Konzerteinführung digital

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Konzerteinführung digital episodes

  • Digitale Konzerteinführung | Brahms Violinkonzert
    Vadim Gluzman spielt eins der großen romantischen Violinkonzerte
    Fanny Hensel stand nicht nur lange im Schatten ihres berühmten Bruders Felix Mendelssohn Bartholdy, auch als Komponistin wurde sie erst (viel zu) spät entdeckt. Ihr Zyklus „Das Jahr“ war sogar bis 1980 verschollen. Heute gilt er als wahrer musikalischer Schatz. Ursprünglich für Klavier komponiert, ist jedes der 12 Charakterstücke einem Monat gewidmet. Inspiriert wurden sie von der Kultur und Natur Italiens, entsprechend sonnig, lichtdurchflutet und heiter ist ihr Charakter.
    Johannes Brahms‘ Violinkonzert dagegen wurde schon mit seiner Uraufführung berühmt. Das lag aber nicht nur an seinen eingängigen und im letzten Satz ungarisch-feurigen Melodien, sondern daran, dass es zunächst als fast unspielbar galt. „Das ist viel zu schwer!“, meinte Joseph Joachim, dem Brahms das Konzert als Freundschaftsgeschenk gewidmet hatte. Aber er überwand die Schwierigkeiten, so wie viele Geigerinnen und Geiger nach ihm, und heute gehört es zu den beliebtesten Violinkonzerten überhaupt.
    11 min
  • Digitale Konzerteinführung | Tabita Berglund mit Schubert
    Mozarts Sinfonie concertante und Schuberts vollendete „Unvollendete“
    Für viele spielt sie in der zweiten Reihe, aber Mozart liebte die Bratsche und schätzte ihren sonoren Klang. Wenn er selbst Kammermusik machte, griff er oft zur größeren Schwester der Violine. In seiner Sinfonia concertante Es-Dur lässt er beide Instrumente so richtig erstrahlen. Als „vollendet Unvollendete“ wird sie von manchen bezeichnet – Schuberts vielleicht bekannteste Sinfonie ist tatsächlich ein Meisterwerk. Fast tragisch düster zu Beginn, verbreitet der zweite Satz eine fast hymnische Glückseligkeit. Warum Schubert die Sinfonie nicht zu Ende schrieb, ist ein großes Rätsel der Musikgeschichte. Aber vielleicht sollte man sie einfach als das hören, was sie ist: eines der emotional ergreifendsten Werke der musikalischen Romantik.
    14 min
  • Digitale Konzerteinführung | Mozart Prager Sinfonie
    Klassik trifft Akkordeon
    Traditionell wird es eher mit Volksmusik assoziiert: als Instrument des Jahres 2026 rückt das Akkordeon endlich auch ins Blickfeld des Klassikpublikums. Zurecht, denn es ist viel mehr als ein wuchtiger Blasebalg! Als „Maschine mit einer Seele“ — ein Instrument mit mechanischen Teilen und gleichzeitig „atemhaftem Zentrum“ beschreibt es Dobrinka Tabakova, die Komponistin des Akkordeonkonzerts „Sublime Dreams of Living Machines“. Raffiniert verbindet es emotionale Direktheit, klangliche Raffinesse und zeitgenössische Reflexion über Mensch und Technik. Auch Janáčeks Oper „Das schaue Füchslein“ ist mehr als es auf den ersten Blick scheint, nämlich kein harmloses Tiermärchen, sondern eine Parabel auf die Unvollkommenheit des Menschen. Ganz unbeschwert erscheint dagegen Mozarts „Prager“ Sinfonie, die bald nach ihrer Uraufführung 1887 in Prag zu einem Lieblingsstück des Publikums wurde.
