MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß!

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MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß! episodes

  • MTM 28 - Halobacterium salinarum

    Warum sind Flamingos eigentlich rosa? Die Antwort auf diese Frage führt uns in extrem salzige Gewässer, zu einem roten Archaeon und von dort bis zu einem der wichtigsten Werkzeuge der modernen Neurobiologie. In dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! schauen wir uns an, wie Halobacterium salinarum in Wasser lebt, in dem kaum noch mehr Salz gelöst werden kann, wie das Archaeon mit Hilfe von Licht Energie gewinnen kann und was das alles mit dem diesjährigen Nobelpreis für Physiologie und Medizin zu tun hat.

    Kapitel

    00:00 – Intro

    02:35 – Wie Hbt. salinarum sich an hohe Salzkonzentrationen anpasst

    04:59 – Klippfisch und rote Kolonien: Die Entdeckung von Hbt. salinarum

    06:20 – Warum ist Hbt. salinarum eigentlich rot?

    07:47 – Bakteriorhodopsin und die Entstehung der Optogenetik

    12:38 – Fazit & Verabschiedung

    Was ihr in dieser Folge lernen konntet…

    · Hbt. salinarum ist kein Bakterium, sondern ein Archaeon, das in extrem salzigen Gewässern mit bis zu 30 % Salz lebt und Salzseen und Salinen rot färbt. Das Archaeon ist sogar so salztolerant, dass es tausende von Jahren in Salzkristallen ausharren kann.

    · Hbt. salinarum wurde erstmals auf gesalzenem und luftgetrocknetem Klippfisch entdeckt. Die rote Färbung erhält es durch das Pigment Bacterioruberin, dass den Zellen als UV-Schutz dienen kann.

    · Bakteriorhodopsin war das erste bekannte mikrobielle Rhodopsin und bereitete den Boden für die Suche nach ähnlichen Proteinen, darunter das Channelrhodopsin aus einer einzelligen Alge, das zum Schlüsselwerkzeug der Optogenetik wurde. Für diese Entdeckungen erhalten Karl Deisseroth, Georg Nagel und Peter Hegemann den Nobelpreis für Physiologie und Medizin 2026.

    Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.

    Links & weitere Infos

    Pressemitteilung der VAAM “Mikrobe des Jahres 2017“

    Pressemitteilung Nobelpreis 2026

    Allgemeines zu Hbt. salinarum

    Grote, M. und O’Malley, M.A. (2011), FEMS Microbiology Reviews, 35(6), S. 1082–1099.

    Pfeifer, F. (2017), Biologie in unserer Zeit, 47(6), S. 378–384.

    Stan-Lotter, H. und Fendrihan, S. (2015), Life, 5(3), S. 1487–1496.

    Entdeckung von Hbt. salinarum

    Klebahn, H. (1919), Mitt Inst Allg Bot Hamb, 4, S. 11–69.

    Harrison, F.C. und Kennedy, M.E. (1929). F. A. Acland, printer.

    Mormile, M.R. u. a. (2003), Environmental Microbiology, 5(11), S. 1094–1102.

    Bakteriorhodopsins

    Oesterhelt, D. und Stoeckenius, W. (1971), Nature New Biology, 233(39), S. 149–152.

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    14 min
  • MTM 27 - Arcella gandalfi

    In einer Höhle im Boden, da lebte ein Hobbit… So beginnt der Der Herr der Ringe Epos von J. R. R. Tolkien. Der Hobbit, um den es geht, ist kein geringerer als Bilbo Beutlin – und an seinem 111. Geburtstag, der am 22. September war, verschwindet Bilbo plötzlich. Der Ring, den er seinem Neffen Frodo hinterlässt, birgt einige unentdeckte Geheimnisse und zwingt Frodo zu einer Reise, die den Lauf der Welt verändern wird. Eine weitere wichtige Figur im Der Herr der Ringe Epos ist der Zauberer Gandalf nach dessen ikonischem Spitzhut im Jahre 2016 eine Amöbenart benannt wurde. Arcella gandalfi, die Mikrobe, um die es in der heutigen Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! gehen soll, ist aber nicht nur Spitzhut-förmig, sondern hat noch einige andere interessante Eigenschaften zu bieten!

