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Muslimen Jesus vor Augen malen


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© Gift Habshaw / Unsplash.com
Mit der muslimischen Nachbarin oder dem muslimischen Nachbarn ins Gespräch kommen – schon das kann manchmal eine Herausforderung sein. Aber wie spreche ich als Christ mit Muslimen über Jesus? Denn auch wenn Jesus als Person im Koran vorkommt, ist vielen Christen trotzdem bewusst, dass der Jesus der Bibel nicht deckungsgleich mit der Person Isa im Koran ist. Wo liegen Unterschiede, wo Gemeinsamkeiten und was sind gute Einstiegsmöglichkeiten, um mit Muslimen über Jesus ins Gespräch zu kommen? Dazu gibt der evangelische Theologe Roland Denner im Interview hilfreiche Tipps und Impulse. Er hat viele Jahre in Mali unter Muslimen gelebt und leitet heute die deutsche Arbeit der Organisation ReachAcross.
 
ERF Medien: Wann haben Sie selbst zum ersten Mal mit einem Muslim über Jesus gesprochen?
Roland Denner: Ich selbst habe Jesus in einer christlichen Jugendgruppe kennengelernt. Ich hatte damals muslimische Freunde und so wie es mir selbst wichtig wurde, über Jesus zu reden, geschah das auch mit meinen muslimischen Freunden. Dabei habe ich gemerkt, wie viel Freude mir das macht und dass ich einen Zugang zu ihnen habe. Im Rückblick denke ich, dass Gott eine Begabung und Aufgabe in mein Leben hineingelegt hat, gerade mit muslimischen Menschen über Jesus zu reden.
 
ERF Medien: Sie haben in Mali gelebt – unterscheiden sich die Muslime dort von den in Deutschland lebenden Muslimen?
Roland Denner: Es gibt 1,7 Milliarden muslimische Menschen und die sind alle unterschiedlich geprägt. Manche leben ihre Religion sehr konsequent, manche sind relativ säkular geprägt. Manche leben sie als Tradition, aber nicht mit einer tieferen Hingabe. Von daher haben wir immer mit unterschiedlichen Menschen zu tun. Es gibt nicht „die Muslime“.
In Mali gab es viele Muslime, die den Islam auf Arabisch in der Koranschule gelernt hatten, ohne die arabische Sprache zu verstehen. Viele wussten zwar, wie man als guter Muslim lebt, aber kannten nicht die Feinheiten in Bezug auf die islamische Theologie. Außerdem waren dort viele Menschen stark vom Volksislam geprägt, also von magischen Elementen, die in den Islam importiert wurden.
 
Jesus in der Bibel vs. Isa im Koran
ERF Medien: Jesus kommt im Koran auch vor. Er heißt dort Isa. Ist Isa die gleiche Person wie Jesus?
Roland Denner: Es gibt viele Anknüpfungspunkte, aber auch viele Unterschiede. Es ist ein großer Vorteil, dass wir mit Muslimen von Jesus reden können, weil Jesus für sie eine positive Persönlichkeit ist. Ich finde es schön, dass Jesus bei Muslimen kein negatives Image hat, sondern ein großer Respekt für Jesus herrscht. Aber es gibt wesentliche Unterschiede zur biblischen Offenbarung.
 
ERF Medien: Welche wären das?
Roland Denner: Die Unterschiede sind sehr entscheidend: Jesus ist im Koran nicht Gottes Sohn. Er ist nicht am Kreuz gestorben und er ist nicht auferstanden. Manche Kleinigkeiten könnten unterschiedlich sein, die man verschmerzen kann. Aber das sind wesentliche Aspekte unseres Glaubens. Genau das, was Jesus wirklich bedeutet; das, wofür er Mensch wurde, wird im Islam abgelehnt.
 
ERF Medien: Wieso tun sich Muslime so schwer mit dem Gedanken, dass Jesus Gottes Sohn ist?
Roland Denner: Für Mohammed war in seiner Erkenntnis Gottes entscheidend, dass Gott einzig ist. Er kam aus einem Kontext, in dem viele Götzen verehrt wurden. Das empfand er als respektlos. Deshalb hat er seine Überzeugung, einen Gott zu ehren, in einer solchen Radikalität vertreten, sodass es laut Koran neben Gott keine andere Persönlichkeit geben kann.
Vermutlich hat Mohammed in seinem Leben nur wenige Christen getroffen, die ihm das Evangelium …
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