Lagerfeuer-Gespräch von DARC Management

Lagerfeuer-Gespräch von DARC Management

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Lagerfeuer-Gespräch von DARC Management episodes

  • Ab Dezember gilt Software als Produkt: Haftet dann der Anbieter, wenn Ihr KI-Agent Schaden anrichtet?
    Software wird Produkt. Wir prüfen unseren eigenen Satz am Gesetzestext: Wer ist geschützt, und was steht im Vertrag Ihres KI-Anbieters?
    Letzte Woche haben wir uns mit einem Satz verabschiedet: Ab Dezember gilt Software als Produkt. Diese Woche misst Tina unseren eigenen Satz nach. Er stimmt, und er führt trotzdem in die Irre: Die neue Produkthaftung schützt nur natürliche Personen, und beruflich genutzte Daten sind ausdrücklich ausgenommen. Was bleibt einem Unternehmen, wenn sein KI-Agent Schaden anrichtet? Der Vertrag mit dem Anbieter. Wir haben drei Standardverträge gelesen. Dazu der Fall Air Canada, drei Schritte für diese Woche und eine terminierte Prognose.
    Die Themen:
    - Nachgetragen in eigener Sache: Unser Ausblick aus Folge 11, „Ab Dezember gilt Software als Produkt“, klang nach mehr Schutz, als das Gesetz gibt. Wir prüfen ihn wie jedes Anbieterversprechen
    - Was stimmt: Die Richtlinie (EU) 2024/2853 zählt Software ausdrücklich zu den Produkten (Art. 4 Nr. 1). Der deutsche Gesetzentwurf nennt den 9. Dezember 2026 als Tag des Inkrafttretens. Beschlossen war er bei Redaktionsschluss am 5. Oktober 2026 nicht; die Tagesordnung des Bundestags führte die abschließende Beratung für Donnerstag, 8. Oktober
    - Was der Satz verschwieg: Anspruch auf Schadensersatz hat „jede natürliche Person“ (Art. 5 Abs. 1). Ersetzt wird der Verlust von Daten nur, wenn sie „nicht für berufliche Zwecke verwendet werden“ (Art. 6 Abs. 1 c). Der deutsche Entwurf übernimmt das in § 1, und seine Begründung sagt es ausdrücklich. Die Regeln gelten nur für Produkte, die nach dem 9. Dezember 2026 in Verkehr kommen
    - Drei Standardverträge nebeneinander, OpenAI, Anthropic und Salesforce: Im Normalfall endet die Haftung bei den Gebühren der letzten zwölf Monate. Bei OpenAI und, für Kunden in Deutschland, bei Salesforce gilt die Grenze nicht bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit. Bei Anthropic steht eine solche Ausnahme nicht im Text. Messart: Vertragstext des Anbieters, selbst gelesen
    - Die Grenzen dieser Messung: Gelesen haben wir die drei Hauptverträge, keine individuell verhandelten Verträge und nicht jedes Zusatzdokument. OpenAI verweist auf weitere Freistellungen in seinen dienstspezifischen Bedingungen; dieses Dokument konnten wir nicht abrufen und sagen dazu nichts. Ob eine Haftungsgrenze vor einem deutschen Gericht hält, haben wir nicht geprüft
    - Das Urteil nach unserer neuen Skala (belegt, belegt aber irreführend dargestellt, unbelegt, widerlegt): Unser eigener Satz ist belegt, aber irreführend dargestellt. Bezahlt hat ihn niemand, er ist von uns
    - Der Streit der Folge: Frank nennt die Reform einen Fortschritt. Tina hält mit Art. 15 und Art. 10 dagegen. Frank antwortet mit Art. 8 Abs. 2: Wer ein Produkt wesentlich verändert und in Betrieb nimmt, gilt selbst als Hersteller. Ob das Einrichten eines Agenten dazu zählt, sagt der Text nicht
    - Die geplante KI-Haftungsrichtlinie der EU ist zurückgenommen (Amtsblatt C vom 6. Oktober 2025)
    - Das Lagerfeuer: Moffatt gegen Air Canada, Februar 2024. Der Chatbot der Fluglinie stellt eine nachträgliche Erstattung in Aussicht, die es nicht gibt. Die Fluglinie legt nahe, der Chatbot sei für sich selbst verantwortlich. Das Gericht nennt das einen bemerkenswerten Vortrag. Es war ein Chatbot, kein Agent, und ein Schiedsgericht für kleine Forderungen
    - Drei Schritte für diese Woche, ohne Budget: die Haftungsgrenze im eigenen Vertrag suchen und in Euro ausrechnen; den Versicherer schriftlich fragen, ob Schäden durch KI gedeckt sind; für jeden Chatbot und Agenten mit Kundenkontakt einen Menschen mit Namen festlegen, der die Aussagen verantwortet
    - Die Prognose der Folge, geführt in unserem Mess-Sheet: Bis 30. Juni 2027 hebt keiner der drei Anbieter die Grenze von zwölf Monatsgebühren in seinen Standardbedingungen an, und keiner sagt darin zu, für Schäden durch seinen Agenten einzustehen. Ändert einer von ihnen eines von beiden, lag Frank falsch
    Quellen:
    - Richtlinie (EU) 2024/2853 über die Haftung für fehlerhafte Produkte, Amtsblatt: https://eur-lex.europa.eu/eli/dir/2024/2853/oj
    - Bundesregierung, Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des Produkthaftungsrechts, Bundestagsdrucksache 21/4297 (PDF): https://dserver.bundestag.de/btd/21/042/2104297.pdf
    - Deutscher Bundestag, erste Lesung am 4. März 2026: https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw10-de-produkthaftungsrecht-1150448
    - Deutscher Bundestag, Tagesordnung der Sitzungswoche (PDF, Stand 5. Oktober 2026): https://www.bundestag.de/resource/blob/473452/Tagesordnung-komplett.pdf
    - OpenAI, Services Agreement (PDF, Fassung v.010126): https://cdn.openai.com/osa/openai-services-agreement.pdf
    - Anthropic, Commercial Terms of Service (gültig ab 17. Juni 2025): https://www.anthropic.com/legal/commercial-terms
    - Salesforce, Main Services Agreement (PDF, Stand 1. September 2026, Abschnitt 12.13 für Kunden in Deutschland): https://www.salesforce.com/en-us/wp-content/uploads/sites/4/documents/legal/Salesforce_MSA.pdf
    - Europäische Kommission, Rücknahme von Vorschlägen, C/2025/5423, Amtsblatt C vom 6. Oktober 2025: http://publications.europa.eu/resource/celex/52025XC05423
    - Civil Resolution Tribunal British Columbia, Moffatt v. Air Canada, 2024 BCCRT 149: https://decisions.civilresolutionbc.ca/crt/crtd/en/item/525448/index.do
    - Oberlandesgericht Hamm, Urteil vom 12. Mai 2026, 4 UKl 3/25 (erzählt in Folge 9): https://nrwe.justiz.nrw.de/olgs/hamm/j2026/4_UKl_3_25_Urteil_20260512.html
    Wichtig: Alle Aussagen wurden am 5. Oktober 2026 gegen die genannten Quellen geprüft. Vertragsangaben stammen aus den öffentlichen Standardbedingungen der Anbieter. Diese Folge ist keine Rechtsberatung.
    Unser Mess-Sheet mit allen geprüften Versprechen und den offenen Prognosen: https://darc-transform.de/podcast/mess-sheet/
    Schicken Sie uns das Versprechen Ihres KI-Anbieters, gern per E-Mail oder auf LinkedIn. Wir suchen uns jede Woche eines zum Nachmessen aus; ein Anspruch auf Prüfung besteht nicht, und für Verdachtsfälle gelten die Regeln sorgfältiger Berichterstattung.
    Nächste Folge am 14. Oktober: Ist KI der Jobkiller Nummer eins? Wir lesen nach, was die meistzitierte Zahl wirklich zählt. Wie immer mittwochs um 11:07 Uhr.
    Mehr zum Podcast: https://darc-transform.de/podcast/
    KI-Transparenz: Beide Stimmen in dieser Folge sind KI-generiert, auch Frank hören Sie als KI-Stimme. Die Gedanken und die Worte sind seine. Mehr: https://darc-transform.de/podcast/
    12 min
  • Fünfzehnmal mehr KI-Agenten? Was Microsoft als aktiv zählt und was Sie in Ihrem Haus nicht zählen
    Microsoft meldet fünfzehnmal mehr aktive KI-Agenten. Wir lesen die Fußnote und fragen, wer die Agenten im eigenen Haus kennt.
    Microsoft meldet fünfzehnmal so viele aktive KI-Agenten wie im Vorjahr. Tina liest die Fußnote dazu: Als aktiv zählt ein Agent schon, wenn er in 28 Tagen einmal läuft. Die Zahl misst also Verbreitung, nicht Nutzen, und eine unabhängige Zählung gibt es nicht. Dann die Frage aus dem Titel: Welche Agenten laufen in Ihrem Haus, und wer weiß davon? Dazu der Fall PocketOS, bei dem ein Agent in neun Sekunden eine Produktionsdatenbank samt Sicherungen löschte, drei Schritte für diese Woche und eine terminierte Prognose.
