
Sign up to save your podcasts
Or


In dieser Folge widmen sich Alex und Tobi einem Thema, das wohl jede Lehrkraft aus dem Schulalltag kennt, das aber im Studium und Referendariat oft viel zu kurz kommt: ADS und ADHS im Unterricht.
Wie führen wir neurodivergente Schülerinnen und Schüler erfolgreich an Lerninhalte heran, ohne dass alle Beteiligten verzweifeln? Tobi wirft hierbei einen ganz besonderen Blick auf das Thema, denn er ist dreifach betroffen: als diagnostizierte Lehrkraft, als Vater und als Lehrer.
Gemeinsam räumen die beiden mit Vorurteilen auf und erklären, warum das klassische Regelschulsystem und ADHS-Gehirne fundamental im Konflikt stehen. Außerdem erfahrt ihr, warum ADHS-Köpfe wie „Ferraris mit Fahrradbremsen“ funktionieren und mit welchen simplen, kostenlosen Methoden ihr sofort für Entlastung im Klassenzimmer sorgen könnt.
Die wichtigsten Learnings aus dieser Folge:
Spektrum statt Schublade: Neurodivergenz ist nicht binär. Etwa 5 % aller Lernenden sind betroffen – die Intelligenz ist dabei völlig normal verteilt, es handelt sich schlicht um ein Performance-Problem im starren Schulsystem.
Die Inhibitionsschwäche: Warum Betroffene sich nicht einfach „nur mehr zusammenreißen“ müssen und warum dieser Anspruch so fehlerhaft ist, wie einen Linkshänder zum Schreiben mit der rechten Hand zu zwingen.
Jetzt oder Nicht-Jetzt: Das veränderte Belohnungssystem und Zeitempfinden von ADHS-Gehirnen und warum abstrakte, langfristige Ziele (wie Noten am Schuljahresende) dort motivationstechnisch ins Leere laufen.
Das Paradoxon von Kaffee und Ritalin: Warum Aufputschmittel bei Neurodivergenten paradoxerweise für innere Ruhe und eine gestärkte Impulskontrolle sorgen.
Praktische Quick-Tipps für deinen Unterricht (Sofort umsetzbar!):
Räume für Selbstregulation & Bewegung schaffen: Bewegung gezielt einbauen! Nutze Laufdiktate statt klassische Diktate, einen Gallery Walk statt mündlicher Sicherung oder verlege den Unterricht bei gutem Wetter nach draußen.
Energie unauffällig abführen: Erlaube Werkzeuge wie Knetbälle oder Fidget-Spinner unterm Tisch, damit betroffene Kinder ihre motorische Unruhe abbauen und den Fokus halten können.
Das Prinzip der Co-Regulation (Body Doubling): Setze unruhige Lernende ganz nah an deinen Lehrertisch. Die räumliche Nähe und die Präsenz deines eigenen Nervensystems helfen dem Kind empirisch nachweisbar, ruhiger zu werden.
Mit offenen Karten spielen: Sprich vorher mit dem Kind. Wenn es einverstanden ist, thematisiere die Diagnose transparent vor der Klasse, um das Gefühl einer „Extrawurst“ oder Bestrafung gar nicht erst entstehen zu lassen.
Supporte uns! 📣
By Tobias Kammer und Alexander BöhleIn dieser Folge widmen sich Alex und Tobi einem Thema, das wohl jede Lehrkraft aus dem Schulalltag kennt, das aber im Studium und Referendariat oft viel zu kurz kommt: ADS und ADHS im Unterricht.
Wie führen wir neurodivergente Schülerinnen und Schüler erfolgreich an Lerninhalte heran, ohne dass alle Beteiligten verzweifeln? Tobi wirft hierbei einen ganz besonderen Blick auf das Thema, denn er ist dreifach betroffen: als diagnostizierte Lehrkraft, als Vater und als Lehrer.
Gemeinsam räumen die beiden mit Vorurteilen auf und erklären, warum das klassische Regelschulsystem und ADHS-Gehirne fundamental im Konflikt stehen. Außerdem erfahrt ihr, warum ADHS-Köpfe wie „Ferraris mit Fahrradbremsen“ funktionieren und mit welchen simplen, kostenlosen Methoden ihr sofort für Entlastung im Klassenzimmer sorgen könnt.
Die wichtigsten Learnings aus dieser Folge:
Spektrum statt Schublade: Neurodivergenz ist nicht binär. Etwa 5 % aller Lernenden sind betroffen – die Intelligenz ist dabei völlig normal verteilt, es handelt sich schlicht um ein Performance-Problem im starren Schulsystem.
Die Inhibitionsschwäche: Warum Betroffene sich nicht einfach „nur mehr zusammenreißen“ müssen und warum dieser Anspruch so fehlerhaft ist, wie einen Linkshänder zum Schreiben mit der rechten Hand zu zwingen.
Jetzt oder Nicht-Jetzt: Das veränderte Belohnungssystem und Zeitempfinden von ADHS-Gehirnen und warum abstrakte, langfristige Ziele (wie Noten am Schuljahresende) dort motivationstechnisch ins Leere laufen.
Das Paradoxon von Kaffee und Ritalin: Warum Aufputschmittel bei Neurodivergenten paradoxerweise für innere Ruhe und eine gestärkte Impulskontrolle sorgen.
Praktische Quick-Tipps für deinen Unterricht (Sofort umsetzbar!):
Räume für Selbstregulation & Bewegung schaffen: Bewegung gezielt einbauen! Nutze Laufdiktate statt klassische Diktate, einen Gallery Walk statt mündlicher Sicherung oder verlege den Unterricht bei gutem Wetter nach draußen.
Energie unauffällig abführen: Erlaube Werkzeuge wie Knetbälle oder Fidget-Spinner unterm Tisch, damit betroffene Kinder ihre motorische Unruhe abbauen und den Fokus halten können.
Das Prinzip der Co-Regulation (Body Doubling): Setze unruhige Lernende ganz nah an deinen Lehrertisch. Die räumliche Nähe und die Präsenz deines eigenen Nervensystems helfen dem Kind empirisch nachweisbar, ruhiger zu werden.
Mit offenen Karten spielen: Sprich vorher mit dem Kind. Wenn es einverstanden ist, thematisiere die Diagnose transparent vor der Klasse, um das Gefühl einer „Extrawurst“ oder Bestrafung gar nicht erst entstehen zu lassen.
Supporte uns! 📣