    Kapitel

    00:00 – Intro

    03:14 – Amöben, Wechseltierchen der Mikrobenwelt

    04:42 – Die Schalen der Amöben – schützender Panzer und kunstvolles Bauwerk

    07:13 – Arcella gandalfi und der Hut eines mächtigen Zauberers

    08:35  – Fazit und Verabschiedung

    Was ihr in dieser Folge lernen konntet…

    • Arcella gandalfi gehört zu den Amöben, also einer Lebensform, die sich ständig in ihrer Gestalt wandeln kann. Um sich vor äußeren Einflüssen und Fressfeinden zu schützen, haben sich manche Amöben eine Schale zugelegt. Bei Arcella gandalfi ist diese Schale aus selbst produzierten hexagonalen Platten zusammengesetzt und erscheint in Form eines Spitzhutes. Bei ihrer ersten Beschreibung der Amöbe im Jahr 2016 fühlten sich Forschende an die Form des Hutes erinnert, den der Zauberer Gandalf in Der Herr der Ringe trägt. Kurzum benannten sie die neu entdeckte Spezies Arcella gandalfi.

    • Die Schalen mancher Amöben können lange Zeiten überdauern. Es gibt Funde im Grand Canyon, bei denen es sich möglicherweise um die Schalen von Arcellinida handeln könnten und auf ein Alter von etwa 740 Millionen Jahren geschätzt werden.

    Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.

    Links & weitere Infos

    Arcella

    „Arcella gandalfi – Microworld“

    News, L.G.I. (2017) Newfound Amoeba Looks Just Like Gandalf the Wizard’s Hat, Live Science.

    Féres, J.C. u. a. (2016), Acta Protozoologica, 55(4), S. 221–229.

    Mitchell, E.A.D., Charman, D.J. und Warner, B.G. (2008), Biodiversity and Conservation, 17(9), S. 2115–2137.

    Tingle, K.E. u. a. (2023), Geobiology, 21(3), S. 290–309.

    Tolkien, J.R.R. (2010) Das Silmarillion. 30., Aufl. 2018. Herausgegeben von C. Tolkien. Übersetzt von W. Krege. Stuttgart: Klett-Cotta.

    Tolkien, J.R.R. (2024) Der Herr der Ringe. Gesamtausgabe im Schuber, neunte Auflage dieser Ausgabe, 2025. Übersetzt von M. Carroux. Stuttgart: Klett-Cotta (Der Herr der Ringe, 3. Teil).

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    10 min
  • 1 Jahr MTM! - Eine Jubiläumsfolge

    MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß! wird ein Jahr alt! Um das zu feiern, möchte ich in dieser kurzen Sonderfolge einen Blick zurück in das vergangene Jahr werfen und darauf schauen, was vielleicht noch auf uns zukommt. Danke an alle treuen Hörerinnen und Hörer, ihr habt es möglich gemacht, dass es dieses Projekt auch heute noch gibt!

    Hier findet ihr das Interview im Wirkstoffradio:

    https://wirkstoffradio.de/2026/08/09/wsr097-elektrometabolische-signaluebertragung-in-bacillus-subtilis-biofilmen-interview-mit-celina-thiel/

    Weitere genannte Folgen:

    Folge 01 - Streptomyces coelicolor

    https://www.podcast.de/episode/693810660/mtm-01-streptomyces-coelicolor

    Folge 20 - Caballeronia insecticola

    https://www.podcast.de/episode/703961384/mtm-20-caballeronia-insecticola

    Folge 17 - Magnetospirillum gryphiswaldense

    https://www.podcast.de/episode/703106624/mtm-17-magnetospirillum-gryphiswaldense

    Folge 19 - Escherichia coli

    https://www.podcast.de/episode/703696476/mtm-19-escherichia-coli

    Kapitel

    00:00 - Intro und Begrüßung

    01:20 - Rückblick

    03:40 - Die meistgehörten Folgen

    07:41- Wie eine Folge entsteht

    08:52 - Wisspod und mein Interview im Wirkstoffradio

    10:26 - Ausblick

    11:28 - Verabschiedung

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  • 13 min
  • MTM 26 - Myxococcus xanthus

    Wenn wir an Bakterien denken, geht es oft um Einzeller, die als Einzelgänger in der Gegend herumschwimmen. Viele Bakterien sind aber viel mehr als das und entwickeln in der Gemeinschaft beeindruckende Fähigkeiten. So ist es auch bei Myxococcus xanthus, dem Bakterium, um das es in dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! gehen soll. Als bakterielles Wolfsrudel machen tausende von Zellen gemeinsam Jagd auf andere Bakterien und zersetzen sie durch einen Cocktail antimikrobieller Substanzen. Und auch wenn die Nahrung knapp wird setzt, Myxococcus auf Kooperation statt Einzelgängertum – und dass ganz ohne, dass es einen Anführer gibt, sondern nur durch Stigmergie.

