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Pfarrer Gereon Alter (Foto: Gereon Alter) Auf seinem Drahtesel hat Pfarrer Gereon Alter inzwischen mehr als 40 Länder der Welt bereist. Von Kuba und der großen Canon Tour in den USA bis hin zum 860-km-langen Abenteuer im Himalaya und Jordanien, dem Land der Bibel mit dem Moses-Berg Nebo und der Taufstelle Jesu. Beim „Adventure Cycling“ kommt Gereon Alter nicht nur den Menschen dort, sondern auch Gott und sich selbst sehr nah. Lucia Ewald hat den katholischen Geistlichen für die ERF Plus-Sendung Calando gefragt, was er auf seinen abenteuerlichen Radtouren alles erlebt hat und welche Grenzerfahrungen er dabei gemacht hat. Im Folgenden lesen Sie Ausschnitte aus dem Interview.
ERF Medien: Herr Pfarrer Alter, Sie sind seit den 1980er Jahren mit dem Rad unterwegs. Sie haben in den letzten Jahren mehr als 60 000 Kilometer per Rad zurückgelegt und rund 40 Länder bereist. Was fasziniert Sie so am Radeln?
Pfarrer Gereon Alter: Es ist die Intensität des Erlebens. Wenn ich vergleiche, ich habe in einem Jahr eine Reise mit einem Auto und mit einem Fahrrad in der gleichen Region gemacht. Ich kann mich heute noch sehr detailreich an die Fahrradtour erinnern. Ich habe noch Gerüche in der Nase. Bilder vor Augen. Stimmen von Menschen in den Ohren. Die Autoreise ist weitestgehend weg. Kaum noch Erinnerungen. Aber es ist einfach die Intensität des Erlebens.
Der Himalaya verlangt Vollausrüstung
ERF Medien: Wohin ging Ihre letzte große Fahrt?
Pfarrer Gereon Alter: Die letzte große Reise ging nach Kuba im Frühjahr diesen Jahres – für mich das erste Mal in der Karibik. Es war großartig. Da ist natürlich der Reichtum eines tropischen Landes mit all den Früchten und der üppigen Vegetation, die Musik, die Fröhlichkeit der Menschen. Das ist das eine. Das findet man aber auch in Pauschalurlaubsprospekten. Was ich nochmal spannend fand, ist auch mitzubekommen, dass Kuba ein sehr, sehr armes Land ist. Ein Land, das von dem Regime sehr gebeutelt worden ist. Diese Spannungen mitzubekommen, die Unterschiede wahrzunehmen. Dann immer die Frage für mich: Wie leben Christen in einem solchen Land? Auf der einen Seite haben sie sich arrangiert mit den politischen Verhältnissen. Auf der anderen Seite haben sie sich aber auch etwas sehr Ursprüngliches bewahrt, eine ursprüngliche christliche Fröhlichkeit.
ERF Medien: Was nehmen Sie so alles mit auf Ihre Radtouren?
Pfarrer Gereon Alter: Das hängt sehr vom Reiseziel ab. Der Himalaya verlangt Vollausstattung. Das heißt, Zelt, komplette Campingausrüstung, damit ich meine Mahlzeiten zubereiten kann. Ich habe dann einen Wasserfilter dabei, damit ich unabhängig auch Trinkwasser generieren kann. Warme Kleidung. Kalte Kleidung. Also das wiegt dann insgesamt schon so 25 bis 30 Kilo.
Gottesdienst einmal anders – Geldopfer jubelnd und tanzend zum Altar gebracht
ERF Medien: Fällt es Ihnen eigentlich immer leicht, sich für das Rad zu entscheiden? Das bedeutet ja auch immer eine große Kraftanstrengung. Es gibt ja auch bequemere Arten zu Reisen – oder?
Pfarrer Gereon Alter: Natürlich gibt es auf einer Fahrradreise auch Momente, wo man sich fragt: Warum machst du das eigentlich? Oder wo man einfach mal durchhalten muss. Ein Abschnitt, der unangenehm ist. Aber die Belohnung ist so groß, dass es mich immer wieder neu hinaufzieht, weil es gibt solche Highlights, solche wunderschönen Erlebnisse, die sich auf keine andere Weise des Reisens erleben lassen. Das weiß man aus Erfahrung und das kommt auch wieder. Und dann bricht man wieder auf.
ERF Medien: Welche Reise hat Sie am meisten beeindruckt? Und warum?
Pfarrer Gereon Alter: …