    Die Themen:
    - Nachgemessen: Microsoft Work Trend Index 2026 (5. Mai 2026): „The number of active agents in the Microsoft 365 ecosystem has grown 15x year over year, rising to 18x in large enterprises.“ Die Fußnote: „An agent counts as active if it has at least one day of user-initiated usage in the 28-day period or completes at least one autonomous run in that period.“ Messart: Telemetrie auf der eigenen Plattform, Herstellerangabe, keine unabhängige Zählung
    - Zur Einordnung, ausdrücklich keine Gegenmessung: Das britische Wirtschaftsministerium hat Microsoft 365 Copilot von Oktober bis Dezember 2024 mit 1.000 Lizenzen getestet und fand keinen Beleg, dass gesparte Zeit zu höherer Produktivität geführt hat. Copilot ist kein Agent, die Studie misst etwas anderes als die Fünfzehn
    - Die Unbekannten: Bitkom (14. September 2026) meldet 11 Prozent, die Agenten schon einsetzen, 29 Prozent planen, 31 Prozent diskutieren. Basis sind die Unternehmen, die KI nutzen oder planen, nicht alle Unternehmen (603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten, telefonisch, Selbstauskunft)
    - Schatten-KI laut Bitkom: Private KI-Werkzeuge sind in 8 Prozent der Unternehmen weit verbreitet, in 17 Prozent gibt es Einzelfälle, weitere 17 Prozent vermuten es (21. Oktober 2025). Und 10 Prozent der Erwerbstätigen nutzen KI im Job ohne Wissen des Arbeitgebers, zuvor 5 Prozent (5. Mai 2025; KI allgemein, nicht nur Agenten)
    - Einordnung: Ein Agent ist ein Mitarbeiter ohne Personalakte. Wer seine Agenten nicht kennt, kennt seine Schlüssel nicht. Rechtlich ist ein Agent ein KI-System: Die Offenlegungspflicht aus Art. 50 Abs. 1 KI-Verordnung gilt seit 2. August 2026, die Pflicht zur KI-Kompetenz aus Art. 4 bleibt auch nach dem AI Omnibus bestehen, in abgeschwächter Form
    - Nachgefragt: Wir haben doch gar keine Agenten? Wie viele unbekannte gibt es? (Die Cloud Security Alliance meldet, mehr als die Hälfte der Organisationen habe 1 bis 100 nicht genehmigte Agenten; finanziert von einem Anbieter von Sicherheitssoftware. Eine amtliche Zahl gibt es nicht.) Wie gefährlich sind selbst installierte Agenten? (OpenClaw: laut einem Sicherheitsanbieter 341 bösartige unter 2.857 geprüften Erweiterungen, Lücke CVE-2026-25253.) Und wer führt Tina?
    - Das Lagerfeuer: PocketOS, April 2026. Ein Programmier-Agent mit einem Zugangsschlüssel mit vollen Rechten löscht über eine alte Schnittstelle der Plattform Railway die Produktionsdatenbank samt Sicherungen, in neun Sekunden. Railway hat die Daten wiederhergestellt und die Schnittstelle nachgebessert. Die Lehre: Ein Agent tut, was sein Schlüssel erlaubt
    - Drei Schritte für diese Woche, ohne Budget: Inventur der Agenten aus den eigenen Plattformen, bei Microsoft aus dem Admin-Center, mit einem Menschen als Verantwortlichem; für jeden Agenten prüfen, mit wessen Zugang er läuft und ob dieser Zugang löschen darf; festlegen, wer einen Agenten abschalten darf, auch nachts und im Urlaub, und es einmal ausprobieren
    - Die Prognose der Folge, geführt in unserem Mess-Sheet: Bis 30. Juni 2027 veröffentlicht Microsoft einen Work Trend Index 2027, der wieder ein Wachstum aktiver Agenten nennt und als aktiv weiterhin schon einen Lauf in 28 Tagen zählt. Wird die Definition verschärft, lag Frank falsch; erscheint kein Bericht, gilt die Prognose als nicht auflösbar
    Quellen:
    - Microsoft, Work Trend Index 2026, „Agents, human agency, and the opportunity for every organization“, 5. Mai 2026: https://www.microsoft.com/en-us/worklab/work-trend-index/agents-human-agency-and-the-opportunity-for-every-organization
    - UK Department for Business and Trade, Evaluation Microsoft 365 Copilot (PDF): https://assets.publishing.service.gov.uk/media/68adbe409e1cebdd2c96a19d/dbt-microsoft-365-copilot-evaluation.pdf
    - Bitkom, Presseinformation „Erstmals nutzt die Mehrheit der Unternehmen KI“, 14. September 2026: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Erstmals-nutzt-Mehrheit-Unternehmen-KI
    - Bitkom, Presseinformation „Beschäftigte nutzen vermehrt Schatten-KI“, 21. Oktober 2025: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Beschaeftigte-nutzen-Schatten-KI
    - Bitkom, Presseinformation zur KI-Nutzung von Erwerbstätigen, 5. Mai 2025: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/KI-Nutzung-boomt-Angst-vor-Abhaengigkeit-Ausland-gross
    - Cloud Security Alliance, Pressemitteilung, 16. April 2026 (Studie im Auftrag von Zenity): https://cloudsecurityalliance.org/press-releases/2026/04/16/more-than-half-of-organizations-experience-ai-agent-scope-violations-cloud-security-alliance-study-finds
    - The Register, „Cursor-Opus agent snuffs out startup's production database“, 27. April 2026: https://www.theregister.com/software/2026/04/27/cursor-opus-agent-snuffs-out-startups-production-database/5224442
    - NIST National Vulnerability Database, CVE-2026-25253 (OpenClaw): https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-25253
    - BSI und ANSSI, „Design Principles for LLM-based Systems with Zero Trust“, August 2025 (PDF): https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/EN/BSI/Publications/ANSSI-BSI-joint-releases/LLM-based_Systems_Zero_Trust.pdf
    - OWASP, Top 10 for Agentic Applications for 2026: https://genai.owasp.org/resource/owasp-top-10-for-agentic-applications-for-2026/
    - Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 4 und Art. 50: https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/1689/oj
    - Richtlinie (EU) 2024/2853 über die Haftung für fehlerhafte Produkte, Art. 22 (Umsetzung bis 9. Dezember 2026): https://eur-lex.europa.eu/eli/dir/2024/2853/oj
    Wichtig: Alle Zahlen wurden am 29. September 2026 gegen die genannten Quellen geprüft. Herstellerangaben sind als solche gekennzeichnet. Diese Folge ist keine Rechtsberatung.
    Unser Mess-Sheet mit allen geprüften Versprechen und den offenen Prognosen: https://darc-transform.de/podcast/mess-sheet/
    Schicken Sie uns das Versprechen Ihres KI-Anbieters, gern per E-Mail oder auf LinkedIn. Wir suchen uns jede Woche eines zum Nachmessen aus; ein Anspruch auf Prüfung besteht nicht, und für Verdachtsfälle gelten die Regeln sorgfältiger Berichterstattung.
    Nächste Folge am 7. Oktober: Wenn der Agent Schaden anrichtet, wer haftet? Ab Dezember gilt Software als Produkt. Wie immer mittwochs um 11:07 Uhr.
    Mehr zum Podcast: https://darc-transform.de/podcast/
    KI-Transparenz: Beide Stimmen in dieser Folge sind KI-generiert, auch Frank hören Sie als KI-Stimme. Die Gedanken und die Worte sind seine. Mehr: https://darc-transform.de/podcast/
    12 min
  • Hält Franks Buch dem eigenen Maßstab stand? Der KI-Dschungel auf dem Prüfstand
    Tina misst Franks eigenes Buch nach: Bitkom 41 oder 57 Prozent, vier Nachträge vor der Drucklegung, und der Prüf-Reflex gilt zuerst dem Autor.
    Heute liegt kein Anbieterversprechen auf dem Tisch, sondern Franks eigenes Buch: „Führung, Verantwortung und der KI-Dschungel“. Tina hat das Manuskript gelesen und alle sechzehn Zahlen darin gegen ihre Quellen geprüft, so wie es das Buch in Kapitel 1 von jedem Unternehmer verlangt. Zwölf stimmen Wort für Wort, vier werden vor der Drucklegung nachgetragen. Und die spannendste Zahl ist eine, die stimmt: Bitkom meldet für dasselbe Jahr 41 Prozent und 57 Prozent KI-Nutzung, aus zwei verschiedenen Reihen. Dazu der 45.000-Euro-Fall aus Kapitel 1, drei Schritte für diese Woche und eine terminierte Prognose zur KI-Kompetenz.
