ERF Gottesdienst

Lieben wie Jesus


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© Nina Strehl / unsplash.com
Die Bibel ist voll von Aussagen, die ich nicht verstehe. Und damit habe ich manchmal echt Probleme. Noch herausfordernder sind aber die Bibelstellen, die ich verstehe, denn es stellt sich die Frage, ob ich das, was ich verstanden habe, auch lebe.
Ich gebe euch ein neues Gebot: Liebt einander! Ihr sollt einander lieben, wie ich euch geliebt habe. An eurer Liebe zueinander werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid. – Jesus Christus (Johannes 13,34-35)
 
Der Anspruch, den Jesus hier formuliert, könnte höher nicht sein: „Ihr sollt einander lieben, wie ich euch geliebt habe.“ Wer schafft denn das? Jesus ist schließlich sogar aus Liebe für uns gestorben. Aber vielleicht sollten wir nicht sofort ganz oben ins Regal greifen, sondern einfach mal unten anfangen. Was heißt es, einander zu lieben so wie Jesus es tut?  Am Beispiel von Petrus lässt sich das ganz gut nachvollziehen:
 
1. Liebe ermutigt
Petrus war die ganze Nacht mit dem Boot draußen, aber er hatte nichts gefangen. Dann ermutigt Jesus ihn, noch einmal rauszufahren. Und plötzlich sind die Netze voll. Petrus ist erschreckt: „Herr, kümmere dich nicht weiter um mich, ich bin ein zu großer Sünder, um bei dir zu sein.“ (Lukas 5,8) . Jesus aber macht ihm Mut: „Hab keine Angst!“ (Lukas 5,10). Und er geht noch einen  Schritt weiter, denn …
 
2. Liebe traut dem anderen etwas zu
Jesus sagt Petrus, welches Potential er in ihm sieht: „Von nun an wirst du Menschen fischen.“ (Lukas 5,10). Er traut ihm etwas zu, das Petrus sich nicht einmal selbst zutraut. Dieses Vertrauen drückt sich auch dem Namen aus, den Jesus ihm gegeben hat. Eigentlich hieß er Simon, Jesus machte ihn erst zum Petrus. Das bedeutet Fels (Johannes 1,42). Und er sagt damit: Ich traue dir zu, dass man auf dich bauen kann. Du bist ein Fels.
Dass so ein Fels, so ein Brocken von einem Kerl, aber sogar auf dem Wasser laufen kann, das hätte ich nicht gedacht. Als Jesus ihnen in einer stürmischen Nacht auf dem Wasser entgegenläuft, bekommt Petrus einen Mutanfall: „Herr, wenn du es wirklich bist, befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen.“ (Matthäus 14,28). Und wie reagiert Jesus? Er bleibt ganz cool, weil er Petrus sogar zutraut auf dem Wasser zu gehen: „Dann komm“, sagt er. Wow! Trauen wir einander eigentlich zu, auf dem Wasser zu gehen?
 
3. Liebe reicht eine helfende Hand
Wir wissen ja, wie Petrus‘ Mutanfall endete. Er bekommt Angst vor der eigenen Courage und beginnt zu sinken. Zum Glück bleibt Jesus an dieser Stelle nicht beim Ermutigen stehen, sonst wäre es vielleicht vorbei gewesen mit dem armen Petrus. In dieser Notsituation hält Jesus Petrus seine Hand hin, hält ihn fest und zieht ihn raus. (Matthäus 14, 31)
Es ist wichtig, dass wir einander ermutigen und uns gegenseitig etwas zutrauen. Aber manchmal reicht das nicht. Manchmal müssen dem anderen eine helfende Hand reichen, ihn rausziehen, ihn unterstützen.
 
4. Liebe ermahnt
Jetzt wird ein bisschen knifflig. Ermutigen ist ja was Feines – aber Ermahnen? Ich will doch niemandem zu nahe treten. Ja, es ist eine Kunst, andere liebevoll zu ermahnen. Jesus hat sie beherrscht, was aber nicht heißt, dass er ein Blatt vor den Mund genommen hätte. Er konnte sehr direkt sein. Nachdem er Petrus rausgezogen hat, fragt er: „Warum hast du gezweifelt?“ (Matthäus 14,31). Er legt seinen Finger in die Wunde. Es war das fehlende Vertrauen, das Petrus hat sinken lassen. Jesus spricht das ganz klar an. Aber eben erst nachdem er ihn ermutigt hat, ihm etwas zugetraut und ihn rausgezogen hat. Man beachte die Reihenfolge!
 
5. Liebe ist realistisch
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