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Cuba/Kuba
Liebe Leute,
Hier präsentiere ich euch eine Folge, die mir besonders am Herzen liegt. Ich nahm sie im Juni etwa zwei Wochen nach der "EU"-"Parlamentswahl" (hier sind Anführungszeichen nötig, da es sich weder um eine Union, noch um eine ganz Europa umfassende oder auch nur teilweise einende, noch um ein wirkliches Parlament selbst nach bürgerlichen Maßstäben handelt) auf.
—
Diese Folge bringt einige für mich wichtige Überlegungen zum Ausdruck; natürlich müsste ich sie nicht publizieren, um all das nur für mich zu verstehen, aber es fühlt sich manchmal doch wie eine Verpflichtung an, wenigstens einen kleinen Teil des Produzierten ans Publikum abzutreten, auch wenn es das nicht verdient hat (weil es zumindest hierzulande ein imperialistisches Publikum ist und alles, was produziert wird, auf dem ein oder anderen Wege dem Imperialismus zugute kommt, ihn stärkt, nährt und kräftigt und sein ideologisches Regime festigt und bis in alle Ewigkeit lässt weiterblühen).
Insofern war mir diese Folge einfach wichtig, weil sie eine zentrale Überlegung zu meinem Schaffensprozess ausdrückt.
Denn immerhin habe ich mein Auskommen, meinen Verdienst und mein Einkommen durch meine Tätigkeit als Softwareentwickler; die übliche Masche des Imperialismus, mit der er die kreativen Köpfe dazu bringt, sich in seine Dienste zu stellen und ihm zuliebe auszubeuten, die Notwendigkeit, Geld zum Überleben zu verdienen, zieht also bei mir nicht. Und damit fühle ich mich ganz wohl, auch wenn es zugegeben ein wenig sticht, zu denken, ich hätte eigentlich mehr Anerkennung verdient für das, was ich tue… aber ich möchte sie noch nicht suchen, nicht hier, nicht heute.
Ich will nicht wie ein bürgerlicher Künstler sein, der vor lauter Drogenkonsum und ziellosem, fiebrigen Schaffen noch frühzeitig dahingerafft wird. Andererseits spüre ich, auch nicht so organisiert und geplant schaffen zu können und wollen, wie es einem Anhänger der sozialistischen Planwirtschaft eigentlich zu Gesicht stünde. Ich suche also die Mitte aus beiden Extremen und versuche, diese Pole aus wildem, unkontrolliertem Schaffensdrang und völliger Vorgabe und Planung zu synthetisieren.
Eine triftige Erklärung für mein teils erratisches und zügelloses Leben besteht in dem, was ich über meine Eltern sagte: dass ich ihnen ja nicht weh tun möchte, das aber zwangsläufig müsste, wenn ich meine Gehirnkapazität und alle anderen Schaffenswerkzeuge bis zum Maximum ausnutzte. Dann würde ich unweigerlich gegen den Imperialismus zetern und wüten und ihnen erklären, was an ihrer Weise zu leben und zu denken grundfalsch ist, so falsch, dass keine Demokratie und kein Gefasel von Menschenrechten darüber hinweghelfen kann, klar zu konstatieren, welche Schande es ist, hier zu leben und Teil der BRD zu sein und einfach nur Mitläufer zu sein, keinen Deut besser als all die einfachen Arbeiter, Soldaten und Parteifunktionäre im Naziregime, nur eben diesmal für den Imperialismus, der sowieso das allumfassende, auch den Faschismus erzeugende System ist.
Dass es für solche Menschen wie wir alle es sind keinen Respekt, kein Mitgefühl, kein Verständnis geben darf sondern einfach nur revolutionären Hass und die berechtigte Wut, mittels derer man als Kommunist hoffentlich etwas Produktives anstellen und das Ende der bürgelrichen Klassenherrschaft bezwecken kann, mithin gar den Aufbau des Sozialismus nach der Revolution.
Und dafür muss man die Leute auch hart angehen und aufrütteln, was ich sicher tun könnte… aber ich scheue davor zurück, weil es mir auch zu viel Arbeit ist oder weil ich zweifle, ob ich überhaupt die Kraft habe und all dem Folge leisten könnte, was ich mir ausmale.