    Kapitel

    00:00 – Intro

    02:20 – Das bakterielle Wolfsrudel auf Mikrobenjagd

    05:55 – Zusammenarbeit ohne Anführer – Stigmergie

    07:31 – A- und S-Motilität, abenteuerliche und soziale Arten der Fortbewegung

    09:55 – Fruchtkörperbildung bei Nahrungsmangel

    12:18 – Fazit und Verabschiedung

    Was ihr in dieser Folge lernen konntet…

    • M. xanthus ernährt sich von anderen Bakterien. Dafür gehen tausende von Zellen gemeinsam auf die Jagd. Sie können ihre Beute sogar bespitzeln und dann gezielt mit antimikrobiellen Substanzen töten und auflösen.
    • Stigmergie beschreibt ein Konzept, bei dem die Umwelt durch einzelne Mikroben so verändert wird, dass die anderen Mikroben dadurch eine Handlungsanweisung bekommen. Schwimmt eine Mikrobe in eine Richtung, hinterlässt sie eine Spur, der andere folgen können. Schwimmt eine Zelle los, folgt die benachbarte in die selbe Richtung. So entsteht ein dezentral organisierter Schwarm.
    • Bei Nahrungsmangel bildet M. xanthus Fruchtkörper aus. Dafür werden einige Zellen zu Sporen, die besonders resistent sind und in den Fruchtkörpern geschützt ausharren, bis es wieder mehr Nahrung gibt. Andere bleiben aktiv auf Nahrungssuche, während die meisten absterben und selbst zur Nahrung werden.
    • Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.

      Links & weitere Infos

      Pressemitteilung Mikrobe des Jahres 2020

      Beebe, J.M. (1941) , Journal of Bacteriology, 42(2), S. 193–223.

      Berleman, J.E. und Kirby, J.R. (2009), FEMS microbiology reviews, 33(5), S. 942–957.

      Contreras-Moreno, F.J. u. a. (2024), Frontiers in microbiology, 15, S. 1339696.

      Kearns, D.B. und Shimkets, L.J. (2001), Trends in Microbiology, 9(3), S. 126–129.

      Lloyd, D.G. und Whitworth, D.E. (2017), Frontiers in Microbiology, 8.

      Müller, S. u. a. (2015), Applied and Environmental Microbiology, 81(1), S. 203–210.

      Thiery, S. und Kaimer, C. (2020), Frontiers in Microbiology, 11, S. 2.

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      • 15 min
      • MTM 25 - Desulforudis audaxviator

        Von Deutschland nach Island, in den Krater des Vulkans Snaefellsjökull, durch tiefe Höhlen und unterirdische Meere, durch einen Lavastrom auf Stromboli – diesen Weg legen die Protagonisten in Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ zurück. Die Mikrobe um die es in dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! hat es zwar nicht ganz zum Mittelpunkt der Erde geschafft, harrt aber in 1.5 bis 3 km Tiefe unter der Erdkruste in vollkommener Dunkelheit und Abwesenheit von Sauerstoff aus. Die Rede ist von Desulforudis audaxviator, benannt nach dem „wagemutigen Reisenden“ aus einer Inschrift aus Jules Vernes Roman, einer Mikrobe, die ein außergewöhnliches Ökosystem auf nur einem Genom vereint.

        Kapitel

        00:00 – Intro

        00:37 – Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

        02:33 – Desulforudis audaxviator – Erstbeschreibung und Benennung

        05:33 – Leben in der Dunkelheit – Wie sich D. audaxviator an seine Nische angepasst hat

        09:03 – Ein ganzes Ökosystem auf einem Genom

        10:18 – D. audaxviator als lebendes Mikrofossil

        12:10 – Fazit und Verabschiedung

        Was ihr in dieser Folge lernen konntet…

        • „Descende, audax viator, et terrestre centrum attinges“ lautet eine Inschrift in Jules Vernes „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde. Nach dem audax viator, dem wagemutigen Reisenden ist auch eine Mikrobe genannt. Desulforudis audaxviator lebt in 1.5 bis 3 km Tiefe unter der Erdoberfläche in kompletter Abwesenheit von Licht, Sauerstoff und organischen Materialien.

