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Pling, da ist sie: Die WhatsApp-Nachricht, über die ich nur den Kopf schütteln kann. Vielleicht ist dir das heute auch schon passiert: Du hast auf dein Smartphone geschaut und dich direkt geärgert. Was wir als Wunder der modernen Technik preisen, kann ebenso schnell zu einem Ärgernis werden. Digitale Nachrichten erreichen uns mittlerweile überall: Im Meeting, beim Kochen oder unterwegs. Sie reißen uns oft komplett aus dem heraus, was wir aktuell tun, und suggerieren uns, wir müssten sofort auf sie antworten. Nicht selten führen sie auch zu Stress und Ärger.
Doch wie kann ich vermeiden, mich von digitalen Nachrichten unter Druck setzen zu lassen – und noch wichtiger: Digitalem Streit vorbeugen? Zum einen ist der eigene gelassene Umgang ganz wichtig. Wenn ich mein Handy mal aus der Hand legen und sagen kann: „Was kümmert's mich?“, ist oft schon viel gewonnen. Zum anderen kann auch eine Netiquette in puncto digitale Kommunikation helfen. Tipps zu einem respektvollen Umgang in der Online-Kommunikation gibt dieser Artikel.
Wenn ich mein Handy mal aus der Hand legen und sagen kann: „Was kümmert's mich?“, ist oft schon viel gewonnen.
 
1. Nimm dir Zeit!
Ich selbst komme aus einer Generation, in der E-Mails und SMS zwar schon zum Alltag gehörten, es aber noch kein mobiles Internet gab. Nur wer gerade am PC saß, konnte E-Mails schreiben. Also erwartete man meist keine direkte Antwort. Auch in meiner Studienzeit war das noch weitgehend so. Wenn ich eine E-Mail bekam, hatte ich Zeit, in Ruhe darauf zu reagieren. Selten war eine unmittelbare Antwort nötig.
Ein großes Problem in der heutigen digitalen Kommunikation ist, dass sich das drastisch geändert hat. Heutzutage werden wir ständig mit Informationen bombardiert und meist erwartet mein Gegenüber eine zügige Reaktion. Einsilbige, kurze oder gar keine Antworten werden eventuell sogar als Angriff verstanden. Eine Freundin erzählte mir, dass sie einen zweiten Messenger neben WhatsApp nutze und zwar nur, weil sie sofort angeschrieben wird, wenn ihre Freunde sehen, dass sie online ist.
Mein erster Tipp für gelingende Online-Kommunikation ist daher: Gib dem anderen Zeit und nimm auch dir die Zeit, die du zum Antworten brauchst! Nicht jede WhatsApp muss sofort beantwortet werden, nicht jede Sprachnachricht muss man sich direkt anhören. Einer Freundin antworte ich bei längeren Sprachnachrichten auch mal mit „Höre ich später“. So zeige ich ihr: „Deine Botschaft ist angekommen, aber gerade ist meine Zeit knapp.“ Und noch ein Tipp, wenn es um dringende Fragen geht: „Ruf doch einfach an!“ Ich vergesse es selbst viel zu oft, aber gerade wenn ich zügig etwas klären will, ist ein Anruf oft schneller als jede WhatsApp-Nachricht.
Nicht jede WhatsApp muss sofort beantwortet werden, nicht jede Sprachnachricht muss man sich direkt anhören.
 
2. Kommuniziere angemessen!
Ein weiteres Problem der vielen digitalen Kommunikationsformen ist, dass viele Menschen sich keine Gedanken mehr darüber machen, welche Art der Kommunikation ihrem Gegenüber angemessen ist. Man spricht mit Fremden im gleichen Stil wie mit den besten Freunden und wundert sich, dass das nicht immer gut ankommt. Außerdem ist digitale Kommunikation nicht für jedes Anliegen gleichermaßen geeignet. Mit jemandem per Messenger Schluss zu machen, ist zum Beispiel einfach nur unfair. Da mag die Nachricht noch so nett formuliert sein.
Des Weiteren bietet digitale Kommunikation dem Gegenüber wenig Möglichkeit einzuhaken. Das kann dazu führen, dass ich den anderen quasi zutexte. Hier fallen mir zuerst die Leute ein, die für jede …
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