MUTIG - Der Podcast

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By Bernhard ReitingerSociety & CultureScience
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MUTIG - Der Podcast episodes

  • Forever young

    “Forever young, I want to be forever young” — Alphaville haben das in den 80ern gesungen. Ein einfacher Satz, der hängen bleibt. Vielleicht, weil er etwas ausspricht, das wir alle kennen: den Wunsch, dass es so bleibt, wie es ist. Aber will man das wirklich?



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    20 min
  • Ich schau dir in die Augen

    Wer den Film Casablanca gesehen hat, hat diesen Satz wahrscheinlich noch im Ohr: „Ich seh dir in die Augen, Kleines.“ Gesagt von Humphrey Bogart, fast beiläufig, und trotzdem bleibt er im Kopf.

    Ich erlebe immer wieder, wie unterschiedlich Menschen sich im Gespräch verhalten, vor allem wenn es um den Blickkontakt geht. Manche schauen kaum direkt in die Augen, sondern erfassen verschiedene Teile des Gesichts während des Gesprächs. Andere schauen weg, wenn man mit ihnen spricht. Die wenigsten schauen wirklich direkt in die Augen – zumindest ist das meine Wahrnehmung.

    Das wirft eine einfache Frage auf: Warum ist Blickkontakt so unterschiedlich – und was passiert dabei eigentlich?



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    16 min
  • The Social Dilemma

    Viele der „Innovationen“ waren in ihrer ursprünglichen Idee vermutlich nicht als problematisch gedacht. Der Like-Button begann als einfache soziale Geste, als digitales Nicken. Doch aus dieser Geste wurde ein Messinstrument für Anerkennung. Und nicht nur das: Er verstärkte Mechanismen von Vergleich, Ausgrenzung, Abwertung. Was als Verbindung gedacht war, kann in Hate und Bashing kippen – und wirkt zugleich psychologisch belohnend. Zustimmung wird zählbar. Anerkennung wird messbar. Und genau darin liegt eine Kraft, die süchtig machen kann.

    Mehr dazu unter https://mutig.substack.com



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    16 min
  • Angriff oder Verteidigung?

    „Angriff ist die beste Verteidigung“ – ein Satz, der im Alltag erstaunlich leicht über die Lippen geht. Er klingt nach Tatkraft, nach Entschlossenheit, nach dem Mut, nicht abzuwarten. Aktiv statt reaktiv handeln. Die Dinge selbst in die Hand nehmen. In vielen Situationen scheint das sinnvoll. Wer immer nur reagiert, gerät schnell ins Hintertreffen und verliert die Rolle des Gestalters.



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    16 min
  • Digitale Souveränität

    Wir leben in einer massiv vernetzten Welt, ohne sie wirklich wahrzunehmen. Die Technik, die alles zusammenhält, ist kaum sichtbar. Sie funktioniert – meistens. Genau das macht sie so leicht zu übersehen.

    Erst in den letzten Wochen und Monaten habe ich gemerkt, wie sehr mich die aktuellen geopolitischen Entwicklungen aufgerüttelt haben. Die Machtverschiebungen zwischen Staaten, die wachsende Dominanz einiger weniger Tech-Konzerne, die Selbstverständlichkeit, mit der wir kritische Infrastruktur privaten Unternehmen überlassen haben.



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    16 min
  • Auf Autopilot

    Ich habe kürzlich die gesprochenen Gedanken eines 73-jährigen Mannes aus England als Audiospur angehört. Kein Interview, kein besonderes Setting. Er dachte einfach laut vor sich hin. Es war kein Lamentieren, keine Bitterkeit. Eher ein stiller Appell an die Zuhörer, nicht dieselben Fehler zu machen wie er.

    Ein Satz blieb sofort hängen: „I have been running my entire life on autopilot.“ Ich war mein gesamtes Leben auf Autopilot.



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    8 min
  • Der letzte Atemzug

    Warum erzähle ich diese Geschichte?

    Vielleicht, weil ein Schaf mir etwas gezeigt hat, das in unserer Zeit leicht verloren geht. Es war anders. Sichtbar anders. Kein Fell, kein Platz in der Herde, kein Schutz durch die Gruppe. Und doch wirkte es nicht verbittert, nicht rastlos, nicht unzufrieden. Es lebte für sich. Still. Unauffällig. Aber offenbar in Ordnung mit sich.

    Wir reden oft von Zugehörigkeit, von Gemeinschaft, von Anpassung. Und selten davon, was es kostet, bei sich zu bleiben. Den eigenen Weg zu gehen. Den Trampelpfad zu verlassen.