      • Auf dem Genom von D. audaxviator sind alle Proteine codiert, die es braucht, um Energie zu gewinnen, gezielt zu Nährestoffen zu navigieren, Kohlenstoff und Stickstoff aus der nährstoffarmen Umgebung zu ziehen. Für Forschende ein spannendes Beispiel für ein Ökosystem, in dem sich nur eine lebendige Komponente befindet, die ganz alleine überlebensfähig ist.

      • In den vergangenen 165 Millionen Jahren hat sich am Genom dieses Mikroorganismus wenig geändert, auch wenn Populationen sich teilweise fast auf gegenüberliegenden Seiten der Erde befinden – ein echtes Erfolgsrezept also.

      • Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.

        Links & weitere Infos

        Chivian, D. u. a. (2008), Science, 322(5899), S. 275–278.

        Karnachuk, O.V. u. a. (2019), The ISME Journal, 13(8), S. 1947–1959.

        Lindsay, M.R. u. a. (2024), Proceedings of the National Academy of Sciences, 121(15), S. e2309636121.

        Becraft, E.D. u. a. (2021), The ISME Journal, 15(10), S. 2830–2842.

         

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        15 min
      • MTM 24 - Mycoplasma laboratorium

        Mikroben sind ja bekanntlich klein – sehr klein sogar. Aber was ist eigentlich die kleinste Mikrobe der Welt? Diese Frage kann ich in dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! nicht beantworten. Ihr könnt mich aber zumindest bei der Recherche begleiten und von den spannenden Geschichten hören, über die ich bei der Suche nach der kleinsten Mikrobe gestolpert bin. Beispielsweise, die Geschichte, wie aus einer Mikrobe mit einem winzigen Genom, Mycoplasma genitalium, ein synthetischer Mikroorganismus wurde, der neben JCVI-syn1.0 oder Mycoplasma laboratorium eben auch den Namen Synthia trägt.

        Kapitel

        00:00 – Intro

        01:24 – Die Jagd nach der kleinsten Mikrobe

        04:21 – Leben am Minimum

        05:33 – M. genitalium – Minimikrobe mit Minigenom

        08:44 – Der Weg zum Minimalgenom

        10:24 – Die Geburtstunde von Synthia

        14:03 – Fazit und Verabschiedung

        Was ihr in dieser Folge lernen konntet…

        • Die Frage nach der kleinsten Mikrobe der Welt ist unglaublich schwer zu beantworten. Bei so kleinen Größenordnungen stoßen wir schnell an die Grenzen dessen, was noch als Lebewesen zählt
        • Das kleinste bislang bekannte und anerkannte Bakterium ist Mycoplasma genitalium. Mit nur 300 nm Durchmesser ist es etwa 10-fach kleiner als E. coli und hat ein winziges Genom von nur knapp 600.000 Basenpaaren.
        • Forschende um J. Craig Venter erzeugten auf Basis von M. genitalium den synthetischen Organismus JCVI-syn1.0 oder M. laboratorium Synthia. Sie ermittelten, welche Gene das Bakterium zum Überleben braucht, und konstruierten nur aus diesen ein Genom. Damit gelang es ihnen, einen überlebensfähigen synthetischen Organismus zu schaffen.
        • Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.

          Links & weitere Infos

          Übersichtsartikel zu kleinen Mikroorganismen

          Velimirov, B. (2001), Microbes and Environments, 16(2), S. 67–77.

          Martel, J. und Young, J.D.-E. (2008), PNAS, 105(14), S. 5549–5554.

          Glass, J.I. u. a. (2017), Cold Spring Harbor Perspectives in Biology, 9(12), S. a023861.

          Mycoplasma, Carsonella und Nanoarcheum

          Waites, K.B. und Bébéar, C. (2023), ClinMicroNow. John Wiley & Sons, Ltd, S. 1–23.

          Nakabachi, A. u. a. (2006), Science, 314(5797), S. 267–267.

          Huber, H. u. a. (2002), Nature, 417(6884), S. 63–67.

          Zum Genom von Mycoplasma und der Konstruktion von Synthia

          Fraser, C.M. u. a. (1995), Science, 270(5235), S. 397–404.

          Glass, J.I. u. a. (2006), PNAS, 103(2), S. 425–430.

