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Alle reden über das Wetter – auch und zuallererst der Deutsche Wetterdienst in Offenbach. Er gibt amtliche Wetterwarnungen heraus, informiert Feuerwehr und Katastrophenschutz und liefert schließlich auch jene Wetterdaten, die täglich in Apps oder am Ende der Nachrichten uns alle über die Wetteraussichten informieren. Was nur wenige wissen: Es gibt sogar ein Gesetz über den DWD. Wie nah die Behörde mit ihren Dienstleistungen am Menschen ist und wie politisch Wetter sein kann, ist Thema dieser Folge.
Wann haben Sie ihren letzten Liebesbrief erhalten? Waren Sie aufgeregt? Enthielt er die richtigen Worte? Spannende Fragen, die Forschende des Liebesbriefarchivs der Universität Koblenz und der TU Darmstadt an 40.000 Liebesbriefen aus drei Jahrhunderten untersuchen. Im Rahmen eines Forschungsprojekts werden die Briefe mit Unterstützung von Studierenden und Freiwilligen digitalisiert. In einer Zeit, in der Kommunikation oft digital und kurzlebig ist, bietet die Analyse von Liebesbriefen eine Perspektive auf die Entwicklung von Liebesbekundungen und zwischenmenschlichen Bindungen. Dabei wird bereits deutlich: Liebesbriefe wurden und werden in allen Milieus geschrieben - mal eloquent, mal unbeholfen. Diese „hidden voices“ zum Sprechen zu bringen, die weißen Flecken in der Sprache von unten zu erforschen, ist eines der Ziele dieses gemeinsamen Forschungsvorhabens, wie Prof. Dr. Andrea Rapp im Podcast erläutert.
Heimat- oder Regionalmuseen gelten für viele als verstaubte Rumpelkammern. Zu viele Tonscherben und Dreschflegel hinter Glas, zu wenige Objekte und Themen zum Anfassen mit Bezug zur Gegenwart. Doch stimmt das auch? Nein, denn mit neuen Konzepten sind Regionalmuseen wie das Vonderau Museum in Fulda nah am Menschen. Mit Zeitzeugeninterviews auf der Homepage oder einer Pop-Up-Vitrine im Kaufhaus. Solche Formate zeigen, wie sehr ein Museum zur Identität der Region beitragen kann. Und sie dokumentieren, wie diese Identität in einer modernen, individualisierten und multikulturellen Gesellschaft aussehen könnte. Letztlich verbirgt sich dahinter auch die Frage: Von wie viel Heimaten sprechen wir in der Region?
Debatten über brisante gesellschaftliche Themen werden derzeit immer häufiger von Randüberzeugungen entfacht und weniger aus der politischen Mitte heraus diskutiert. Die Demokratie – aber auch die Meinungsfreiheit – scheinen in der Krise gefangen. Um sie herauszuführen, ist die politische Mitte neu zu besetzen und zu stärken. Dafür braucht es neue Intellektuelle, plädiert die Politikwissenschaftlerin und Soziologin Ulrike Ackermann in ihrem jüngsten Buch „Das Schweigen der Mitte. Wege aus der Polarisierungsfalle“. In dieser Folge spricht Frau Prof. Ackermann eingehend über die gesellschaftliche Zersplitterung in immer neue Kollektive und die damit einhergehende Gefährdung der Meinungsfreiheit.
Nachweislich gibt es seit 1700 Jahren jüdisches Leben in Deutschland. Das ist eine sehr lange Zeit. Und doch verbindet man in Deutschland mit dem Judentum meist nur die Shoah, die Verfolgung und Vernichtung der Juden während der Nazizeit. Während alles andere, was jüdisches Leben ausmacht – auch im Hier und Jetzt – kaum wahrgenommen wird und kaum bekannt ist. Wie das sein kann und welche kulturelle Kraft im heutigen Leben jüdischer Gemeinden steckt, darum geht es in den Gesprächen mit Klara Gottlieb von „meet a jew“ und Prof. Mirjam Wenzel, Direktorin des jüdischen Museums in Frankfurt.
Das Wort des Jahres 2020 ist Corona-Pandemie. Diese Entscheidung traf eine Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS). Und so ist sie auch vielen Bürgerinnen und Bürgern bekannt. Aber wer weiß schon, dass die GfdS mit Sitz in Wiesbaden auch in der Hauptstadt aktiv ist. Im Bundestag! Was hier ihre Aufgaben sind und wie wichtig es ist, dass es eine Instanz gibt, die in Kultur, Wissenschaft und Politik auf die Sprache achtet, das sind Themen, die im Gespräch mit dem Vorsitzenden der Gesellschaft Prof. Peter Schlobinski erörtert werden.
Über 14.000 Menschen wurden zwischen 1941 und 1945 in Hadamar ermordet. Weil sie geistig oder körperlich behindert waren, psychische Erkrankungen hatten oder einfach nicht in die Weltanschauung der Nationalsozialisten passten. Morde, die unter Bezeichnungen wie „Euthanasie“ oder „Aktion Gnadentod“ schöngeredet wurden. Die Gedenkstätte Hadamar will an diese Menschen erinnern, ihnen in ihren Forschungen und Darstellungen Gesicht und Würde zurückgeben. Und sie will die Sinne für Entwicklungen in der Gegenwart schärfen, wenn es in aktuellen Debatten um die Kategorisierung von Menschengruppen und Entscheidungen über das Lebensrecht geht. Dies alles, um im Dialog mit ihren Besucherinnen und Besuchern eine Kultur des Friedens zu fördern.
Musik: Ketsa – 05 „PC Plodder"
(https://freemusicarchive.org)
Sie zählen Schmetterlinge, bestimmen und erfassen Bodentiere oder sind auf der Suche nach den letzten Feldhamstern – die Bürger-Wissenschaftler der Senckenberg-Gesellschaft. Beim Namen „Senckenberg“ - da denken die allermeisten wahrscheinlich zunächst an das weltberühmte Museum in der gleichnamigen Anlage in Frankfurt am Main. Und an renommierte Forscher, Entdecker und Gelehrte in der Nachfolge des Frankfurter Arztes und Naturforschers Johann Christian Senckenberg. Weniger bekannt ist, dass die Gesellschaft seit einigen Jahren sogenannte Citizen-Science-Projekte durchführt. Wer bei Senckenberg mitmachen will, kann aktuell zwischen 24 Citizen-Science-Projekten auswählen. Wie man auch als Nichtwissenschaftler zu wissenschaftlicher Forschung beitragen kann, das erfahren wir von der Biologin Katrin Böhning-Gaese in diesem Podcast. Die Direktorin des Senckenberg- Forschungszentrums für Biodiversität ist Professorin an der Goethe-Universität Frankfurt.
Musik: Ketsa – 05 „PC Plodder" (https://freemusicarchive.org)
Die moderne Frau von heute gibt es zwei Mal: Die eine geht einem Beruf nach, fährt und finanziert ihr eigenes Auto und zeigt sich als selbstbewusste Influencerin in attraktiv gemachten Weblogs. Die andere verdient für die gleiche Arbeit im Schnitt weniger als ihre männlichen Kollegen und kümmert sich nach wie vor um Haushalt, Kinder und pflegebedürftige Eltern. Welches Bild stimmt, was zu diesen Fragen ein Blick in die Geschichte, aber auch nach vorne in die Zukunft beitragen kann, darum dreht sich dieser Podcast mit Dr. Kerstin Wolff vom Archiv der deutschen Frauenbewegung in Kassel.
Musik: Ketsa – 05 „PC Plodder" (https://freemusicarchive.org)
Marienkäfer
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