© Gabriel D. Kirchner
Musik ist nicht nur Sache von Erwachsenen. Die meisten Kinder lieben es, mehr oder weniger lautstark zu singen oder zur Musik zu tanzen. Neben gängigen Kinderliederklassikern oder Discoversionen für die Kleinsten gibt es auch das Genre der christlichen Kinderlieder.
ERF Medien hat mit Daniel Kallauch gesprochen und hat bei dem langjährigen Puppenspieler und Singer-Songwriter christlicher Kinderlieder nachgehört, was gute Musik für die Kleinsten ausmacht und wie gemeinsames Singen die Generationen im Gottesdienst miteinander verbinden kann.
ERF Medien: Die Corona-Krise hat Sie als frei schaffenden Musiker auf besondere Weise getroffen. Gibt es ein Kinderlied, das Sie in den Herausforderungen der letzten Wochen ermutigt hat?
Daniel Kallauch: Ich habe mir immer wieder eines meiner Lieder selber vorgesungen: „Wenn ich dir vertrau, mein Gott, bekomm ich neue Kraft“. Da heißt es im ersten Vers: „Ich fühl mich heute müde, ganz klein und gar nicht stark, wie soll ich alles schaffen an diesem Tag?“ Das hat mir geholfen, den Blick auf Gott zu richten und nicht auf das Durcheinander dieser verrückten Wochen, in denen ich zudem intensiv mit einer Crowdfunding Kampagne beschäftigt war, um eine CD Produktion zu retten.
ERF Medien: Lieder sind wie ein geistliches Erbe. Was bedeutet dieses Wissen für Sie, wenn Sie neue Lieder schreiben?
Daniel Kallauch: Jedes Lied ist ein Wagnis und niemand kann vorher sagen, ob es gerne gesungen wird und die Seele berührt. Aber ich hoffe beim Schreiben immer darauf, dass es mir gelingt, dass kleine Menschen dieses Lied wie einen Schatz in ihren Herzen und Gedanken durch ihr Leben tragen.
„Lieder gehen unmittelbar ins Herz.“
ERF Medien: Welche Rolle spielen Lieder ganz grundsätzlich dabei, wenn Eltern oder Erzieher Kindern Werte oder Glaubensinhalte vermitteln möchten?
Daniel Kallauch: Lieder gehen mit ihren Melodien unmittelbar ins Herz. Sie werden als Wahrheiten einfach geglaubt. Auch Erwachsene glauben das, was sie singen. Wenn sie ein Lobpreislied beispielsweise oft genug gesungen haben, gehen sie häufig auch davon aus, dass der Text sogar in der Bibel steht, obwohl dies manchmal gar nicht der Fall ist. Deswegen ist das Schreiben von Kinderliedern mit Inhalten des christlichen Glaubens auch mit einer großen Verantwortung verbunden.
ERF Medien: Was bedeutet dieses Wissen für Sie in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft?
Daniel Kallauch: Ich glaube, dass Menschen - egal ob sie gläubig sind oder nicht - den Wunsch in sich tragen, einen Sinn für ihr Leben zu finden. Lieder können dafür ein Ausdruck sein. Ich bemühe mich darum, Lieder zu schreiben, die unreligiös in ihrer Wortwahl sind, aber eine tiefe Sehnsucht nach diesem wunderbaren und geheimnisvollen Gott wecken, an den ich als Christ glaube.
?ERF Medien: Was macht ein gutes Kinderlied in dieser Hinsicht aus?
Daniel Kallauch: Ich bemühe mich darum, keine Allgemeinplätze frommer Aussagen in meinen Liedern aneinander zu reihen. Es muss konkreter werden. Da reicht ein „Preis den Herrn“ oder „Halleluja“ nicht aus. Das gilt übrigens nicht nur für Kinderlieder. Was bedeutet das, was dort gerade gesungen wird, für mich? Hat es etwas mit meinem Leben zu tun, oder sind es nur fromme Floskeln? Ich habe mittlerweile über 400 Lieder veröffentlicht und nur in einem kommt das Wort Halleluja vor; das war ein Ausrutscher aus dem Jahr 1994 [lacht].
„Jede Zeit hat ihre Lieder“
ERF Medien: Haben sich die Themen, die in christlichen Kinderliedern vermittelt werden, in den letzten Jahrzehnten eigentlich verändert?
Daniel Kallauch: Ganz bestimmt! …