          Gibson, D.G. u. a. (2010), Science, 329(5987), S. 52–56.

          Hutchison, C.A. u. a. (2016), Science, 351(6280), S. aad6253.

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          • 16 min
          • MTM 23 - Saccharomyces carlsbergensis

            Ohne sie gäbe es kein Pils, kein Helles und kein Märzen: Saccharomyces pastorianus – auch bekannt unter ihrem historischen Namen Saccharomyces carlsbergensis – ist die wohl bedeutendste Bierhefe der Welt. In dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! geht es um die Geschichte ihrer Entdeckung und die Entstehung des Lagerbiers. Und wer sich schon immer mal gefragt hat, was eigentlich obergärige und untergärige Biere sind, wie alkoholfreie Biere hergestellt werden oder was der Unterschied zwischen alkoholfrei und 0,0% auf dem Etikett bedeutet, findet hier die Antwort!

            Kapitel

            00:00 – Intro

            02:54 – Eine kurze Geschichte der Braukultur

            07:15 – Obergärige vs. untergärige Biere

            09:45 – S. carlsbergensis – ein ungewöhnliches Hybrid

            11:16 – Carlsberg Original 1883 Rebrew

            12:22 – Herstellung alkoholfreier Biere

            17:06 – Zusammenfassung und Fazit

            Was ihr in dieser Folge lernen konntet…

            • S. carlsbergensis ist eine der bedeutendsten Bierhefen der modernen Braukultur. Als Hybrid aus S. cerevisiae und der in Patagonien gefunden S. eubayanus, ist diese Hefeart für die Fermentation untergäriger Biere verantwortlich.
            • Erstmals isoliert wurde die Hefe 1883 durch Emil Christian Hansen im Labor der Carlsberg Brauerei in Kopenhagen. Er nannte die Mikrobe 1908 S. carlsbergensis, eigentlich trug sie aber bereits den Namen S. pastorianus, der heute noch die offiziell anerkannte Bezeichnung ist.
            • Obergärige Hefen bleiben in Sprossverbänden zusammen und erhalten durch die Kohlensäure Auftrieb, schwimmen im Brauansatz also oben, während untergärige Hefen eher zur Sedimentation neigen. Durch unterschiedliche Fermentationstemperaturen unterscheiden sich die Geschmacksprofile teils deutlich.
            • Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.

              Links & weitere Infos

              Historischer Rückblick

              • Barnett, J.A. und Barnett, L. (2011) Yeast research: a historical overview. ASM press.
              • Allgemeines zu Brauhefen

                • Boulton, C. und Quain, D. (2013) Brewing Yeast and Fermentation. John Wiley & Sons.
                  • Gibson, B.R. a. (2013), Yeast, 30(7), S. 255–266.
                  • Entwicklung und Genetik von S. carlsbergensis

                    • Gallone, B. a. (2018), Current Opinion in Biotechnology, 49, S. 148–155.
                      • Hutzler, M. a. (2023), FEMS Yeast Research, 23, S. foad023.
                        • Libkind, D. a. (2011), Proceedings of the National Academy of Sciences, 108(35), S. 14539–14544.
                          • Nakao, Y. a. (2009), DNA Research, 16(2), S. 115–129.
                          • Historisches Re-Brew-Projekt

                            • Newsroom » Carlsberg Research Lab Rebrews the Father of Quality Beers « Carlsberg Group
                            • Alkoholarme und alkoholfreie Biere

                              • Brányik, T. a. (2012), Journal of Food Engineering, 108(4), S. 493–506.
                              • 19 min
                              • MTM 22 - Noctiluca scintillans

                                Sommerzeit ist Ferienzeit! Und nach ein paar warmen Tagen am Meer, kann es durchaus sein, dass man in das Vergnügen kommt, Meeresleuchten beobachten zu können. Wie dieses besondere Phänomen entsteht und welche Geheimnisse eine der verantwortlichen Mikroben, Noctiluca scintillans, noch so birgt – das erfahrt ihr in dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß!