    Die Themen:
    - Nachgetragen, in eigener Sache: Vier Stellen im Manuskript halten der Prüfung nicht stand. Salesforce meldet für KI-Agenten 8,7 statt 8,5 Prozent im Vorjahr. KPMG spricht von „deutschen Unternehmen“, nicht von „Großunternehmen“ (653 Entscheider aus 18 Branchen). Das „Viertel“ bei Stifterverband und McKinsey ist der Anteil mit einer Strategie für KI-Kompetenzen, nicht der Grad der Potenzialnutzung (86 Prozent schöpfen es „nur in geringem Maße“ aus). Und seit dem AI Omnibus (in Kraft 27. Juli 2026) gelten die Hochrisiko-Pflichten erst ab 2. Dezember 2027 bzw. 2. August 2028; Kompetenzpflicht (seit 2. Februar 2025) und Kennzeichnungspflicht (seit 2. August 2026) bleiben
    - Nachgemessen: Das Buch eröffnet mit Bitkom, 41 Prozent der Unternehmen nutzen KI, Vorjahr 17 Prozent (Pressemitteilung „Digitalisierung der Wirtschaft“, 11. März 2026, 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten, Feldzeit Kalenderwoche 2 bis 6). Am 14. September 2026 meldet Bitkom in seiner KI-Studie 57 Prozent, Vorjahr 36 Prozent (603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten, Feldzeit Kalenderwoche 28 bis 33). Beide Zahlen sind richtig. Anderer Fragebogen, ein halbes Jahr Abstand, andere Stichprobe. Welcher Unterschied wie viel erklärt, sagt Bitkom nicht. Messart beider Reihen: Selbstauskunft, telefonisch
    - Die Lehre: Eine Zahl ohne Reihe ist keine Zahl. Wer hat gefragt, wann, und wen. Das Buch schreibt „laut Bitkom“ und nennt die Reihe nicht. Das kommt vor dem Druck rein
    - Aus der neuen KI-Studie: 66 Prozent der Unternehmen schätzen die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten als gering ein, 25 Prozent bieten keinerlei Schulung an (Vorjahr 43 Prozent)
    - Was im Buch steht: drei Phasen. Standort bestimmen (Kapitel 1 bis 6), die Reise mit dem Kompass (Kapitel 7 bis 11), Ankommen mit dem 90-Tage-Kompass (Kapitel 12). Am Ende jedes Kapitels „Am Lagerfeuer“: Sicht, Geschichte, Tipp. Kernthese: Die KI-Revolution ist in Wahrheit eine Führungsfrage
    - Nachgefragt: Warum ein Buch über KI, wenn jede Woche ein neues Werkzeug kommt? Ist das Buch nach vier Nachträgen fertig? Welche der beiden Bitkom-Zahlen gehört in die Vorstandsvorlage? Und wer prüft die Maschine, die das Buch geprüft hat?
    - Das Lagerfeuer: Der Fall aus Kapitel 1. Eine KI nennt den Wettbewerberpreis mit 45.000 Euro, tatsächlich waren es knapp 70.000. Daraus wurde der Prüf-Reflex, und der gilt heute für den Autor selbst
    - Drei Schritte für diese Woche, ohne Budget: zur letzten KI-Zahl in der Vorlage Reihe, Datum und Befragte notieren; in der Kaffeeküche statt per Rundmail fragen, wo KI schon mitarbeitet; einen Menschen mit Namen für die Kompetenzpflicht benennen
    - Die Prognose der Folge, geführt in unserem Mess-Sheet: In der Bitkom-KI-Studie im September 2027 schätzen weiterhin mehr als 50 Prozent der Unternehmen die KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten als gering ein (2026: 66 Prozent). Stellt Bitkom die Frage anders oder gar nicht, gilt die Prognose als nicht auflösbar
    Quellen:
    - Bitkom, Presseinformation „Digitalisierung der Wirtschaft: Fast jedes Unternehmen beschäftigt sich mit KI“, 11. März 2026: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Digitalisierung-der-Wirtschaft-Unternehmen-beschaeftigen-sich-mit-KI
    - Bitkom, Presseinformation „Erstmals nutzt die Mehrheit der Unternehmen KI“, 14. September 2026: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Erstmals-nutzt-Mehrheit-Unternehmen-KI
    - Bitkom, Presseinformation „Durchbruch bei Künstlicher Intelligenz“, 15. September 2025: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Durchbruch-Kuenstliche-Intelligenz
    - Bitkom, Presseinformation zur KI-Nutzung von Erwerbstätigen, 5. Mai 2025 (10 Prozent nutzen KI ohne Wissen des Arbeitgebers): https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/KI-Nutzung-boomt-Angst-vor-Abhaengigkeit-Ausland-gross
    - Salesforce und Deutscher Mittelstands-Bund, KI-Index Mittelstand 2026, 12. März 2026: https://www.salesforce.com/de/news/press-releases/2026/03/12/ki-index-mittelstand-2026/
    - Stifterverband und McKinsey, „KI-Kompetenzen in deutschen Unternehmen“, Januar 2025 (PDF): https://www.stifterverband.org/sites/default/files/2025-01/ki-kompetenzen_in_deutschen_unternehmen.pdf
    - Deloitte, Pressemitteilung „Deutsche Unternehmen optimieren mit KI, transformieren aber noch nicht“, 20. März 2026: https://www.deloitte.com/de/de/about/press-room/deutsche-unternehmen-optimieren-mit-kI,-transformieren-aber-noch-nicht.html
    - KPMG, Pressemitteilung „Aus Kür wird Pflicht: 91 Prozent der deutschen Unternehmen sehen KI als geschäftskritisch an“, 5. Juni 2025: https://kpmg.com/de/de/home/media/press-releases/2025/06/aus-kuer-wird-pflicht-91-prozent-der-deutschen-unternehmen-sehen-ki-als-geschaeftskritisch-an-und-stocken-budgets-deutlich-auf.html
    - KPMG und University of Melbourne, „Trust, attitudes and use of artificial intelligence: A global study 2025“ (PDF, 48.340 Befragte in 47 Ländern): https://assets.kpmg.com/content/dam/kpmgsites/xx/pdf/2025/05/trust-attitudes-and-use-of-ai-global-report.pdf
    - Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 4 und Art. 113: https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/1689/oj
    - Frank Wichert, „Führung, Verantwortung und der KI-Dschungel“, Manuskript, Stand Juni 2026, noch nicht erschienen
    Wichtig: Das Buch ist noch nicht erschienen. Alle Zahlen wurden am 21. September 2026 gegen die genannten Quellen geprüft; die vier Nachträge werden vor der Drucklegung eingearbeitet. Diese Folge ist keine Rechtsberatung.
    Unser Mess-Sheet mit allen geprüften Versprechen und den offenen Prognosen: https://darc-transform.de/podcast/mess-sheet/
    Schicken Sie uns das Versprechen Ihres KI-Anbieters, gern per E-Mail oder auf LinkedIn. Wir suchen uns jede Woche eines zum Nachmessen aus; ein Anspruch auf Prüfung besteht nicht, und für Verdachtsfälle gelten die Regeln sorgfältiger Berichterstattung.
    Nächste Folge am 30. September: KI-Agenten, die in Ihrem Haus schon arbeiten. Auch die, von denen Sie nichts wissen. Wie immer mittwochs um 11:07 Uhr.
    Mehr zum Podcast und zum Buch: https://darc-transform.de/podcast/
    KI-Transparenz: Beide Stimmen in dieser Folge sind KI-generiert, auch Frank hören Sie als KI-Stimme. Die Gedanken und die Worte sind seine. Mehr: https://darc-transform.de/podcast/
    12 min
  • Darf Ihr Marketing noch KI nutzen? Das Etikett „kommerziell sicher“ auf dem Prüfstand
    Ein Anbieter nennt seine KI-Modelle kommerziell sicher. Wir lesen den Vertrag dazu, nach dem Urteil GEMA gegen Suno.
    Das Landgericht München I hat der GEMA gegen den Musikgenerator Suno überwiegend recht gegeben. Darf Ihr Marketing jetzt noch mit künstlicher Intelligenz Bilder, Texte und Musik erzeugen? In Nachgemessen nehmen wir uns dafür kein Musikversprechen vor, sondern das Wort, auf das sich ein Marketing verlässt: sicher. Adobe beschriftet seine Firefly-Modelle mit „Kommerziell sicher“. Wir lesen den Vertrag dazu und fragen: Wer ist abgesichert, was ist abgesichert, und bis zu welcher Summe? Dazu ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamm über einen KI-Chatbot, drei Schritte für diese Woche und eine terminierte Prognose zum Bundesgerichtshof.