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    5 min
  • Mit dem Rücken zur Wand

    Eigentlich hatte ich für diese Woche einen anderen Text geplant. Doch manchmal drängen sich Themen auf, die nicht warten wollen. In meinem Fall waren es die Gespräche und Vorträge vom World Economic Forum in Davos, die mich nicht mehr losgelassen haben. Nicht wegen einzelner Aussagen. Sondern wegen der Stimmung, die zwischen den Zeilen mitschwang.



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    16 min
  • Bereit zu sterben?

    Ich gebe zu, der Titel dieses Textes ist bewusst etwas provozierend gewählt. Nicht, um Aufmerksamkeit zu erzwingen, sondern weil er genau den Gedanken trifft, der mich seit Tagen nicht loslässt.

    Ein Freund erzählte mir kürzlich von einem gemeinsamen Bekannten. Beruflich ist er extrem erfolgreich, ehrgeizig, fokussiert, diszipliniert. Einer, der sich Ziele setzt und sie erreicht. Nun hat er sich ein neues vorgenommen. Kein berufliches, kein wirtschaftliches – sondern ein sehr persönliches.

    Er möchte in diesem Jahr allein mit seinem Motorsegler den Nordatlantik überqueren. Und als wäre das nicht genug, plant er bereits das nächste Abenteuer: die Nordwestpassage mit dem Segelboot. Eine Route durch eisige Gewässer, fernab jeder Zivilisation, fernab jeder schnellen Hilfe.

    Das ist kein Sonntagsausflug. Keine sportliche Herausforderung im üblichen Sinn. Es ist eine Unternehmung, die reale Gefahren birgt: Kälte, Isolation, unberechenbares Wetter, technische Risiken. Eine Reise, die – nüchtern betrachtet – ein Leben kosten kann.

    Ich habe nicht mit ihm darüber gesprochen. Ich kenne seine Beweggründe nicht. Aber ich gehe davon aus, dass ihm dieses Risiko vollkommen bewusst ist. Dass er weiß, worauf er sich einlässt. Und dass er trotzdem aufbricht.

    Dieser Gedanke hat mich beschäftigt. Nicht das Abenteuer an sich. Nicht einmal der Mut, den es dafür braucht. Sondern die Bereitschaft, für ein solches Vorhaben im Zweifel mit dem eigenen Leben zu bezahlen.

    Bereit zu sterben – für ein Abenteuer.

    Die Faszination des Extremen

    Die Geschichte dieses Bekannten steht nicht für sich allein. Sie reiht sich ein in eine lange Linie von Menschen, die bewusst dorthin aufbrechen, wo es kalt, einsam und gefährlich wird. In Gegenden, in denen Fehler ernsthafte Folgen haben und Hilfe keine Selbstverständlichkeit ist.

    Bei solchen Unternehmungen denkt man schnell an historische Expeditionen. An Menschen wie Roald Amundsen, die in einer Zeit aufbrachen, in der eine Rückkehr eher Hoffnung war als Zusage. Wer damals loszog, wusste: Es kann gutgehen – muss es aber nicht.

    Noch näher liegt für mich jedoch Reinhold Messner. Nicht als Held, nicht als Abenteuermarke, sondern als jemand, der immer offen davon gesprochen hat, dass man am Berg sterben kann. Und dass genau dieses Wissen Teil der Entscheidung ist. Kein Ausblenden, kein Schönreden. Sondern Klarheit darüber, was auf dem Spiel steht.

    Was diese Menschen verbindet, ist weniger der Wunsch nach Ruhm oder Aufmerksamkeit. Es geht nicht um Unterhaltung oder Ablenkung. Es geht um etwas sehr Konkretes. Um das Erleben der eigenen Grenze. Um die Erfahrung, ob man mit sich selbst zurechtkommt, wenn Sicherheiten wegfallen. Für viele ist diese Art von Herausforderung kein Zusatz zum Leben, sondern etwas, das sie brauchen, damit es sich für sie richtig anfühlt.

    Von außen werden solche Menschen schnell als Spinner bezeichnet. Als lebensmüde oder verantwortungslos. Wer genauer hinschaut, sieht oft das Gegenteil. Akribische Vorbereitung. Wochen, manchmal Monate des Planens, Trainierens, Durchdenkens. Und wenn sie dann unterwegs sind, handeln sie aufmerksam, konzentriert, nüchtern. Keine Romantik. Kein Leichtsinn.