                                Kapitel

                                00:00 – Intro

                                02:02 – Noctiluca scintillans – ein ungewöhnlicher Dinoflagellat

                                03:09 – Die Entstehung des Leuchtens und wie es vor Fressfeinden schützt

                                06:31 – N. scintillans, die Planktonangel und grüne Endosymbionten

                                09:51 – Red Tides, Gefahr durch N. scintillans

                                10:33 – Fazit und Verabschiedung

                                Was ihr in dieser Folge lernen konntet…

                                • Noctiluca scintillans ist mitverantwortlich für die Entstehung des Meeresleuchtens. Zur Verteidigung gegen Fressfeinde besitzt der Dinoflagellat Scintillons, Organellen, in denen Luciferin oxidiert wird. Dabei wird Licht frei, dass Fressfeinde abschrecken, deren Fressfeinde anlocken oder eben durch Menschen als Meeresleuchten wahrgenommen werden kann.
                                • Noctiluca scintillans gehört zu den Dinoflagellaten und schwimmt als Plankton relativ passiv im Meer herum. Seine Nahrung, ebenfalls Plankton, fischt es mithilfe klebriger Mucusfäden aus dem Wasser. Einige Zellen von Noctiluca scintillans gehen auch eine Symbiose mit photosynthesefähige Pedinomonas noctiluca ein. Dann werden die eigentlich rot pigmentierten Zellen grün.
                                • Grüne und rote Noctiluca scintillans unterscheiden sich in ihrer globalen Verteilung. In hohen Konzentrationen lösen sie nicht nur Meeresleuchten auch, sondern auch „rote Tiden“, die durch erhöhte Ammonium- und niedrige Sauerstoffkonzentrationen zu Fisch- und Korallensterben führen.
                                • Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.

                                  Links & weitere Infos

                                  Taxonomie, Morphologie und Verbreitung

                                  • Harrison, P.J. et al. (2011), Chinese Journal of Oceanology and Limnology, 29(4), pp. 807–831.
                                  • Ollevier, A. et al. (2021), Frontiers in Marine Science, 8.
                                  • Ernährung und Endosymbiose

                                    • Kiϕrboe, T. and Titelman, J. (1998), Journal of Plankton Research, 20(8), pp. 1615–1636.
                                    • Saito, H., Furuya, K. and Lirdwitayaprasit, T. (2006), Plankton and Benthos Research, 1(2), pp. 97–101.
                                    •  Biolumineszenz

                                      • Valiadi, M. and Iglesias-Rodriguez, D. (2013), Microorganisms, 1(1), pp. 3–25.
                                      • Ökologische Bedeutung

                                        Fonda Umani, S. et al. (2004), Journal of Plankton Research, 26(5), pp. 545–561.

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                                        • 12 min
                                        • MTM 21 - Nostoc commune

                                          Es sieht aus, als hätte ein Regenschauer grüne Gallerte vom Himmel fallen lassen. Kein Wunder also, dass Nostoc commune über Jahrhunderte Namen wie „Sternenrotz“ oder „Hexenspei“ erhielt. In dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß!  erkunden wir die Facetten dieses außergewöhnlichen Cyanobakteriums, von seinen spezialisierten Zelltypen, seinen Fähigkeiten zur interzellulären Kommunikation und seiner Zusammenarbeit mit Pflanzen bis hin zu seiner Rolle in der Evolution des Lebens und modernen biotechnologischen Anwendungen.

                                          Kapitel

                                          00:00 – Intro

                                          01:02 – Nostoc commune – der rätselhafte Sternenrotz

                                          04:17 – Exkurs: Cyanobakterien und ihre Bedeutung in der Erdgeschichte

                                          08:36 – Arbeitsteilung bei Nostoc commune

                                          13:19 – Nostoc als Symbiont für Pflanzen

                                          15:02 – Die Teichpflaume und Nostoc als Delikatesse

                                          16:58 – Nostoc in Forschung und Biotechnologie

                                          18:18 – Zusammenfassung und Fazit

                                          Was ihr in dieser Folge lernen konntet…

                                          • Nostoc commune wirkt wie ein geheimnisvoller Schleimklumpen, ist aber tatsächlich ein Cyanobakterium, das bereits vor dem Regen auf dem Boden lebt. Erst wenn seine wasserbindende Schleimschicht aufquillt, wird die Kolonie als gallertartige Masse sichtbar.
                                          • Nostoc commune zeigt komplexe Formen der Zusammenarbeit. Innerhalb langer Zellketten übernehmen verschiedene Zelltypen unterschiedliche Aufgaben wie Photosynthese, Stickstofffixierung oder das Überdauern extremer Umweltbedingungen.
                                          • Cyanobakterien gehören zu den wichtigsten Organismen der Erdgeschichte. Sie trugen zur Anreicherung von Sauerstoff in der Atmosphäre bei, stehen vermutlich am Ursprung der Chloroplasten in Pflanzen und sind bis heute wichtige Akteure in vielen Ökosystemen.
                                          • Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.

