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Die eigene Mutter wird vergesslich und verlegt ständig ihr Portemonnaie. Die Oma wirkt oft orientierungslos oder kann sich den Namen ihres Enkelkindes nicht merken. Sie scheint nicht mehr in der Lage zu sein, gut überlegte Entscheidungen treffen zu können. Der Großvater kann Geschichten im Detail erzählen, die vor 20 Jahren passiert sind, weiß aber nicht mehr, was er vor fünf Minuten gesagt hat. Und dann stellt der Arzt die Diagnose Demenz. Wie geht man als Angehörige mit dieser niederschmetternden Diagnose um?
Was ist Demenz?
Mit Demenz beschreibt man „eine anhaltende oder fortschreitende Beeinträchtigung des Gedächtnisses, des Denkens oder anderer Hirnleistungen“.1 Betroffene verlieren ihre intellektuellen Fähigkeiten, „in einem solchen Maße, dass die sozialen und beruflichen Fähigkeiten erheblich eingeschränkt sind“.2
Hier kommen 7 Tipps für den Umgang als Angehöriger mit der Diagnose „Demenz“.
1. Sich über Demenz informieren
„Ich wünschte, ich hätte es früher gewusst!“ – bei der Krankheit „Demenz“ gibt es unterschiedliche Formen und viele komplexe Zusammenhänge, die für den Laien erst einmal schwer einzuschätzen sind. Außerdem ist jeder Patient einzigartig, Symptome können ganz unterschiedlich ausgeprägt sein.
Wer sich frühzeitig informiert, fühlt sich nicht so hilflos und überfordert wie jemand, der die typischen Symptome demenzkranker Menschen nicht einzuschätzen vermag. Ich kann damit unnötigen Frustrationen vorbeugen. Ich fühle mich vorbereitet und weiß, was eventuell auf mich zukommt. Ich kann damit rechnen, dass die Person Probleme mit der Orientierung, dem Gedächtnis, ihren allgemeinen intellektuellen Fähigkeiten oder dem Urteilsvermögen hat.3 Dass Gefühle nicht mehr so klar ausgedrückt werden. Ich kann mich darüber informieren, welche Form von Demenz mein Verwandter hat und welche Ausprägungen bei dieser Form typisch sind.
2. Wertschätzung entgegenbringen
„Was du sagst, stimmt nicht!“, „Was du glaubst, ist an den Haaren herbeigezogen!“ oder „Das ist einfach verrückt!“ – wie leicht kommen mir solche Worte über die Lippen, wenn ich mich durch den erkrankten Menschen zu Unrecht angeklagt fühle oder die Aussagen, die ich von meinem betroffenen Angehörigen höre, jeglicher logischen Grundlage entbehren. Plötzlich scheint die Mutter oder Oma sauer geworden zu sein – wegen Dingen, die nicht wahr sind oder sie sich einzubilden scheint. Wenn ich weiß, dass es zu dem Krankheitsbild eines dementen Menschen gehört, dass die Hirnleistung abnimmt, Betroffene mit Zornausbrüchen zu kämpfen haben oder Wahnvorstellungen bekommen können, kann es mir helfen, geduldiger zu sein.
Es ist nicht selten, dass die Betroffenen selbst frustriert über ihre Krankheit sind, weil sie sich als Last empfinden und sich hilflos fühlen. Der Person hilft es, wenn ich ihr mit Wertschätzung gegenübertrete und ihr vermittle: Es ist okay, dass du Hilfe brauchst. Jeder braucht einmal Hilfe. Ich helfe dir gerne.
Übrigens: Depressionen als Begleiterscheinung von Demenz sind typisch. Umso wichtiger ist es, der Person zugewandt zu sein und Stimmungsschwankungen gelassen zu begegnen.
3. In die emotionale Realität einsteigen
„Die Putzfrau hat mir Geld geklaut!“ – Sätze dieser Art kommen bei Demenzkranken nicht selten vor. Sie fühlen sich schnell verunsichert, weil sie wichtige Dinge wie Geld oder den Personalausweis nicht mehr wiederfinden. Auch wenn die Anschuldigungen nicht der Realität entsprechen: Für den Betroffenen fühlt …