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"GUTEN MORGEN!" rief er viel zu laut mit heftigem Kopfnicken und mehrmaligem beidäugiegen Augenzwinkern einer Hotelangestellten zu, die aus dem noch geschlossenen Speisesaal kam, in dem gerade das Interkontinentalfrühstück vorbereitet wurde. Er war schon um 5:30 Uhr aufgestanden, aufgeregt, voller Vorfreude und wartete nun etwas verfrüht auf den Einlass in den Saal zum Frühstück um 6:30 Uhr.
Allein auf weiter Flur und in leiser Leere frühstückte er schließlich und fragte sich dabei, wo denn eigenlich die Anderen blieben. Nach dem zweiten Kaffee nahm er noch einen dritten, um die Zeit totzuschlagen und fitt zu sein. Allerdings wurde er von der braunen Volksdroge nur noch nervöser als eh schon. Das Koffein gelangte über die Blut-Hirn-Schranke in sein Nervensystem und machte sich durch Übererregung, Hitze und Schwitzen sowie leichter Flattrigkeit und Ungeduld bemerkbar.
Nach und nach betraten die anderen Teilnehmenden den Speisesaal. "GUTEN MORGEN! HALLO!" schallte es ihnen vom Frühaufsteher entgegen. Dazu heftiges Nicken und penetrantes Augenzwinkern.
Später die gleiche Szene: Er stand als erster alleine vor dem Vortragssaal und wartete nervös. Als auch hier Einlass gewährt wurde, suchte er sich seinen Platz. Er entdeckte sein Namensschild sehr weit hinten auf einem Tisch in der letzten Reihe. Dort setzte er sich, packte seine Sachen, wie Laptop, Schreibblock und Kuli, aus, legte allles ordenlich zurecht und bereitete sich akribisch auf die Vorträge vor. Anschließend wartete er auch hier wieder eine halbe Stunde, bis auch die anderen herein gekommen waren und sich setzten, nicht ohne erneut von ihm auf die gleiche Weise begrüßt zu werden. "HALLO!", "HEY!" (nick nick, zwinker zwinker).
Aufmerksam und erregt lauschte er den Vorträgen, machte sich eifrig Notizen und schrieb Fragen auf. Mit diesen sparte er auch nicht, als es zu den anschließenden Fragerunden kam. Er war einer derjenigen die dann weit ausholten und selbst einen Vortrag zu ihrer Frage hielten, um Kompetenz und Wissen zu zeigen. Mit Enthusiasmus und leichter Überheblichkeit stellte er seine ausufernden Fragen, hitzig, schwitzig. "Danke für ihr Engagement, aber das würde jetzt hier den Rahmen sprengen." sagte die Moderatorin nett lächelnd, aber bestimmt zu ihm, als er bereits die dritte Frage infolge zu einem Vortrag stellte. Übertrieben freundlich nickend nahm er ihre Absage an und fügte sich untergeben. Innerlich lief sein Nervensystem auf Anschlag, was die Kaffees nur noch verstärkt hatten. Seinen Schweiß hatte er registriert, daher behielt er das Sakko lieber an, um die Flecken zu verdecken, auch wenn es die Transpiration nicht besser werden ließ, im Gegenteil.
Euphorisch nahm er auch an den folgenden Diskussionsrunden teil. Die anderen sollten registrieren, wie er sich in den Thematiken auskannte und wie kompetent er war. Aus einem Minderwertigkeitsgefühl und einem Mangel an Anerkennung heraus war er motiviert bis in die Haarspitzen. Wenn er schon keine eigene Präsentation hielt, weil ihm der Posten und angeblich die Qualifikation dazu fehlte, dann musste er diese eben so nachweisen.
Manche reagierten darauf amüsiert, die meisten jedoch genervt, da es die Vortragsdiskussionen nur unnötig in die Länge dehnte und es zu einem Verzug im Programm kam. Dieser sollte dann zu Lasten der "Freizeit" durch Verkürzung der Pausen wieder ausgeglichen werden, was ihn nicht gerade beliebter werden ließ.
In den Pausen versuchte er die Thematik mit den Vortragenden zu vertiefen, blitzte aber stets ab, durch oberflächlich- freundliches, wortkarges Sichvonihmabwenden mithilfe des Getränkeholens oder des Eineanderepersonbegrüßens.
In der zweiten Hälfte der Präsentationen hielt er sich noch etwas mehr zurück, nichtsdestotrotz fieberte er eifrig mit - oder war eigentlich der einzig eifrig fiebernde...
Für ihn war es etwas Besonderes. Endlich durfte er mal mit zu einer Konferenztagung, raus aus dem Büroalltag, wobei es ihm schwer fiel, sich zu regulieren und zurück zu halten.