                                            Links & weitere Infos

                                            Allgemeines und Pressemitteilung der VAAM

                                            Mikrobe des Jahres 2014 / VAAM - Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie e.V.

                                            Dersch, P. et al. (2022) Allgemeine Mikrobiologie. 11., vollständig überarbeitete Auflage. Edited by G. Fuchs, M. Bramkamp, and H.G. Schlegel. Stuttgart New York: Georg Thieme Verlag (Thieme eRef).

                                            Engelhardt, H. (2014), BIOspektrum, 20(2), pp. 234–235.

                                            Potts, M. (1997) , International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology, 47(2), pp. 584–584.

                                            Ausdifferenzierung verschiedener Zelltypen

                                            Flores, E. and Herrero, A. (2010), Nature Reviews Microbiology, 8(1), pp. 39–50.

                                            Symbiose mit Pflanzen

                                            Álvarez, C. et al. (2023), Journal of Experimental Botany, 74(19), pp. 6145–6157.

                                            Biotechnologie und Zukunftsaussichten

                                            Onyeaka, H. et al. (2025), Sustainable Microbiology, 2(4), p. qvaf025.

                                            Kimura, Y. et al. (2016), Eco-Engineering, 28(2), pp. 43–51.

                                            20 min
                                          • MTM 20 - Caballeronia insecticola

                                            Eine Mikrobe, die Käfer befällt und ihnen dadurch nicht schadet, sondern sie stärker, größer und ausdernder macht? Was nach Katastrophenfilm klingt, ist tatsächlich Wirklichkeit. Caballeronia insecticola lebt ihm Darm des Bohnenkäfers Riptortus pedestris und hilft diesem bei der Vermehrung und Ausbreitung. Um das zu bewerkstelligen, wendet das Bakterium eine ungewöhnliche Fortbewegungsmethode an. Die Flagellen eng um den Leib geschlungen, dreht sich das Bakterium wie ein kleiner Bohrkopf durch enge Passagen im Darm des Käfers. Wie genau das funktioniert und was die Beziehung zwischen Bakterium und Käfer noch so bereithält, erfahrt ihr in der heutigen Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß!

                                            Kapitel

                                            00:00 – Intro

                                            02:06 – R. pedestris, der Bohnenkäfer und die Auswirkungen von C. insecticola

                                            05:29 – Wie C. insecticola seinen Wirt besiedelt

                                            08:07 – C. insecticola und seine ungewöhnliche Fortbewegung

                                            10:47 – Zusammenfassung und Fazit

                                            Was ihr in dieser Folge lernen konntet…

                                            · Caballeronia insecticola lebt in einer symbiontischen Beziehung mit dem Bohnenkäfer Riptortus pedestris. Die Käfer profitieren durch eine bessere Ausbreitung und Vermehrung.

                                            · C. insecticola besidelt den Darm des Käfers. Um in die spezialiserten Darmkrypten vordingen zu können, muss die Mikrobe eine enge Passage überwinden. Dafür wickelt sich das Bakterium die Flagellen um den Leib und dreht sich wie ein Bohrkopf durch den engen Durchgang.

                                            Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.

                                            Links & weitere Infos

                                            Erstbeschreibung und Reklassifizierung

                                            Takeshita, K. et al. (2018), Int. J. Syst. Evol. Microbiol., 68(7), pp. 2370–2374.

                                            Dobritsa, A.P. and Samadpour, M. (2019), Int. J. Syst. Evol. Microbiol., 69(7), pp. 2057–2063.

                                            Auswirkungen von C. insecticola auf R. pedestris

                                            Jung, M. and Lee, D.-H. (2023), J. Asia-Pac. Entomol., 26(2), p. 102085.

                                            Kho, J.-W., Jung, M. and Lee, D.-H. (2024), J. Insect Sci., 24(5), p. 5.

                                            Entwicklung der Darmkrypten

                                            Kikuchi, Y. et al. (2020), The ISME J., 14(7), pp. 1627–1638.

                                            Flagellare Umwicklung zur Fortbewegung

                                            Yoshioka, A. et al. (2026), Nat. Commun., 17(1), p. 713.

                                             

                                            13 min

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