    Die Themen:
    - Der Anlass: Landgericht München I, Urteil vom 31. Juli 2026, GEMA gegen Suno, sechs Musikwerke. Die Stücke waren im Modell memorisiert, und für die wiedererkennbaren Ausgaben aus einfachen Prompts sah das Gericht den Anbieter verantwortlich, nicht die Nutzer. Das Urteil ist nicht rechtskräftig
    - Warum das viele betrifft: Nach der amtlichen Statistik nutzten 2025 gut ein Viertel der Unternehmen ab zehn Beschäftigten künstliche Intelligenz, 52 Prozent davon erzeugen damit Bilder, Videos oder Ton
    - Das Versprechen wörtlich: Auf der deutschen Firefly-Seite stehen die Adobe-Modelle unter dem Etikett „Kommerziell sicher“. In der FAQ formuliert Adobe vorsichtiger, die Modelle seien „für die kommerzielle Nutzung geeignet“, und begründet das mit lizenziertem Trainingsmaterial aus Adobe Stock und gemeinfreien Inhalten
    - Die Messung ist diesmal der Vertrag: In seinen Zusatzbedingungen für generative KI (gültig seit 23. April 2026) schließt Adobe die Gewähr aus, dass Ergebnisse keine Rechte Dritter verletzen. Die Freistellung gibt es nur für Teams- und Unternehmenskunden in bestimmten Tarifen, sie entfällt bei Bearbeitung und bei Kombination mit anderem Material, gilt nicht für Modelle anderer Hersteller und ist auf 10.000 US-Dollar je Ergebnis oder Anspruch gedeckelt. Musik ist seit Juli 2026 ausdrücklich abgedeckt
    - Der Kontrast: Suno wirbt bei bezahlten Tarifen mit kommerziellen Nutzungsrechten. In den Nutzungsbedingungen steht keine Zusage, dass die Nutzung keine Rechte Dritter verletzt, die Freistellung läuft umgekehrt zugunsten von Suno, und die Haftung ist auf die Zahlungen der letzten sechs Monate begrenzt, mindestens 100 US-Dollar
    - Franks Einordnung: München hat entschieden, dass ein einfacher Prompt den Nutzer nicht zum Vervielfältiger macht. Offen ist, was gilt, wenn ein Unternehmen das Ergebnis veröffentlicht
    - Nachgefragt: Ist Suno jetzt verboten? Bin ich als Unternehmen raus? Gehört mir, was die Maschine erzeugt (Amtsgericht München, 13. Februar 2026, drei KI-Logos ohne Schutz)? Und reicht ein Hinweis „mit KI erstellt“?
    - Das Lagerfeuer: Das Oberlandesgericht Hamm hat am 12. Mai 2026 ein Unternehmen für die Aussagen seines KI-Chatbots verantwortlich gemacht. Der Einwand, das Publikum kenne die Fehleranfälligkeit von KI, half nicht. Die Revision ist zugelassen
    - Drei Schritte für diese Woche, ohne Budget: eine Inventur der Werkzeuge und Tarife, in jedem Vertrag die Stelle zu Gewähr und Freistellung lesen, und alles Veröffentlichte samt Chatbot-Antworten freigeben wie eine Anzeige
    - Die Prognose der Folge, geführt in unserem Mess-Sheet: Am 17. Dezember 2026 entscheidet der Bundesgerichtshof im Fall LAION nicht abschließend, sondern legt dem Europäischen Gerichtshof Fragen zum Text und Data Mining vor. Wird der Termin verschoben, lösen wir am neuen Termin auf
    Quellen:
    - Landgericht München I, Pressemitteilung 16/2026 vom 31. Juli 2026 (Az. 42 O 763/25): https://www.justiz.bayern.de/gerichte-und-behoerden/landgericht/muenchen-1/presse/2026/16.php
    - Dasselbe Urteil im Volltext: https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/Y-300-Z-BECKRS-B-2026-N-17961
    - Statistisches Bundesamt, Unternehmen mit Nutzung von künstlicher Intelligenz 2025: https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Unternehmen/IKT-in-Unternehmen-IKT-Branche/Tabellen/ikti-unternehmen-kuenstliche-intelligenz.html
    - Adobe Firefly, deutsche Produktseite mit Etikett und FAQ: https://www.adobe.com/de/products/firefly.html
    - Adobe, Generative AI Product Specific Terms, gültig seit 23. April 2026: https://www.adobe.com/go/adobe-gen-ai-addl-terms
    - Adobe, Produktbeschreibung Firefly mit der Liste der abgesicherten Funktionen: https://helpx.adobe.com/legal/product-descriptions/adobe-firefly.html
    - Suno, Preisseite: https://suno.com/pricing
    - Suno, Nutzungsbedingungen, gültig seit 3. September 2026: https://suno.com/terms
    - Oberlandesgericht Hamm, Urteil vom 12. Mai 2026 (Az. 4 UKl 3/25), Volltext: https://nrwe.justiz.nrw.de/olgs/hamm/j2026/4_UKl_3_25_Urteil_20260512.html
    - Amtsgericht München, Endurteil vom 13. Februar 2026 (Az. 142 C 9786/25), Volltext: https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/Y-300-Z-BECKRS-B-2026-N-1513
    - Bundesgerichtshof, Terminhinweis I ZR 281/25, Verkündung am 17. Dezember 2026: https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Termine/DE/Termine/IZR281-25.html
    Wichtig: Diese Folge ist keine Rechtsberatung. Die Urteile aus München (GEMA gegen Suno) und Hamm sind nicht rechtskräftig; zur Rechtskraft des Amtsgerichtsurteils liegt uns kein Beleg vor.
    Unser Mess-Sheet mit allen geprüften Versprechen und den offenen Prognosen: https://darc-transform.de/podcast/mess-sheet/
    Schicken Sie uns das Versprechen Ihres KI-Anbieters, gern per E-Mail oder auf LinkedIn. Wir suchen uns jede Woche eines zum Nachmessen aus; ein Anspruch auf Prüfung besteht nicht, und für Verdachtsfälle gelten die Regeln sorgfältiger Berichterstattung.
    Nächste Folge am 23. September: Franks Buch „Führung, Verantwortung und der KI-Dschungel“ und was drinsteht. Wie immer mittwochs um 11:07 Uhr.
    Mehr zum Podcast und zum Buch: https://darc-transform.de/podcast/
    KI-Transparenz: Beide Stimmen in dieser Folge sind KI-generiert, auch Frank hören Sie als KI-Stimme. Die Gedanken und die Worte sind seine. Mehr: https://darc-transform.de/podcast/
    12 min
  • Spart KI dem Arzt 80 Prozent der Dokumentation? Die Praxis auf dem Prüfstand
    Ein Anbieter verspricht bis zu 80 Prozent weniger Dokumentationszeit. Die unabhängige Messung an 8.581 Ärztinnen und Ärzten sagt 11,7 Prozent.
    Ein Anbieter verspricht, dass aus zweieinhalb Minuten Dokumentation dreißig Sekunden werden, eine Zeitersparnis von bis zu 80 Prozent. In Nachgemessen zitieren wir dieses Versprechen wörtlich und stellen ihm die größte unabhängige Messung gegenüber, die es dazu gibt: 8.581 Ärztinnen und Ärzte an fünf Universitätskliniken, gemessen nicht per Fragebogen, sondern aus den Protokolldaten des Aktensystems. Ergebnis: 11,7 Prozent. Die Folge trägt zwei Antworten, denn beim Blick in die Bilddiagnostik sieht die Sache völlig anders aus. Dazu ein öffentlich dokumentierter Fall aus fünf Kliniken, drei Schritte für diese Woche und eine terminierte Prognose, deren Suchraum wir vorab festgelegt haben.