    14 min
  • Digitale Konzerteinführung | Brahms 3
    Bartóks furioses 1. Klavierkonzert und Brahmssche Romantik
    Mit Pauken und Klavier – Bartóks Erstes Klavierkonzert kann man getrost als Schlagzeugkonzert bezeichnen. Nicht nur, weil er das Klavier fast wie ein Schlaginstrument behandelt, das eher Rhythmus als Melodie hervorbringt, sondern auch, weil die Pauken gleichberechtigte Partner des Klaviers sind. Fast meditativ mutet dagegen Brahms‘ Dritte Sinfonie an, die viele für seine emotional reifste halten. Dazu trägt auch der dritte Satz bei, der zu den bekanntesten langsamen Sinfoniesätzen überhaupt gehört und schon oft als Filmmusik eingesetzt wurde. Eröffnet wird das Konzert mit Oper im Zeitraffer. In der Ouvertüre zu seinem „Freischütz“ erzählt Weber fast die komplette Handlung der Oper, inklusive Dorfromantik und Wolfsschlucht. Eine besondere Rolle spielen die Hörner, sie symbolisieren, Jagd, Wald und deutsche Romantik. Nicht umsonst gilt „Der Freischütz“ als erste echte deutsche romantische Oper und hat nicht zuletzt Richard Wagner tief beeindruckt und stark beeinflusst.
    17 min
  • Digitale Konzerteinführung | Mendelssohn Italienische
    Lisa Batiashvili mit dem Violinkonzert von Sibelius und Mendelssohns „Italienische“
    Giya Kancheli ist in Westeuropa weniger bekannt als Arvo Pärt, dabei sind sie sich musikalisch durchaus ähnlich! Die Stille ihrer Musik, ihr oft meditativer Charakter, die langsamen Melodien und die dunkle Intensität der musikalischen Stimmungen entfalten eine vergleichbare Klangwelt.
    In den Norden entführt die Geigerin Lisa Batiashvili ihr Publikum mit dem Violinkonzert des Finnen Jean Sibelius. Eine „Landschaft aus Eis und Feuer“ wurde es oft genannt, und tatsächlich scheint es die Weite, Kälte und Einsamkeit skandinavischer Landschaften mit Energie und Kraft zu verbinden. Mendelssohns „Italienische“ dagegen sprüht nur so vor Elan und Lebensfreude. Dabei war der Komponist gar kein so großer Italien-Fan, Italien „macht mich müde“, bekannte er einmal. Aber inspiriert haben ihn italienische Tänze, südliches Temperament und für das Scherzo sogar der Gesang vorbeiziehender Nonnen allemal. Schon bei ihrer Uraufführung 1833 war das Londoner Publikum so begeistert, dass ihr Erfolg 184 Jahre vor Tiktok „viral“ ging und bis heute nicht nachgelassen hat.
    16 min
  • Digitale Konzerteinführung | Carmina Burana
    Das berühmte Chorwerk mit Chefdirigent Sir Donald Runnicles
    Klänge, die sofort fesseln und unter die Haut gehen. Carl Orffs „Carmina Burana“ ist eines jener seltenen Werke, die auch Menschen begeistern, die sonst mit Klassik gar nichts „am Hut haben“. Seit seiner Uraufführung 1937 ist es das am häufigsten aufgeführte Chorwerk mit Orchester weltweit. Dabei sind die Zutaten eher massenuntauglich: mittelhochdeutsche und lateinische Texte aus dem 11. Jahrhundert, vertont oder komponiert mit Stilelementen des Mittelalters. Aber Orff wusste, wie man es macht: Riesenchor, massives Orchester, ein Schlagwerk wie Donner – schon der Eingangschor wirkt wie ein Naturereignis…
    Unser Chefdirigent Sir Donald Runnicles hat es mit „Pini di Roma“ von Ottorino Respighi kombiniert, das mit einer ebenso unmittelbar wirkenden, farbenreichen Klangsprache frappiert, die auf starke Effekte, klare Tonalität und emotionale Direktheit setzt. Beide Werke entstanden in Zeiten faschistischer Regimes und wurden wegen ihrer monumentalen, leicht vereinnahmbaren Ästhetik propagandistisch genutzt – bei Respighi durch das Bild römischer Legionen, bei Orff durch archaische Chormassen. Problematisch ist jedoch weniger die Musik selbst als ihre historische Nähe zu totalitärer Symbolik.