Was mir zum Thema des Berühmtwerdens noch so durch den Kopf ging, war die Überlegung, dass es natürlich für jeden Menschen etwas Beruhigendes, Angenehmes und Stärkendes hat, von anderen Menschen angelächelt zu werden, nette Worte zu hören zu bekommen oder gar bewundert zu werden bis hin zu Tausenden Fans, die einem Rapper wie G-Eazy zujubeln.
Vor drei Monaten hatte ich das wichtigste künstlerische Erweckungserlebnis in letzter Zeit, es passierte durch die Aufnahme einer langen Serie an englischen Podcasts, die nicht zur Publikation bestimmt waren und von persönlichen Querelen handelten. Es ging darin um meine Ex-Freundin und unter anderem auch um G-Eazy. Ich reflektierte das Leben der US-amerikanischen Superstars und überlegte, wie erstrebenswert es eigentlich wäre, in solche Sphären aufzusteigen.
Ich fühle, dass ich in den Worten Walt Whitmans siegen kann, ohne zu kämpfen. Ich brauche diesen Druck nicht, kann ihn einfach abschütteln und denken… all diese Jahre dachte ich, etwas Besonderes tun zu müssen, um jemand Besonderes werden zu können, jemand, der vielleicht eventuell verdient hätte, geliebt zu werden durch all die Besonderheiten, die er herzustellen imstande war. Aber nein. Vielleicht war es sogar gut, so wenig getan zu haben, zumindest nach bürgerlichen Maßstäben, wo nur monetärer Erfolg oder zumindest Ruhm, Bekanntheit, Reichweite zählen und nach welchen Kriterien mein Podcast natürlich ein Nichts ist (abgesehen davon, dass ich ihn ja löschte, zumindest den letzten, aber das ist sowieso egal, dieser hier sollte ja wohl gut genug sein).
Ich will einfach nur mein Produktionskraftwerk am Laufen erhalten, ob ich dafür bezahlt, gar berühmt werde, ist nebensächlich. Zumindest will ich in diesen Zustand der Ataraxie und Willenlosigkeit oder des Gleichmuts kommen.
Ich will diesem bürgerlichen Traum entwischen, dieser lügnerischen Versprechung, jemand Besonderes sein zu können auf Kosten aller anderen, die eben nur einfache, stinklangweilige Arbeiter sind.
By SimonCuba/Kuba
Liebe Leute,
Hier präsentiere ich euch eine Folge, die mir besonders am Herzen liegt. Ich nahm sie im Juni etwa zwei Wochen nach der "EU"-"Parlamentswahl" (hier sind Anführungszeichen nötig, da es sich weder um eine Union, noch um eine ganz Europa umfassende oder auch nur teilweise einende, noch um ein wirkliches Parlament selbst nach bürgerlichen Maßstäben handelt) auf.
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Diese Folge bringt einige für mich wichtige Überlegungen zum Ausdruck; natürlich müsste ich sie nicht publizieren, um all das nur für mich zu verstehen, aber es fühlt sich manchmal doch wie eine Verpflichtung an, wenigstens einen kleinen Teil des Produzierten ans Publikum abzutreten, auch wenn es das nicht verdient hat (weil es zumindest hierzulande ein imperialistisches Publikum ist und alles, was produziert wird, auf dem ein oder anderen Wege dem Imperialismus zugute kommt, ihn stärkt, nährt und kräftigt und sein ideologisches Regime festigt und bis in alle Ewigkeit lässt weiterblühen).
Insofern war mir diese Folge einfach wichtig, weil sie eine zentrale Überlegung zu meinem Schaffensprozess ausdrückt.
Denn immerhin habe ich mein Auskommen, meinen Verdienst und mein Einkommen durch meine Tätigkeit als Softwareentwickler; die übliche Masche des Imperialismus, mit der er die kreativen Köpfe dazu bringt, sich in seine Dienste zu stellen und ihm zuliebe auszubeuten, die Notwendigkeit, Geld zum Überleben zu verdienen, zieht also bei mir nicht. Und damit fühle ich mich ganz wohl, auch wenn es zugegeben ein wenig sticht, zu denken, ich hätte eigentlich mehr Anerkennung verdient für das, was ich tue… aber ich möchte sie noch nicht suchen, nicht hier, nicht heute.