    Die Themen:
    - Das Versprechen wörtlich: Doctolib nennt in seiner Pressemitteilung vom 13. Februar 2026 eine Zeitersparnis von bis zu 80 Prozent, Grundlage ist eine interne Erhebung mit über 500 eigenen Kundinnen und Kunden von September bis November 2025
    - Drei Fragen an jede Zahl: Wer hat gemessen (der Anbieter selbst), woran (an einer einzelnen Notiz, nicht am Arbeitstag) und womit. Die dritte Frage bleibt offen, denn die Messmethode ist weder in der Mitteilung noch auf den öffentlichen Produktseiten auffindbar
    - Die unabhängige Gegenmessung aus dem Fachblatt JAMA, April 2026: 8.581 ambulant tätige Ärztinnen und Ärzte an fünf US-Universitätskliniken, davon 1.809 mit dem Werkzeug, über gut zwei Jahre, gemessen aus Protokolldaten. 16 Minuten weniger Dokumentation je acht geplante Patientenstunden, das sind 11,7 Prozent
    - Warum 80 und 11,7 nicht dasselbe messen, und wie die ehrliche Rechnung lautet: Selbst wenn die einzelne Notiz 80 Prozent schneller fertig ist, kommt am Arbeitstag ungefähr ein Neuntel heraus
    - Die unbequemste Zahl der Folge: Die Arbeit nach Feierabend hat sich nicht bedeutsam verändert. Wer das Werkzeug kauft, damit seine Leute abends früher nach Hause gehen, kauft Kapazität statt Entlastung
    - Es gibt randomisierte kontrollierte Studien zu diesen Werkzeugen, und sie finden Wirkung. Nur an anderer Stelle: beim Belastungsempfinden, nicht bei der Zeit
    - Der Gegenbeweis aus Deutschland: Im Brustkrebs-Screening wurden mit KI-Unterstützung 6,7 statt 5,7 Tumore je 1.000 Untersuchungen entdeckt, 17,6 Prozent mehr, ohne Anstieg der unnötigen Rückrufe. Mit drei Einschränkungen, die wir ungefragt nennen: herstellerfinanziert, nicht randomisiert, keine Sterblichkeitsdaten
    - Franks Haltung: Der Unterschied zwischen Radiologie und Dokumentation ist nicht die Technik, es ist die Messkultur
    - Das Lagerfeuer: Fünf große Universitätskliniken führen den KI-Mitschreiber breit ein. Nur 21 Prozent fangen überhaupt an, davon nutzt knapp ein Drittel ihn regelmäßig. Am Ende arbeitet ungefähr jeder Fünfzehnte so damit, wie es gedacht war
    - Drei Schritte für diese Woche, ohne Budget: den Anbieter nach der Messmethode fragen, die eigene Ausgangslage vor dem Kauf messen, und die Nutzung zur Zielgröße machen statt der Lizenz
    - Die Prognose der Folge, Stichtag 1. Dezember 2026, geführt in unserem Mess-Sheet: Bis dahin nennt Doctolib die Messmethode hinter den 80 Prozent nicht öffentlich. Damit das keine Suche ins Leere wird, steht der Suchraum vorab im Mess-Sheet und wird am Stichtag genau so abgearbeitet
    Quellen:
    - Doctolib, Pressemitteilung vom 13. Februar 2026 mit dem zitierten Versprechen. Die Originalseite ist für automatisierte Abrufe gesperrt, hier die frei erreichbare Wiedergabe bei E-HEALTH-COM: https://e-health-com.de/details-unternehmensnews/doctolib-fuehrt-ki-sprechstundenassistent-als-neue-eigenstaendige-loesung-ein/
    - Dieselbe Mitteilung als Archivstand der Originalseite vom 15. Februar 2026: https://web.archive.org/web/20260215103104/https://about.doctolib.de/news/doctolib-fuhrt-ki-sprechstundenassistent-als-neue-eigenstandige-losung-ein/
    - Die unabhängige Gegenmessung, Rotenstein et al., JAMA 2026, Volltext frei zugänglich: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC13044793/ und der Nachweis: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41920565/
    - Randomisierte kontrollierte Studie zu Wohlbefinden und Erschöpfung unter KI-Dokumentation, NEJM AI: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41625485/
    - Das deutsche Brustkrebs-Screening (PRAIM), Nature Medicine vom 7. Januar 2025: https://www.nature.com/articles/s41591-024-03408-6 und der freie Volltext: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11922743/
    - Bundesärztekammer, 130. Deutscher Ärztetag in Hannover, 15. Mai 2026, Beschluss zu klinischen Studien bei KI-Anwendungen: https://www.bundesaerztekammer.de/presse/aktuelles/detail/auswirkungen-von-ki-anwendungen-in-der-medizin-in-klinischen-studien-ueberpruefen
    - Bundesärztekammer, Stellungnahme "Künstliche Intelligenz in der Medizin", Vorstandsbeschluss vom 14. Januar 2025: https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/wissenschaftlicher-beirat/Veroeffentlichungen/KI_in_der_Medizin_SN_neu.pdf
    - Zum Rechtsrahmen: Der AI Omnibus ist am 27. Juli 2026 in Kraft getreten. Für KI in geregelten Produkten, also auch in Medizinprodukten, gelten die Hochrisiko-Pflichten damit erst ab dem 2. August 2028: https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/news/ai-omnibus-enters-force
    Unser Mess-Sheet mit allen geprüften Versprechen und den offenen Prognosen: https://darc-transform.de/podcast/mess-sheet/
    Schicken Sie uns das Versprechen Ihres KI-Anbieters, gern per E-Mail oder auf LinkedIn. Wir suchen uns jede Woche eines zum Nachmessen aus; ein Anspruch auf Prüfung besteht nicht, und für Verdachtsfälle gelten die Regeln sorgfältiger Berichterstattung.
    Nächste Folge am 16. September: Darf Ihr Marketing noch KI nutzen? Wie immer mittwochs um 11:07 Uhr.
    Mehr zum Podcast und zum Buch: https://darc-transform.de/podcast/
    KI-Transparenz: Beide Stimmen in dieser Folge sind KI-generiert, auch Frank hören Sie als KI-Stimme. Die Gedanken und die Worte sind seine. Mehr: https://darc-transform.de/podcast/
    12 min
  • Spart Copilot wirklich 26 Minuten am Tag? Ihr Wingman auf dem Prüfstand
    Die Werbeminuten stammen aus Fragebögen, die einzige Beobachtung fand keinen Beleg. Premiere der Rubrik Nachgemessen.
    Verkauft wird ein Flügelmann: ein Copilot, der mitfliegt, den Rücken freihält und angeblich 26 Minuten am Tag spart. Diese Folge ist die Premiere unserer neuen Rubrik Nachgemessen: Wir zitieren die Werbeminuten wörtlich und schauen auf die Messung dahinter, von der Umfrage über die Telemetrie bis zur einzigen Auswertung, bei der jemand daneben saß und zugeschaut hat. Die ehrliche Antwort auf die Titelfrage lautet: unbelegt. Dazu ein anonymisierter Fall aus Franks Mandaten, drei Schritte für diese Woche und zum ersten Mal eine terminierte Prognose, die wir öffentlich nachhalten.
    Die Themen:
    - Die Zahlenkette der Werbung, alle aus Befragungen: Microsoft nennt im Schnitt 14 Minuten pro Tag (eigene Umfrage, 1.300 Befragte; die oft zitierten 11 Minuten sind dort die Schwelle, ab der Nutzer einen Wert wahrnehmen), der britische GDS-Test mit 20.000 Beamten 26 Minuten (im Kleingedruckten: self-reported), das britische Arbeitsministerium DWP 19 Minuten (Selbstauskunft, rund 3.550 Lizenzen)
    - Die Treppe der Messqualität in 30 Sekunden: Fragebogen, Telemetrie, Beobachtung mit Stoppuhr und Kontrollgruppe, und warum die Werbeminuten alle auf der untersten Stufe stehen
    - Die Kontrollgruppen-Studie, die es sehr wohl gibt, von Microsoft mitverfasst: 66 Firmen, über 7.000 Beschäftigte, echte Telemetrie. Befund: rund zwei Stunden weniger E-Mail-Zeit pro Woche, kein belegter Gesamtgewinn
    - Der amtliche Satz des britischen Handelsministeriums DBT nach beobachteten Arbeitssitzungen, übersetzt: Die Auswertung fand keinen Beleg, dass die gesparte Zeit zu mehr Produktivität geführt hat. Manche Aufgaben dauerten sogar länger
    - Das offene Ende beider britischer Tests: eingesammelte Lizenzen, echter Kummer, am stärksten bei Beschäftigten mit Behinderungen, und keine belegte Kaufentscheidung danach
    - Aus dem Nachbarfeld: Entwickler mit KI-Werkzeugen fühlten sich 20 Prozent schneller und waren mit der Stoppuhr gemessen 19 Prozent langsamer (METR)
    - Das Lagerfeuer: ein Onlinehändler mit rund 350 Beschäftigten, Copilot für alle, aber ohne Gesamtstrategie und Rahmenbedingungen. Jeder bekam den Flügelmann, keiner den Flugplan
    - Drei Schritte für diese Woche, ohne Budget: Stoppuhr statt Fragebogen (fünf Leute, drei echte Aufgaben, zwei Wochen), das Anbieterversprechen wörtlich ins Protokoll samt Messart, und den eigenen Break-even rechnen, bevor verlängert wird
    - Die Prognose der Folge, Stichtag 1. März 2027, geführt in unserem Mess-Sheet: Bis dahin wird es keine von Microsoft unabhängige Studie mit Stoppuhr und Kontrollgruppe geben, die die beworbenen 26 Minuten belegt
    Quellen:
    - Microsoft WorkLab, AI Data Drop zur eigenen Copilot-Umfrage (1.300 Befragte, Selbstauskunft: 14 Minuten Durchschnitt, 11 Minuten als Wahrnehmungsschwelle): https://www.microsoft.com/en-us/worklab/ai-data-drop-the-11-by-11-tipping-point
    - UK Government Digital Service, ressortübergreifendes Copilot-Experiment mit 20.000 Beamten, 26 Minuten pro Tag, self-reported: https://www.gov.uk/government/publications/microsoft-365-copilot-experiment-cross-government-findings-report
    - UK Department for Work and Pensions, Copilot-Evaluation vom 29. Januar 2026, 19 Minuten pro Tag, Selbstauskunft: https://www.gov.uk/government/publications/an-evaluation-of-dwps-microsoft-copilot-365-trial
    - UK Department for Business and Trade, Copilot-Evaluation vom 28. August 2025 mit beobachteten Arbeitssitzungen und dem zitierten Satz zur Produktivität: https://www.gov.uk/government/publications/microsoft-365-copilot-pilot-dbt-evaluation-report
    - Microsoft-koautorierte Kontrollgruppen-Studie mit Telemetrie (66 Firmen, 7.137 Beschäftigte), NBER Working Paper 33795: https://arxiv.org/abs/2504.11443 und https://arxiv.org/abs/2504.11436
    - METR, Stoppuhr-Studie zu erfahrenen Entwicklern mit KI-Werkzeugen (gefühlt schneller, gemessen langsamer): https://arxiv.org/abs/2507.09089
    Unser Mess-Sheet mit allen geprüften Versprechen und den offenen Prognosen: https://darc-transform.de/podcast/mess-sheet/
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    Nächste Folge am 9. September zum Thema KI in der Medizin, wie immer mittwochs um 11:07 Uhr.
