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Machtmissbrauch – das ist ein Thema, das einem überall begegnen kann. Sei es in der Politik, am Arbeitsplatz oder zu Hause in den eigenen vier Wänden. Auch die christliche Gemeinschaft bleibt von Machtmissbrauch nicht verschont. Überall, wo Menschen zusammenkommen, kann Machtmissbrauch stattfinden. Passiert dies im Kontext des geistlichen und religiösen Lebens, spricht man von geistlichem Missbrauch.
Hier kommen 6 Fakten zum Thema Macht und Machtmissbrauch.
1. Was ist Macht?
Der Duden definiert Macht als „Gesamtheit der Mittel und Kräfte, die jemandem […] zur Verfügung stehen“ oder als „Einfluss“ sowie „mit dem Besitz einer politischen, gesellschaftlichen, öffentlichen Stellung und Funktion verbundene Befugnis, Möglichkeit oder Freiheit, über Menschen und Verhältnisse zu bestimmen.“ Macht ist demnach an sich nichts Schlechtes, sondern kann und soll dazu dienen, Recht und Gerechtigkeit durchzusetzen und für Ordnung zu sorgen.
Es gibt zwei Formen von Macht:
a) Macht, die im Amt begründet ist, zum Beispiel im Amt des Pfarrers.
b) Macht, die eher inoffiziell entsteht und in dem Ansehen der Person begründet ist. Ein prominenter Schauspieler hat zum Beispiel kein offizielles Amt, aber ein hohes Maß an Einfluss auf seine Fans.
In der Bibel ist Macht eine von Gott anvertraute Macht. Sie soll zum Guten gebraucht werden. Doch Macht birgt immer die Gefahr, dass sie auch zu eigenen Zwecken genutzt wird. Dies geschieht häufig durch Machtmenschen.
2. Was sind Machtmenschen?
Jeder, der ein Leitungsamt trägt, sollte darauf bedacht sein, ein guter Leiter oder eine gute Leiterin zu sein und ein Herz für seine Mitarbeiter mitbringen. Seine oder ihre Motivation sollte sein, danach zu schauen, seinen oder ihren Mitmenschen zu dienen und sie bestmöglich zu fördern. Jesus ist dafür ein gutes Beispiel. Er sagt von sich selbst: „Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden“ (Matthäus 28,18). Und trotzdem hat ihn diese Macht nicht korrumpiert. Jesus hat seine Macht nicht für sich selbst missbraucht, sondern er hat Andere „ermächtigt“.
Machtmenschen sind dazu jedoch nicht in der Lage. Ihr Antrieb ist es vor allem, ihren eigenen Willen durchzusetzen.
Woran erkenne ich Machtmenschen? Es gibt bestimmte Taktiken, die sich Machtmenschen aneignen, um ihre eigenen Ziele durchzusetzen.
Taktik Nr. 1: Schuldgefühle schüren
Oftmals legen sie passiv- aggressives Verhalten an den Tag, indem sie ihr Umfeld manipulieren. Das passiert, indem sie Schuldgefühle auslösen, zum Beispiel mit Sätzen wie „Ich bin enttäuscht von dir, weil du nicht auf meinen Rat gehört hast“, oder noch schlimmer „Gott ist jetzt enttäuscht von dir“. Sie lenken von unangenehmen Themen ab und rechtfertigen sich, indem sie die Schuld auf Andere schieben.
Taktik Nr. 2: Menschen abhängig machen
Sie schüchtern Andere ein. Oftmals zeigen sie ein hohes Engagement, doch halten sie damit Menschen in Abhängigkeit – sie machen sich unersetzlich. Typische Sätze sind: „Wenn ich das nicht tue, tut hier sonst keiner was!“ oder „Alles muss über meinen Schreibtisch.“ Weil ihnen die Sensibilität für ihre eigenen und die Gefühle ihrer Mitmenschen fehlt, überschreiten sie bei Anderen die Schmerzgrenze und fordern zu viel. Es fällt ihnen schwer zu akzeptieren, wenn ihr Gegenüber „nein“ sagt.
Taktik Nr. 3: Opferrolle einnehmen
Sie spielen die Opferrolle, geben ihre eigenen Fehler nicht zu. Manchmal lügen sie, um ihre Position zu stärken – wenn auch nicht immer bewusst. Um sich …