekommt eine extreme, existenzielle Dimension. Antschana merkt bei sich selbst: So richtig bereit, wirklich, echt, mit einem wachen, mitfühlenden Herzen hinzuschauen und hinzuhören – das ist ganz schön krass. Das braucht eine besondere Herzenskapazität.
Sie suchen einen Weg, Jesus als kriegerischen Löwen und Kriegsherrn anzuschauen. Sie werden vom Heiligen Geist erfrischt, der sich wie ein wohlwollender Partner korrigierend und führend beim Tanzen mit uns bewegt. Und Antschana überrascht Annalena mit einer kleinen, tiefen Frage.
Antschana und Annalena folgen dem Überfluss-Level in ihren Herzen – hinein ins Schweigen.
Es ist, wie wenn man mit jemandem auf dem Sofa sitzt, keiner etwas sagt, aber kein peinliches Schweigen entsteht, sondern es ist einfach nur gut und nah. Antschana wusste in so einem Momet, dass dieser Jemand ab jetzt ihre beste Freundin ist. Und Annalena überlegt: „Es muss diesen Ruheort für unsere Herzen doch auch mit Gott geben!“ Den Ort, wo es einfach gut ist, wie es ist. Ohne dass die Herzensquelle gerade verstopft ist oder sonst etwas herzfordernd wäre.
Stimmt, aber ist es dann nicht total langweilig? Da passiert ja gar kein Drama mehr, wo bleibt da Platz für tiefe Emotionen? Womit beschäftigen wir uns, wenn tatsächlich alles gut ist in uns? Was kommt nach dem Durchbruch, nach dem Überwinden, nach den Abgründen und Herzensmauern?
Die beiden bekommen eine Ahnung davon, dass die Ruhe in Gott und das befriedete Herz etwas zum Behalten ist – keine Momentaufnahme. Sie räumen mit der Vorstellung auf, dass ernsthafte Nachfolge immer nur hart sein muss. Sie kosten den Geschmack von einem stillen Raum mit großer Kuppel voller knisternder Verheißung wie bei einem Kaktuseis. Und Annalena verliert öfter mal den Faden.
Für Annalena und Antschana hat das alte Jahr intensiv geendet und das neue intensiv gestartet.
Nach der längeren Pause genießen es die beiden sehr, ihre Erinnerungsstücke zu teilen. Erinnerungsstücke von unsichtbaren Erlebnissen wie Muscheln aus einem Urlaub am Strand. Sichtbare Schätze, um festzuhalten, was Gott im Unsichtbaren gewirkt, geredet, vorangebracht hat.
Die beiden suchen nach Haltepunken, was der Unterschied zwischen Seelenpower und der Kraft des Geistes ist. Sie erschließen sich das Epheser-3,18-Modell, tauchen in die vier Dimensionen der Liebe Gottes ein und wagen einen herzfordernden Blick auf sehr entscheidende Momente in ihrer eigenen Geschichte mit Gott: nämlich den Moment, als die Kraft des Evangeliums persönlich wurde und ganz neu, frisch, lebensverändernd in die Tiefe ihrer Herzen fallen konnte.
Gemeinsam staunen sie darüber, wie intensiv die Sehnsucht nach Jesus sein kann und nach dem, was ewig bleibt – aufgefrischt durch ein Herzenszeugnis. Sie sind dankbar darüber, wie Gott sein Herz ausschüttet. Und sie wagen einen Blick in unsere ewige Zukunft.
Antschana und Annalena drucksen herum.
Das Gespräch kommt nicht wie gewohnt in den Fluss. Was will Antschana eigentlich sagen? Sie sei zu leichtfertig gewesen, will sich entschuldigen. Annalena kann dem Reflex nicht widerstehen, sich zu rechtfertigen. Hm, und was jetzt?
Es geht uns in den allermeisten Fällen doch genau so: Wir finden erst mal keine Worte für das, was in unseren Herzen abgeht. Es kostet jedes Mal einen Überwindungsschritt, überhaupt jemanden ganz reinschauen zu lassen – in tieferliegenden Schmerz, wo wir uns schämen, anderen Schmerzen zugefügt zu haben, weil wir zu leichtfertig waren, obwohl wir doch wertschätzend leben wollen.
Die beiden haben sich entschieden, das Ringen um dieses Gespräch nicht rauszuschneiden, sondern stehen zu lassen. Sich ganz bewusst herzfordern zu lassen. Sie loten die Unterschiede zwischen Leichtigkeit und Leichtfertigkeit aus, sind geschockt von so manchem Klotz am Herz, überrascht, wie Gott durch Träume zu uns reden kann – und sie entdecken die Tür zum Leben, mitten im Schmerz.
Annalena hat Antschana zu ihrer Geburtstagsfeier eingeladen.
Dieses Miteinander ist erstmal Genuss pur. Quatschen, zusammen sein, lecker essen, Sommersonne, echte Nähe, Lachen, tiefe Gespräche – einfach großartig! Auf dem Heimweg merkt Antschana aber noch eine andere Spur in ihrem Herzen: Misstrauen.
Jetzt stellen sich die beiden den herzfordernden Fragen: Kann ich in Gemeinschaft wirklich sicher sein? Wohin mit all dem Unheilen und dem Emotionschaos in mir? Warum denke ich eigentlich, dass ich das, was Gottes Maßstab von Einheit, Nähe und Gemeinschaft ist, nie und nimmer aushalten könnte? Woher kommt diese Sterbensangst, wenn ich daran denke, dass andere alles sehen könnten, was ich an mir selbst nicht leiden kann?
Sie begeben sich auf die Suche nach dem geistlichen Raum des Lichts, loten Bilder von Sterben, Feuer und Eiterbeulen aus und finden einen Regenbogen.
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