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    KI-Transparenz: Beide Stimmen in dieser Folge sind KI-generiert, auch Frank hören Sie als KI-Stimme. Die Gedanken und die Worte sind seine. Mehr: https://darc-transform.de/podcast/
    12 min
  • Lesen Sie das Handbuch, nicht die Ankündigung
    Agentische KI: Tina verteidigt, Frank zählt nach
    Seit Mitte August wird ein Produkt beworben, das kein Werkzeug sein will, sondern ein Kollege: ein KI-Agent mit eigenem Computer in der Cloud, der sich in Ihre Programme einloggt und mehrstufige Aufträge zu Ende bringt. Diese Folge macht etwas Neues: Tina übernimmt die Verteidigung des Produkts und trägt die stärksten Argumente vor, die es dafür gibt. Frank hält nur eines dagegen, das öffentliche Handbuch des Herstellers, alle vierzehn Seiten, selbst gelesen und selbst ausgezählt. Am Ende gibt die Verteidigung das Mandat zurück, und zwei ihrer Argumente bleiben trotzdem stehen.
    Die Themen:
    - Das Versprechen aus der Ankündigung (jeder Bot bekommt einen eigenen Computer) gegen den Satz aus dem Handbuch: Alle Bots teilen sich denselben dauerhaften Computer, mit Dateien, Browsersitzungen und Anmeldungen
    - Die Warnung des Herstellers an seine eigenen Kunden, im Wortlaut: Benutzen Sie einzelne Bots nicht als Sicherheitsgrenze
    - Das Umfeld, sauber datiert: 41 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten setzen KI ein (Bitkom, befragt Kalenderwoche 2 bis 6 im Jahr 2026), im Vorjahr 17 Prozent. Warum der Erhebungszeitraum dazugehört: Es gibt eine zweite Bitkom-Erhebung mit derselben Stichprobengröße und einer anderen Zahl
    - Die Vorbereitungslücke aus dem SAP Value of AI Report mit Oxford Economics (2.600 Führungskräfte in 13 Ländern, ohne Länderaufschlüsselung): 83 Prozent sehen großes Potenzial in agentischer KI, 3 Prozent fühlen sich vollständig vorbereitet, 38 Prozent haben für agentische Abläufe keinen Menschen im Prozess vorgesehen
    - Die Zahl dieser Folge ist eine Null, selbst gemessen: 14 Seiten Produktdokumentation, rund 12.800 Wörter, 16 Angriffsbegriffe von Prompt Injection bis Credential Theft, kein einziger Treffer. Mit Gegenprobe, damit die Null kein Messfehler ist: Freigabe 81 Treffer, Datenschutz 62, Computer 203, Sicherheit 50
    - Die Pointe der Messung: Das Handbuch spricht fünfzig Mal über Sicherheit und kein einziges Mal über einen Angreifer
    - Die geerbte Anmeldung, durchgespielt statt beschrieben: Der Buchhaltungsbot meldet sich morgens im Zahlungssystem an, der Terminbot findet nachmittags die offene Sitzung vor. Kein Angriff, kein Fehler, dokumentiertes Verhalten
    - Was Freigaben leisten und was nicht, im Wortlaut des Handbuchs: Eine Freigabe steuert die vorgeschlagene Handlung, sie macht bereits erledigte Arbeit nicht rückgängig
    - Das Argument der Verteidigung, das hält: Die Hälfte der Programme im Mittelstand hat keine Schnittstelle, und ein Agent, der Oberflächen wie ein Mensch bedient, löst ein echtes Problem
    - Der Testwert aus der eigenen Ankündigung, den niemand zitiert: 26 Prozent bei Aufgaben auf der Kommandozeile, neben Werten um 70 in anderen Tests
    - Frühe Testfassung, keine EU-Freigabe, Verarbeitung in amerikanischen Rechenzentren: Für Kundendaten ist das eine eigene Prüfung
    - Drei Schritte für diese Woche, ohne Budget: die Sicherheitsseite vor dem Kauf nach dem Wort Angriff durchsuchen, ein Zugang je Zweck statt ein Zugang für alles, und aufschreiben, an welcher Stelle der Mensch steht. Nicht ob. Wo.
    Quellen:
    - Grok Bot, Ankündigung vom 11. August 2026, ausdrücklich als frühe Beta gekennzeichnet: https://x.ai/news/introducing-grok-bot
    - Grok Bot, Produktdokumentation, Seite Sicherheit und Datenschutz, mit den zitierten Sätzen zur gemeinsamen Rechnerumgebung, zur Sicherheitsgrenze und zu Freigaben: https://docs.x.ai/grok-bot/approvals-security-and-privacy
    - Grok Bot, Übersicht der Dokumentation (Grundlage der Auszählung über alle 14 Seiten, Seitenliste aus der Sitemap): https://docs.x.ai/grok-bot/overview
    - Grok 4.6, Ankündigung vom 12. August 2026 mit dem Testwert von 26 Prozent (Terminal-Bench v3.0) neben weiteren Benchmarks: https://x.ai/news/grok-4-6
    - Bitkom, Presseinformation vom 11. März 2026, Bitkom Research, 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten, telefonisch, erhoben Kalenderwoche 2 bis 6 im Jahr 2026, repräsentativ: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Digitalisierung-der-Wirtschaft-Unternehmen-beschaeftigen-sich-mit-KI
    - SAP Value of AI Report 2026 mit Oxford Economics, veröffentlicht am 15. Juli 2026, 2.600 Führungskräfte in 13 Ländern einschließlich Deutschland, ohne Länderaufschlüsselung: https://news.sap.com/2026/07/business-value-ai-spiking-increased-adoption-agentic-expectations/
    Zur Einordnung der Messung: Die Auszählung der Dokumentation ist eine eigene, wiederholbare Erhebung vom 17. August 2026 über alle 14 Seiten der Grok-Bot-Dokumentation (Seitenliste aus der Sitemap von docs.x.ai). Gesucht wurden die Begriffe prompt injection, injection, untrusted, malicious, phishing, adversarial, hijack, attack, threat, exploit, scam, spoof, poison, jailbreak, compromise und credential theft.
    Nächste Folge am 2. September, wie immer mittwochs um 11:07 Uhr.
    Mehr zum Podcast und zum Buch: https://darc-transform.de/podcast/
    KI-Transparenz: Beide Stimmen in dieser Folge sind KI-generiert, auch Frank hören Sie als KI-Stimme. Die Gedanken und die Worte sind seine. Mehr: https://darc-transform.de/podcast/
    12 min
  • Warum niemand mehr führen will, und warum das nicht stimmt
    Nur 14 Prozent wollen sofort führen, 40 Prozent unter Bedingungen: eine Absage ist die Antwort auf ein unvollständiges Angebot
    Vierzehn Prozent der Beschäftigten ohne Führungsverantwortung würden sofort eine Führungsposition übernehmen. Daraus wird gerade überall die Schlagzeile, dass niemand mehr führen will. Diese Folge beginnt damit, dass Frank Wichert den Titel seines eigenen Artikels zurücknimmt: Direkt neben den 14 Prozent stehen 40 Prozent, die unter bestimmten Bedingungen zusagen würden. Zusammen ist das mehr als die Hälfte. Es will also nicht niemand mehr führen, es will nur kaum jemand so führen, wie es angeboten wird. Danach das Lagebild aus der Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft, ein Angebot, das in drei Rückfragen zerfällt, und die Frage, was in der Personalakte steht, wenn jemand absagt.