Ich will nicht wie ein bürgerlicher Künstler sein, der vor lauter Drogenkonsum und ziellosem, fiebrigen Schaffen noch frühzeitig dahingerafft wird. Andererseits spüre ich, auch nicht so organisiert und geplant schaffen zu können und wollen, wie es einem Anhänger der sozialistischen Planwirtschaft eigentlich zu Gesicht stünde. Ich suche also die Mitte aus beiden Extremen und versuche, diese Pole aus wildem, unkontrolliertem Schaffensdrang und völliger Vorgabe und Planung zu synthetisieren.
Eine triftige Erklärung für mein teils erratisches und zügelloses Leben besteht in dem, was ich über meine Eltern sagte: dass ich ihnen ja nicht weh tun möchte, das aber zwangsläufig müsste, wenn ich meine Gehirnkapazität und alle anderen Schaffenswerkzeuge bis zum Maximum ausnutzte. Dann würde ich unweigerlich gegen den Imperialismus zetern und wüten und ihnen erklären, was an ihrer Weise zu leben und zu denken grundfalsch ist, so falsch, dass keine Demokratie und kein Gefasel von Menschenrechten darüber hinweghelfen kann, klar zu konstatieren, welche Schande es ist, hier zu leben und Teil der BRD zu sein und einfach nur Mitläufer zu sein, keinen Deut besser als all die einfachen Arbeiter, Soldaten und Parteifunktionäre im Naziregime, nur eben diesmal für den Imperialismus, der sowieso das allumfassende, auch den Faschismus erzeugende System ist.
Dass es für solche Menschen wie wir alle es sind keinen Respekt, kein Mitgefühl, kein Verständnis geben darf sondern einfach nur revolutionären Hass und die berechtigte Wut, mittels derer man als Kommunist hoffentlich etwas Produktives anstellen und das Ende der bürgelrichen Klassenherrschaft bezwecken kann, mithin gar den Aufbau des Sozialismus nach der Revolution.
Und dafür muss man die Leute auch hart angehen und aufrütteln, was ich sicher tun könnte… aber ich scheue davor zurück, weil es mir auch zu viel Arbeit ist oder weil ich zweifle, ob ich überhaupt die Kraft habe und all dem Folge leisten könnte, was ich mir ausmale.
Was mir zum Thema des Berühmtwerdens noch so durch den Kopf ging, war die Überlegung, dass es natürlich für jeden Menschen etwas Beruhigendes, Angenehmes und Stärkendes hat, von anderen Menschen angelächelt zu werden, nette Worte zu hören zu bekommen oder gar bewundert zu werden bis hin zu Tausenden Fans, die einem Rapper wie G-Eazy zujubeln.
Vor drei Monaten hatte ich das wichtigste künstlerische Erweckungserlebnis in letzter Zeit, es passierte durch die Aufnahme einer langen Serie an englischen Podcasts, die nicht zur Publikation bestimmt waren und von persönlichen Querelen handelten. Es ging darin um meine Ex-Freundin und unter anderem auch um G-Eazy. Ich reflektierte das Leben der US-amerikanischen Superstars und überlegte, wie erstrebenswert es eigentlich wäre, in solche Sphären aufzusteigen.
Ich fühle, dass ich in den Worten Walt Whitmans siegen kann, ohne zu kämpfen. Ich brauche diesen Druck nicht, kann ihn einfach abschütteln und denken… all diese Jahre dachte ich, etwas Besonderes tun zu müssen, um jemand Besonderes werden zu können, jemand, der vielleicht eventuell verdient hätte, geliebt zu werden durch all die Besonderheiten, die er herzustellen imstande war. Aber nein. Vielleicht war es sogar gut, so wenig getan zu haben, zumindest nach bürgerlichen Maßstäben, wo nur monetärer Erfolg oder zumindest Ruhm, Bekanntheit, Reichweite zählen und nach welchen Kriterien mein Podcast natürlich ein Nichts ist (abgesehen davon, dass ich ihn ja löschte, zumindest den letzten, aber das ist sowieso egal, dieser hier sollte ja wohl gut genug sein).
Ich will einfach nur mein Produktionskraftwerk am Laufen erhalten, ob ich dafür bezahlt, gar berühmt werde, ist nebensächlich. Zumindest will ich in diesen Zustand der Ataraxie und Willenlosigkeit oder des Gleichmuts kommen.
Ich will diesem bürgerlichen Traum entwischen, dieser lügnerischen Versprechung, jemand Besonderes sein zu können auf Kosten aller anderen, die eben nur einfache, stinklangweilige Arbeiter sind.