    9 min
  • Digitale Konzerteinführung | Kreuzchor und Philharmonie
    Mendelssohns „Lobgesang“ und weitere Werke des Leipziger Meisters
    Berühmter als Beethovens Neunte? Ja, im 19. Jahrhundert war der Chor-Einsatz in Mendelssohns „Lobgesang“ beliebter als die „Ode an die Freude“ aus Beethovens letzter Sinfonie. Bis heute gilt „Die Nacht ist vergangen, der Tag aber nahe herbeigekommen“ als einer der schönsten romantischen Chorsätze überhaupt. Aber Vergleiche hinken ja meist, und Felix Mendelssohn Bartholdy hatte es gar nicht nötig, Beethoven zu übertrumpfen. Sein Werk, das er 1840 zum Jubiläum „400 Jahre Erfindung des Buchdrucks“ für die Buch-Stadt Leipzig schuf, hat ganz eigene musikalische Qualitäten und verbindet Tradition und Innovation auf besondere Weise. Auch die beiden anderen Werke, die Dresdner Kreuzchor und Dresdner Philharmonie an diesem Abend gemeinsam aufführen, geben Chor, Solisten und Orchester je ganz eigene Aufgaben. Gelegenheit für beide, ihre besonderen Qualitäten zur Geltung zu bringen.
    13 min
  • digitale Konzerteinführung | Sir Donald mit Mahler
    Der Chefdirigent mit Mahlers Erster, dazu Beethovens 5. Klavierkonzert
    Als Beethoven 1809 sein Fünftes und letztes Klavierkonzert schrieb, war Wien von den Truppen Napoleons belagert. Der Kriegslärm und die wirtschaftliche Unsicherheit – sein Mäzen Erzherzog Rudolf hatte die Stadt verlassen – beeinflussten die Entstehung des Werks. Beethoven schuf ein Klavierkonzert mit einer für die Zeit außergewöhnlich neuen Form, in der der Solist zwischen heroischen und friedlichen Momenten wechselt. Trotz der schwierigen Umstände spiegelt das Werk keinen Fatalismus wider, sondern einen feierlichen Kampf für Freiheit und gegen Unterdrückung.
    Auch Gustav Mahlers Erste Sinfonie zeugt von intensiven persönlichen Erfahrungen. Die unglückliche Liebe zur Sängerin Johanna Richter inspirierte ihn zu den „Liedern eines fahrenden Gesellen“, aus denen er Motive in den ersten und dritten Satz der Sinfonie übernahm. In einem emotionalen Ausnahmezustand vollendete Mahler die Sinfonie in nur sechs Wochen. Die Uraufführung 1889 in Budapest stieß auf Unverständnis, woraufhin Mahler das Werk mehrfach überarbeitete. Heute gehört sie in die Reihe seiner meistgespielten Sinfonien.
    18 min
  • digitale Konzerteinführung | Beethoven 5
    Romantisches Klarinettenkonzert und sinfonischer Klassiker
    Zeitgenössische Komponisten haben es oft schwer, einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu werden. Bei Jörg Widmann ist das anders. Er ist nicht nur ein gefeierter Klarinettist, sondern auch der vielleicht meistgespielte lebende deutsche Komponist. Sein „Con brio“ ist eine mitreißende Konzertouvertüre, die von der ersten Sekunde an in den Bann zieht. Mit unglaublicher Dynamik und präzisem Rhythmus entfesselt Widmann ein musikalisches Feuerwerk. Dabei wird auch die Virtuosität des Orchesters auf die Probe gestellt.
    Carl Maria von Webers Klarinettenkonzert Nr. 1 in f-Moll hingegen ist ein Glanzstück der Romantik. Der Solist wird hier zum Geschichtenerzähler: Vor allem das lyrisch-schöne Adagio berührt die Seele... Webers Musik zeigt eindrucksvoll, warum die Klarinette zu den expressivsten Instrumenten überhaupt zählt.
    Ludwig van Beethovens Fünfte Sinfonie mit ihrem „Schicksalsmotiv“ – dieses eindringliche ta-ta-ta-taaa – kennt jeder, und doch beeindruckt sie immer wieder aufs Neue. Von den düsteren Anfängen bis zum triumphalen Finale erzählt Beethoven von Kampf, Hoffnung und Sieg. Diese Sinfonie ist ein Meilenstein der Musikgeschichte und ein überwältigender Schlussakkord für diesen besonderen Konzertabend.
    13 min

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