    Die Themen:
    - Die Zahl, die überall zitiert wird, und die Zahl, die fast nie mitgenannt wird: 14 Prozent sagen klar ja, 40 Prozent ja unter bestimmten Bedingungen, 43 Prozent haben kein Interesse, 3 Prozent wissen es nicht
    - Warum die 43 Prozent dieser Folge nichts mit den 43 Prozent der vergangenen Folge zu tun haben: dort Organisationen mit einer Datenpanne, hier Beschäftigte ohne Führungsverantwortung. Gleiche Zahl, andere Grundgesamtheit
    - Die Lücke: 28.180 fehlende Fachkräfte in Führungsberufen im Jahresdurchschnitt 2025, und darin sind nur die gezählt, die vorrangig führen. Jede Teamleitung mit Fachaufgabe fehlt in dieser Zahl
    - Warum das Etikett "Conscious Unbossing" in die Irre führt: Die britische Erhebung dahinter betrifft die unter 30-Jährigen, die deutschen Werte gelten für alle Altersgruppen
    - Wer besonders häufig ablehnt: Frauen zu 49 Prozent, Männer zu 37 Prozent, Frauen in Teilzeit zu 55 Prozent, dort nennen 85 Prozent die Arbeitsbelastung als Grund
    - Was gegen Führung spricht: Arbeitsbelastung 77 Prozent, Verantwortung 75 Prozent, Privatleben 73 Prozent, zu wenig Geld erst danach mit 48 Prozent, fehlende Unterstützung der Geschäftsleitung 41 Prozent
    - Kein einziger dieser Gründe sagt "ich kann das nicht". Alle sagen "zu diesem Preis nicht"
    - Das Angebot ohne Bedingungen, durchgespielt: drei Rückfragen zu Teilzeit, Rückkehrrecht und Einarbeitung, drei Mal keine Antwort
    - Die Zahl hinter der dritten Rückfrage: Nur 40 Prozent der amtierenden Führungskräfte haben in den letzten zwölf Monaten überhaupt ein Coaching zu ihrer Führungsaufgabe bekommen. 60 Prozent hatten ein ganzes Jahr lang keine Begleitung
    - Was danach in der Personalakte steht, und warum dieser eine Satz verhindert, dass sich etwas ändert
    - Was Beschäftigte stattdessen wollen: den eigenen Führungsstil entwickeln dürfen (71 Prozent), stellvertretend führen als Zwischenschritt (61 Prozent), Mentoring oder Coaching (61 Prozent), ein Rückkehrrecht (61 Prozent), Führen in Teilzeit (49 Prozent)
    - Geld führt die Anreizliste mit 95 Prozent an, aber direkt dahinter kommen Gestaltungsspielraum (85), Weiterbildung (78) und Anerkennung (77). Statussymbole liegen hinten
    - Was es kostet, nichts zu tun: 10 Prozent hohe emotionale Bindung, 77 Prozent Dienst nach Vorschrift, 13 Prozent innerlich gekündigt, 119 bis 142 Milliarden Euro Produktivitätsverlust im Jahr
    - Drei Schritte für diese Woche, ohne Budget: die drei Fragen beantworten, bevor sie gestellt werden, das Rückkehrrecht schriftlich auf ein Jahr geben, und die Begleitung im ersten Jahr fest einplanen statt als Belohnung zu vergeben
    Quellen:
    - KOFA Kompakt 1/2026, "Führungsetage leer? Was Beschäftigte wirklich zur Führung motiviert", Regina Flake, Sabine Köhne-Finster und Chiara Döring, Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung am Institut der deutschen Wirtschaft, veröffentlicht am 18. Januar 2026. IW-Beschäftigtenbefragung, über 5.000 Befragte, 4.670 verwertbare Antworten zum Thema Karriereambitionen, erhoben vom 20. Mai bis 2. Juni 2025. Die Werte zur Führungsbereitschaft beruhen auf N = 3.112 Beschäftigten ohne Führungsverantwortung: https://www.kofa.de/media/Publikationen/KOFA_Kompakt/2026-01_KOFA_Kompakt_Fuehrung.pdf
    - Studienseite des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung zur selben Untersuchung: https://www.kofa.de/daten-und-fakten/studien/fuehrungsetage-leer-was-beschaeftigte-wirklich-zur-fuehrung-motiviert/
    - Gallup Engagement Index Deutschland 2025, veröffentlicht im März 2026. 1.700 zufällig ausgewählte Arbeitnehmende ab 18 Jahren, computergestützte Telefoninterviews vom 17. November bis 20. Dezember 2025. Im Wortlaut: "nur 40 Prozent der Führungskräfte haben in den vergangenen zwölf Monaten ein Coaching in Bezug auf ihre Führungsaufgabe erhalten". Ebenso die Werte zur emotionalen Bindung (10 Prozent hoch, 77 Prozent gering, 13 Prozent ohne Bindung) und die Produktivitätseinbußen zwischen 119,2 und 142,3 Milliarden Euro. Gallup selbst nennt das "weniger ein Einstellungs- als vielmehr ein Führungsproblem": https://www.gallup.com/de/472028/bericht-zum-engagement-index-deutschland.aspx
    - Michael Page, Talent Trends 2026. Über 60.000 Fach- und Führungskräfte weltweit, davon rund 3.000 in Deutschland. 65 Prozent würden eine Beförderung samt Gehaltserhöhung ablehnen, wenn sie das persönliche Wohlbefinden gefährdet, nur 18 Prozent nennen eine Beförderung als wichtigstes Karriereziel: https://www.michaelpage.de/news/media-releases/talent-trends-studie-zeigt-deutsche-besch%C3%A4ftigte-weniger-zufrieden-mit-ihrem-job-und-offener-f%C3%BCr-wechsel
    Nicht verwendet, und zwar bewusst: Die vielzitierten Werte, wonach 35 Prozent der Führungskräfte nie geschult wurden und 27 Prozent den Aufstieg zurücknehmen würden, stammen aus einer Presselage vom Februar 2020. Die Primärquelle ist nicht mehr abrufbar. Diese Folge verwendet ausschließlich Erhebungen aus 2025 und 2026.
    Nächste Folge am 26. August: Agentische KI im Mittelstand, also was sich ändert, wenn Software nicht mehr antwortet, sondern handelt.
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    12 min
  • Schatten-KI: Wegsehen ist eine Entscheidung
    Vorfälle mit ungenehmigter KI von 20 auf 43 Prozent verdoppelt, 29 Prozent schließen das für sich aus. Beginnt mit der Korrektur einer eigenen Zahl
    In Ihrem Unternehmen arbeitet vermutlich gerade eine künstliche Intelligenz, die niemand eingekauft hat. Niemand hat sie freigegeben, niemand hat sie geprüft, und in der Regel weiß auch niemand, welche Daten sie sieht. Diese Folge beginnt mit einer Korrektur in eigener Sache: Am Ende der letzten Folge haben wir Ihnen eine Zahl mitgegeben, die in zwei Punkten falsch war. Danach das Lagebild, zwei Zahlen, die man ausdrücklich nicht übereinanderlegen darf, und das Gespräch, das in den allermeisten Unternehmen nie geführt wird. Frank Wichert dazu: Schatten-KI ist kein Technikproblem, sondern ein Wahrnehmungsproblem. Wer sicher ausschließt, hat in aller Regel nicht gemessen, sondern entschieden, dass es das bei ihm nicht gibt.
    Die Themen:
    - Die Korrektur in eigener Sache: In Folge 3 hieß es, 71 Prozent der Unternehmen berichteten von nicht freigegebener KI. Richtig sind 69 Prozent, und es sind Führungskräfte, nicht Unternehmen: 2.600 Führungskräfte in 13 Ländern, befragt von Oxford Economics für SAP, gefragt wurde nach "mindestens gelegentlich"
    - Woher der Fehler kam: aus einer eigenen Projektnotiz, die nie gegen das Original geprüft wurde
    - Das Lagebild für Deutschland: 8 Prozent der Unternehmen sagen, private KI-Nutzung ist weit verbreitet, 17 Prozent kennen Einzelfälle, 17 Prozent vermuten es, zusammen 42 Prozent, die es wissen oder ahnen
    - Die zweite Fehlerklasse: Die überall als "Bitkom-Studie 2026" zitierte Erhebung stammt aus dem Sommer 2025
    - Die dritte Fehlerklasse: Die kursierenden 670.000 Dollar Mehrkosten und 20 Prozent stehen so im IBM-Bericht des Vorjahres. Im aktuellen stehen 43 Prozent und 5,39 Millionen Dollar
    - Warum 29 und 43 Prozent nicht gegeneinander gerechnet werden dürfen: 29 Prozent ist ein Anteil an allen befragten Unternehmen, 43 Prozent ein Anteil an denen, die bereits eine Datenpanne hatten. Kein Widerspruch, sondern etwas Unangenehmeres
    - Die Zahl, auf die es ankommt: 68 Prozent der Organisationen mit Datenpanne hatten kein Regelwerk für KI. Im Vorjahr waren es 63 Prozent, es wird also schlechter, nicht besser
    - Warum am Anfang kein Regelbruch steht, sondern Ehrgeiz, und warum ein Verbot ohne offiziellen Weg nicht die Bequemen bestraft, sondern die Engagierten
    - Die Führungslücke in zwei Zahlen: 26 Prozent der Unternehmen bieten einen offiziellen KI-Zugang an, deutlich mehr wissen oder ahnen, dass ohne Weg gearbeitet wird
    - Die Kontrolle nimmt ab, während sich die Vorfälle verdoppeln: Freigabepflicht durch die eigene Technikabteilung bei 38 Prozent, im Vorjahr 45 Prozent. Nur 19 Prozent lassen Governance und Security überhaupt zusammenarbeiten
    - Der Unterschied zwischen einem Verbot und einer Regel: Das Verbot verlagert die Entscheidung nach unten, die Regel nimmt sie ab
    - Das Gespräch, das nie geführt wird, in beiden Fassungen durchgespielt. Die Entscheidung fällt nicht in der Geschäftsführung, sondern an einem Dienstagvormittag, wortlos
    - Drei Schritte für diese Woche: messen statt urteilen, einen Weg anbieten, bevor Sie einen verbieten, und das Gespräch einmal wirklich führen
    Quellen:
    - IBM, Cost of a Data Breach Report 2026, durchgeführt vom Ponemon Institute, gesponsert und analysiert von IBM, veröffentlicht am 29. Juli 2026. 602 Organisationen mit Datenpannen zwischen März 2025 und Februar 2026, 16 Länder und Regionen, 17 Branchen, 3.558 Interviews. Im Wortlaut: "Security incidents involving an organization's shadow AI - where workers use unapproved AI - more than doubled to 43% this year from 20% last year. These incidents led to higher average breach costs this year (USD 5.39 million) than last year (USD 4.63 million)." Ebenso die Werte zur KI-Governance: 32 Prozent haben Richtlinien, 38 Prozent eine strikte Freigabepflicht (Vorjahr 45), 19 Prozent koordinieren Governance und Security: https://www.ibm.com/reports/data-breach
    - Bitkom, Presseinformation vom 21. Oktober 2025, "Beschäftigte nutzen vermehrt Schatten-KI". Bitkom Research, 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten, telefonisch befragt in den Kalenderwochen 27 bis 32 des Jahres 2025, repräsentativ: 8 Prozent weit verbreitet, 17 Prozent Einzelfälle, 17 Prozent Vermutung, 29 Prozent schließen es sicher aus, 26 Prozent stellen einen offiziellen Zugang bereit: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Beschaeftigte-nutzen-Schatten-KI
    - SAP Value of AI Report 2026, erstellt mit Oxford Economics, veröffentlicht am 15. Juli 2026, 2.600 Führungskräfte in 13 Ländern. 69 Prozent sagen, Schatten-KI kommt mindestens gelegentlich vor. Global erhoben, ohne Länderaufschlüsselung. Dies ist die korrigierte Zahl aus Folge 3: https://news.sap.com/2026/07/business-value-ai-spiking-increased-adoption-agentic-expectations/
    Nächste Folge am 19. August: Warum kaum noch jemand führen will, und was Unternehmen dagegen tun können.