By K der Konstler"GUTEN MORGEN!" rief er viel zu laut mit heftigem Kopfnicken und mehrmaligem beidäugiegen Augenzwinkern einer Hotelangestellten zu, die aus dem noch geschlossenen Speisesaal kam, in dem gerade das Interkontinentalfrühstück vorbereitet wurde. Er war schon um 5:30 Uhr aufgestanden, aufgeregt, voller Vorfreude und wartete nun etwas verfrüht auf den Einlass in den Saal zum Frühstück um 6:30 Uhr.
Allein auf weiter Flur und in leiser Leere frühstückte er schließlich und fragte sich dabei, wo denn eigenlich die Anderen blieben. Nach dem zweiten Kaffee nahm er noch einen dritten, um die Zeit totzuschlagen und fitt zu sein. Allerdings wurde er von der braunen Volksdroge nur noch nervöser als eh schon. Das Koffein gelangte über die Blut-Hirn-Schranke in sein Nervensystem und machte sich durch Übererregung, Hitze und Schwitzen sowie leichter Flattrigkeit und Ungeduld bemerkbar.
Nach und nach betraten die anderen Teilnehmenden den Speisesaal. "GUTEN MORGEN! HALLO!" schallte es ihnen vom Frühaufsteher entgegen. Dazu heftiges Nicken und penetrantes Augenzwinkern.
Später die gleiche Szene: Er stand als erster alleine vor dem Vortragssaal und wartete nervös. Als auch hier Einlass gewährt wurde, suchte er sich seinen Platz. Er entdeckte sein Namensschild sehr weit hinten auf einem Tisch in der letzten Reihe. Dort setzte er sich, packte seine Sachen, wie Laptop, Schreibblock und Kuli, aus, legte allles ordenlich zurecht und bereitete sich akribisch auf die Vorträge vor. Anschließend wartete er auch hier wieder eine halbe Stunde, bis auch die anderen herein gekommen waren und sich setzten, nicht ohne erneut von ihm auf die gleiche Weise begrüßt zu werden. "HALLO!", "HEY!" (nick nick, zwinker zwinker).
Aufmerksam und erregt lauschte er den Vorträgen, machte sich eifrig Notizen und schrieb Fragen auf. Mit diesen sparte er auch nicht, als es zu den anschließenden Fragerunden kam. Er war einer derjenigen die dann weit ausholten und selbst einen Vortrag zu ihrer Frage hielten, um Kompetenz und Wissen zu zeigen. Mit Enthusiasmus und leichter Überheblichkeit stellte er seine ausufernden Fragen, hitzig, schwitzig. "Danke für ihr Engagement, aber das würde jetzt hier den Rahmen sprengen." sagte die Moderatorin nett lächelnd, aber bestimmt zu ihm, als er bereits die dritte Frage infolge zu einem Vortrag stellte. Übertrieben freundlich nickend nahm er ihre Absage an und fügte sich untergeben. Innerlich lief sein Nervensystem auf Anschlag, was die Kaffees nur noch verstärkt hatten. Seinen Schweiß hatte er registriert, daher behielt er das Sakko lieber an, um die Flecken zu verdecken, auch wenn es die Transpiration nicht besser werden ließ, im Gegenteil.
Euphorisch nahm er auch an den folgenden Diskussionsrunden teil. Die anderen sollten registrieren, wie er sich in den Thematiken auskannte und wie kompetent er war. Aus einem Minderwertigkeitsgefühl und einem Mangel an Anerkennung heraus war er motiviert bis in die Haarspitzen. Wenn er schon keine eigene Präsentation hielt, weil ihm der Posten und angeblich die Qualifikation dazu fehlte, dann musste er diese eben so nachweisen.
Manche reagierten darauf amüsiert, die meisten jedoch genervt, da es die Vortragsdiskussionen nur unnötig in die Länge dehnte und es zu einem Verzug im Programm kam. Dieser sollte dann zu Lasten der "Freizeit" durch Verkürzung der Pausen wieder ausgeglichen werden, was ihn nicht gerade beliebter werden ließ.
In den Pausen versuchte er die Thematik mit den Vortragenden zu vertiefen, blitzte aber stets ab, durch oberflächlich- freundliches, wortkarges Sichvonihmabwenden mithilfe des Getränkeholens oder des Eineanderepersonbegrüßens.
In der zweiten Hälfte der Präsentationen hielt er sich noch etwas mehr zurück, nichtsdestotrotz fieberte er eifrig mit - oder war eigentlich der einzig eifrig fiebernde...
Für ihn war es etwas Besonderes. Endlich durfte er mal mit zu einer Konferenztagung, raus aus dem Büroalltag, wobei es ihm schwer fiel, sich zu regulieren und zurück zu halten.