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„Ist dein Freund auch so christlich angehaucht?“, wurde ich in meiner Schulzeit einmal gefragt. Christlich angehaucht? - Was heißt das eigentlich? Es bedeutet für mich, mehr als das wahrzunehmen, was ich mit meinen Augen sehen kann. Ein ständiges Bewusstsein dafür zu haben, dass es mehr gibt als die sichtbare Realität. Zu wissen, dass es einen Gott gibt, der unsichtbar ist, aber keineswegs tatenlos. Manchmal ist er wie ein Hauch wahrzunehmen (Jesaja 57,13), manchmal wie ein Sturm (Jona 1,4; Hiob 1,19; 1Könige 19,11). Christliche Spiritualität bezeichnet meine Einstellung und meine Erfahrungen mit Gott.
Wie kann ich mehr Tiefgang im Alltag erfahren? Hier sind 5 Punkte, die mir helfen, Gott täglich zu entdecken:
1. Mir bewusst werden: Ich habe Heimweh
Der erste Schritt ist es, zu entdecken, dass ich eine Sehnsucht nach Gott in mir trage. Es sind meine existentiellen Fragen, die mich zu Gott treiben, meine tiefsten Bedürfnisse und Wünsche. Die Sehnsucht nach einer Kraft, alles irgendwie zu meistern. Die Sehnsucht, erfüllt zu werden. Ein Verlangen, das ich nirgends sonst gestillt bekomme, sich nicht verstecken lässt, auch nicht, wenn ich mich mit Arbeit überhäufe oder irgendetwas anderes mache. Ich trage es in mir.
Der Kirchenvater Augustinus Aurelius sagte einmal: „Das ganze Leben eines Christen ist heiliges Heimweh.“ Es ist gut, wenn ich diese Sehnsucht wahrnehme. Sie zeigt mir, wohin mein Leben gehen soll. Sie zeigt mir eine Richtung und bringt mich zu Gott. Zu Jesus, der sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Johannes 14,6). Zu dem lebendigen Gott, der mich verändert, wenn ich ihn einlade, mich zu führen. Wenn ich ihn einlade, mit seiner Liebe mein Denken und Handeln zu prägen. Mein Heimweh ist die Motivation dafür, aus seinem Geist zu leben. Aus Gottes Geist Kraft zu schöpfen.
Das ganze Leben eines Christen ist heiliges Heimweh. – Augustinus Aurelius
2. Leidenschaft für das Alltägliche entwickeln
Wie entwickle ich Leidenschaft dafür, dass ich den Staubsauger heute zum dritten Mal aus der Kammer holen muss, weil meine Kinder aus Versehen mal wieder etwas auf den Boden fallen gelassen haben? Mich auf den Wert der Kinder fokussieren und nicht auf die Arbeit, die mir die Kleinen jetzt wieder gemacht haben. Mir ist es wichtig, stets vor Augen zu haben, welche Rolle mein Handeln spielt. Mit welcher Absicht ich etwas tue oder sage. Zu überlegen, was ich auf lange Sicht erreichen will. Was ich zeigen und vermitteln will, und welches grundsätzliche Gefühl ich weitergeben will. Leidenschaft für das Alltägliche entwickle ich, indem ich den Lebenssinn stets vor Augen habe. Ich entdecke Gott, wenn ich in die Augen meiner Kinder sehe und erkenne, wie wunderbar sie gemacht sind. Mein Geist ist bewegt, wenn ich meinen Blick nicht mehr von ihnen wenden kann. Wenn ich mich daran erinnere, wie Gott sie liebt. Wie Gott mich liebt und mit mir umgeht. Das verändert mein Denken, mein Reden und mein Handeln. Es verändert meine Einstellung. Ich kann aus dem Geist leben.
Wenn ich mich daran erinnere, wie Gott meine Kinder liebt. Wie Gott mich liebt und mit mir umgeht. Das verändert mein Denken, mein Reden und mein Handeln.
3. Auftanken nicht vergessen
Vielleicht kennst du Situationen, in denen du vor lauter Aufgaben nicht weißt, wo du anfangen sollst. Du hast eine endlose To-do-Liste. Auf dem Notizblock. Oder im Kopf. Und du bist wahrscheinlich erst zufrieden, wenn du das Unmögliche möglich gemacht hast. Ich kenne das zu gut und mittlerweile weiß ich: Auftanken sollte man nicht vergessen. Hilfreich ist es, sich Ruhezeiten …