    Mehr zum Podcast und zum Buch: https://darc-transform.de/podcast/
    KI-Transparenz: Beide Stimmen in dieser Folge sind KI-generiert, auch Frank hören Sie als KI-Stimme. Die Gedanken und die Worte sind seine. Mehr: https://darc-transform.de/podcast/
    12 min
  • Die neue KI-Aufsicht und die entschärfte Kompetenzpflicht
    Die Bundesnetzagentur nimmt Beschwerden an, ein Bußgeld für fehlende Schulung gab es nie: was Artikel 4 nach dem Digital-Omnibus noch verlangt
    Seit dem 29. Juli hat Deutschland eine KI-Aufsicht, seit dem 2. August nimmt sie Beschwerden entgegen: kostenlos, formlos, von jeder natürlichen und juristischen Person, ausschließlich über ein Onlineformular. Und fünf Tage vor dieser Folge hat der europäische Gesetzgeber ausgerechnet die Pflicht entschärft, die wir Ihnen für heute angekündigt hatten. Tina liefert das Lagebild samt einer Zahl, die derzeit überall falsch zitiert wird. Frank ordnet ein, warum eine weichere Vorschrift die Führungsaufgabe härter macht: Solange der Gesetzgeber entschieden hat, musste bei Ihnen niemand führen. Jetzt entscheidet niemand mehr für Sie. Dazu die Beschwerdestelle Schritt für Schritt und drei Schritte für diese Woche, ohne Budget.
    Die Themen:
    - Acht Tage, die die Lage gedreht haben: Digital-Omnibus in Kraft seit 27. Juli, deutsches KI-Gesetz seit 29. Juli, Transparenzpflichten und Beschwerdestelle seit 2. August
    - Was mit Artikel 4 passiert ist: Aus "nach besten Kräften sicherstellen, dass ausreichende KI-Kompetenz vorliegt" wurde "Maßnahmen ergreifen, um die Entwicklung dieser Kompetenz zu unterstützen"
    - Der Satz, der die Messlatte streicht, im Wortlaut aus dem Amtsblatt: "Diese Verpflichtung verpflichtet Anbieter oder Betreiber nicht, für irgendeine Person ein bestimmtes Niveau an KI-Kompetenz zu garantieren."
    - Die Korrektur: Ein Bußgeld für fehlende Schulung gab es nie. Artikel 99 nennt Artikel 4 nicht, und der Digital-Omnibus hat daran nichts geändert
    - Die Zahl, die es so nicht gibt: Die überall als "Bitkom 2026" zitierte Schulungsquote verschmilzt zwei Erhebungen aus 2024 und 2025
    - Die belastbare Zahl ist härter: 70 Prozent der Erwerbstätigen bekommen überhaupt kein Schulungsangebot, 20 Prozent wurden geschult, 6 Prozent nutzen ein vorhandenes Angebot nicht
    - 77 Prozent der Führungskräfte bezweifeln, dass ihre eigenen Schulungen mithalten, und nur 48 Prozent haben überhaupt jemanden für KI benannt
    - Die Beschwerde bei der Bundesnetzagentur durchgespielt: wer sich beschweren darf, was es kostet, welche Fristen gelten und warum der ungeschulte Mitarbeiter nicht nur der ist, der Fehler macht
    - Die andere Hälfte: KI-Service-Desk, Werkzeug zur Risikoklasse und Reallabore bei derselben Behörde
    - Drei Schritte für diese Woche: zählen statt schätzen, einen Namen eintragen, die erste Stunde ansetzen
    Quellen:
    - Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital-Omnibus-Verordnung zur KI), Amtsblatt vom 24. Juli 2026, in Kraft seit 27. Juli 2026. Die Neufassung von Artikel 4 steht in Artikel 1 Nummer 5: https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2026/1744/oj?locale=de
    - Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Artikel 4, KI-Kompetenz, in der bis zum 26. Juli 2026 geltenden Fassung: https://artificialintelligenceact.eu/article/4/
    - Verordnung (EU) 2024/1689, Artikel 99, Sanktionen. Absatz 4 zählt die bußgeldbewehrten Pflichten abschließend auf, Artikel 4 ist nicht darunter: https://artificialintelligenceact.eu/article/99/
    - Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, Gesetz zur Durchführung der KI-Verordnung (KI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungsgesetz), in Kraft seit 29. Juli 2026: https://bmds.bund.de/service/gesetzgebungsverfahren/gesetz-zur-durchfuehrung-der-ki-verordnung
    - Bundesnetzagentur, Presseinformation vom 29. Juli 2026, zentrale Rolle bei der Umsetzung der KI-Verordnung: https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/20260729_KI_VO.html
    - Bundesnetzagentur, KI-Service-Desk und Beschwerdestelle, Beschwerden ab dem 2. August 2026 ausschließlich über das Onlineformular: https://www.bundesnetzagentur.de/1111502
    - Bitkom, Presseinformation vom 7. Juli 2025, repräsentative Befragung von 1.005 Personen ab 16 Jahren, darunter 513 Erwerbstätige: 20 Prozent geschult, 6 Prozent mit ungenutztem Angebot, 70 Prozent ohne Angebot: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Ein-Fuenftel-im-Job-zu-KI-geschult
    - Bitkom, Unternehmensbefragung aus dem Sommer 2024, 602 Unternehmen ab 20 Beschäftigten: 21 Prozent schulen alle oder die meisten Beschäftigten. Diese Zahl wird derzeit vielfach mit der Beschäftigtenbefragung von 2025 vermischt: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Jedes-zweite-Unternehmen-ermoeglicht-KI-Fortbildungen
    - SAP Value of AI Report 2026, erstellt mit Oxford Economics, veröffentlicht am 15. Juli 2026, 2.600 Führungskräfte in 13 Ländern, davon 200 in Deutschland: https://news.sap.com/germany/2026/07/sap-studie-ki-rechnet-sich-potenzial-deutsche-unternehmen/
    Korrektur zu dieser Folge (nachgetragen am 11. August 2026): Am Ende dieser Folge wird gesagt, 71 Prozent der Unternehmen berichteten von künstlicher Intelligenz, die im Haus ohne Freigabe benutzt wird. Diese Zahl ist in zwei Punkten falsch. Richtig sind 69 Prozent, und es sind nicht Unternehmen, sondern Führungskräfte: 2.600 von ihnen in 13 Ländern, befragt von Oxford Economics für den SAP Value of AI Report 2026, gefragt wurde nach "mindestens gelegentlich". Das Audio bleibt unverändert, die Korrektur wird in Folge 4 gesendet.
    Nächste Folge am 12. August: Schatten-KI, also die künstliche Intelligenz, die niemand eingekauft hat und die trotzdem jeden Tag benutzt wird.
    Mehr zum Podcast und zum Buch: https://darc-transform.de/podcast/
    KI-Transparenz: Beide Stimmen in dieser Folge sind KI-generiert, auch Frank hören Sie als KI-Stimme. Die Gedanken und die Worte sind seine. Mehr: https://darc-transform.de/podcast/
    12 min

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Das Lagerfeuer-Gespräch von DARC Management: der wöchentliche Podcast zu Führung, Verantwortung und KI für Vorstände, Geschäftsführung, Management und alle Interessierten. Frank Wichert und seine KI Tina ordnen jede Woche ein aktuelles Thema ein: mit Zahlen und Primärquelle, einem Praxisfall und drei konkreten Schritten für Ihre Organisation. Jeden Mittwoch um 11:07 Uhr, genau 11:07 Minuten auf den Punkt.