Wir befinden uns im Herbst 1996 und die Bates gehen auf große Tour. Die Kicks´n´Chicks-Tour ist größer, lauter, länger und anstrengender, als alles was die vier Punks aus Eschwege bis dahin live geleistet haben. Keine Wochenendtouren mehr, keine Auszeiten und keine Verbindung zur Heimat: Die Tour beginnt im September und zieht sich, angesichts angehangener Termine in Österreich und der Schweiz weit in das Jahr 1997 hinein. Allein der erste Teil der Tour ist in drei Teile gesplittet und beinhaltet jeweils einen anderen Support-Act. Goldene Regel der Bates- es werden nur Indie-Bands mitgenommen, die noch keinen großen Plattenvertrag haben. Bei Schüssler Dü aus Wolfhagen, unter anderem mit Sefan Becker (Swoons, Lost Lyrics) und Dully, der später bei den Bates einsteigt und den Three O´Clock Heroes aus Frankfurt ist das auch keine Frage- bei den Yeti Girls standen die großen Plattenfirmen jedoch bereits vor der Tür. Bei allen drei Bands handelt es sich um befreundete Gruppen, mit denen man im Herbst loszieht. Es folgt das Abmischen der Live-CD What a Beautiful Noise, die im Januar 1997 erscheint, einige Weihnachtskonzerte, einem Winter-Teil und weit über 70 Auftritte in weniger als drei Monaten. Die Bates sind ausgelaugt, reisen im seperaten Bus und wohnen im Hotel, haben kaum noch Berührungspunkte mit der Crew, die nun samt Catering (Rote Gourmet Fraktion) im Nightliner fährt und entfremdet sich immer mehr. Vor allem Zimbl übertreibt seinen Alkohol-und Drogenkonsum und beginnt immer mehr in seiner eigenen Welt zu versinken - sehr zur mentalen Last aller Beteiligten, doch niemandem geht die Tatsache, dass er seinem besten Freund nicht helfen kann, so nah wie Klube, der den Frust buchstäblich in sich hineinfrisst. Permanent kurz davor sich an die Gurgel zu gehen, ist die Stimmung auf dieser Tour bei Band, Crew und Management auf dem Tiefpunkt und es scheint so, als würde es nach dieser Tour keine Zukunft für die Bates geben...
Wir sprechen über die "Höllentour" Kicks´n´Chicks, über lustige Anekdoten mit den Supportbands, Campino der in ein Interview platzt, Rohrleitungen die bei Hallen, in denen Minusgrade herrschen, ebenfalls platzen, den Fehler es mit der technischen Ausstattung zu übertreiben und viele andere Dinge.