    In solchen Situationen sind sie ganz bei der Sache. Nicht im Sinne von „jeden Moment auskosten“, wie man es oft liest. Sondern ganz praktisch. Weil es keine Alternative gibt. Extreme Unternehmungen lassen wenig Spielraum. Man kann nicht nebenbei etwas anderes machen. Man kann sich nicht ablenken. Der Körper ist gefordert, der Kopf muss klar bleiben, Entscheidungen müssen getroffen werden. Alles andere rückt automatisch in den Hintergrund.

    Der normale Alltag funktioniert anders. Er ist strukturiert, organisiert, gut abgesichert. Und genau darin liegt auch seine Kehrseite. Wir leben heute bequemer und sicherer als frühere Generationen. Und trotzdem fühlen sich viele innerlich zerstreut. Man ist ständig beschäftigt, aber selten wirklich bei einer Sache. Gedanken springen, Aufmerksamkeit verteilt sich auf zu viele Dinge gleichzeitig.

    Vielleicht ist es kein Zufall, dass manche Menschen dort Klarheit finden, wo das Leben auf eine schmale Spur reduziert wird. Wo man sich nicht verstecken kann. Wo Entscheidungen nicht theoretisch bleiben, sondern spürbare Folgen haben.

    Nicht, weil sie den Tod suchen. Sondern weil sie diese Form von Herausforderung für ihr gutes Leben brauchen.

    Meine persönliche Einstellung

    Auch ich brauche Herausforderungen. Ich gehe Risiken ein. Und bei fast allem, was wir tun, schwingt ein gewisses Risiko mit. Selbst dann, wenn wir zu Fuß unterwegs sind oder ins Auto steigen. Die Möglichkeit, nicht zurückzukehren, ist real und gehört zum Leben dazu, ob wir darüber nachdenken oder nicht.

    Trotzdem wäre ich nicht bereit, für ein solches Abenteuer mein Leben bewusst aufs Spiel zu setzen. Ich kann mir vorstellen, eine Woche zu Fuß durch Österreich zu gehen, alleine. Ich kann mir auch vorstellen, mit dem Kajak auf europäischen Flüssen unterwegs zu sein. Aber was ich persönlich brauche – zumindest nach heutigem Gefühl – ist ein Sicherheitsnetz. Die Möglichkeit, Hilfe zu holen, wenn etwas Unvorhersehbares passiert.

    Das hat für mich wenig mit Angst zu tun. Es ist eher eine Frage der eigenen Art. Ich glaube, mir fehlt die innere Anlage für diese Form des Extremen. Und das ist in Ordnung. Jeder von uns bringt andere Eigenschaften mit. Jeder von uns hat ein anderes Verhältnis zu Risiko, Kontrolle und Sicherheit.

    Vielleicht besteht Mut nicht darin, alles zu riskieren.Sondern darin, zu wissen, was man nicht riskieren will.

    Und vielleicht gehört auch das zu einem aufrechten Leben: die eigenen Grenzen zu kennen, ohne sie mit denen anderer zu verwechseln.

    Würdest du für ein Abenteuer dein Leben aufs Spiel setzen?



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    8 min
  • Der Dialog mit Robert Adler

    Manchmal sind es Krisen, die uns an neue Orte führen. Robert Adler hat während der Pandemie als Quereinsteiger in einer steirischen Altersresidenz begonnen – eigentlich nur als Aushilfe. Geblieben ist er, weil er etwas gefunden hat, das ihn nicht mehr loslässt: echte Begegnungen. Heute arbeitet er bei der Volkshilfe in Laßnitzhöhe, betreut ältere Menschen, begleitet sie durch den Alltag – und hat aus seinen Erfahrungen ein Buch gemacht.

    In unserem Gespräch erzählt Robert, wie aus spontanen Anekdoten ein literarisches Debüt wurde („Bitte das Rollo runterlassen, damit die Waschbären draußen nicht reinschauen können“). Wir sprechen über Humor als Schlüssel in der Betreuung, über Demenz und die Frage, wie man Nähe und Würde bewahren kann, wenn Sprache und Gedächtnis verschwinden.

    Robert steht für eine Haltung, die berührt: klar, respektvoll, manchmal verspielt, immer zutiefst menschlich. Seine Geschichten lassen uns anders auf das Altern blicken – nicht als Defizit, sondern als Beziehung.

    Ein Gespräch über das, was wirklich zählt: Aufmerksamkeit, Zuwendung und das gemeinsame Lachen.

    🎙️ Jetzt reinhören

    Sein aktuelles Buch:



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    45 min

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MUTIG ist ein Podcast über das Leben in unruhigen Zeiten. Gedanken, Geschichten und ausgewählte Gespräche über Alltag, Entscheidungen, und Reflexion. Verständlich, bodenständig und ohne Belehrung.…